Auch wenn ich verstehe was du meinst.....
Die Männer z. B. auf dem Land sind sicher nicht gebildeter als die Frauen.
Ich glaube das sich die meisten Frauen mit ihrer Situation abgefunden haben und keine Hilfe wollen/ erwarten weil es für sie "normal" ist.
Und dann bin ich bei griffelo
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16.08.2021, 17:33Inaktiver User
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
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16.08.2021, 17:43
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Sofern du glauben solltest, der langjährige militärische Einsatz (auf deutsch: Krieg) in Afghanistan diente vornehmlich der Verbreitung von Freiheit und Demokratie, täuscht du dich m.E. ganz gewaltig.
Das hat alles nichts mit "korrigieren" oder "hohen Ross" zu tun.
Dieser Einsatz in Afghanistan diente vornehmlich der Terrorabwehr, und ebenso diente dieser Einsatz dazu, den Migrationsdruck auf Europa (und natürlich auch auf Deutschland) zu vermindern. Die erste Folge der Machtübernahme durch die Taliban haben wir schon: Einstellung der Abschiebeflüge nach Afghanistan.
Zweite Folge wird sein, dass der Migrationsdruck aus Afghanistan wieder (erheblich) ansteigen wird.
Dritte Folge wird wahrscheinlich sein: die Taliban werden erneut international agierenden islamistischen Terroristen Unterschlupf gewähren, bzw. ihnen erlauben, sich neu und in Ruhe zu re-organisieren.Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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Daniel Kahneman
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16.08.2021, 17:50
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Möchte mal dazwischenfragen, ob irgendwer hier afghanische Frauen kennt? Ich habe jahrelang mit ihnen gearbeitet. Wir hatten ausgebildete Grundschullehrerinnen und Erzieherinnen dabei, die in Deutschland Studiengänge bzw. Zusatzausbildungen gemacht haben und noch machen. Einige von ihnen sprachen auch ein sagenhaft gutes Englisch ... Der wesentich größere Teil der Unalphabetisierten waren Männer. Und sie bekamen und bekommen noch Unterricht von den Frauen.
In den 20 Jahren Afghanistan-Einsatz des Westens konnten Mädchen zur Schule gehen wie hier auch, waren Frauen in der Politik, im Landesparlament oder ganz simpel auch als Bürgermeisterinnen ihrer Dörfer. Damit wird jetzt Essig sein. Und dabei wird der Westen verdammt wenig ändern können.
Angeblich ist die "große Mehrheit" (ARD-Korrespondent) der afghanischen Bevölkerung gegen die Taliban. Aber wo war diese Mehrheit. Die angeblich so gut eingestellten und ausgebildeten Truppen sind in Kommandostärke weggelaufen oder haben sich mit den Taliban verbündet. Die Mehrheit war nicht auf der Straße, um gegen die Taliban zu protestieren ...
Ich versteh das Land nicht, und der ganze Westen hat es nicht verstanden. Seit den Zeiten eines Lawrence von Arabien versteht der Westen nicht, wie diese Länder, ihre Clans, die Stämme, das religiöse Wesen funktioniert ... Zu verstehen sind allenfalls die, die sich dem Westen angenähert haben. Das sind aber längst nicht so viele, wie der Westen dachte.
Der unglaubwürdige und blamable Abzug des Westens tut weh beim Anschauen. Aber es ist ein Punkt ohne Wiederkehr. Afghanistan muss sich wohl selber helfen, wenn es diese neue Regierung nicht will. Liest sich zynisch, ist aber alles, was noch übrigbleibt. Ein bisschen Ehrenrettung vielleicht noch für den Westen, indem er allen, die ihm geholfen haben, jetzt auch hilft, außer Landes zu kommen. Ohne Erbsenzählerei und ohne Wenn und Aber.*
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16.08.2021, 17:55Inaktiver User
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Ja und traurig ist, dass sie vor Männern geschützt werden müssen, die ebenfalls Frau und Töchter daheim haben. Die grundsätzliche Einstellung ist nicht mit unserer vergleichbar.
Leider.
Diese Frauen sind ganz gewiss nicht dumm, aber ungebildet, uninformiert und unterdrückt.
Ohne ausreichende Informationen und Geld werden sie nicht weit kommen. Noch dazu haben auch diese Frauen Kinder, die sie weder mitnehmen noch zurücklassen können.
Ich finde die Situation dieser Frauen und Mädchen dort ganz grauenhaft. Wenn ich daran denke, wenn meine Mädchen in so einem System leben müssten, dreht sich mir der Magen um.
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16.08.2021, 18:03
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Interessant wäre mal, was die afghanischen Frauen, die du kanntest, zu dieser Frage sagen.
Von Jürgen Trittin habe ich im TV gehört, dass in den letzten Jahren JEDES Jahr ca. ein Drittel der Truppe desertiert ist.Die angeblich so gut eingestellten und ausgebildeten Truppen sind in Kommandostärke weggelaufen oder haben sich mit den Taliban verbündet.
In einem hier verlinkten Artikel wurde zudem gesagt, dass die wahre Truppenstärke der afghanischen Armee allenfalls halb so groß war, wie offiziell behauptet wurde ... nix mit 350.000 Mann.
Mitten im Krieg, speziell in sich einer zuspitzenden Entscheidungssituation wird erfahrungsgemäß äußerst selten demonstriert.Die Mehrheit war nicht auf der Straße, um gegen die Taliban zu protestieren ...Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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16.08.2021, 18:15Inaktiver User
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
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16.08.2021, 18:18
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
@ ganda
Nein, ich selber kenne keine Afghanen.
Meine Mutter engagiert sich aber, seit sie in Rente ist, ehrenamtlich bei einer Schüler-Nachhilfegruppe für Geflüchtete.
Sie hat dort über mehrer Jahre ein Mädchen aus Afghanistan betreut, die weit vor 2015 mit einem Teil ihrer Familie nach D geflüchtet war. Das Mädchen erzählte, dass ihre Großmutter gebildet gewesen war und frei leben konnte, ihre Mutter hingegen war/ist Analphabetin, und das Leben war Taliban-reglementiert.
Die Flucht wurde aus Antrieb der Großmutter organisiert.
Das Mädchen hat ein glänzendes Abitur gemacht.
Neben einer Bevölkerungsgruppe aus Indien (den Namen habe ich vergessen), machen Afghanen den Großteil der Nachhilfeschüler dieses Angebots aus. Bildung scheint also zumindest bei den afghanischen Familien der betreuten Schüler angesehen zu sein.
Inwieweit das repräsentativ ist, weiß ich aber nicht.
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16.08.2021, 18:41
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16.08.2021, 18:49
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Zitat:
Ich stelle mir die Möglichkeiten des "Taliban-Schlupfloch-Findens" von Frauen in Afghanistan als sehr, sehr begrenzt vor.
Zitat ende (sorry, mein ipad will nicht so wie ich will!).
Meine Antwort:
Das dürfte in der Tat das grösste Problem sein.
Alleine die Infrastruktur dürfte, wenn man hiesige Verhältnisse zugrunde legt, für uns völlig andersartig sein.
Ich weiss noch,wie ich bei einem Urlaub in Namibia ohne Süssis auf einer Lodge sass.
Ich ging einfach (?) - völlig naiv - davon aus, dass man irgendwie ins nächste Städtchen kommt. Windhoek war aber 50 km weg und sonst gabs keine Ortschaften.
Die Dimensionen sowohl in Afrika als auch vermutlich in Afghanistan dürften für uns völlig unbekannt sein, abgesehen davon, was man so als Strasse bezeichnet ..
luci
Geändert von luciernago (16.08.2021 um 18:54 Uhr)
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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16.08.2021, 19:02Inaktiver User
AW: Afghanistan - Taliban ziehen wieder in Kabul ein
Aber overknee, wie willst du das Problem lösen? Ich weiß auch nicht warum das jetzt schon wieder unser Problem sein soll.
Und wie es aussieht werden noch viel mehr Männer den Weg nach D finden. Nicht alle werden Gutes im Sinn haben.
Die Frauen würden vermutlich auch ihre Männer, oder Familien und Brüder nachholen. Ich habe ja aufgegeben zu hoffen, dass es bei uns endlich mal die Erkenntnis gibt, dass wir nicht jedes Unrecht auf der Welt heilen können, indem wir alle Türen für alle und jeden öffnen der Unrecht und Verfolgung ruft.
Wir mischen uns überall ein und meinen dann auch noch in irgend welchen Verpflichtungen zu stecken. Das ist doch crazy.Geändert von Analuisa (16.08.2021 um 22:29 Uhr) Grund: Zitate angepasst



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