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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört

    Offenbar hat der Begriff "Mitteldeutschland" im Laufe der Zeit Bedeutungswandel erfahren:

    Die Mitteldeutschen Staaten wurden im 19. Jahrhundert in einer geographischen Nord-Süd-Teilung von Preußen im Norden, sowie Bayern, Baden, Württemberg und der Habsburgermonarchie im Süden unterschieden; dabei bildeten sie „in Natur und Menschen nach ihrer Sprach, ihren Sitten und ihrem Wesen die Übergangsglieder zwischen Nord- und Süddeutschland.“... Im Jahr 1867, zum Ende des Deutschen Bundes und Beginn des Deutschen Kaiserreichs, zählte Brachelli zu den Mitteldeutschen Staaten das Königreich Sachsen, Thüringen (inklusive des Großherzogtums Sachsen-Weimar, der Sächsischen Herzogtümer und der schwarzburgischen Fürstentümer), die reußischen Fürstentümer (jüngere und ältere Linie), das Kurfürstentum Hessen mit Schmalkalden (hierin Gebiete am Thüringer Wald und in der Nähe), die preußischen Kreise (Erfurt, Schleusingen und Ziegenrück), das Fürstentum Waldeck (ohne Pyrmont) sowie angrenzende preußische Landesteile...

    ...Als Synonym für DDR wurde der Begriff Mitteldeutschland in offiziellen Dokumenten der Bundesrepublik Deutschland verwendet. Mitte bezog sich dabei auf die Lage der DDR zwischen der Bundesrepublik im Westen und den ehemals deutschen Gebiete im Osten der Oder-Neiße-Grenze. Auf den von staatlichen Stellen publizierten Landkarten, wie sie beispielsweise in den Waggons der Bundesbahn hingen, war damals noch Deutschland in den Grenzen von 1937 abgebildet. In den 1970er Jahren ging diese Begriffsverwendung zurück. Auch in Westdeutschland blieb allerdings die engere, geografische Begriffsverwendung erhalten. In der Verwendung des Begriffs Mitteldeutschland durch Teile der westdeutschen Bevölkerung spiegelten sich in der Zeit bis 1969 (und teilweise ab 1989 wieder) deren Einstellung und insbesondere die Einstellung der Vertriebenenverbände wider, die nicht bereit waren, die auf den Konferenzen von Jalta und Potsdam vorgenommene Grenzverschiebung als endgültig anzuerkennen. Tatsächlich wurde auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 ausdrücklich festgelegt, dass die neue deutsch-polnische Grenze erst im Zuge einer künftigen Friedensregelung (peace settlement) festgelegt werden solle. Folgerichtig wurde in der Nachkriegszeit in Westdeutschland teilweise die Bezeichnung Ostdeutschland für die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie und Mitteldeutschland für die DDR benutzt...


    Mitteldeutschland – Wikipedia

    Es bleibt offen, was die Intention der Benenner des Mitteldeutschen Rundfunks war.
    "Ten years ago I bought you some cuff links, You brought me something."
    (Joan Baez, Diamonds & Rust)

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Heftiger Widerspruch, jofi. Die "Koexistenz" würde für mich nach wie vor zwei Völker mit Grenze/Mauer dazuwischen bedeuten. So war das doch nach dem Wegfall absolut nicht gemeint.
    Dann hat da irgendwas nicht so gut funktioniert...?

    Für mich gibt es keinen zementierten Unterschied zwischen Ost und West.
    Nein, aber das "zusammenwachsen" ist genau genommen doch auch ein Konstrukt.

    Es gibt auch kein zementiertes Einheitsgefühl, meine ich. Man kann das nicht per Dekret erwirken.

    Ich finde diesen Begriff auch etwas seltsam, wenn ich so drüber nachdenke - wo in der Natur, oder im übertragenen Sinne, wächst tatsächlich etwas zusammen?



    45 Jahre diverse Geschichte, unterschiedliche Sozialisation ja, aber das verwischt sich doch mit den neuen Generationen. Den statischen Block des Ostens gibt es schon lang nicht mehr. Wo immer noch gefremdelt wird, bleibt das wahrscheinlich so, wird aber irgendwann aussterben.
    Ja, das darf man wohl hoffen.

    Vielleicht kann man das fördern, aber man kann es auch nicht verlangen.

    Andererseits betonen manche auch ihre Identität als Ost- oder Westdeutsche, in Unterscheidung vom jeweils anderen Teil.
    Think before you print.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Es wächst zusammen, was zusammen gehört.
    Das war ein Satz von Willy Brandt, den er zu Journalisten gesagt haben soll, kurz nach dem Mauerfall vom 9. November 1989.
    Und wie das so mit geflügelten Worten ist, die verselbstständigen sich irgendwann.
    Bei aller Problemen und Problemchen, ich war damals für eine Wende und nicht so begeistert von einem Beitritt zur Bundesrepublik, im Nachhinein, war es dennoch gut. Ich seh die "friedliche Revolution" immer noch etwas anders als andere, aber das bleibt meine persönliche Sichtweise.
    Ein wenig hat bellefleur mit ihrer Frage, warum die Bürgerbewegung so wenig Stimmen bei der Wahl erhielt, daran gerührt.
    Die meisten Bürgerrechtler wollten eine andere DDR, nicht den Beitritt zur BRD im Schweinsgalopp. Das ganze hat sich dann mit den Massenfluchten über Ungarn, der Besetzung der deutschen Botschaft in Prag in eine andere Richtung gedreht, die nicht mehr aufzuhalten war. Ob Genscher geahnt
    hat, was er da beschleunigt hat?
    Ich denke schon, es war eine große historische Chance und jeder Politiker hätte die ergriffen, wenn sie vor ihm gelegen hätte.
    Für mich hat sich das Leben damals auf den Kopf gestellt, keine schöne Zeit, aber ich habe versucht wieder auf die Füße zu kommen und meinen Weg zu gehn. Und der geht vorwärts und nicht zurück, wenn es auch manchmal sehr anstrengend ist.
    Aber das geht vielen Menschen auf der Welt so, es ist nur wichtig, das man dabei menschlich bleibt.
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.

    20 Jahre Bricom - krieg ich jetzt ein Eis?

  4. Moderation

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von jofi2 Beitrag anzeigen
    So habe ich Koexistenz nicht gemeint.
    Ich meinte einfach normales Zusammenleben, wie es auch mit Menschen aus anderen Orten in Deutschland oder aus anderen europäischen Ländern abläuft.
    Okay, das sollte möglich sein und ist es teilweise schon. So viele Ostdeutsche sind dauerhaft im Westen; nicht so viele sind aus dem Westen in den Osten gezogen. Irgendwann wird das so normal sein wie Hamburger, die nach Bayern gehen und umgekehrt. Mit Normalität meine ich, dass es die Ressentiments aussterben. Ostdeutsche, die sich ständig benachteiligt fühlen, Westdeutsche, die in den Ost-Menschen die "armen und ständig nörgelnden Verwandten" sehen.

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen
    Dann hat da irgendwas nicht so gut funktioniert...?
    Wie denn auch? Der Osten ist regelrecht gegen die westliche Einstellung, Lebens- und Staatsform aufgehetzt worden. Es braucht Generationen, bis sich eine derartige "Erziehung" legt.

    Nein, aber das "zusammenwachsen" ist genau genommen doch auch ein Konstrukt.

    Es gibt auch kein zementiertes Einheitsgefühl, meine ich. Man kann das nicht per Dekret erwirken.
    Absolut nicht. Diese Art von Bevormundung wäre ein Witz und ließe sich zum Glück nicht durchsetzen.

    - wo in der Natur, oder im übertragenen Sinne, wächst tatsächlich etwas zusammen?
    Überall. Das kannst du schon im Garten beobachten. Oder im Wald, wenn eine Schneise geschlagen wird. Die Natur schließt solche Wunden, so schnell sie kann und versucht, das alte Öko- und Lebenssystem wieder herzustellen.

    Der Mauerbau und die gewaltsame Trennung der beiden deutschen Staaten war doch von den meisten Leuten nicht gewollt. Ich hab ne Menge Dokumentationen darüber gesehen, auch über den Schmerz der Menschen, die sich nicht mehr sehen und besuchen konnten. Besonders in den Grenzgebieten mit jahrhundertealten Verwandtschafts- und sonstigen Beziehungen war das ein traumatisches Erlebnis.

    Vielleicht kann man das fördern, aber man kann es auch nicht verlangen.
    Ökonomisch wohl, den Rest müssen die Leute, die das wollen, schon selber richten, finde ich.

    Andererseits betonen manche auch ihre Identität als Ost- oder Westdeutsche, in Unterscheidung vom jeweils anderen Teil.
    Wie lange noch? Die Identitäten fließen doch langsam ineinander. Gibt es noch DIE Niedersachsen oder DIE Hessen. Alle leben überall, wo sie Jobs oder bezahlbaren Lebensraum finden. In ländlichen Gebieten mag's noch anders aussehen. Aber auch da besteht viel Zuzug von überall her. Deutsch sein, aus dem Süden oder Norden oder Mitte, aus dem Osten oder Westen wird in nicht allzuferner Zeit mal völlig bedeutungslos sein.
    *
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    'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit


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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    .
    Geändert von Sprachlos (13.10.2021 um 23:40 Uhr)
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von jofi2 Beitrag anzeigen
    Die Freude beim Fall der Mauer habe ich total geteilt.
    Es war ein Grund zum Jubeln, dass die Menschen der DDR nun nicht mehr innerhalb der Ostblockgrenzen eingesperrt waren.

    Für mich war auch klar, dass der Osten wirtschaftliche Unterstützung brauchte und dass die aus der BRD kommen musste.
    Aber die Wiedervereinigung hielt und halte ich für keine gute Idee - wenngleich sie wegen der Staatsangehörigkeitsregelung wahrscheinlich unvermeidlich war.
    Die Zweistaatenregelung wäre nur möglich gewesen, wenn die Bewohner der DDR sich mehrheitlich dafür entschieden hätten.

    Haben sie aber nicht.
    also mir sind deine Gedanken völlig fremd.
    Die Wiedervereinigung habe ich selber sehr problembehaftet gesehen. Das lag dann aber wohl wirklich an meinem West-Berliner Wohnsitz. Ich wohnte ja damals direkt am Übergang Heinrich-Heine-Strasse.

    So makaber es klingen mag, aber die Mauer und unsere Berliner Stuation als solches war ja auch eine Art Schutz. Hier kam so schnell keiner rein und raus. Auf einmal waren wir buchstäblich mittendrin. An der Mauer entlang hatte sich ne eigenene Kultur verselbständigt, das war so ne Art Niemandsland.

    Trotzdem kam ja nix Anderes als Wiedervereinigung in Betracht.
    Wenn das gewählt worden wäre, hätte die damalige DDR zwar Unterstützung erhalten, aber sie hätte sich eben auch mehr selbst finanzieren müssen.
    Dazu allein waren die schon zu ausgeblutet, wirtschaftlich und wohl auch menschlich.

    Vor allem, wer hätte denn die Renten bezahlt, die Kassen in der DDR waren leer.

    Es hätte ja nun nicht so weiter geführt werden wie davor - mit Grenze und "Eintritt" zahlen.

    Ich halte es übrigens für typisch deutsch, dass hier was bemängelt wird für das wir im Ausland bewundert werden. Nämlich die friedliche Revolution.

    Es hätte auch ganz, ganz anders ausgehen können, dessen war ich mir bewusst.
    Schon allein die sofortige Grenzöffnung war ja nur einem Versprecher geschuldet.

    Mit was ich übrigens in der Schule traktiert wurde war: Aufstand vom 17. Juni
    Selbst noch zu junge gewesen um das real erlebt zu haben, so war es doch in meinem Kopf fest verankert.

    Ehrlich gesagt, gerade zur Grenzöffnung war das ein Gedanke, den ich aber für mich behielt.
    Damals ging es eben nicht so gut aus.

    PS: was für mich immer noch ein Fassungslos-Thema ist: Rückübertragung.
    Das hätte man mal sein lassen sollen, das hat zu Recht viel, viel böses Blut gebracht.
    Geändert von Daliah- (14.10.2021 um 07:10 Uhr)
    Mode kann man kaufen.
    Stil muss man haben.

    Edna Woolmanchase
    Chefredakteurin, Vogue, 1914 - 1952

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Das, was dann eingetreten ist, war 20 Jahre lang völlig außerhalb meines Vorstellungsvermögens gewesen.
    Das kann ich voll und ganz nachvollziehen.

    Es mag so gewesen sein, dass viele Menschen in der DDR auf die Wiedervereinigung gehofft haben. Die Perspektive im Westen war aber eine völlig andere. Politisch war es üblich die DDR als Ausland zu betrachten und die Wiedervereinigung als alten Zopf unverbesserlicher Revanchisten.
    Das wurde zwar in der CDU nicht laut gesagt, aber auch in der JU, der SU und im Arbeitnehmerflügel der CDU hatte man sich mit den Ostverträgen und der Politik der SPD längst ausgesöhnt. Ständige Vertretungen statt Botschaften und die Leserschaft der BILD hielt die Mehrheit für altbackenes Nicht-wahr-haben-wollen alter Männer.

    Für mich war die DDR Ausland und auch die sieben Mitbewohner unserer Studenten-WG sahen das so. Menschenrechtsverletzungen in der DDR wurden im Kontext des Ostblock gesehen - nicht deutsch-deutsch.

    Der Grundlagenvertrag von 1972/73 kam einer völkerrechtlichen Anerkennung der DDR faktisch gleich. Zwar stimmte die Union im Bundestag dagegen und lehnte ihn im Bundesrat ab, verzichtete aber darauf ihn an den Vermittlungsausschuss zu überweisen, was ihn trotzdem in Kraft treten ließ. Und das BVerfG bestätigte schließlich seine Zulässigkeit.

    - In Artikel 1 wird die Entwicklung gutnachbarlicher Beziehungen auf gleichberechtigter Basis vereinbart.

    - In Artikel 3 verpflichten sie sich, bei der Beilegung von Streitigkeiten auf Gewalt zu verzichten und die gegenseitigen Grenzen zu achten. Die "Unverletzlichkeit der Grenzen" schließt eine Grenzänderung in beidseitigem Einvernehmen jedoch nicht aus.

    - In Artikel 4 wird bestimmt, dass keiner der beiden Staaten den anderen international vertreten kann.

    - In Artikel 6 vereinbaren die beiden Staaten, dass die Hoheitsgewalt sich auf das eigene Staatsgebiet beschränkt und sie gegenseitig die Selbständigkeit und Unabhängigkeit in inneren und äußeren Angelegenheiten respektieren.

    1987 schließlich empfängt ein CDU-Kanzler Herrn Honecker zum offiziellen Staatsbesuch und lässt die DDR-Nationalhymne spielen.

    Im Juni 1988 zog die SPD in Umfragen erstmals seit 1973 an der CDU vorbei. Kohls Popularitätswerte rauschten nachfolgend immer weiter in den Keller. Hätte die DDR noch ein paar Jahre überlebt, wäre ihr eine vollständige Anerkennung zu Teil geworden, ohne mehr als symbolischen Widerstand der CDU.

    Die sogenannte Wiedervereinigung war für mich ein Worst Case Szenario. Die Regierung Kohl war zu diesem Zeitpunkt verbraucht und hatte bereits einen gewaltigen Reformstau verursacht. Alle Meinungsforscher sagten einen sicheren Wahlsieg für die Regierung LaFontaine/Fischer voraus.
    Kohl hatte erst 400 Milliarden der 1 Billion Euro Schulden gemacht, die er der BRD hinterlassen hat. Die Zerschlagung der Sozialstrukturen war noch nicht abgeschlossen.
    Und dann kam dieser Irrsinn - Großdeutschland mit Berlin als Hauptstadt.

    Aber es war halt so, dass die Bürger der DDR ihre Volkskammer gewählt haben, die die Vereinigung vollzogen hat. Bei einer Wahlbeteiligung von 94% kam es zu folgendem Ergebnis:

    Allianz für Deutschland
    CDU : 40,8
    DSU: 6,3
    DA: 0,9
    (Alle 3 Von Mitarbeitern des MFS geleitet, und später entsorgt)

    So what? Die Mehrheit der DDR-Bürger hat gewollt, was dann geschah, obwohl man ihnen im Wahlkampf genau erklärt hatte, was die Folgen sein werden
    "Im Auslegen seid frisch und munter! Legt ihr’s nicht aus, so legt was unter"

    © Goethe / Faust

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Ich lese hier nur noch verwundert und leicht schulterzuckend mit.
    Meine beiden Wessi-Kurfreunde stammen auch aus Westberlin und vielleicht ist das auch einfach nochmal eine andere Mentalität.
    Im Grunde waren sie ja auch irgendwie eingesperrt.
    Was muss das für ein Gefühl gewesen sein, eines morgens aufzuwachen und da steht plötzlich diese Mauer?
    Und nein, es ist kein Streich aus "Verstehen Sie Spaß?", die bleibt und man wächst damit auf/muss damit weiterleben.
    Ich glaube, die Berliner können einige Dinge dadurch am besten verstehen, vorallem wenn es mal nicht nur um Zahlen, Fakten und ums Recht haben geht.
    Auch ein Hamster-Rad sieht von innen wie eine Karriere-Leiter aus.

    Es reicht, was du siehst und empfindest. Das Kind muss keinen Namen haben.
    Zitat von Rezeptfrei September 2014

    LG Milk_

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Daliah, wer hat hier die friedliche Revolution bemängelt?
    Jede Erklärung ist eine Hypothese

    (STOA169)

  10. Moderation

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von chya Beitrag anzeigen
    Die Perspektive im Westen war aber eine völlig andere. Politisch war es üblich die DDR als Ausland zu betrachten und die Wiedervereinigung als alten Zopf unverbesserlicher Revanchisten.
    So habe ich das auch erlebt.

    Zitat Zitat von chya Beitrag anzeigen
    Es mag so gewesen sein, dass viele Menschen in der DDR auf die Wiedervereinigung gehofft haben.
    Viele Menschen in der BRD (ja, ich kenne das auch, dass es verpönt war, Westdeutschland auf diese Weise abzukürzen) haben sicher auch darauf gehofft. Ich frage mich aber (und fragte mich das schon damals): Wie haben die Menschen sich das denn vorgestellt, wie das vonstatten gehen sollte? Dass der Bundestag irgendwann mehrheitlich (bzw. mit 2/3-Mehrheit, wegen der erforderlichen Verfassungsänderungen) entscheiden würde: Ach nee, freie Marktwirtschaft, Westbindung, NATO, woll'n wa alles nicht mehr, der reale Sozialismus ist doch auch was Schönes, wir führen den jetzt ein und schließen uns mit der DDR zu einem Staat zusammen. Oder dass die Volkskammer der DDR beschließen würde, sich von Moskau/ dem Warschauer Pat loszusagen und den Kapitalismus einzuführen, um ... s.o.

    Hat es denn irgendjemand von euch ernsthaft für möglich gehalten, dass eins der beiden Systeme wirtschaftlich und in der Folge auch politisch zusammenbrechen würde?

    Zitat Zitat von Milk_ Beitrag anzeigen
    Ich glaube, die Berliner können einige Dinge dadurch am besten verstehen, vorallem wenn es mal nicht nur um Zahlen, Fakten und ums Recht haben geht.
    Ich denke, es geht hier um unterschiedliche Lebenswelten. Niemand kann etwas für das Land und das Umfeld, in die sie/er hineingeboren wurde, und für die Prägung, die er/sie dadurch erhalten hat. Da hat nicht eine mehr Recht als der/die andere.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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