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    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Danke ebenso für den link.
    Eines scheint also wohl tatsächlich nicht absehbar gewesen zu sein:
    Der schnelle Kollaps der afghanischen Regierung war nicht vorhersehbar.
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

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    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch wenn dieser Satz gemeint gewesen sein sollte, wird er gerade völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Es wurde behauptet, die Menschen hätten sich aus Todesangst und Panik an die Flugzeuge geklammert und man könne in einer solchen Situation nicht mehr an seine Kinder und ihr Schicksal denken.

    Das bestreite ich. Wenn mir jemand nicht gerade eine Pistole an den Kopf hält, würde ich versuchen, an meine Familie zu denken. Es ist auch nicht so, dass jeder gleich durchdreht. Oft kann man gerade in einer Gefahrensituation noch erstaunlich rational handeln (der Schock kommt später). Wenn Opportunismus das Leben der eigenen Kinder rettet, ist das eine rationalere Überlegung als ein Suizid, zumal die Afghanen die Taliban kennen und vermutlich auch die Schliche, die man anwenden muss, um ihnen nicht zum Opfer zu fallen. Ich kann daran wenig Verurteilenswertes finden. Das machen Menschen in allen Diktaturen so, und wenn es ihnen hilft, ihr Leben und das ihrer Kinder zu schützen, akzeptiere ich das.

    Deswegen halte ich das

    für eine ungerechtfertigte Unterstellung.

    Abgesehen davon konnte die Behauptung, die Leute, die sich ans startende Flugzeug hängten, hätten das aus Verzweiflung getan, nicht verifiziert werden.
    genauso wenig konnte sie falsifiziert werden, und?

    du behauptest weiter oben, hier hätte jemand geschrieben, man könne in so einer situation nicht mehr an seine kinder denken.
    wo steht das?

    das ist blanke, und wie ich persönlich finde, ziemlich ärmliche polemik.



    den usern, die sich hier -ernsthaft beteiligt- sorgen machen um teile der afghanischen bevölkerung, welche nun den taliban auf gedeih und verderb ausgeliefert sind, ging es nur darum, wie man diesen nun hilfreich zur seite stehen könnte.

    und nicht, wie immer wieder insinuiert, menschen eine westliche kultur überstülpen zu wollen, die diese gar nicht möchten.

    würde man die entsprechenden menschen dabei unterstützen, fliehen zu können, würden sich die taliban eines nicht geringen teils ihrer "produktiven intelligenz" berauben. die versuchen jetzt ja schließlich nicht grundlos, genau diese menschen an der flucht zu hindern.
    wenn überhaupt, dann könnte das die machthaber ggf zu einem gewissen einlenken bewegen.

    das was hier als kaltschnäuzigkeit empfunden wird ist die, auch vom privilegierten westen aus betriebene haltung, man könne sich doch mit dem dortigem regime arrangieren, wenn man nur genug kusche.
    damit legitimiert man nämlich knallhart die korrektheit dieses regimes.
    Die Gedanken sind frei....

  3. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    du behauptest weiter oben, hier hätte jemand geschrieben, man könne in so einer situation nicht mehr an seine kinder denken.
    wo steht das?.
    #256

  4. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In so einer Situation "denkt" man nicht.
    Da steht, wenn man in einer Ausnahmesituation, unter Schock usw, ist, funktioniert das Gehirn nicht so, wie du es dir in deiner sicheren Wohnung rational ausmalst.

    Da steht nicht, man könnte nie an seiner Kinder denken. Sondern, dass "denken" in deinem rationalen Sinn, indem man Pros und Contras abwägt, nicht verfügbar ist. Bei einigen kommt der Gedanke/Impuls an Kinder, bei anderen nicht. Aber es ist kein Denkprozess.

    Das Denken steht absichtlich in Anführungszeichen, es geht darum, dass man nicht einfach gemütlich überlegt, wie du es gerade tust.

  5. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da steht, wenn man in einer Ausnahmesituation, unter Schock usw, ist, funktioniert das Gehirn nicht so, wie du es dir in deiner sicheren Wohnung rational ausmalst.
    Unterlass bitte deine Spekulationen. Ich weiß, wie mein Gehirn in Belastungssituationen funktioniert.

    Um im Sinne seiner Kinder zu handeln, braucht man keine Pros und Contras abzuwägen. Man tut es einfach. Der Schock kommt mit Verspätung. Ich nehme an, du hast keine Kinder.

  6. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Unterlass bitte deine Spekulationen. Ich weiß, wie mein Gehirn in Belastungssituationen funktioniert.
    Um im Sinne seiner Kinder zu handeln, braucht man keine Pros und Contras. Man tut es einfach. Der Schock kommt mit Verspätung. Ich nehme an, du hast keine Kinder.
    Ich habe Kinder (und unterlasse bitte deine Spekulationen). Und ich weiß, wie viele Menschen in Schocksituationen funktionieren. Du nicht. Du schließt nämlich von dir auf andere....

    Ich bin auch ein Mensch, der in einer Schocksituation dissoziiert, Gefühle abschaltet und funktioniert. Aber es sind nicht alle so.

  7. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bei einigen kommt der Gedanke/Impuls an Kinder, bei anderen nicht.
    Du hast nämlich das ausgelassen.

  8. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    das ist blanke, und wie ich persönlich finde, ziemlich ärmliche polemik.

    das was hier als kaltschnäuzigkeit empfunden wird ist die, auch vom privilegierten westen aus betriebene haltung, man könne sich doch mit dem dortigem regime arrangieren, wenn man nur genug kusche.
    damit legitimiert man nämlich knallhart die korrektheit dieses regimes.
    Wer vertritt hier diese Haltung?

    Bezüglich meines Posts hatte ich bereits Stellung genommen. ich empfinde es als ausgesprochen ärmlich, dass du das ignorierst.

  9. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du hast nämlich das ausgelassen.
    Dann frag doch mal Grissom, woher sie das hat
    Zitat Zitat von Grissom Beitrag anzeigen
    du behauptest weiter oben, hier hätte jemand geschrieben, man könne in so einer situation nicht mehr an seine kinder denken.
    wo steht das?.

  10. Moderation

    User Info Menu

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Danke ebenso für den link.
    Eines scheint also wohl tatsächlich nicht absehbar gewesen zu sein:
    Der schnelle Kollaps der afghanischen Regierung war nicht vorhersehbar.
    Keine Ahnung. Fachleute oder Menschen, die länger dort zugange waren, hätten es vielleicht schon ahnen können.
    Hier ein Online-Artikel, der beschreibt, wie es mit der afghanischen Regierungsarmee wirklich aussah. Von den vielen Deserteuren wusste ich auch, von anderen Dingen gar nichts:
    Die USA gaben in den vergangenen 20 Jahren rund 83 Milliarden Dollar für den Aufbau und die Ausrüstung der afghanischen Armee aus - in Anlehnung an die eigenen Streitkräfte. In der Praxis bedeutete dies eine hohe Abhängigkeit von Luftunterstützung und eine High-Tech-Ausrüstung etwa für die Kommunikation in einem Land, in dem nur rund 30 Prozent der Bevölkerung überhaupt über eine zuverlässige Stromversorgung verfügt.
    Es konnte also nur höchstens ein Drittel mit all den Verteidigungsmitteln umgehen. Und auch die Zahl der Soldaten war geschönt. Fast die Häfte von den angeblich 300.00 waren Polizisten und schlichte zivile Sicherheitskräfte.
    Eine treffendere Schätzung der Armeestärke liege daher bei 96.000 Kräften, wenn die 8000 Luftwaffen-Angehörigen abgezogen werden, schlussfolgerten die Analysten von West Point. Hinzu kamen massive Beeinträchtigungen durch die vielen Deserteure

    Und zuletzt noch das, was "die Moral der Truppe" natürlich auch nicht stärkt:
    Die Gehälter der afghanischen Soldaten wurden jahrelang vom US-Verteidigungsministerium bezahlt. Doch nach der US-Ankündigung des Abzugs der eigenen Truppen im April ging dies auf die Regierung in Kabul über. Zahlreiche afghanische Soldaten beschwerten sich in den Online-Netzwerken darüber, dass sie seit Monaten keinen Lohn bekommen hätten. Und in vielen Fällen hätten ihre Einheiten auch kein Essen mehr oder sonstige Unterstützung bekommen - nicht einmal Munition. Der rasche US-Truppenabzug gab ihnen den Rest.

    n-tv, Warum die afghanische Armee versagte

    Wer sich den ganzen Artikel durchliest, spricht vielleicht nicht mehr ganz so laut von der Feigheit einer Armee. Nicht zu vergessen, dass auch zehntausende afghanische Soldaten in diesen 20 Jahren gefallen sind.
    *
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