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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    @Monaline, war das bei dir in den 60er oder 70er Jahren?

    Ich glaube Milk spricht von den 80ern, oder?
    Ja bei mir sind es die 80er.
    Auch ein Hamster-Rad sieht von innen wie eine Karriere-Leiter aus.

    Es reicht, was du siehst und empfindest. Das Kind muss keinen Namen haben.
    Zitat von Rezeptfrei September 2014

    LG Milk_

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    @ Milk, haben Kinder, ehrlich eine so große Rolle gespielt? Unter "ehrlich" versteh ich, dass an das Kind als Wesen gedacht wird. Eine Cousine meines Mannes ist Erzieherin zu Ost- und Westzeiten gewesen. Sie sieht das differenziert. Klar, waren Theater und Zoo ubd Bpcjer billiger. Es gab aber kaum Teilzeitmöglichkeiten für Eltern. Sie spricht von vielen Kindern, die auch aufgrund der langen Strecken und oft kein Auto, von 6 bis 6 in der Kita waren. Sie spricht von Indoktrination durch die jungen Pioniere.

    Sie sagt, dass nicht alles schlecht war, aber, dass der Blick aufs Kind eher berechnend war. Berechnend für den Staat.

    Wie seht Ihr, die Ihr in der DDR aufgewachsen seid, das?
    Kann sein, dass der Umgang mit den Kindern in der DDR Berechnung war, unterm Strich jedoch, meine ich, hat es sich für die Kinder besser angefühlt.
    An meiner Schule war es so, dass zu Beginn der neuen Schuljahre Lernpatenschaften angeschoben wurden.
    Ich war immer eine gute Schülerin und saß meist nur 2 Wochen neben meiner Freundin, dann wurde umgesetzt neben mir saß ein lernschwacher Schüler, den ich im Unterricht, aber auch durch Nachhilfestunden zu unterstützen hatte.
    Das hat mir eig nichts ausgemacht, hat auch Spaß gemacht.
    Und ich war kein Einzelfall.
    Und so war es eig an der Tagesordnung dass uns anerzogen wurde sich gegenseitig zu helfen und dass auch Lehrer dazu beitrugen dass alle Schüler das Klassenziel erreichen.
    Sitzenbleiben war die absolute Ausnahme.
    Schulabbrecher hab ich damals nicht kennengelernt.
    Um verhaltensauffällige Kinder wurde kein großes Trara gemacht.
    Meine Eltern und auch die meiner Mitschüler mussten kaum zu "Elterngesprächen" wenn was vorgefallen war.
    Meine Kinder sind nach der Wende zur Schule gegangen.
    Gegenseitige Hilfe zu vermitteln hab ich nicht erlebt, eher kämpfte da so jeder für sich allein.
    Sitzenbleiber gabs in Massen, Schulabbrecher auch, sogar in der Verwandtschaft.
    Anrufe von Lehrern waren an der Tagesordnung, Elterngespräche auch.
    Manchmal hatte ich das Gefühl dass ich sehr dafür bestraft wurde überhaupt Kinder in die Welt gesetzt zu haben.
    Aus Gesprächen weiß ich dass es auch vielen anderen Eltern so ging.
    Man war so dermaßen erleichtert als die Schulzeit der Kinder endlich vorbei war...
    Ich hab in dieser Zeit einige Federn gelassen.
    Z.B. kann ich noch immer nicht ans Telefon gehn wenn eine unbekannte Nummer anruft, da bekomm ich Panik.
    Dabei kann gar kein Rektor mehr hier anrufen, meine Kinder sind schon lange der Schule entwachsen.
    Achso: meine Mutter hat in der DDR in Heimarbeit gearbeitet, weshalb ich nicht im Kindergarten oder dem Schulhort war.
    Als Einzelkind fand ich das sehr traurig.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    @Monaline, war das bei dir in den 60er oder 70er Jahren?
    Ja, das war in den 60ern. Mir kam die ehemalige DDR in 1990 ein Stück weit so vor wie die 60er Jahre im Westen. Da liefen noch Hühner in den Höfen rum und es roch auch so wie im Westen in den 60ern - nach Kohleöfen.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    @Candalita
    Auch ein Hamster-Rad sieht von innen wie eine Karriere-Leiter aus.

    Es reicht, was du siehst und empfindest. Das Kind muss keinen Namen haben.
    Zitat von Rezeptfrei September 2014

    LG Milk_

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Monaline Beitrag anzeigen
    ...... Ich zumindest kenne auch Entbehrungen.
    Ich habe diesbezüglich nicht das Gefühl gehabt, dass ich die oben genannten Dinge entbehrte, in meinem Umfeld teilten die meisten Leute ein ähnliches Leben.

    Den Unterschied zwischen verschiedenen Lebensweisen erlebte ich erst nach dem Eintritt ins Gymnasium - da äußerte ein Vater (Geschäftsführer in einem Konzern), dass er nicht wünsche, dass seine Tochter neben einem Arbeiterkind sitzt.
    Wir waren dann tatsächlich 2 Mädchen aus der Arbeiterschicht, wie ich noch später feststellte, alle anderen kamen zumeist aus der gehobenen Mittelschicht .
    Geändert von nachgefragt (28.09.2021 um 11:34 Uhr) Grund: Autokorrektur:(

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Zyumv Beitrag anzeigen
    ...Welche zwei Dinge stehen in der aktuellen politischen Landschaft ganz besonders exemplarisch für Verbote, Vorschriften, Gängelei bis in aller privateste Bereiche hinein?
    Die Grünen und die EU.
    Kannst du bitte mal ein Beispiel für "Gängelei bis in aller privateste Bereiche hinein" im Osten nennen? Hier im Westen habe ich sie nämlich bisher nicht erlebt.
    Und wer ist der quasi "natürliche" Gegner genau dieser beiden Akteure?


    So viel vielleicht zur Erklärung der Wahlergebnisse.
    Als der rechtsextreme Mob in Hoyarswerda und Lichtenhagen zu Hunderten und unter Beifall der vielen Schaulustigen Unterkünfte von Ausländern attackierten, waren die Grünen nicht mal im Bundestag. Schon 1992 wurden allein in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 207 rechtsextremistisch motivierte Gewalttaten registriert. Quelle Zwei Jahre zuvor waren die Grünen nach nur einer Legislaturperiode im Bundestag an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert und erst 1994 zusammen mit Bündnis 90 wieder im Bundestag vertreten.

    Wenn die Ablehnung von Grünen und EU im Osten der Grund für die hohen AfD-Ergebnisse gewesen sein soll, wie erklärst du dir die Tatsache, dass sie bis auf das Saarland in allen westlichen Bundesländern am Sonntag nur einstellige Ergebnisse erreicht hat? Haben die Wessis nix gegen die EU und/oder Grüne?
    „Die Tragik unserer Epoche," pflegte Jojo zu sagen, "besteht darin, dass die Menschen ihre persönliche Unzufriedenheit mit einem politischen Problem verwechseln.

    Juli Zeh, Über Menschen, S. 173

  7. Moderation

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Monaline Beitrag anzeigen
    ... und es roch auch so wie im Westen in den 60ern - nach Kohleöfen.
    In Wrst-Berlin brauchtest du kein Thermometer. Man roch es, wenn es kalt war. Braunkohle stinkt einfach. Allerdings gab es auch in West-Berlin noch bis weit in die 2000er Wohnungen mit OHZ (Ofenheizung).
    Unterstütze gegen Krebs - werde StammzellenspenderIn - DKMS
    Moderatorin "Schule, Uni, Studium & Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" Coronavirus & Userin

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Sariana Beitrag anzeigen

    Und um mit dem Mythos Vorschriften in der Kleidung aufzuräumen. Es war untersagt, zu Prüfungen und offiziellen Anlässen Jeans zu tragen, die vom Klassenfeind stammten.
    Als dann an der Müritz die Boxer-Jeans produziert wurden, wurde das etwas lockerer.



    ".
    Und genau so was kann ich dann eben nicht unwidersprochen stehen lassen.
    Es war die gesamten 80-er Jahre eben nicht untersagt.

    Ich selber habe nicht einen Tag eine Ost-Jeans getragen, und trotzdem an allem teilgenommen.
    Halstuch oder FDJ-Hemd waren zu offiziellen Anlässen ausdrücklich erwünscht. Damit hatte es sich aber auch.

    Mag sein, dass es früher strenger war, für die 80-er trifft es definitiv nicht zu.

    Gleiches gilt für den uralten, nicht tot zu bekommenden Mythos das Westfernsehn gucken verboten gewesen sei.

    Das war es tatsächlich nie. Selbiges gilt selbstverständlich auch für Radiosender. Ich habe keinen getroffen der damals nicht HR3 oder BR3 gehört hätte.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von nachgefragt Beitrag anzeigen
    Ich habe diesbezüglich nicht das Gefühl gehabt, dass ich die oben genannten Dinge entbehrte, in meinem Umfeld teilten die meisten Leute ein ähnliches Leben.

    Den Unterschied zwischen verschiedenen Lebensweisen erlebte ich erst nach dem Eintritt ins Gymnasium ...
    Ja, so ging es mir auch. Den Menschen im Dorf ging es materiell allen ähnlich. Wir Kinder trugen die Klamotten von älteren Kindern auf und es spielte überhaupt keine Rolle, wer wie aussah.

    Das änderte sich bei mir auch mit dem Eintritt ins Gymnasium. Da bekam ich zum ersten Mal Standesdünkel hautnah zu spüren.

    Ich glaube, dieses Gefühl, das ich aus meiner Kindheit kenne, ist es auch, was Menschen aus der ehemaligen DDR am ehesten vermissen. Man sah sich gegenseitig als Mensch und nicht unter dem Aspekt, wer die schicksten Markenklamotten trägt. Alle hatten im Dorf alle gleich wenig und man machte aus dem Mangel das beste und half sich gegenseitig.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Candalita Beitrag anzeigen
    Und so war es eig an der Tagesordnung dass uns anerzogen wurde sich gegenseitig zu helfen und dass auch Lehrer dazu beitrugen dass alle Schüler das Klassenziel erreichen.
    Sitzenbleiben war die absolute Ausnahme.
    Schulabbrecher hab ich damals nicht kennengelernt.
    Um verhaltensauffällige Kinder wurde kein großes Trara gemacht.
    Meine Eltern und auch die meiner Mitschüler mussten kaum zu "Elterngesprächen" wenn was vorgefallen war.
    Meine Kinder sind nach der Wende zur Schule gegangen.
    Gegenseitige Hilfe zu vermitteln hab ich nicht erlebt, eher kämpfte da so jeder für sich allein.
    Ich höre und lese immer wieder dieses Loblied, dass sich im Osten alle gegenseitig geholfen haben und es keine Ellbogenmentalität gab. Meine ganz persönliche Erfahrung (im Kollegenkreis) mit Leuten, die noch - zumindest teilweise - in der DDR aufgewachsen sind, ist eine andere. Ich weiß nicht, warum, vielleicht haben die sich alle schnell nach der Wende angepasst oder vielleicht bin ich auch in einem Sektor, der Menschen mit Durchsetzungsvermögen besonders anzieht.

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