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  1. Inaktiver User

    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Was meinst du mit "grundlegenden Werten"? Kannst du das näher ausführen?
    Ich meine die Akzeptanz des Grundgesetzes und der anderen geltenden Gesetze. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber nicht.

    Es gibt Gruppen wie die Identitären, die den Staat ganz ablehnen und es gibt Menschen, die religiöse Regeln höher gewichten als staatliche Gesetze.
    Das Verhältnis zwischen Grundgesetz und Scharia scheint zB. nicht friktionsfrei zu sein. LINK

    Zu den grundlegenden Werten gehört für mich auch eine Debattenkultur, in der Argumente ausgetauscht und begründet werden. In den letzten Jahren ist leider eine Tendenz zu beobachten, alles an Personen festzumachen, sie in Schubladen zu stecken und in gut und böse zu trennen. Dazu kommt, dass immer mehr Gruppen sich als "Opfer" inszenieren.

    Das, und eine bewusst polarisierende Sprache ("toxische Männlichkeit"), zerstören die Debattenkultur, die gerade in einer Demokratie unverzichtbar ist, immer mehr

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    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Grundlegende Werte?

    Werte-Diskussion - Was sind Werte wert? - Wiener Zeitung Online

    Fazit des interessanten Artikels
    Eines muss man bei derlei Diskussionen also stets im Auge haben: Sobald sich jemand auf Werte beruft, versucht er, eigene Interessen durchzusetzen. Deshalb gilt in jeder Hinsicht: Augen auf beim Werte-Kauf!
    Geändert von Lilith10 (16.06.2021 um 09:45 Uhr)
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es gibt Gruppen wie die Identitären, die den Staat ganz ablehnen und es gibt Menschen, die religiöse Regeln höher gewichten als staatliche Gesetze.
    Das Verhältnis zwischen Grundgesetz und Scharia scheint zB. nicht friktionsfrei zu sein. LINK

    Zu den grundlegenden Werten gehört für mich auch eine Debattenkultur, in der Argumente ausgetauscht und begründet werden. In den letzten Jahren ist leider eine Tendenz zu beobachten, alles an Personen festzumachen, sie in Schubladen zu stecken und in gut und böse zu trennen. Dazu kommt, dass immer mehr Gruppen sich als "Opfer" inszenieren.
    Das geht aber leider quer durch alles.
    Wir hatten in der Bricom mal, ich glaub 2016 rum, eine Debatte zur deutschen Leitkultur, ich habe damals geschrieben, sie verkommt zur Leidkultur.
    Ich persönlich habe den Eindruck, man kann kaum noch miteinander diskutieren, ohne den Standpunkt des anderen erst einmal zu akzeptieren. Irgendwie alles gegeneinander statt miteinander, ich muss den Standpunkt des anderen doch nicht gleich teilen, aber hinhören und dann abwägen gehört für mich dazu. Mittlerweile ist es wie Hauen und Stechen, da kommen absurde Behauptungen, ua. die Opferrolle, das tut einer Gesellschaft, die vom Konsens lebt nicht gut. Klein Beigeben ist damit nicht gemeint.
    Religion ist für mich Privatsache, sie darf nicht über der Gesetzgebung, im deutschen Falle über dem Grundgesetz stehen. Gilt für alle, auch wenn das GG Religionsfreiheit gewährleistet.
    Über den "Genderismus" zu streiten lenkt auch prima von den in unsrer modernen Gesellschaft immer noch vorhandenen Problemen ab. Es gibt auch in unserem Land immer noch Frauenfeindlichkeit und Homophobie, nicht nur von Seiten zugewanderter Mitbürger aus weniger modernen Gesellschaften. Geht mal als Mäuschen oder mit Tarnkappe unter Bauhandwerker oder auf Reservistentreffen...
    Auch wenn wir zwei Verteidigungsministerinnen hatten, Soldatinnen haben es hinter den Kulissen des Arbeitgebers schwer.
    Ich träume gern davon, dass jeder als Mensch gesehen wird und sich an den Platz stellen kann, an dem er gern stehen möchte und mit seinen Kräften dazu beitragen kann, dass die Welt eine schöne wird. Ich weiß, dass das ein Traum ist, aber ich gebe mir Mühe so zu leben, auch kleine Schritte führen voran.
    Und so kann ich derzeit nur mit dem Kopf schütteln, wie über die Grünen gekübelt wird, obwohl ich kein Grünenwähler bin. Aber mkit dieser Kampagne wird auch der Umweltgedanke nach unten gerissen und das ist einfach schade.
    Manchmal mag man schon gar nicht mehr über Dinge reden, die immens wichtig sind.
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.

    20 Jahre Bricom - krieg ich jetzt ein Eis?

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    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    Ich weiß immer gar nicht, warum es Frauen gibt, die Männlichkeit als bedrohlich empfinden und versuchen Männer zu einer Art Frau, beste Freundin zu machen.

    Mich zieht das Maskuline an. Männlichkeit ist doch nicht per se bedrohlich oder toxisch. Albern.
    Ist sie nicht per se, aber wie bedrohlich und toxisch Männlichkeit sein kann, zeigt sich beispielsweise in der Incel-Bewegung, deren Anhängern schon zahlreiche Menschen zum Opfer gefallen sind. Der Massenmörder Anders Breivink beispielsweise vertritt die These "dass es notwendig sei, Frauen zu töten, um die patriarchale Ordnung in der Gesellschaft wiederherzustellen" Quelle. Diese Form von Männlichkeit finde ich ganz bestimmt nicht anziehend, sondern zutiefst absoßend.
    „Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik.“

    CDU-Kanzlerkandidat und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in der Aktuellen Stunde des WDR am 15. Juli im Gespräch mit Susanne Wieseler über die durch den Klimawandel verursachte Flutkatastrophe.

  5. Moderation

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    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    Männlichkeit ist doch nicht per se bedrohlich oder toxisch. Albern.
    Das hat ja auch niemand behauptet.
    Sommer 2021 - mehr als nur nasse Füße...
    reinklicken und mithelfen!


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Zitat Zitat von Zwekke Beitrag anzeigen
    Ist sie nicht per se, aber wie bedrohlich und toxisch Männlichkeit sein kann, zeigt sich beispielsweise in der Incel-Bewegung, deren Anhängern schon zahlreiche Menschen zum Opfer gefallen sind. Der Massenmörder Anders Breivink beispielsweise vertritt die These "dass es notwendig sei, Frauen zu töten, um die patriarchale Ordnung in der Gesellschaft wiederherzustellen" Quelle. Diese Form von Männlichkeit finde ich ganz bestimmt nicht anziehend, sondern zutiefst absoßend.
    Und was hat der Verrückte mit den Männern zu tun, die im Artikel gemeint sind?

    Wir reden hier über normale Menschen/Männer und nicht über Irrsinnige und Massenmörder oder Serienkiller.

  7. Inaktiver User

    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Vielen Dank für den sehr interessanten Artikel!

    Werte werden gebraucht, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Das ist so banal wie bedeutsam.

    Um miteinander sprechen und handeln zu können, braucht es Gemeinsamkeitsunterstellungen. Mit jemandem, mit dem man nichts gemeinsam zu haben glaubt, spricht man nicht, geschweige denn führt man gemeinsame Handlungen mit ihm durch. Wir brauchen die Illusion der Gemeinsamkeit. Schließlich sind wir einander Fremde, schließlich ist unsere Gesellschaft von unpersönlichen Beziehungen bestimmt.


    Darauf bezog ich mich bei meinem Hinweis auf die Debattenkultur. Wenn man nicht einmal mehr bereit ist, über unterschiedliche Werte zu diskutieren und Kompromisse zu finden, sondern andere ausgrenzt, die die eigene Meinung nicht teilen, ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.

    Wer sich auf Werte beruft, ist nicht etwa ein selbstloser Mensch, sondern einer, der lediglich so erscheinen will. Er beruft sich gerade deshalb auf Werte, um seine eigenen Interessen zu verdecken. Ein Werte-Prophet ist so gesehen ein Wolf im Schafspelz. Werte bieten hervorragende Gelegenheiten, sich hinter ihnen zu verschanzen.

    Nicht nur das: Wer sich selbst die Moral auf die Fahnen schreibt, unterstellt Andersdenkenden automatisch, keine Moral zu haben.

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    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Man kann vieles beklagen. Aber ich denke, dass man in jeder demokratischen Gesellschaft akzeptieren muss, dass die persönliche Freiheit und die Individualität der eigenen Person garantiert sein muss. Dazu gehören Spleens zu haben, seine eigenen Weltanschauungen (dazu gehört Religiosität) auch ausleben zu dürfen. Straftaten sind definiert und werden geahndet.

    Wir haben vor Jahren in einem anderen Strang einen "Wertekatalog" diskutiert. Raus gekommen ist nichts.

    Das gesellschaftliche Zusammenleben wird vom Grundgesetz, bürgerliche Gesetzbuch und dem Strafrecht genügend garantiert. Wir haben ein funktionierendes Justizwesen. Und wir haben alle gelernt, dass man keineswegs mit jedem Urteil einverstanden sein muss.


    Das, was ich beklage ist, dass es zu viele Gruppen, Parteien und Institutionen gibt, die uns gleichförmig erziehen wollen. Das dürfen sie, aber ich muss dem nicht folgen.

    Den Satz aus dem vorherigen Beitrag "Wer sich selbst die Moral auf die Fahnen schreibt, unterstellt Andersdenkenden automatisch, keine Moral zu haben." kann ich nur unterschreiben.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  9. Inaktiver User

    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Zitat Zitat von hillary Beitrag anzeigen
    Ich persönlich habe den Eindruck, man kann kaum noch miteinander diskutieren, ohne den Standpunkt des anderen erst einmal zu akzeptieren. Irgendwie alles gegeneinander statt miteinander, ich muss den Standpunkt des anderen doch nicht gleich teilen, aber hinhören und dann abwägen gehört für mich dazu. Mittlerweile ist es wie Hauen und Stechen, da kommen absurde Behauptungen, ua. die Opferrolle, das tut einer Gesellschaft, die vom Konsens lebt nicht gut. Klein Beigeben ist damit nicht gemeint.
    Das sehe ich auch als ein Hauptproblem. Hitzige Debatten gab es immer schon, sie sind sinnvoll und notwendig, so lange man nicht untergriffig wird.

    In den letzten Jahren setzt sich aber immer mehr eine Tendenz durch, zu personalisieren, statt Argumente auszutauschen. Man steckt Menschen als Ganzes in Schubladen, teilt sie in Täter- und Opfergruppen ein und spielt sie gegen einander aus.

    Für mich ist das ein Versuch, manche von vornherein aus dem Diskurs auszuschließen. Das ist die radikalste Möglichkeit, um jemanden mundtot zu machen. Man hält ihn nicht einmal mehr für satisfaktionsfähig. Man hört ihm nicht mehr zu, nimmt ihn nicht mehr ernst. Irgendwann endet das in einem Hauen und Stechen, das die Gesellschaft zersplittert.

    Wie heißt es in dem Artikel: Es geht um Identität, Macht, Geld und Einfluss.
    Exakt.

  10. Inaktiver User

    AW: Gesellschaftlicher Wandel

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Das, was ich beklage ist, dass es zu viele Gruppen, Parteien und Institutionen gibt, die uns gleichförmig erziehen wollen. Das dürfen sie, aber ich muss dem nicht folgen..
    Ich gebe dir recht.

    Gerade weil unsere Gesellschaft so vielfältig ist, wäre eine offene Debatte unverzichtbar, auch wenn sie mühselig ist.
    Die "Erziehungstendenz" macht mir auch am meisten Kopfzerbrechen, denn heraus kommen "brave" Kinder, bei denen die "Erziehung" Erfolg hat, und "böse" Kinder, die sich widersetzen. Die bösen Kinder wird man nicht mehr überzeugen können, nachdem man sie lange genug ausgegrenzt hat.

    Schlimm ist auch, dass die "Erzieher" möglichst unsichtbar bleiben wollen und ihre Ansichten als "moralische Werte" verkaufen, denen sich kein vernünftiger Mensch entziehen kann.

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