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    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vielleicht wäre es die intelligenteste Lösung, diesen failed state ganz aufzulösen und die Stammesgebiete jeweils an die Nachbarländer zu verteilen, in denen die anderen Stammesangehörigen leben. Vielleicht würde dann mehr Ruhe einkehren.
    Interessante Idee - könnte gut sein, dass du recht hast, auch wenn es wohl niemals dazu kommen wird.
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
    American Beauty
    Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
    Daniel Kahneman

  2. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Ich denke nach dem Desaster der gescheiterten Natomission sollten wir uns Vorschläge verkneifen.
    Keine Angst, niemand wird unsere Vorschläge hier aufgreifen

  3. Moderation

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    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    @Max, danke für diese Information in #295. Ich habe mich in meinem Unmut undeutlich ausgedrückt. Ich wollte nicht sagen, dass es keine Befürworter der Taliban gibt. Deren Ballung Iändlichen Gegenden erscheint mir auch stimmig.
    Ich habe gerade nochmal die Autobiographie von Malala gelesen (bis kurz nach ihrer Ankunft in Birmingham), und dort wird,das Muster auch so beschrieben:
    Gerade unter der konservativen und weniger gebildeten Landbevölkerung punkten die Taliban, wenigstens im Anfangsstadium, durchaus als "gute Muslime". Sie machen auch entsprechende Versprechungen:
    Uns liegt nur an Eurem Seelenheil, lebt als gute, fromme Muslime, haltet Euch an den Koran, mehr verlangen wir nicht. Dann schaffen wir zusammen das Paradies auf Erden.

    Dergleichen kann ich mir auch nach Jahren der Unsicherheit und unter einer zweifellos sehr unfähigen bzw. selbstsüchtigen Regierung vorstellen, die offenbar wenig bis nichts für die Bevölkerung getan hat. (Da sehen übrigens auch die Mitarbeiter:innen der FES im von mir verlinkten Artikel die Hauptschuld, nicht bei den ausländischen Militärs.)
    Dass man sich da an der Hoffnung festklammert, die Taliban mögen, in jedweder Hinsicht, Frieden geben, wenn das Leben halt streng islamisch geregelt ist, kann ich verstehen. (Bis dann wieder die Enthauptungen und noch barbarischeren Abscheulichkeiten anfangen, weil eine Frau nicht die richtige Burka trägt, oder angeblich! Musik gehört hat, oder ein Mann den Bart 1cm
    zu kurz trägt, und was sonst noch als Ausrede für dieses Terrorregime herhalten muss.)

    Trotzdem kann man doch nicht einfach von außen abnicken, erstens, dass das alle oder die ganz überwiegende Mehrheit so sähen, und zweitens, dass das in irgendeiner Form die grausige Misshandlung, Folter und Tötung von Millionen Andersdenkender rechtfertigen würde.
    Admaro hat das in #325 gut ausgedrückt.

    Es ist ja, auch hier im Strang, relativ unstrittig, dass Ortshelfer:innen jetzt Schutz und Asyl erhalten müssen. Aber auch bei den anderen tatsächlichen und vermeintlichen Widersacherm der Taliban ist es meines Erachtens nicht angesagt, jetzt wegzuschauen, angefangen bei den weiter entfernten Angehörigen der Ortshelfer.
    Geändert von Flau (17.08.2021 um 11:44 Uhr)
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    "Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".
    Maxi Gstettenbauer

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    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Admaro Beitrag anzeigen
    Ja, man kann und darf nicht allen Ländern die eigene Lebensform aufzwingen. Dennoch muss die internationale Gemeinschaft Gräuel gegen die Menschlichkeit ahnden.
    ...
    Man kann den Markt nicht alles regeln lassen. Genauso wenig daran glauben, dass eine Demokratie über all auf der Welt gewünscht ist.
    Weise Sätze, die aus meiner Sicht die Pole beschreiben, zwischen denen sich die (Außen)Politik freiheitlich und demokratisch verfasster Staaten bewegt.
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    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Admaro Beitrag anzeigen

    .....

    Ja, man kann und darf nicht allen Ländern die eigene Lebensform aufzwingen. Dennoch muss die internationale Gemeinschaft Gräuel gegen die Menschlichkeit ahnden. Weiterhin muss jede Regierung sich fragen, ob sie im eigenen Land Firmen agieren lässt, die Geschäfte mittelbar oder unmittelbar mit Gruppen wie die Taliban tätigt.

    Das Ergebnis ist die Flucht genau der Bevölkerung, auf deren Rücken das ganze Treiben ausgetragen wird.

    Den Verdienst einiger Waffenlieferanten tragen wir als Gesellschaft mit unseren Steuergeldern, in dem wir Kriegsflüchtlingen Schutz gewähren (müssen).

    .......
    danke für den tollen beitrag und zustimmung insbesondere zum zitierten teil.

    dem ganzen nun mit der von @flau bereits zutreffend beschriebenen kaltschnäuzigkeit zu begegnen ist einfach nur widerwärtig.
    und aus gründen der menschlichkeit wären "wir" (=westliche welt) selbst dann zur hilfe verpflichtet, wenn wir nicht in der geschilderten weise profitiert hätten.

    ich frage mich ja echt, was passieren muss, damit mal nicht die gleiche substanzlose "merkel & co" sind ja eh voll die loser-leier angestimmt wird und dann noch vollkommen indiskutable leute wie maaßen hofiert.
    keinen plan in der tasche, wie man den zugrundeliegenden konflikten mal sinnvoll begegnen könnte ist das eine, aber den hilflosen opfern: "pech gehabt, was wurdest du auch dort geboren" zu entgegnen, das andere
    Die Gedanken sind frei....

  6. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Doch - und wenn du ernsthaft glaubst das dieser völlig selbstlos war, dann.....
    Völlig selbstlos ist ein Begriff der nicht in die Geschichte gehört.

    Er hat den Deutschen geholfen, und zwar eigentlich unverdient.
    Ich habe mein Leben in dieser Zone verbracht. Ich konnte zur Schule leben, reisen, konnte in Frieden leben.

    Und bin auch keiner Gehirnwäsche unterzogen worden.

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    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Trotzdem kann man doch nicht einfach von außen abnicken, erstens, dass das alle oder die ganz überwiegende Mehrheit so sähen ...
    Die wahrscheinlichste 'Variante' bzgl. der 'Mehrheitsfrage' in Afghanistan ist m.E. diejenige, die praktisch für alle politisch radikalen Bewegungen zutrifft, denen eine Machtübernahme gelingt, und die sodann autoritär und 'staatsterroristisch' regieren:
    es braucht für die Machtübernahme und die anschließende Machterhaltung eine relevante Minderheit in der Bevölkerung, die solch ein Regime unterstützt oder sogar begeisterte Anhänger sind. M.E. sind das zumeist 20 bis 40 Prozent der Bevölkerung. Damit kann dann die Diktatur (vorerst) 'funktionieren'.

    Das eine (deutliche) Mehrheit der Bevölkerung ein (erwartbares) Terrorregime unterstützt, ist aus mehrerlei Gründen nahezu ausgeschlossen. Genau so ist es nahezu ausgeschlossen, dass eine radikale politische Bewegung sich nur auf 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung stützt, und dennoch die politische Macht erobern kann.

    Eine Art Sonderfall ergibt sich dann, wenn eine radikale politische Bewegung von vornherein klar macht, dass sie nach der Errichtung ihres Regimes die Hälfte der Bevölkerung auf Kosten der anderen Hälfte bevorzugen wird, bzw. die eine Hälfte der Bevölkerung unterdrücken wird.
    Genau das ist in Afghanistan der Fall: alle Frauen sollen brutal unterdrückt werden - und alle Männer werden von staatlicher Seite auch noch aufgefordert, daran mitzuwirken.
    Männer werden also so oder so, und ob sie persönlich wollen oder nicht, von staatlicher Seite aus massiv bevorzugt werden. Das ist sozusagen ein 'politischer Köder', der dazu beiträgt, dass insb. Männer stark überdurchschnittlich Befürworter der Taliban sind.
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    Daniel Kahneman

  8. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Trotzdem kann man doch nicht einfach von außen abnicken, erstens, dass das alle oder die ganz überwiegende Mehrheit so sähen, und zweitens, dass das in irgendeiner Form die grausige Misshandlung, Folter und Tötung von Millionen Andersdenkender rechtfertigen würde.
    Wie kommst du auf die Idee, dass das irgend jemand hier macht? Ich habe nichts dergleichen gelesen. Du schon?

    Zitat Zitat von Flau Beitrag anzeigen
    Es ist ja, auch hier im Strang, relativ unstrittig, dass Ortshelfer:innen jetzt Schutz und Asyl erhalten müssen. Aber auch bei den anderen tatsächlichen und vermeintlichen Widersacherm der Taliban ist es meines Erachtens nicht angesagt, jetzt wegzuschauen, angefangen bei den weiter entfernten Angehörigen der Ortshelfer.
    Es ist ziemlich unerheblich, ob wir "wegschauen" oder nicht. Was möchtest du denn machen? Millionen von Afghanen in Europa aufnehmen? Missbilligend gucken?
    Sorry, aber die internationalen Schutztruppen waren jetzt 20 Jahre dort und haben anscheinend nichts bewirkt. Wie sieht deine Lösung aus?

  9. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Zitat Zitat von Admaro Beitrag anzeigen
    Dennoch muss die internationale Gemeinschaft Gräuel gegen die Menschlichkeit ahnden. Weiterhin muss jede Regierung sich fragen, ob sie im eigenen Land Firmen agieren lässt, die Geschäfte mittelbar oder unmittelbar mit Gruppen wie die Taliban tätigt.
    Dem ersten Satz stimme ich zu, beim zweiten frage ich mich, was genau du damit meinst. Welche Geschäfte? Du hast weiter vorne sicher gelesen, womit sich die Taliban finanzieren: Drogengeschäfte, Menschenhandel, externe Spenden von Sympathisanten. Also hauptsächlich kriminelle Geschäfte.
    Was bitte sollen westliche Regierungen dagegen machen?

  10. Inaktiver User

    AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein

    Die TV-Korrespondentin Kristin Schwietzer gestern in den ARD-Tagesthemen:

    "Wir haben geglaubt, dass die Afghanen genau so leben wollen wie wir, wie der Westen. Das war eine Fehleinschätzung"

    https://twitter.com/tagesthemen/stat...72835706703885

    Warum will man sie dann nach Europa holen, wenn die Mehrheit aus dieser Kultur gar nicht so leben will, wie Europäer. Vermutlich würde niemand kommen, wenn einige europäische Staaten nicht so wohlhabend und tolerant gegenüber allem und jedem wären.

    Und was wäre aus Sicht der Afghanen die Lösung? Den islamistischen Staat wollen sie nicht, westliche Kultur und Werte akzeptieren sie nicht, sind aber zur Umsetzung ihrer Vorstellungen nicht bereit zu kämpfen.

    Ob der Zeitpunkt des Truppenabzugs richtig oder falsch war, ist vollkommen egal, wenn es falsch war überhaupt dort hinzugehen und so lange zu bleiben. Aber durch die Möglichkeit des "betreuten Wohnens" hat wenigstens die Korruption profitiert.

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