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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Ein starkes und immer wieder benutztes Argument für die Corona-Maßnahmen der Bundesländer und der Bundesregierung war immer die Belegung der Intensivbetten und die drohende Triage. Und auch für das "Viertes Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite", besser bekannt als Bundesnotbremse war, dass die Intensivstationen voll laufen würden. Ihr erinnert Euch doch sicher. Ist ja noch nicht so lange her.

    Heute nun hab ich auf der Seite des Bundesgesundheitsministers folgenden Satz gelesen:

    Im Jahresdurchschnitt waren vier Prozent aller Intensivbetten mit Corona-Patientinnen und -Patienten belegt.

    Bislang hatte ich - nicht zuletzt durch die Warnungen von Karl Lauterbach - den Eindruck, dass die allermeisten Intensivpatienten wegen Corona dort seien. Beim Lesen dieser oben zitierten Aussage muss ich mich nun allerdings sehr wundern.

    Das Zitat stammt aus diesem Beitrag auf der Seite des BMG:

    Beirat diskutiert und verabschiedet Analyse von Prof. Augurzky und Prof. Busse zum Leistungsgeschehen der Krankenhäuser und zur Ausgleichspauschale in der Corona-Krise

    Und in der Analyse, die man unter diesem Text findet, stehen auf Seite 13 sogar noch Werte von unter 4 Prozent:

    Die mittlere Verweildauer auf der Intensivstation lag bei Fällen mit Komplexbehandlung bei 11,0 Tagen und bei Fällen ohne Komplexbehandlung bei 4,3 Tagen (im Mittel ca. 9,1 Tage). Daraus ergeben sich rund 330 000 Verweildauertage oder 4,9% aller Verweildauertage auf Intensivsta- tionen. Unter Berücksichtigung der geschätzten Überliegerzahlen ergeben sich ca. 350 000 oder 5,2%.12 Bezogen auf alle vorhandenen Intensivbetten ergibt sich eine durchschnittliche Bele- gungsquote von 3,4% bzw. 3,6% durch COVID-19.

    (Hervorhebungen von mir)

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Monaline,

    worauf willst du denn damit hinaus?

    Du hast schon mitbekommen dass sich das Infektionsgeschehen bisher in 3 sog. Wellen entwickelte und dass die prekäre Situation in den KH vor allem in den Spitzen der Wellen stattfand?
    Think before you print.

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Zu den Wellen steht in dem oben verlinkter Analyse auf Seite 14:

    Die maximale Anzahl der Aufnahmen mit intensivmedizinischer Versorgung (behandelt auf Inten- sivstation oder mit intensivmedizinischer Komplexbehandlung) wurde im Frühjahr mit mehr als 2 000 Fällen in KW 13 (Ende März) erreicht (Anteil an allen Aufnahmen mit COVID-19 in KW 13 31%). Im weiteren Verlauf nahm die Anzahl absolut und relativ zunächst ab und stieg ab der KW 38 wieder an. Ab KW 44 (Ende Oktober) lag die Anzahl der wöchentlichen Aufnahmen mit intensivmedizinischer Versorgung wieder über 2 000. Der Anteil der ab KW 38 bis zum Jahres- ende intensivmedizinisch behandelten Patienten lag mit rund 70% (bezogen auf das Gesamtjahr) niedriger, d.h. der relative Anteil der intensivmedizinisch behandelten Patienten ging ggü. der ersten Welle zurück. Der Anteil an allen Aufnahmen mit COVID-19 ging auf unter 20% zurück.

    Und auf Seite 15 ist das auf dem Schaubild 4 zu sehen.

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Die Zahlen sind rein statistisch gemittelte Werte, die nichts darüber aussagen, dass damit das Personal über die Belastungsgrenze beansprucht wurde - die Intensivmedizin besteht aus mehr als Material und Tagen, die zählbar sind

  5. Moderation

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Zudem geht es ja darum, dass viele Patientinnen und Patienten eine stationäre Behandlung nicht in Anspruch genommen haben, ob wohl sie es gebraucht hätten. Nicht dringend, aber gemacht werden sollte es schon.

    Aber Monaline, was möchtest du uns sagen? Ich lese dich, Monaline so, dass du damit sagen möchtest, dass Corona ist nicht so schlimm ist, da die Intensivstation deiner Aussage nach nicht so stark belegt wurden.

    Von daher, sagst du Monaline, dass die Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte, übertreiben, wenn sie von Überlastung auf ihren Stationen aufgrund von Corona reden.
    Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" Coronavirus und...Userin

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    Von daher, sagst du Monaline, dass die Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte, übertreiben, wenn sie von Überlastung auf ihren Stationen aufgrund von Corona reden.
    Ich bin zwar nicht Monaline, aber ich denke, das jede außergewöhnliche Situation dazu führt.

    Auf den Intensivstationen (wie auf den anderen Stationen auch ) habe ich in "Normalzeiten" (den letzten 6 / 7 Jahren)selten anderes erlebt, als das zu wenig Personal da war. ( Lediglich in zwei Privatkliniken war das anders )
    Von den Notaufnahmen möcht ich gar nicht anfangen.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Es gibt und gab Überlastungen aufgrund zuvieler Covid 19 Patienten auf den Stationen einiger Krankenhäuser. Dies betrifft und betraf aber die Schwerpunktkliniken bzw die Kliniken, die schwere Fälle aus anderen Gebieten übernommen haben.

    Es gibt und gab Patienten, die wegen der Corona Pandemie nicht zum geplanten Zeitpunkt im Krankenhaus operiert oder behandelt wurden. Das hat aber nicht immer und zwingend mit einer Überlastung zu tun.

    Im letzten Jahr hielten sich viele Ärzte mit Krankenhausüberweisungen zur Abklärung einer Verdachtsdiagnose zurück, weil in Gebieten mit geringer Inzidenz Krankenhäuser oft der Ort waren, an sich Menschen mit Covid 19 infizierten - wobei auch die Ärzte in den Krankenhäusern oft von einer stationären Aufnahme abrieten, wenn es nicht absolut zwingend notwendig war. So kam ich im April 20 mit einer stationären Einweisung in die Urologie, wurde bei Aufnahme gründlich untersucht und bekam zu hören "Ich rate Ihnen, das ganze ambulant abklären zu lassen. Sie wären schätzungsweise 5 Tage hier. Die Gefahr, sich die gerade moderne Lungenentzündung einzufangen ist höher als die Gefahr durch den Zeitverzug bei ambulanter Abklärung."

    Und dass sich CT und MRT in meinem Fall über Monate hinzogen lag nur indirekt an der Pandemie. Aufgrund des erwarteten Patientenansturms musste das dazu gehörige Krankenkasse alle geplanten OPs absagen. Daher befand sich das gesamte Team der Radiologie in Kurzarbeit.

    Zu Normalzeiten wäre mein im April durch Zufall Festgestellter Nierentumor auch im April behandelt worden und nicht erst im Juli, ironischerweise nicht in meinem Bundesland, sondern in einem Nachbarbundesland, als Krönung auch noch in einem Krankenhaus, was generell sehr viele Covid 19 Patienten aufnimmt, auch aus anderen Gebieten.

    Und das auch nur, weil sich ein Notarzt aus unserem Team dahinter geklemmt hat.

    Das hiesige Krankenhaus durfte nämlich erst im Sommer in den Normalbetrieb zurückkehren und hatte bis dahin durch den Wegfall der geplanten OPs soviel Defizit eingefahren, dass zeitweise die Kommune für die Zahlung der Löhne und Gehälter einsprang.
    Eine Ausgleichszahlung bekam das Krankenhaus nicht, weil zuwenig Covid 19 Patienten behandelt wurden. Es kam kaum welche.
    Bis heute wurden 320 Covid 19 Patienten dort behandelt, davon 42 auf ICU.

    Auf einen Termin zur Hüft TEP wartet man trotzdem noch Monate.

    Wobei das Personal da auch jetzt nicht vor Langeweile Skat spielt oder Socken strickt.

    Die Überlastung des Personals war vorher gegeben und ist auch bei sinkender Inzidenz vorhanden. Und natürlich ist es für eine Pflegekraft komplett anders als im Normalbetrieb, wenn die Patienten über Wochen auf der ICU liegen, das ist im Regelfall nämlich nicht so.

    Nur jetzt so zu tun, als sei das alles nötig gewesen, um das Personal zu entlasten, ist einfach gelogen. Und auch eine Triage hat es so, wie angedroht, nicht gegeben.

    Das Problem ist systembedingt und lässt sich nur über mehr Personal lösen, wozu man die Arbeitsbedingungen verbessern müsste - von mir aus mit 25 Stunden Stellen, die aber wie 35 Stunden bezahlt werden, in besonders belastenden Bereichen - was aber mit deutlich höheren Kosten für die Bevölkerung bei gleichzeitig sinkenden Leistungen einher gehen wird und auch nicht in einer Legislaturperiode zu lösen ist. Das fehlende Personal muss ja erstmal ausgebildet werden.

    Aber dazu ist die Politik zu feige.

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Und erinnert Ihr Euch noch an die Aussage von Karl Lauterbach:

    “Diejenigen die jetzt auf der Intensivstation behandelt werden, die sind im Durchschnitt etwa 47 bis 48 Jahre alt. Das sind Menschen mitten im Leben.”

    Dazu gibt es nun den Bericht einer Recherche durch den Bayrischen Rundfunk:
    #Faktenfuchs: Werden Corona-Intensivpatienten immer jünger?

    Lauterbach bezog sich auf persönliche Schätzung, keine Statistik

    Auf Anfrage erklärte Karl Lauterbach, bei seinem Verweis auf ein Durchschnittsalter von 47 bis 48 Jahren habe es sich um eine persönliche Schätzung gehandelt. Er sei inoffiziell in Kontakt mit Intensivmedizinern und sei auch selbst auf mehreren Intensivstationen gewesen, um sich sein eigenes Bild zu machen. “Was ich damit ausdrücken wollte, ist, dass es Berufstätige sind”, sagte er dem #Faktenfuchs. “Ich hätte dazu sagen müssen, dass es keine Statistik gibt.”
    (.)

    Fazit

    Karl Lauterbach behauptete bei “Maybrit Illner”, auf den Intensivstationen seien Patienten im Durchschnitt 47 bis 48 Jahre alt. Das lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht belegen. Für die dritte Corona-Welle liegen noch keine aktuellen Daten vor. Auswertungen aus der ersten und zweiten Welle benannten ein Durchschnittsalter von 68 Jahren.

  9. Moderation

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Ich frag dich nochmal @ Moanline:
    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    Aber Monaline, was möchtest du uns sagen? Ich lese dich, Monaline so, dass du damit sagen möchtest, dass Corona ist nicht so schlimm ist, da die Intensivstation deiner Aussage nach nicht so stark belegt wurden.

    Von daher, sagst du Monaline, dass die Pflegekräfte und Ärztinnen und Ärzte, übertreiben, wenn sie von Überlastung auf ihren Stationen aufgrund von Corona reden.
    Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" Coronavirus und...Userin

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    AW: Politische Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    Aber Monaline, was möchtest du uns sagen? Ich lese dich, Monaline so, dass du damit sagen möchtest, dass Corona ist nicht so schlimm ist, da die Intensivstation deiner Aussage nach nicht so stark belegt wurden.
    Ich will damit nicht sagen, dass Corona nicht so schlimm ist. Für diejenigen, die es getroffen hat, war das ganz ohne Frage schlimm.

    Ich denke aber, dass diese Zahlen zeigen, dass die Regierungen mit ihren fortdauernden Worst-Case-Szenarien übertrieben haben und dass vor allem dieses "Viertes Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite", das am 22. April 21 eilig durch Bundestag und Bundesrat getrieben wurde mit seinen weitreichenden Grundrechtseinschränkungen überzogen - wenn nicht gar unnötig war.

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