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    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Immerhin beschweren sich jetzt die ersten lesbischen Schauspielerinnen, dass Ihnen nur noch lesbische Rollen angeboten werden. ...
    Irgendwer wird sich immer beschweren.

    ... Gilt das aber nicht auch, wenn z.B. Heteros Homosexuelle spielen sollen. Oder Weiße Werke von Schwarzen übersetzen? Auch der Beruf des Übersetzers beinhaltet, sich in Texte hineinzuversetzen, so zu tun, als wäre man die Autorin....
    Hier wird so getan, als seien Entscheidungen von Veranstalter*innen, Verlagen oder Filmproduktionsgesellschaften politische Entscheidungen, also von demokratischen Mehrheiten abhängig.

    Sind sie aber nicht.
    Wenn Veranstalter*innen, Verlagen oder Filmproduktionsgesellschaften also entschieden, wer auftreten, veröffentlichen, übersetzen, spielen "darf", dann tun sie das mit Blick auf maximalen Erfolg und Gewinn.

    Und mit dem Risiko, Erfolg und Gewinn zu verringern, weil das Publikum diese Entscheidungen bzw. deren Ergebnisse eben scheisse findet.

    ... Amazon treibt es natürlich - USA halt - auf die Spitze: Laut einem neuen Leitfaden, dem sogenannten Inclusion Playbook sollen hier nur noch Schauspielerinnen und Schauspieler für eine Produktion engagiert werden, „deren Identität (Geschlecht, Geschlechtsidentität, Nationalität, Ethnizität, sexuelle Orientierung, Behinderung) mit den Figuren, die sie spielen, übereinstimmt.“ Amazon selbst verspricht sich dadurch, „authentische Geschichten erzählen zu können“.

    Ich frage mich, wie man dann Schizophrenie, Alzheimer, Tourette im Film darstellen will. Oder oder ...

    Quelle: RND
    Tja, und irre Massenmörder*innen, Psycho- oder Soziopathinnen dürfen dann auch nur noch von eben diesen gespielt werden?

    Wozu dann überhaupt noch Schauspieler*innen?
    Es gibt ja bereits rein digitale Darsteller*innen.


    Wir werden ja sehen, was dabei herauskommt.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich diese Radikalkur durchsetzt.

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    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Zitat Zitat von Silvia12 Beitrag anzeigen
    Ich finde das im Grunde eine gute Idee, solange man nicht übertreibt.
    Ah, da kommt schon die erste Einschränkung. Wer entscheidet denn, wann "man übertreibt"?
    Und wer stellt dann z.B. einen Kriminellen dar? Oder einen Alzheimerkranken? Und wie geht man mit Schauspielern um, die sich nicht outen wollen?
    Deine Schritte müssen nicht groß sein, sie müssen dich nur in die richtige Richtung führen. (Agent Simmons)

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    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    Hier wird so getan, als seien Entscheidungen von Veranstalter*innen, Verlagen oder Filmproduktionsgesellschaften politische Entscheidungen, also von demokratischen Mehrheiten abhängig.

    Sind sie aber nicht.
    Wenn Veranstalter*innen, Verlagen oder Filmproduktionsgesellschaften also entschieden, wer auftreten, veröffentlichen, übersetzen, spielen "darf", dann tun sie das mit Blick auf maximalen Erfolg und Gewinn.
    Nein, hier wird ganz und gar nicht so getan. Hier wird aufgezeigt, wie sehr dieser Spaltpilz schon in die Gesellschaft eingesickert ist.
    Deine Schritte müssen nicht groß sein, sie müssen dich nur in die richtige Richtung führen. (Agent Simmons)

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    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    ... Hier wird aufgezeigt, wie sehr dieser Spaltpilz schon in die Gesellschaft eingesickert ist.
    Um mal auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen:
    Der primäre Spaltpilz, der die Entstehung von Identitätspolitk (für mich nachvollziehbar) provoziert hat, war Rassismus.
    Allerdings führt insbesondere radikale Identitätspolitik auch nicht zu mehr Annäherung oder Miteinander.

  5. Inaktiver User

    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen
    ...
    Allerdings führt insbesondere radikale Identitätspolitik auch nicht zu mehr Annäherung oder Miteinander.
    So ist das.

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    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Ah, da kommt schon die erste Einschränkung. Wer entscheidet denn, wann "man übertreibt"?
    Und wer stellt dann z.B. einen Kriminellen dar? Oder einen Alzheimerkranken? Und wie geht man mit Schauspielern um, die sich nicht outen wollen?
    Ganz auf die Spitze getrieben bedeutet das auch das Ende für alle Historienfilme. “Du kannst Mozart nicht spielen, du bist ja nicht Mozart!”

    Ganz davon abgesehen, dass das ja nun ein erzwungenes Outing für Schauspieler bedeutet.

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    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Hallo Kangastus,
    Ich gehe ja schon davon aus, daß Menschen noch etwas gesunden Menschenverstand und Pragmatismus haben,
    aber man kann es ja als allgemeine Regel so machen wie mit der Quotenfrau. Bei gleicher Eignung wird der ähnlichste Schauspieler bevorzugt.
    Anderenfalls macht man noch etwas Recherche und befragt Berater.
    Wie bei "Big Bang Theorie", wo extra ein wissenschaftlicher Berater angestellt wurde.
    Ein Problem, das ich sehe, ist, daß Leute ihre Gruppe nicht negativ darstellen wollen, schon von sich aus nicht, und dann kommt noch der Gruppendruck hinzu. Ich fände es nicht gut, wenn Schauspieler Drohbriefe bekämen, weil sie den Schurken spielen. Oder das naive Dummchen, oder zu viele Klischees, oder ...
    Geändert von Silvia12 (28.10.2021 um 20:52 Uhr)

  8. VIP

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    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Ah, da kommt schon die erste Einschränkung. Wer entscheidet denn, wann "man übertreibt"?
    Und wer stellt dann z.B. einen Kriminellen dar? Oder einen Alzheimerkranken? Und wie geht man mit Schauspielern um, die sich nicht outen wollen?
    Nun ja, dieser Entscheidung vorausgegangen sind viele Jahrzehnte, wo z. B. weiße Menschen schwarze Menschen spielten und sich das Gesicht schwarz schminkten (Otello z. B.), dass weiße Menschen Asiaten spielten (Tilda Swinton in Dr. Strange), heterosexuelle Männer homosexuelle Männer (Tom Hanks und Anthony Banderas in Philadelphia) spielten oder transsexuelle Frauen (Eddie Redmayne in The Danish Girl) oder Männer ohne kognitive Beeinträchtigung oder Entwicklungsstörung einen solchen Mann spielten (Dustin Hoffmann in Rainman, Sean Penn in Ich bin Sam).

    Ganz früher haben Männer auch die weiblichen Rollen übernommen, weil es sich nicht geziemte, dass Frauen Theater spielten. Klick


    Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl von guten asiatischen Schauspielern, die für die Rolle in Dr. Strange gar nicht in Frage kamen oder transsexuelle oder homosexuelle Schauspieler, die nicht bedacht werden. Siehe auch die Oscar-Verleihung Weisse Oscars 2020: Im Westen nichts Neues


    Diese Kritik ist nachvollziehbar, weil sie auch das Menschenbild im Film einseitig darstellten. Die Menschheit ist nun mal divers und die sollte sich auch in Film und Fernsehen so abbilden, meiner Meinung nach. Allerdings frage ich mich, ob eine solche Vorschrift wirklich hilfreich ist, da sie gleichzeitig wieder einschränkt.

    Es wäre vielleicht sinnvoller zu sagen, wir besetzen auch homosexuelle Männer in heterosexuellen Rollen (Neill Patrick Harris in HIMYM) oder suchen einfach die beste Sänger:in/Darsteller:in und besetzen die Rollen egal welche Hautfarbe (Im Musical Hamilton).

    Zur Identitätsbildung gehört auch, dass man Menschen mit denen man sich identifiziert in den Medien sieht. Lange Zeit wurden Schwarze nur als Diener oder Mägde oder Sklaven im TV dargestellt, dann kam Lt. Uhura:

    “Well, when I was nine years old Star Trek came on. I looked at it and I went screaming through the house, ‘Come here, mum, everybody, come quick, come quick, there’s a black lady on television and she ain’t no maid!’ I knew right then and there I could be anything I wanted to be.”

    ‘There’s a black lady on television and she ain’t no maid!’ | Reel Girl
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Was ist Identitätspolitik?

    Ich bin nach wie vor der Meinung, dass derjenige die Rolle bekommen soll, der sich beim Casting am besten anstellt - völlig unabhängig von irgendwelchen identitätspolitischen Erwägungen.
    Daher konnte ich mich auch gut mit Bridgerton anfreunden, obwohl die Mischung der Darsteller aus historischer Sicht Quatsch war.
    Deine Schritte müssen nicht groß sein, sie müssen dich nur in die richtige Richtung führen. (Agent Simmons)

  10. Inaktiver User

    AW: Was ist Identitätspolitik?

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