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    AW: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik (Outtake)

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen

    Generell haben wir einfach zuwenig Arbeitskräfte, die "nachwachsen". Was der Staat da tun soll - keine Ahnung.

    Wenn jemand lieber in einem "hippen Startup" arbeitet (die übrigens selten subventioniert sind) kann man ihn schlecht zwingen woanders zu arbeiten.
    Danke für Deine Momentaufnahme . Startups finanzieren sich auch mittels crowdfunding fremd.
    Es sollte schon darum gehen den jungen Menschen klar zu machen ,was überhaupt ein funktionierendes System ist und das auch Menschen benötigt werden, das in Zukunft zu erhalten ,was so selbstverständlich nicht wertschätzend bis jetzt als Standard angesehen wurde.
    Das ist keine Kritik sondern eher ein Weckruf.

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    AW: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik (Outtake)

    Zitat Zitat von going_to Beitrag anzeigen

    Vorallendingen wo tummeln sich Arbeitskräfte, die vielleicht tatsächlich gar nicht so dringend gebraucht werden?Die müssten ja irgendwo sein, wir sind ja nicht wenige in Deutschland?
    An wen oder was denkst du da? Ich kann mir nicht vorstellen, was du meinst?
    …ich habe eher den Verdacht, dass heute sehr viele subventioniert in irgendwelchen gehypten Startups hocken oder in Kampagnen arbeiten. Nur das liefert alles kein Brot und Butter auf den Tisch für die Mehrheit.
    Startups werden selten subventioniert. Und wie stellst du dir das vor? Willst du demjenigen, der „irgendwas mit Medien“ studiert, sagen, nee, den Job in der Unternehmenskommunikation kannst du dir abschminken, du deckst jetzt Dächer / kochst im Restaurant?
    Es war vor Corona schwierig aber jetzt ist es völlig aus und ich denke in so einer Situation ist der Staat gefordert mal die Karten offen auf den Tisch zu legen, wo in welchen Bereichen vielleicht zu viele vor sich hin arbeiten und in welchen Bereichen die dringender gebraucht werden
    Wie stellst du dir das vor? Das Ministerium für Arbeit und Soziales schreibt alle Firmen an mit der Bitte, man möge ihnen doch mal mitteilen, welche Mitarbeiter sie zwar beschäftigen, die aber unproduktiv bei ihnen rumsitzen? Oder wie kann ich mir das vorstellen? Ich frage interessiert, nicht falsch verstehen. Und dann, wie geht’s dann weiter?

    Mich würde auch mal interessieren ,ob Ihr das genauso wahrnehmt ,dort wo Ihr lebt?Gibt es da auch überall Gesuche ,schliessen dort Restaurants ,weil sie kein Personal mehr finden und wie sieht es bei Euch in der Verwaltung aus?Fehlen Lehrer und wer fehlt noch?
    Hier wo ich bin, fehlen schon lange, seit Jahren, Mitarbeiter in allen Bereichen. Wirklich in allen. Vor ein paar Jahren wollte ein großer Automobilhersteller in Dingolfing oder Umgebung ein Ersatzteillager bauen, es gab einen Entrüstungssturm in der Bevölkerung, wollten sie nicht. Warum? Sie haben eine Arbeitslosenquote von unter 3%, das ist Vollbeschäftigung. Alle Gewerbetreibenden dort jammern seit Jahren, dass sie nicht genügend Leute kriegen und stellen alles ein, was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Ich bin zwar nicht dort, aber in Oberbayern und hier ist es genauso. Hier kann sich jeder Jobs aussuchen, und überall fehlen Leute. Ich hab hier im Forum schon ganz oft darüber geschrieben. Bei meinem Bäcker hing ein Gesuch für Bäcker-Azubis: 1. Jahr 800 Euro, 2. Jahr 1.600 Euro, drittes Jahr über 2K, wieviel weiß ich nicht mehr.

    Wo langweilen sich die Leute, aber verdienen trotzdem gut, weil diese Branche boomen?
    All das finde ich spannend um ein Bild zu bekommen, was überhaupt Möglichkeiten wären für die Zukunft?
    Wenn die Branche boomt, langweilen sich die Leute seltenst, dann gibt’s eher viel zuviel zu tun.

    Aber selbst wenn du Leute findest, die sich langweilen und gut Kohle verdienen, die meisten werden nicht woanders hingehen, keine Motivation dafür.
    Bin gerade beim Kochen.
    Im Rezept steht: „Gemüse putzen und würfeln.“
    Hab jetzt Gemüse geputzt und eine 4 gewürfelt.
    Und jetzt?

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    AW: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik (Outtake)

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    ...
    Aber selbst wenn du Leute findest, die sich langweilen und gut Kohle verdienen, die meisten werden nicht woanders hingehen, keine Motivation dafür.
    Wo wäre das denn? *kopfkratz*
    Ich glaube ich weiß, worauf going_to hinaus will, aber wie fängt man das an?
    Die Handwerkskammern fahren seit Jahren zig Initiativen und Kampagnen, um Lehrlinge zu finden und wenn sie dann welche haben, bleiben die oft nicht im Job, wenn das Herz nicht dafür schlägt.
    Wohin geht die Reise überhaupt, welche Berufe werden gefragt sein in der Zukunft? Wie lange kann man in seinem erlerntem Job arbeiten?
    Wie leicht oder schwer wird es einem gemacht zu wechseln, sich weiterzubilden?
    Warum ist ein Beruf wie Physiotherapeut zwar ein Ausbildungsberuf, aber man bekommt in der Ausbildung kein Salär, genauso beim Erzieher.
    Macht man das nach Abbruch einer Erstausbildung gibts nicht mal Schülerbafög, dann zahlen die Eltern wieder.
    Warum bekommt man so wenig junge Menschen in die Altenpflege und was wird dann aus denen, wenn sie 60 sind und bis 67 arbeiten müssen?
    Wieviel Jobs wird es in der Industrie noch fest geben, wieviele Jobs laufen irgendwann nur noch auf Abruf?
    Und was sollen Eltern ihren Kindern raten? Mach was, was dir Spaß machen wird oder mach was, was dir zwar nicht liegt, aber Zukunft hat?
    Ich habe meinen Sohn zum Lehramtsstudium geschubst, weil er gut mit Menschen kann... Er unterrichtet nicht, ist artfremd gelandet und macht ihm Spaß.
    Zu DDR-Zeiten musste man nach Abschluß des Studiums dahingehen, wohin man vermittelt wurde, falls man sich nicht selber um einen Job bemüht hatte und man hatte dort, bitte 3 Jahre zu bleiben, bevor man wechseln konnte. Ja, so waren erstmal die "Fachleute" da wo sie hinsollten, aber das war schon Beschneidung der Persönlichkeitsrechte.
    Wie also anders?
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.

    20 Jahre Bricom - krieg ich jetzt ein Eis?

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    AW: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik (Outtake)

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen

    Wie stellst du dir das vor? Das Ministerium für Arbeit und Soziales schreibt alle Firmen an mit der Bitte, man möge ihnen doch mal mitteilen, welche Mitarbeiter sie zwar beschäftigen, die aber unproduktiv bei ihnen rumsitzen? Oder wie kann ich mir das vorstellen? Ich frage interessiert, nicht falsch verstehen. Und dann, wie geht’s dann weiter?

    .
    Du bist genauso komplex in Deinem Beitrag wie das Thema hergibt, deshalb habe ich mir mal nur einen Aspekt herausgepiekt. Danke dafür aber ich bin müde und schaffe nicht mehr zu viele Themen auf einmal ,deshalb beginne ich mit den Basics.
    Natürlich schreibt niemand irgendwen an, sondern findet erstmal Verteilungen heraus.Um das Thema anzugehen ,muss man doch verstehen ,wo zieht es die Jugend hin und wieso?Wo sind die Menschen und ist es tatsächlich sinnvoll 500000 bei dem und dem Arbeitgeber zu haben und niemanden dort oder hier?

    Dazu braucht es Recherchen und Analysen ,um dann eben auch gezielte Informationen weiterzugeben.
    Es gibt schon Leute ,die einen krisenfesten Job suchen und da wäre es doch wunderbar ,wenn da die Info zugänglich wäre , z.B.dass Geigenbauer demnächst ein geschützer Beruf ist ,den noch 10 Menschen in Deutschland überhaupt ausüben und wer das lernt ,hat dann ein wirkliches fast Monopol(entspricht tatsächlich den Realitäten).
    Kein Mensch weiss solche Dinge überhaupt und junge Menschen ,die in die Zukunft starten erst recht nicht. Die orientieren sich an Merkmalen ,die vielleicht wirklich nicht sonderlich sinnvoll sind.
    Influencer ist cool...
    Deshalb fänd ich es wirklich wichtig auch den Bedarf in Deutschland zu ermitteln neben dem ,was den Zustand darstellt.
    Keiner der 18 ist, macht sich Gedanken, ob der Installateur erst in 14 Tagen kommen wird bei einer Rohrverstopfung ,weil es einfach zu wenige gibt.
    Das weiss der nicht und dieses Wissen gilt es zu vermitteln. Dann steigt auch die Wertigkeit einiger Berufe ganz von allein.
    Oh gesundes Brot zu backen ist etwas Besonderes , schon interessiert das ganz anders.
    Junge Menschen sind hier hier im Allinclusive-package aufgewachsen. Die haben keine Ahnung ,was es bedeuten wird , wenn es bestimmte Dinge plötzlich gar nicht mehr geben würde ,weil sie sich nie Gedanken darüber gemacht haben.
    Unsere Politiker ,die es besser wissen sollten, tun es doch auch nicht.

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    AW: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik (Outtake)

    Hillary ,Du hast es verstanden, was da eigentlich auf die nächste Generation zukommen wird bzw. uns Ältere noch genauso betreffen wird. Stichwort Physio,Pflege ,Krankenhaus...aber nicht nur das ,es erstreckt sich auf alles mittlerweile.
    Wir haben jetzt schon ein Desaster, das wird in den nächsten 10 Jahren noch zunehmen.
    Wie schaffen wir das, was wir bis jetzt hatten, mitzunehmen und einigermassen zu erhalten?
    Das war funktionierend und gesellschaftlich gut und wichtig.
    Ein wichtiges Thema ,aber ich bin zu müde dafür heute abend. Ich freue mich aber ,dass es bei manchen jetzt doch angekommen ist.

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    AW: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik (Outtake)

    Das sehe ich anders, ich erlebe die 18jahrigen im Großen und Ganzen auch nicht so.

    Wer Installateur werden will, der weiß das in aller Regel frühzeitig, nicht erst mit 18. Und der weiß dann auch, dass er a. Gute Berufschancen hat und b. Auch der Verdienst nicht so schlecht ist.

    Der Geigenbauer ist, auf die Zukunft gesehen, kein gutes Beispiel.

    Ich habe einige Jahre in der Industrie gearbeitet. Wir benötigten dringendst Bootsbauer - gab's nicht. Also bildeten wir "on the Job" aus - die Leute behielten ihr volles Gehalt, was sie vorher als Maschinen und Anlagenfuhrer hatten und machten die Ausbildung in 2 Jahren. 2016 waren sie fertig. 2019 änderte sich die Politik, der Firmenzweig, der die Bootsbauer brauchte, wurde zwangsweise nach China verkauft - die können das Produkt zu einem Bruchteil des Preises herstellen, in sehr guter, wirklich vergleichbarer Qualität. Da dieses Produkt auch überwiegend im asiatischen Raum verkauft wird - in Deutschland ist der Markt tot - gab es keine vernünftige Perspektive. Über 1000 Leute an unserem Standort, noch soviele in Ostdeutschland mussten gehen. Da standen nun die Bootsbauer, frisch ausgebildet.
    Sie sind alle irgendwo untergekommen - aber größtenteils im Ausland bzw an komplett anderen Gegenden in Deutschland. Das kann es ja nun auch nicht sein.
    Daher : Zukunft hat, was irgendwie mit Menschen zu tun hat. Niemand wird in der Welt rumliegen, um sich die Haare schneiden zu lassen oder ein Hörgerät anpassen zu lassen. Auch, wenn das Gerät schon länger aus Fernost kommt.
    Dieser Beruf heisst auch nicht mehr "Hörgeräteakustiker" sondern Hörakustiker. Lernt unsere Mittlere gerade, zweite Ausbildung nach Krankenpflege mit Abschluß und durch Corona zusammen gefallener Studiengang Pflegewissenschaften.

    Warum nicht mehr Krankenpflege? Weil sie schon in der Ausbildung kaum die ihr zustehenden freien Tage bekam, als frisch examinierte Fachkraft in der Nacht allein auf der Station war - wenn was ist, die Kollegin von der anderen Station holen - und schon nach einem Jahr psychische Probleme bekam. Mit 22. Muß nicht sein. Wer die Kräfte verheizt muß halt sehen wie er klar kommt. Das fällt uns ohnehin bald auf die Füße, völlig unabhängig von der Pandemie.

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    AW: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik (Outtake)

    Sasapi, darf ich dich korrigieren: das sind Schiffbauer, die auf den Schiffbauwerften beschäftigt sind/waren.

    Bootsbauer sind gefragt.
    .
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

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    AW: Arbeitsmarkt und Arbeitsmarktpolitik (Outtake)

    Guten Morgen!
    Sariana, danke, aber es waren tatsächlich Bootsbauer. Ging ja damals um den Umgang mit GFK Kunststoffen.
    Die Schiffsbauer sitzen etwa 1 Stunde weiter westlich im Emsland auf der Meyer Werft :)
    Für die hiesige Gegend gilt, dass es nicht genügend Angebote im sog Tagespendelbereich gab - und es war aufgrund Fahrzeiten, Lebenshaltungskosten und nicht zuletzt der Sprache für die meisten attraktiver, nach Dänemark (da hat ein großes Unternehmen einen ganzen "Schwung aufgekauft". Unternehmenssprache ist Englisch, wie bei meinem früheren Arbeitgeber auch) oder in die Niederlande (Niederländisch haben viele in der Schule gelernt, ist hier eine beliebte zweite Fremdsprache. Ausserdem kommt man mit Ostfriesenplatt dort ganz gut durch) zu gehen als zb nach Süddeutschland.
    Aus beiden Ländern lässt sich ganz gut zum Wochenende pendeln, es gab auch etliche Angebote aus Mecklenburg-Vorpommern. Aber das Lohnniveau ist dort derart niedrig, dass sogar ALGI für die Betroffenen höher gewesen wäre.
    (Auch etwas, was in vielen Fällen zur Arbeitskräfteknappheit beiträgt. Gerade in ostdeutschen Gebieten sind die Löhne und Gehälter einfach extrem niedrig, was ich über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung unmöglich finde. Ich hätte zwar zu den hiesigen Mieten auch gerne Münchner Lohnniveau :), aber das ist schon extrem.)
    Zudem ist die Bezahlung in beiden EU Ländern deutlich besser.

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