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  1. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Farangis Beitrag anzeigen
    ..........

    Oder anders gesagt: man kann durchaus Entscheidungen treffen und dann feststellen, dass die Entscheidung falsch war und dass man, wenn man gewusst hätte, dass … man sich anders entschieden hätte.
    ..... hat man aber nicht gewusst, bzw. wollte man z.T. auch nicht wirklich wissen (es gab ja durchaus Menschen, die im Westen vor den immensen Kosten gewarnt hatten und im Osten waren diejenigen, die die DDR von Grund auf reformieren wollten, auch nicht plötzlich alle gänzlich anderer Meinung.)

    oT: Ich verstehe generell nicht, wie man Entscheidungen im Nachgang für falsch erklären kann : entscheiden kann man immer nur aufgrund eigener aktueller Kenntnisse und die sind halt nicht zu messen an irgendwelchen zukünftig eventuell hinzukommenden Informationen oder persönlichen Entwicklungen.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Es gibt etwas das ich bis heute nicht verstehe

    Warum wurden eigentlich bei der Bundestagswahl 1990 in der ehemaligen DDR die Bürgerrechtsparteien, die aus den Bürgerbewegungen in der DDR entstanden sind, nicht gewählt?

    Vielleicht kann mir das jemand erklären.

  3. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Bellefleur Beitrag anzeigen
    Es gibt etwas das ich bis heute nicht verstehe

    Warum wurden eigentlich bei der Bundestagswahl 1990 in der ehemaligen DDR die Bürgerrechtsparteien, die aus den Bürgerbewegungen in der DDR entstanden sind, nicht gewählt?

    Vielleicht kann mir das jemand erklären.
    Tja, da hatte der Mohr seine Schuldigkeit getan und konnte gehen - nehm ich mal an.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    hmmm

    Ich habe das damals wirklich nicht verstanden.

    Ich frage mich oft ob manches vielleicht nicht ganz so schlimm gekommen wäre wenn damals die Bürgerrechtparteien 8-12% erreicht hätten und damit auch in den Bundestag gekommen wären. Dann wäre es vielleicht für Kohl, die CDU und Konsorten nicht so einfach gewesen die ehemalige DDR und ihre Bürger dem Kapitalismus zum Fraß hinzuwerfen.

    Auch hätte daraus langfristig eine Partei entstehen können, die die Interessen der Ostbürger vertritt - mit Menschen aus dem Osten - ohne den Hauch einer SED Nachfolgepartei wie bei den Linken.
    Doch die Bürgerrechtsparteien wurden bei dieser Wahl ja schon fast abgestraft.

    Für mich ist das ein Knackpunkt in meinem Verständnis

  5. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Das hier beantwortet deine Frage recht gut, @bellefleure:


    Zu diesen Wahlen, ihrer Vorbereitung und dem Zustand des gesellschaftlichen Umfelds, in dem sie stattfanden, gab es auch kritische Stimmen. Der Schriftsteller Michael Schneider kritisierte die in seinen Augen massive Einmischung der Bundespolitik in den DDR-Wahlkampf unter anderem so:

    „Insgesamt wurden rund 40 Millionen DM für den parteipolitischen Werbefeldzug in der DDR verausgabt, davon ein beträchtlicher Teil aus Steuermitteln der Bundesbürger. (…) 100.000 Schallplatten und Kassetten mit drei Reden Helmut Kohls (…) wurden teils im Einzelversand nach drüben geschickt, teils bei Kohls Wahlkampfauftritten direkt unter seine Leipziger und Erfurter Fans verteilt. (…) In Erfurt beispielsweise haben hessische CDUler, die mit acht Omnibussen angekarrt wurden, in einer einzigen Nacht 80.000 Plakate geklebt. (…) Die Bundesdeutschen (entdeckten) in der ihnen plötzlich zugänglich gewordenen DDR ein Terrain, auf dem sich ein Stück versäumter Kolonialgeschichte nachholen lässt (…).“[7]
    Der Bürgerrechtler Jens Reich, einer der Begründer des Neuen Forums, kommentierte 2009 die Frage der Entwicklung der Demokratie in der DDR so:

    „Das Bonner Nilpferd ist in einer Massivität gekommen, dass man einfach hilflos war. Im Wahlkampf ist einfach der gesamte Apparatismus des Westens in den Osten gebracht worden. Dem hatten wir nichts entgegenzusetzen. Das waren in die DDR exportierte Westwahlen.“[8]


    Genauso habe ich es auch in Erinnerung. Die Bürgerrechtsbewegungen an den Runden Tischen wurden überrannt und von den Werbetrommeln Helmut Kohls übertönt.
    Geändert von Inaktiver User (12.10.2021 um 03:12 Uhr)

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    In dem Wikipedia Link steht auch, dass die SPD gut aufgestellt war und lange als Favorit galt.

    Mag sein dass von der CDU massiv die Werbetrommel gerührt wurde, der Hauptpunkt war aber doch, dass das, was die Allianz versprach, attraktiv(er) war für die Wähler.

    Die Wahlbeteiligung betrug 93,4%. Kein Zeichen, dass sich die Menschen nicht auseinander setzten, oder weitgehend darauf verzichteten, ihren Willen zu bekunden.

    Ich selbst fände es demütigender, mich lediglich als überrannt zu verstehen und weniger als jemand, der das gewählt hat, was er haben wollte: den Zusammenschluss mit der Aussicht auf "Features" die für die damalige BRD standen.

    Wenn ich an die Bilder vom 9. November denke: von welcher Seite wurde die Mauer eingedrückt?

    Man kann doch jetzt nicht so tun als wäre das alles nur ein kolonialistischer Akt gewesen.

    Obwohl: doch, man kann. Und nimmt den Menschen damit die Verantwortung.

    Damit geht - für mich - die Würdigung für die damalige Entscheidung der Menschen verloren.
    Think before you print.

  7. VIP

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Mich würde auch interessieren, wer sich gegen die Dinge aus der DDR gestellt hat, die funktioniert haben und warum die BRD diese nicht übernommen hat.
    Spontan fallen mir ein: die flächendeckende Kinderbetreuung. Die Polikliniken. Das Recyclingsystem.

    Oder fallen euch spontan Dinge ein, die die BRD aus der DDR übernommen hat, außer das Sandmännchen und dann und wann das Ampelmännchen?

    Vielleicht würde es dann nicht wie eine „Übernahme“ wirken.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    na ja, ich würde mal sagen - so ein generell verändertes Verständnis vom Leben als Mann und Frau schon.

    Da ist schon was in den Westen rüber geschwappt.
    So ganz Zufall kann es ja nicht sein, dass wir dann relativ zügig eine Kanzlerin hatten, und was für eine, und soo lange.

    Ich habe sie nie gewählt, aber sehr geschätzt, wie keine Andere.
    Und ich vermisse sie auch nicht.

    Sie hat ihren Job getan, und nun kommt was Anderes.

    Sie war und ist für mich wie ein geschliffener Diamant.
    Gerade durch ihre Erfahrungen - und ihr spezielles Elternhaus konnte sie so werden.

    In ihrem Heimat-Wahlkreis oder im Osten überhaupt galt sie aber als Verräterin, schwappte so mal zu mir rüber....
    Mode kann man kaufen.
    Stil muss man haben.

    Edna Woolmanchase
    Chefredakteurin, Vogue, 1914 - 1952

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Mich würde auch interessieren, wer sich gegen die Dinge aus der DDR gestellt hat, die funktioniert haben und warum die BRD diese nicht übernommen hat.
    Spontan fallen mir ein: die flächendeckende Kinderbetreuung. Die Polikliniken. Das Recyclingsystem.

    Oder fallen euch spontan Dinge ein, die die BRD aus der DDR übernommen hat, außer das Sandmännchen und dann und wann das Ampelmännchen?

    Vielleicht würde es dann nicht wie eine „Übernahme“ wirken.
    Ich hatte schon den Eindruck dass bei der Durchsetzung einer früheren Kinderbetreuung mit Anspruch darauf auch die Erfahrungen aus der DDR eine Rolle spielten.
    Da dies danach lediglich durch Gesetze, aber nicht staatlich organisiert war, mit langsamer Durchsetzung.
    Schwer zu sagen, ob es trotzdem so gekommen wäre - ich denke, eher nicht, oder noch langsamer.
    Think before you print.

  10. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen

    Mag sein dass von der CDU massiv die Werbetrommel gerührt wurde, der Hauptpunkt war aber doch, dass das, was die Allianz versprach, attraktiv(er) war für die Wähler.

    Die Wahlbeteiligung betrug 93,4%. Kein Zeichen, dass sich die Menschen nicht auseinander setzten, oder weitgehend darauf verzichteten, ihren Willen zu bekunden.
    Die „Allianz für Deutschland“ erhielt 48%. Ist nach Adam Riese halt nicht die Mehrheit der Ostdeutschen - aber die bestimmten halt.

    Ich selbst fände es demütigender, mich lediglich als überrannt zu verstehen und weniger als jemand, der das gewählt hat, was er haben wollte: den Zusammenschluss mit der Aussicht auf "Features" die für die damalige BRD standen.
    Mich würde mal eine repräsentative Umfrage interessieren, wer sich denn tatsächlich noch abgehängt fühlt und was der/die damals gewählt hat. Ich vermute nämlich, dass ein nicht zu geringer Teil der anderen 52% positiv überrascht wurden, während die, die den Versprechungen Kohls glaubten, sich enttäuscht verraten und verkauft fühlen könnten…

    Und - „man“ oder „die Ostdeutschen“ gibt’s eh nicht.

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