So pauschal würde ich das nicht sagen, der Kriegseinsatz der Alliierten und die Besatzung Deutschlands bedeutete das Ende des 2. Weltkriegs, das war eine Erlösung.
Vielleicht hat man sich zu lange an diesem Beispiel orientiert.
Jetzt gleichen sich die Bilder (Vietnam - Afghanistan) tatsächlich, dafür gibt es viele Gründe.
Entscheidend scheint mir zu sein, wer die Macht hat: Soldaten, Waffen, Verbindungen (die Taliban schnitzen sich ihre Waffen auch nicht selbst) und wie stark das Interesse der aggressiveren Gruppe ist. Das wird eben nicht demokratisch entschieden.
Man kann durchaus sagen, dass die letzten 20 Jahre Engagement am Hindukusch ein Fehler waren, letztlich hat das aber stattgefunden und daraus entsteht auch eine Verantwortung für die Besatzer.
Ist ja nicht nur ein Bastelprojekt, auf das man plötzlich keine Lust mehr hat und dann hinschmeisst..
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17.08.2021, 15:30Inaktiver User
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
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17.08.2021, 15:37
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Deine Sätze erinnern mich an die Aussagen von Peter Scholl-Latour in einem Interview mit NTV im August 2009 :
Diejenigen, die durch Afghanistan gefährdet sind, wenn die Taliban oder eine radikalislamische Regierung in Kabul die Macht ausübt, das sind die Anrainerstaaten der früheren Sowjetunion, wie zum Beispiel Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan. Da könnte der radikale Islam übergreifen, und das wäre dann eine Bedrohung Russlands. Nicht Deutschland wird am Hindukusch verteidigt, Russland wird am Hindukusch verteidigt.Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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17.08.2021, 16:04Inaktiver User
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17.08.2021, 16:11
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17.08.2021, 16:17
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Wenn man bei google eingibt: Peter Scholl-Latour + Interview + Afghanistan ... so bekommt man so einige Interviews mit Peter Scholl-Latour aus dem Zeitraum von ca. 2006-2014 angezeigt.
Wobei Peter Scholl-Latour zum Thema Afghanistan und Besatzung/Krieg im Grunde immer das gleiche sagt, wenn ich das jetzt richtig sehe:
+ der Militär-Einsatz ist (kläglich) gescheitert
+ der Westen wird Afghanistan wohl niemals begreifen
+ die Leute sind da einfach anders
+ jegliche Wahlen sind reines Theater, weil in Wahrheit immer die Warlords bestimmen
+ die Taliban gabs schon immer und wirds immer geben als einflussreiche Kraft
+ die Taliban sind keine homogene Gruppe
+ es bleibt nur noch zu überlegen für den Westen, wie er da wieder heil rauskommt mit seinen Truppen und HelfernEs gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Daniel Kahneman
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17.08.2021, 16:25
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Dazu kommt jetzt auch China.
Denen geht es nicht nur um gute beziehungen zwecks rohstoffabbau. An Chinas grenze zu Afghanistan ist Xinjang, die provinz der unterdrückten muslimischen minderheit der Uiguren. Peking wird die -wohl berechtigte- sorge haben, dass die afghanischen Taliban ihren einfluss dort stärken wollen.nichts ist wie es scheint
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17.08.2021, 16:28Inaktiver User
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Sowohl die USA wie D verhandelten ab 2020 in Doha mit den Taliban.
Geheimverhandlungen: Bundesregierung spricht mit Taliban
Dabei ging es auch um den Schutz der Hilfskräfte vor Ort.
Die monatelangen Gespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung in Doha stocken seit Langem. Die Taliban hatten im Februar 2020 mit der US-Regierung von Donald Trump den Abzug aller US-Truppen bis Ende April 2021 vereinbart. Auf diese Gespräche und Einigung hatte die afghanische Regierung von Präsident Ashraf Ghani keinen Einfluss.
Seitdem haben die Taliban aber wenig Motivation, mit der Regierung zu verhandeln, die ihnen über Neuwahlen eine Machtteilung in Aussicht stellt. Die Taliban hingegen fordern eine Kapitulation der Regierungstruppen und Freilassung gefangener Taliban.
Sind die Deutschen und die Amis reingelegt worden?Geändert von Inaktiver User (17.08.2021 um 16:46 Uhr)
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17.08.2021, 16:30
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Viel mehr gibt es zu dem Land, in dem 90% der Häuser und Infrastruktur zerstört sind und die restlichen 10% nicht im Ansatz unseren Vorstellungen von einem Gebäude entsprechen, zu sagen.
Die Taliban gab es erst nach dem Abzug der Russen. Die entstanden aus den verschiedenen Mudschaheddingruppen während des Bürgerkrieges mit den Russen und haben sich teilweise zusammengeschlossen.
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17.08.2021, 17:01
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Hier ein interessantes Interview mit einem langjährigen Experten
(Heinz Hans war Stabsoffizier im Amtsbereich des Verteidigungsministeriums. Er wurde lange Jahre in Afghanistan und Pakistan in verschiedenen Verwendungen eingesetzt, lebte dort und bereiste diese Länder im Rahmen seiner Aufgaben intensiv. Er ist der Mit-Herausgeber eines "Who is Who in Afghanistan". Im Rahmen der Betreuung afghanischer Zuwanderer durch das DRK (Suchdienst) und durch zahlreiche persönliche Kontakte zu in Afghanistan lebenden Afghanen ist er tagesaktuell über die Entwicklungen in Afghanistan unterrichtet.)
von heute mit Hintergrundinformationen über Afghanistan
"Kollektives Versagen": Afghanistan-Experte nach Desaster im Interview - Politik | Nordbayern
Für "Nordbayern" mal ein Interview mit Substanz, finde ich.
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17.08.2021, 17:24
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Der Artikel ist sehr gut, Raya.
Und Peter Scholl-Latour ebenfalls.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel



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