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  1. Inaktiver User

    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    Eine Verständnisfrage: Warum fallen Sozialwohnungen denn irgendwann, offenbar zwangsläufig(?), aus der Sozialbindung heraus?
    Das ist doch der erste Kardinalfehler . .

    luci
    Weil die Sozialförderung ausgelaufen ist. Verwandte von mir haben ein Haus mit drei Mietwohnungen gebaut, dafür bekamen sie als Förderung einen etwas günstigeren Kredit, war damals noch in einer Hochzinsphase. Nach 25 Jahren war Kredit ausgelaufen und abbezahlt und die damit verbundene Sozialförderung erlosch auch. Ab da konnten sie an jeden vermieten.

    Aber jeder, der eine ETW vermietet, kann diese an einen Mieter mit Berechtigungsschein vermieten, wenn er will. Du deine auch.

    Dir Frage ist doch: warum soll jemand Sozialwohnungen bauen, wenn die auch nicht viel billiger zu bauen sind als normale Wohnungen? Ich hab ja schon mal öfter über die Anstrengungen von Wohnungsbaugesellschaften in München berichtet, die Sozialwohnungen für Familien in stinknormalen Wohnvierteln auf freien Flächen bauen wollten. Das wird von den Anwohner torpediert, die keine Sozialhilfeempfänger neben sich wohnen wollen haben. Das waren keine Platten, sondern Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 45 Wohnungen. Nein, um Gottes Willen, das ging gar nicht. Wären vielleicht sogar auch noch ein paar geflüchtete Familien dabei gewesen. Nun hat man sich einen findigen Rechtsanwalt gesucht und verzögert das Bauvorhaben um Jahre und Jahrzehnte. Wahrscheinlich bläst die Wohnungsbaugesellschaft das Vorhaben dann genauso ab wie viele andere auch. Die haben weder Lust auf noch Geld für jahrzehntelange gerichtliche Auseinandersetzungen. Und das in München mit der großen Wohnungsnot. Sozialwohnungen will immer jeder, aber bitte schön ganz weit weg.
    Geändert von Inaktiver User (27.02.2021 um 12:09 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    Der Artikel üpasst ganz gut zum Thema. Der Kernsatz des Artikels: In ländlichen Regionen stehen 2 Millionen Wohnungen leer.

    Nach drei Jahren: Opposition und Wirtschaft sehen „Wohnraumoffensive“ gescheitert - WELT

    luci
    Zumindest in meiner ländlichen Region steht NICHTS leer, im Gegenteil, mag aber auch an der Küste liegen. Hier kommt eine Wohnung kaum mal auf den Matrkt und ein Haus schon gar nicht und wenn doch, dann wirklich unbezahlbar, bzw. nicht einzusehen was dafür bezahlt werden soll. Auch landwirtschaftliche Flächen, Wiesen etc., wird alles aufgekauft. Auch große, bekannte Immobilienmaklerfirmen sind hier inzwischen aktiv.

    Zitat Zitat von Nicolo Beitrag anzeigen

    Es geht gar nicht um Leute., die jetzt in bestehenden EFHern wohnen.

    Die aktuelle Debatte dreht sich um Neubauten.
    Genauer gesagt darum, dass in einigen Kommunen bestimmte Flächen nicht mehr für den Bau von EFHern verfügbar gemacht werden. Weil dort, wenn überhaupt, MFHer gebaut werden sollen, in denen mehr Menschen ein Zuhause finden.
    Wenn es nach mir ginge würde es diese riesigen EFH-Neubaugebiete auch nicht mehr geben. Sie sind nicht schön und ich weiß auch ehrlich nicht wozu man ein Haus braucht, wenn man dann auf 500 qm Grundstück lebt und regelmäßig den Nachbarn bei allen möglichen Tätigkeiten hören kann. Für mich wäre das nichts. Dann wäre mir eine Wohnung mit schön großem Balkon eigentlich lieber, aber ist Geschmackssache und was man so aushalten kann.

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    Vermutlich würden schon eine Menge Sozialwohnungen frei, wenn diese nicht zum Teil fehlbelegt sind.

    luci
    Ist das noch so? Ein Freund von mir hatte früher während Studium und Familiengründung in einer Sozialwohnung gewohnt und auch danach noch viele Jahre, als er schon längst Uni-Prof war. Und sie war auch nach diesen 20 Jahren noch billig.

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    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Also erst mal haben wir ganz generell genug Wohnraum ( als Fläche )
    Das der nicht genutzt wird, liegt vielfach an behördlichen Hürden. Da könnte man schon mal ansetzen.

    Außerdem gibt es in meiner Stadt viele riesige Bürogebäude, die seit Jahren leer stehen.
    Wieso diese nicht umbauen? ( ja das wird nicht viel ausmachen, aber den EINEN große Coup wird es in der Sache eh nicht geben )
    Geändert von Lilith10 (27.02.2021 um 13:15 Uhr)
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  4. Inaktiver User

    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Vermutlich werden bald viele Gewerbeimmobilien frei werden. Da könnte bestimmt so manches in Wohnraum umgewandelt werden.

  5. Moderation

    User Info Menu

    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Ja, die Idee war „Der Markt regelt das“.
    Tut er ja auch. Genau so, wie man es erwarten kann.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dir Frage ist doch: warum soll jemand Sozialwohnungen bauen, wenn die auch nicht viel billiger zu bauen sind als normale Wohnungen?
    Die Wohnungen der städtischen Baugesellschaft hier, die dann z.T. zu Sozialpreisen vermietet werden, sind schon etwas bescheidener und familiengerechter geschnitten, etwas einfacher aber vollständiger ausgestattet (Küche, Bad, Boden, alles schon drin).

    An einer Stelle haben sie die alten, damals als Arbeitersiedlung gebauten Häuser abgerissen und neu gebaut (kotzlangweilig aber barrierefrei , KfW 55. und mit TG) 90 Wohnungen die für Leute mit Förderung unter 6 Eu den qm kosten. Man hätte die niedlichen alten Häuser auch renovieren können (aber nicht barrierefrei machen), dann wäre man bei 20 bis 30 (je nach Aufteilung) echt schicken großen Wohnungen für 15 Eu den qm rausgekommen (es hätte unauffällig fast die gesamte Bausubstanz ausgetauscht werden müssen, das Geld muß wieder reinkommen).

    Dabei sind natürlich eine Menge Bäume auf der Strecke geblieben, auch wenn die reine bebaute Grundfläche nicht wesentlich zugenommen hat, und hübsch ist es auch nicht. Die Hochhäuser entlang des alten Stadtrandes sind aber auch nicht hübsch.

    Ja, und das wurde auch torpediert. Aber die städtische Gesellschaft hat einen langen Atem.

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    ( ja das wird nicht viel ausmachen, aber den EINEN große Coup wird es in der Sache eh nicht geben )
    Nee, und den Einen Großen Coup sollte man in der Sache auch besser nicht anstreben, sonst sieht das so aus.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Vermutlich werden bald viele Gewerbeimmobilien frei werden. Da könnte bestimmt so manches in Wohnraum umgewandelt werden.
    Auch wenn du es vielleicht anders meintest?

    aber wenn es endlich flächendeckend schnelles Internet gäbe und man mehr auf Home Office setzen könnte, bräuchte nicht jeder ein eigenes Büro in der Firma (es bedürfte nur einer guten Organisation )

    Was nebenbei noch einige andere Probleme lösen, oder zumindest "lindern" würde.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  7. Moderation

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    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    aber wenn es endlich flächendeckend schnelles Internet gäbe und man mehr auf Home Office setzen könnte, bräuchte nicht jeder ein eigenes Büro in der Firma (es bedürfte nur einer guten Organisation ).
    Hm, um zuhause auch nur so halbwegs die Ergonomie und die Effizienz hinzukriegen, die ich im Büro habe, bräuchte ich ein Zimmer mehr. Und besseres Internet als ein 8 Jahre altes Gebäude mit entsprechenden Anschlüssen bietet (oder dauerhaft mein Handy als Hotspot). Jedem, der zuhause am Rechner arbeitet, ein Zimmer für sich allein zu geben, hat auch Kosten.

    Was vermutlich gut wäre, wäre, wenn die Am-Computer-Arbeiter sich dezentral aufstellen könnten. Gleich nebenan gibt's hier Shared Working Spaces, wenn die Firma da zwei Räume mieten würde, wäre das Raum- und das Wegeproblem gelöst. Aber das kostet vermutlich mehr als ein Werk im Industriegebiet.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sozialwohnungen will immer jeder, aber bitte schön ganz weit weg.
    *lach*

    Erinnert mich an den Fall in Hamburg, wo man in einer guten Wohngegend ein Migrantenheim verhindert hat, weil fussläufig kein Aldi in der Nähe war . .

    Danke für Deine Erklärung mit der Sozialbindung.

    luci
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  9. Inaktiver User

    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Also erst mal haben wir ganz generell genug Wohnraum ( als Fläche )
    Das der nicht genutzt wird, liegt vielfach an behördlichen Hürden. Da könnte man schon mal ansetzen.
    Das interessiert mich jetzt, ich weiß nicht, was du meinst. Wo soll es genug Wohnraum geben, doch nicht da, wo die Leute Wohnraum wollen? Wie wird das denn jetzt genutzt?

    Außerdem gibt es in meiner Stadt viele riesige Bürogebäude, die seit Jahren leer stehen.
    Wieso diese nicht umbauen? ( ja das wird nicht viel ausmachen, aber den EINEN große Coup wird es in der Sache eh nicht geben )
    Wirklich, die stehen leer? Aber das müsste doch in Eurer Stadt Thema sein, warum die nicht anders genutzt werden, also was die Gründe sind?

  10. Inaktiver User

    AW: Nachverdichtung - es lebe die Betonwüste?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist das noch so? Ein Freund von mir hatte früher während Studium und Familiengründung in einer Sozialwohnung gewohnt und auch danach noch viele Jahre, als er schon längst Uni-Prof war. Und sie war auch nach diesen 20 Jahren noch billig.
    Natürlich ist das noch so. Das Institut der Deutschen Wirtschaft hat vor ein paar Jahren mal herausgefunden, dass höchstens die Hälfte der Haushalte in Sozialwohnungen wirklich bedürftig seien. Ist man einmal drin, muss das nicht ständig nachgewiesen werden, dass man noch eine Sozialwohnung benötigt.

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