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  1. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie erklären sich die im Westen geborenen und aufgewachsenen Menschen die Rechtsströmungen?
    Vielleicht wäre das eine Herangehensweise, um die Gesamtsituation zu betrachten.
    Gute Frage:
    ehrlich gesagt, und ich bin ehrlich, bin ich ja auch damit aufgewachsen. Zu hören, das oder das war bei Adolf besser, oder das hat er eingeführt.

    Das war eben die Jugend, das Leben meiner Eltern und Großeltern.
    Oma sagte, wenn sie was wollte hat sie sich ihr Mutterkreuz umgehöngt.

    Und manches von dem was sie sagen stimmt ja sogar: da wurden Bauten ruck zuck hochgezogen, heute dauert das alles. Und wenn heute ein Server ausfällt, sind ganze Bahnstrecken blockiert.
    Früher wurden eben einfach nur Gleise gestellt.

    Das hat aber nix, so gar nix mit dem Rechtsextremismus von heute zu tun.
    Oder mit den Querdenkern.

    Auf alle die ich nur annähernd kenne trifft Gleiches zu: sind unzufrieden, fühlen sich abgehängt. Haben schlichtweg im Leben versagt. Oder kommen mit Enttäuschungen nicht zurecht.

    Bei mir im Haus wohnt ein Querdenker: so Ende 50, fit wie ein Turnschuh, hat nen Beruf gelernt, Tischler, hat Architektur studiert. Nur zum Arbeit gehen reichts nicht.
    Der hätte heute noch Unterhalt für seine Söhne zahlen müssen. Die Trennung und der Kontakt zu Frau und Kindern verlief nicht so wie erwünscht. Und der konnte die Kröte nicht schlucken.

    Ergo wird er doch seinen Luxuskörper nicht als Impf-Opfer zur Verfügung stellen.
    Schuld ist natürlich die Regierung. Haben ja die Intensivbetten abgebaut.

    Schuld sind immer die Anderen - bei Rechtsextremen.

    Was Anderes konnte ich nie fest stellen.
    Ehrlich gesagt finde ich mittlerweile sieht man denen das schon an...Höcke und Kumpanen

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Ja, und an manchen sind an allem die Rechtsextremen und Rassisten schuld und daran arbeiten sie sich rauf und runter ab. Dass muss gerechterweise auch mal gesagt werden.

    Die einzigen Impfgegner, die ich hier in Baden-Württemberg kenne (und das sind nur zwei) sind Anthros, die ihren Luxuskörper und ihren Luxusgeist nicht der Gesellschaft zur Verfügung stellen wollen und sich deswegen nicht impfen lassen. Die Kinder sind in Walldorfschule und -kindergarten, weil die gemeine Gesellschaft ihnen nicht zugemutet werden kann.

    Null Solidarverantwortungsgefühl. Aber die Vorzüge unseres Staats kennen sie alle aus dem FF und nehmen sie ausnahmslos mit. U.a. auch durch volles Ausnutzen von Arbeitslosenbezügen bis zum letzten Moment. Man kann übrigens ganz gut von dieser Philosophie leben.

    Da wächst auch etwas auseinander. Irgendjemand hat es mal in diesem Strang, glaube ich, als Wohlstandsverwahrlosung bezeichnet. Das trifft es m. E. ganz gut.

    Und was da so im Osten auf Demos oder sonst wo demonstriert, da weiß ich aus erster Quelle, dass da mindestens einer von hier aus BW kommt. Arbeit, Leistung, Verantwortung - nein danke. Im Osten oder damals in Hamburg über Weihnachten vor ein paar Jahren herumzupöbeln - das ist sein Hobby und da ist er in einer festen Szene, die sich da untereinander ständig abspricht und organisiert. Liegt aber in der Familie. Liegt oft in der Familie, glaube ich.
    Geändert von sildenvarslank (12.12.2021 um 08:59 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie erklären sich die im Westen geborenen und aufgewachsenen Menschen die Rechtsströmungen?
    Vielleicht wäre das eine Herangehensweise, um die Gesamtsituation zu betrachten.
    Gute Frage.

    Rechtes Gedankengut (ich fasse es mal so in einen Begriff zusammen) gab und gibt es im Westen schon lange, das war nie weg.
    Es musste sogar schon da sein, damit Hitler & seine Helfer überhaupt erst so weit kommen konnten.

    Die Bandbreite ist groß und in guten Zeiten ist es ein offensichtlich unvermeidbarer, aber eingedämmter Anteil, in schlechten oder schwierigen Zeiten wir dieser Anteil größer, extremer und vor allem lauter, bildet Verbindungen zu anderen Strömungen wie aktuell zu den Querdenkern.

    Dazu noch die Möglichkeiten, sich im www auszutauschen und zu vernetzen. Da ist kein Filter mehr und es ist keine Investition außer Zeit und Energie entsprechende Kanäle und Plattformen dort aufzubauen.

    Wenn ich es so betrachte: an der Stelle wachsen Ost und West offensichtlich zusammen, mit unterschiedlicher historischer Grundlage und Ausprägung, aber die Schwerpunkte sind die gleichen und stützen sich auf ein egozentrisches Weltbild, das Fundament ist ein "Deutschsein". Du musst nicht schön, klug oder reich sein - bist du deutsch, dann ist das gut genug und besser als nicht deutsch, davon werden dann Forderungen und Abgrenzung hergeleitet.

    Diese Welle hat sich in den letzten Jahren wieder aufgebaut, nach meiner Wahrnehmung schlägt sie im Osten höher, aber im Prinzip ist es nicht viel anders als im Westen. Der Unterschied ist eher graduell.

    Die Ursachen?
    Da gibt es mehrere.

    Ich greife eine heraus: ein schwaches bzw. einseitiges Demokratieverständnis.
    Demokratie ist kein Selbstläufer und auch wenn sie für mich die beste aller möglichen Staatsformen ist, doch auch nicht perfekt. Das auszuhalten fällt immer mehr Menschen offensichtlich schwer.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Ich kenne zwei "Querdenkerinnen" näher.
    Beide kommen letztlich mit ihrem Leben nicht klar, sind geprägt von Enttäuschungen.

    IMO erlangen sie vor sich selbst eine Art Wichtigkeit, indem sie sich Gruppierungen anschließen, die sie für nonkonformistisch, kritisch und quasi revolutionär halten.
    Es wertet sie auf, im Gleichklang mit solchen Antihelden zu marschieren.

    Es gibt ihnen den "Durchblick und das Recht", auf andere von oben herab zu blicken.
    Einsicht in die Notwendigkeit gewisser Beschränkungen zum Wohle aller in einer brandgefährlichen Situation bezeichnen sie als dumpfe Obrigkeitshörigkeit.
    Es ist ein gesamtdeutsches Phänomen und wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Weinen wäre, weil diese Menschen durch ihre dumme Eitelkeit so viel blockieren!

    @Sariana
    Es gibt nicht nur in der Ex-DDR gescheiterte Existenzen und Unzufriedene. Viele von ihnen sind anfällig für radikale "Lösungen".
    Geändert von Fyona (12.12.2021 um 09:29 Uhr)

    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein
    er braucht auch die Literatur

    by me ...

  5. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von sildenvarslank Beitrag anzeigen
    ...
    Die einzigen Impfgegner, die ich hier in Baden-Württemberg kenne (und das sind nur zwei) sind Anthros, die ihren Luxuskörper und ihren Luxusgeist nicht der Gesellschaft zur Verfügung stellen wollen und sich deswegen nicht impfen lassen. Die Kinder sind in Walldorfschule und -kindergarten, weil die gemeine Gesellschaft ihnen nicht zugemutet werden kann.
    Das ist den Impfgegnern im Osten, die ich kenne, nicht bewußt. Vor Corona hätten die sich lustig gemacht, über die Leute, deren Kinder ihren Namen tanzen , klatschen und singen können.
    Da sieht man mal, welche Allianzen unter extremen Bedingungen zusammen kommen können.

    Null Solidarverantwortungsgefühl. Aber die Vorzüge unseres Staats kennen sie alle aus dem FF und nehmen sie ausnahmslos mit. U.a. auch durch volles Ausnutzen von Arbeitslosenbezügen bis zum letzten Moment. Man kann übrigens ganz gut von dieser Philosophie leben.
    Das wäre in der DDR nicht so einfach gegangen. Das hat Rixator in einem seiner Beiträge mit Sozialschmarotzer gemeint
    Damals hieß es, "wer nicht arbeitet, bekommt nichts zu essen" - vereinfacht gesagt.
    Wer arbeiten gehen konnte, der wurde solange bearbeitet, bis er einen Job annnahm oder er landete als Asozialer im Knast. Ging nicht von heut auf morgen, aber irgendwann landete man bei erfolglosen Berabeitungsversuchen da. Waren nicht viele und manch einer rutschte auch damals durch die Maschen des Gesetzes.

    Da wächst auch etwas auseinander. Irgendjemand hat es mal in diesem Strang, glaube ich, als Wohlstandsverwahrlosung bezeichnet. Das trifft es m. E. ganz gut.
    Ja.

    Und was da so im Osten auf Demos oder sonst wo demonstriert, da weiß ich aus erster Quelle, dass da mindestens einer von hier aus BW kommt. Arbeit, Leistung, Verantwortung - nein danke. Im Osten oder damals in Hamburg über Weihnachten vor ein paar Jahren herumzupöbeln - das ist sein Hobby und da ist er in einer festen Szene, die sich da untereinander ständig abspricht und organisiert. Liegt aber in der Familie. Liegt oft in der Familie, glaube ich.
    Das Umfeld prägt oft.

  6. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich meinte, die westlichen Rechtsextremisten.
    Wer mag, kann sich auf die letzten Meter dieses Themas annehmen:

    Geschichte des Rechtsextremismus | bpb

    Letztlich haben Links- und Rechtsextremismus mit gesellschaftspolitischen Umwälzungen zu tun, wobei die hier schon angeführte "RAF-Zeit" von der sog. Intelligenz ausging (aus den Studentenprotesten) und schlussendlich im Terror endete.

    Auch hier gern, wer sich das am Sonntag zu Gemüte führen möchte:

    Die Geschichte der RAF | bpb

    Der heutige Rechtsextremismus bedient sich allerdings demokratischer Möglichkeiten, um .....

    Denn wie oft musste ich schon lesen: Die sind ja demokratisch gewählt.

    Ja, sind sie. Muss ich mehr als zähneknirschend zur Kenntnis nehmen.

    Wenn ich das zumindest richtig mitbekommen habe, hat die AfD mit dem Parteispektrum um Herrn Höcke ein massives Problem und dieser ist vom Verfassungsschutz verboten worden. Auch habe ich hier gelesen, soll es keine Beleidigung mehr sein, Herrn Höcke offen als Faschisten zu bezeichnen, denn er ist einer!

  7. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von sildenvarslank Beitrag anzeigen
    Ja, und an manchen sind an allem die Rechtsextremen und Rassisten schuld und daran arbeiten sie sich rauf und runter ab. Dass muss gerechterweise auch mal gesagt werden.
    Gut, dass das auch mal festgestellt wurde. Ich bezweifle auch ,dass die User mit Ihrer sehr eingeschränkten Meinung über den Osten tatsächlich Interesse an der Wirklichkeit dort haben .
    Mir ist es wirklich zu wenig, Bundesländer auf rechts -links oder was auch immer Anteile zu reduzieren und es stimmt eben auch nur bedingt. Soweit ich mitbekommen habe, gibt es eine Menge Querdenker auch in BaWü und wahrscheinlich überall.
    Ich habe auch nichts gegen die, solange sie ihre Theorien friedlich vor sich hinkochen und niemanden schaden .
    Je mehr man Leute ausgrenzt umso mehr spaltet man und da sind leider die Menschen, die den Hass gegen schieben genauso beteiligt und natürlich die Medien die gern mitspielen, weil es kaum andere Meldungen gibt in den verarmten Coronazeiten.
    Mit dem Finger auf andere zeigen und ausgrenzen ist das eigentliche ,was man hier endlich mal abstellen sollte .Probleme löst man nicht mit Ausgrenzung ,Tabuisierung und Besserwisserei.
    Sondern mit beherzter Thematisierung, lösungsorientiertem Denken und vielleicht auch erstmal Verständnis und Zugewandtheit möglichst im Dialog und Kompromissbereitschaft.

    War interessant hier zu lesen und ich muss sagen, ich bin wirklich erschüttert darüber wie doch Einige sicher stellvertretend für auch Andere über den Osten denken. Hätte ich nicht für möglich gehalten, da lebe ich doch wohl in einer völlig anderen Blase!
    Die Welt erklärt sich nicht über Statistiken sondern relativiert vieles durch Realität.Es ist eben doch etwas komplexer als nur ein paar Zahlen...

    Das war es für mich. Ich entsage jeglichen Foren in Zukunft. Auf dem Weg dorthin war ich schon ohne das Ende hier. Viel Spass allen weiterhin im neuen Forum , bye bye und danke ...

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Die DDR ist vorbei. Die damalige Bundesrepublik ist genauso vorbei. Lange. Mehr als dreißig Jahre. Die Gesellschaft hat sich in der gesamten Bundesrepublik weiter entwickelt. Nicht immer so, wie es jeder gehabt hätte. Und jeder ist nicht immer so perfekt gewesen, wie er und andere es gerne gehabt hätten.

    Da andauernd in der Vergangenheit zu verweilen und sie als Bezugspunkt für das jetzige Leben zu nehmen und unaufhörlich auf Schuldigensuche in der Vergangenheit und der Gegenwart zu sein - na ja, ob das was bringt, möchte ich bezweifeln.

    Da muss man auch nicht ständig herumkritteln und sich mokieren und Drüberstellen, weil man persilweiß ist, weder im früheren noch im heutigen örtlichen Raum, in dem man lebt. Zumal, wenn er der gleiche ist.

    Hab' Dich immer gern gelesen; going_to (und ich glaube auch Deine Vorgängerin?) Alles Gute und Liebe Dir!

    Aber freilich, in befriendsonline gibt es kein politisches Forum!

    Alles Liebe und Gute Dir!
    Geändert von sildenvarslank (12.12.2021 um 09:38 Uhr)

  9. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...
    Das war es für mich. Ich entsage jeglichen Foren in Zukunft. Auf dem Weg dorthin war ich schon ohne das Ende hier. Viel Spass allen weiterhin im neuen Forum , bye bye und danke ...
    Alles Liebe dir, ich hab dich immer gern gelesen und wer weiß, vielleicht trifft man sich doch mal. Irgendwann muss Corona ja mal nicht mehr über alles bestimmen.

  10. User Info Menu

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mit dem Finger auf andere zeigen und ausgrenzen ist das eigentliche ,was man hier endlich mal abstellen sollte .Probleme löst man nicht mit Ausgrenzung ,Tabuisierung und Besserwisserei.
    Sondern mit beherzter Thematisierung, lösungsorientiertem Denken und vielleicht auch erstmal Verständnis und Zugewandtheit möglichst im Dialog und Kompromissbereitschaft.
    Sagen wir so: Für die Ausgrenzung haben die entsprechend Betroffenen schon selbst gesorgt.

    Mit dem "Finger" zeigt hier niemand auf diese, sondern - jedenfalls mein Eindruck - es wird versucht, diesem "Phänomen" auf den Grund zu kommen.

    Tabuisiert wird hier nix und es erfolgt auch keine "Besserwisserei".

    Thematisiert wird die Problematik schon lange, zu lösungsorientiertem Denken scheint zumindest auf der anderen Seite noch kein wirkliches Potenzial vorzuliegen, von Dialogfähigkeit einmal ganz abgesehen.

    Kompromissfähigkeit soll Deiner Meinung nach dann wie aussehen?

    Bei gewissen Ansichten und Taten gibt es für mich nämlich keine Kompromisse.

    Demokratie steht dafür nicht zur Diskussion!

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