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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Das Gefühl von vielen Leuten, man 'dürfe' nicht mehr sagen, was man denkt, hat aus meiner Sicht ganz entscheidend mit einem Umstand zu tun:

    Die massive Nutzung der sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram, usw.) in den letzten 10 Jahren hat das Thema 'Meinungsfreiheit' auf eine ganz neue und andere Ebene gehoben.
    In dem Moment, wo man sich im Netz (politisch) äußert und dies dann auch zehntausendfach gelesen werden kann, in dem Moment eröffnet sich auch zehntausendfach die Möglichkeit, Widerspruch zu erhalten, und das auch noch unimttelbar und sofort - genau letzteres jedoch sind die Menschen noch gar nicht richtig gewöhnt.
    Das lässt die Menschen glauben, man 'dürfe' so manches nicht mehr sagen.
    Im Grunde genommen hat sich jedoch nichts verändert, doch im Unterschied zu früher ohne soziale Medien, blies einem der Sturm des Widerspruchs zur eigenen Meinung nicht sogleich ins Gesicht - dennoch war dieser 'Sturm des Widerspruchs' immer potenziell vorhanden, man hat es nur nicht gemerkt.
    Mir ging das Internet auch durch den Kopf, von daher .... da schreibste was.

    Ich kenne politische Diskussionen noch aus der eigenen Familie. Wenn ich nur an die denke, wo mein Vater als Beamter vom Schwager (freie Wirtschaft, Bekleidungsindustrie, Weber gelernt) in die Zange genommen wurde. Mein Vater hatte eine Engelsgeduld, mein Schwager nicht; es endete seinerseits in Beleidigungen und persönlichen Angriffen. Seinen "Neid" konnte er nicht mehr argumentativ im Zaum halten.

    Und so geht es im Internet mitunter öffentlich zu.

  2. VIP

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von -franzi- Beitrag anzeigen
    Das war auch mein Gedanke, den ich nicht zu schreiben wagte, weil ich sofort einen bashing Verdacht erwartete. aber das ist genau das Problem: Firmen, die sich dort ansiedeln wollen, brauchen entsprechendes Fachpersonal. Ist es vorhanden? Wenn ja: toll. Wenn nein: wird rekrutiert, und im Zweifelsfall kommen wieder Leute aus dem Westen, um die Firma ans Laufen zu bringen – wie damals vor 30 Jahren.
    Tesla hat in relativ kurzer Zeit eine Fabrik hochgezogen und die Tage Einweihung gefeiert. In Grünheide Brandenburg. Dort entsteht auch quasi ein neuer Ort (TV Doku vor längerer Zeit), nicht alle sind glücklich mit dieser Fabrik (Umweltschutz) und es soll noch eine weitere Fabrik für die Autobatterien gebaut werden.

    Im März suchte Tesla noch Personal und aktuell laut den Stellenbörsen im Internet auch.

    Fachpersonal muss ja nicht von „vor Ort“ kommen, sondern kann auch zuziehen. Aus ganz Deutschland.

    Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Chambord
    Deine Idee „rein in die Brennpunkte“, Ausstiegsprogramme… gut und recht.
    Ich erwarte da nicht von null auf 100 die Quadratur des Kreises, aber wenigstens einen lang angelegten Plan und einfach anfangen, machen und nicht die Hände in den Schoß legen und laufen lassen, bis vielleicht gefühlt alle paar Monate eine Person kommt und sagt: Ich habe fertig mit denen. Holt mich hier raus.

    Mir ist bewusst, dass das Geld kostet und ich bedaure auch jede Schließung von Treffpunkten jedweder Art und Güte in Brennpunkten, weil angeblich .... zu teuer.

    Könnt ihr mich Sozial-Romantikerin nennen, aber gerade in diesen Treffpunkten mit geschultem Personal werden Jugendliche vielleicht davor bewahrt, irgendeinem Schwadroneur rechtsextremen Gedankengutes zu "glauben" und schlimmstenfalls zu "folgen".

  4. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von -franzi- Beitrag anzeigen
    Das war auch mein Gedanke, den ich nicht zu schreiben wagte, weil ich sofort einen bashing Verdacht erwartete. aber das ist genau das Problem: Firmen, die sich dort ansiedeln wollen, brauchen entsprechendes Fachpersonal. Ist es vorhanden? Wenn ja: toll. Wenn nein: wird rekrutiert, und im Zweifelsfall kommen wieder Leute aus dem Westen, um die Firma ans Laufen zu bringen – wie damals vor 30 Jahren.
    Doch, muss geschrieben werden, finde ich
    Ich kenne aus eigenem Miterleben die Probleme, die entstehen, wenn z.B. der Tagebau zurückgefahren wird mitsamt dem Dörfersterben bzw. ihrer Umwandlung in reine "Schlafdörfer".
    Nur gibt es hier im Bundesland größere Ausweichmöglichkeiten jobtechnisch, die Leute haben im Umkreis eine größere Bandbreite an Firmen, auf die sie sich evtl verteilen können .

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von -franzi- Beitrag anzeigen
    Das war auch mein Gedanke, den ich nicht zu schreiben wagte, weil ich sofort einen bashing Verdacht erwartete. aber das ist genau das Problem: Firmen, die sich dort ansiedeln wollen, brauchen entsprechendes Fachpersonal. Ist es vorhanden? Wenn ja: toll. Wenn nein: wird rekrutiert, und im Zweifelsfall kommen wieder Leute aus dem Westen, um die Firma ans Laufen zu bringen – wie damals vor 30 Jahren.
    Man kann in der freien Marktwirtschaft doch sowieso keinem Investor vorschreiben, wo er hinzugehen hat oder?
    Da gibt's dann eben staatlich oder von den Bundesländern ausgegebene Anreize.
    In Arnstadt gab's große Solarbuden, Bosch, Maasdar , Solarworld, hunderte geschulte Mitarbeiter. 2011 kam die Solarkrise (hei wie denn das?) und zig Mitarbeiter verloren erneut ihre Jobs. Die meisten von denen arbeiten in Zeitarbeitsfirmen, heute hier, morgen da. Nicht hochqualifiziert, aber ziemlich flexibel. Also Fußvolk ist hier nicht schwer zu kriegen und wenn man eine Firma gründen oder ansiedeln will, da gibts in Thüringen tatsächlich ne staatliche Stelle, die Ingenieurpersonal sucht. Und wenn ich ne große Firma gründen will, suche ich mir vorher schon Leute, die oben mitziehen.
    Ist dann halt die Frage, wer von denen zieht aus den westlichen in die östlichen Bundesländer, wenn man im Osten keinen findet?
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.

    20 Jahre Bricom - krieg ich jetzt ein Eis?

  6. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Ich erwarte da nicht von null auf 100 die Quadratur des Kreises, aber wenigstens einen lang angelegten Plan und einfach anfangen, machen und nicht die Hände in den Schoß legen und laufen lassen, bis vielleicht gefühlt alle paar Monate eine Person kommt und sagt: Ich habe fertig mit denen. Holt mich hier raus.

    Mir ist bewusst, dass das Geld kostet und ich bedaure auch jede Schließung von Treffpunkten jedweder Art und Güte in Brennpunkten, weil angeblich .... zu teuer.

    Könnt ihr mich Sozial-Romantikerin nennen, aber gerade in diesen Treffpunkten mit geschultem Personal werden Jugendliche vielleicht davor bewahrt, irgendeinem Schwadroneur rechtsextremen Gedankengutes zu "glauben" und schlimmstenfalls zu "folgen".
    Schau dir mal die Grafik „Alter und Geschlecht“ genau an:

    Wer wahlt was? Das Wahlverhalten der Sachsen | MDR.DE

    Den weitaus größten Teil der AfD-Wähler stellen mit 39% die 45-59jährigen. Je jünger, desto weniger AfD (immer noch zu viele, aber dennoch!).

    Wie willst du die 50jährigen mit Jugendtreffs und Sozialarbeitern erreichen?

  7. Inaktiver User

    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    T.........

    Fachpersonal muss ja nicht von „vor Ort“ kommen, sondern kann auch zuziehen. Aus ganz Deutschland.

    Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.
    Gespannt bin ich auch, aber nicht sehr optimistisch.

    Aus deinem link:

    Der Grund dafür, dass Tesla sich bei einigen Positionen schwer tut: Es gibt oft nur wenige Fachkräfte, die diese Aufgaben ausfüllen können. Und die, die es gibt, haben bereits einen lukrativen Job und halten die Aussicht, künftig in einem Wald in Brandenburg zu arbeiten, nicht zwingend für attraktiv. Zumal Tesla nicht mehr Geld als die Konkurrenz zahlt. In der deutschen Autoindustrie ist das Rundum-Sorglos-Paket mit Haustarifverträgen und Betriebsrenten der Standard. Elon Musk dagegen gilt als äußerst fordernd gegenüber seinen Spitzenkräften. Der Lohn können große Verantwortung, Boni und lukrative Aktienoptionen sein, man sitzt aber wohl weniger fest auf seinem Managerstuhl als anderswo.

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    Mir ging das Internet auch durch den Kopf, von daher .... da schreibste was.

    Ich kenne politische Diskussionen noch aus der eigenen Familie. Wenn ich nur an die denke, wo mein Vater als Beamter vom Schwager (freie Wirtschaft, Bekleidungsindustrie, Weber gelernt) in die Zange genommen wurde. Mein Vater hatte eine Engelsgeduld, mein Schwager nicht; es endete seinerseits in Beleidigungen und persönlichen Angriffen.
    Ja - wobei dein Vater als auch dein Schwager Widerspruch jeweils nur von EINER Person erlebt haben. Zudem konnten beide im Stillen vom anderen denken, was das doch für ein Blödmann ist, und der müsste sich nur mal mit anderen Leuten unterhalten, die würden dem dann schon erzählen, was Tacheles ist ...
    Nun in Zeiten von Facebook, Instagram usw. machen sozusagen BEIDE (bzw. eben auch alle anderen Leute) die Erfahrung, was passiert, wenn man sich tatsächlich mit sehr vielen Menschen zugleich 'unterhält', bzw. überhaupt erst zugleich unterhalten KANN.
    Kurzum: viele Leute sind aus nachvollziehbaren Gründen noch gar nicht richtig daran gewöhnt, was es konkret bedeutet, wenn man massenhaften Widerspruch zur eigenen Meinung erhält, bzw. wenn dies offenbar wird. Denn DAS es massenhaften Widerspruch zur eigenen Meinung geben kann ... das war eben schon immer so, es wurde nur nicht offenbar.

    Nun kommt in dieser Gemengelage für die ostdeutschen Bundesländer noch ein weiteres Problem hinzu: die ostdeutsche Gesellschaft ist davon geprägt, dass es rund 40 Jahre lang (eigentlich sogar noch länger also schon seit 1933) auch keine gesellschaftlichen Formen der Auseinandersetzung und des Meinungsstreites gab, wie man es seit 1949 im alten Westdeutschland kannte mit den früher üblichen Formen des Meinungsstreites in der Zivilgesellschaft: keine Demonstrationen, keine Leserbriefe an die Zeitungen, keine freien und eigenständigen Gewerkschaften die auch streiken dürfen und können, keine Bürgerinitiativen und NGO's die gegen die Politik opponieren etc. etc.

    Im Grunde genommen muss man sagen: die ostdeutsche Gesellschaft ist fast direkt vom bevormundenden autoritären Staat ohne existierende Meinungsfreiheit direkt und ohne Übergang in die postmoderne Demokratie katapultiert worden, in der über das Internet der Meinungskampf von Millionen Menschen zugleich sozusagen ohne Rücksicht auf Verluste ausgetragen wird. Niemand muss sich wundern, wenn das gewaltige Probleme mit sich bringt, und viele Leute im Osten (aber durchaus auch im Westen) sich erstmal einfinden müssen, wenn Meinungsbildung in der Gesellschaft eben auch ganz wesentlich im Internet passiert.
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie willst du die 50jährigen mit Jugendtreffs und Sozialarbeitern erreichen?
    Ich meinte es in die Zukunft gerichtet, die ja auch nicht außer Acht gelassen werden sollte, zumal, wenn familiäre Strukturen sich obendrein ggf. verfestigt haben (einmal AfD-Wähler, immer AfD-Wähler, was auch für die nachfolgenden Generationen zu gelten hat).

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    AW: Wie wächst zusammen, was zusammen gehört - ein Austausch über Politik u. Gesellsc

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Tesla hat in relativ kurzer Zeit eine Fabrik hochgezogen und die Tage Einweihung gefeiert. In Grünheide Brandenburg. Dort entsteht auch quasi ein neuer Ort (TV Doku vor längerer Zeit), nicht alle sind glücklich mit dieser Fabrik (Umweltschutz) und es soll noch eine weitere Fabrik für die Autobatterien gebaut werden.

    Im März suchte Tesla noch Personal und aktuell laut den Stellenbörsen im Internet auch.

    Fachpersonal muss ja nicht von „vor Ort“ kommen, sondern kann auch zuziehen. Aus ganz Deutschland.

    Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.
    Ich weiß. An Tesla habe ich auch gedacht.

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