Trotzdem - ist jetzt mein subjektiver Eindruck - waren die Verhältnisse schon mal besser.
Damals, als Politik zwar kritisiert, aber nicht unter einem absurden Generalverdacht (Unterdrückung, Verschwörung, Kaiserin Merkel etc...) stand. Wer doch so dachte, radikalisierte sich konsequent und wurde Terrorist.
Als die Medien noch als eine vielfältige Quelle der Information gesehen wurde, heute für manch "mündigen Bürger": Lügenpresse.
Man kann sicher der Ansicht sein, dass da einiges nicht gut gelaufen ist. Zu wenig Kommunikation, zuviel "von oben". Aber war das früher wirklich so viel anders?
Am ehesten kann ich noch zustimmen, dass die Medienlandschaft sehr eindimensional geworden ist. Die Konzentrationsbestrebungen bei der Tagespresse hat m.E. zu einer Verarmung geführt. Aber das ist kein Grund für mich, alles pauschal zu Lüge zu erklären.
Auch auf der Demo war kaum Austausch möglich. In der heute Sendung vom Sonntag wurden brav 3 Kurzinterviews gezeigt: eine besorgte Lehrerin (die Masken! die Schüler!), eine, die die Maske für ein Zeichen der Unterdrückung hält und dann den dritten erinnere ich mich grad nicht mehr. Mir schien es, in dem kleinen ausschnitt, ausgewogen. Aber nun.
Inwiefern? Zu wenig Ausgaben für Bildung?Es wurde viel dafür getan, dass jeder ein vollwertiger mitbürger sein kann. Es wurde durch bildung für möglichst viele versucht, sie zu mündigen, aufgeklärten, erwachsenen menschen zu machen.
Leider sehe ich bei diesem punkt in den letzten jahren einen rückschritt in der politik.
Ich bin mir da nicht so sicher ob es da ein durchgängiges Konzept gibt.Eine weitere erklärung ist das rüberschwappen des American Dream, die ausbreitung des neoliberalen gedankens, wie auch immer man es betiteln will.
Ich meine damit den absoluten individualismus.
Jeder ist von natur aus mündig, aber damit auch alleine für sich verantwortlich. Und nur für sich, für keinen anderen.
Einerseits gibt es ja ein gutes gefühl, eigenverantwortlich zu leben, ohne jemanden über sich zu haben. Andererseits ist es verdammt einsam, ohne solidargemeinschaft; dann kann das leben sehr hart sein.
Denn gleichzeitig sind ja die Erwartungen an einen fürsorglichen Staat groß, sonst könnte man ja nicht so enttäuscht sein?
Ja, eher so.Ich habe bei denen, die gerade auf die strasse gehen, den eindruck, dass sie den individualismus als grundrecht sehen, ohne die nachteile haben zu wollen.
Nicht die 'Rechten' meine ich damit; die machen das gegenteil und bilden rudel.
Mich macht das ratlos. Es ist eine Gemengelage, die ich gar nicht mehr nachvollziehen kann.
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01.09.2020, 16:51Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
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01.09.2020, 16:54Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Ich präzisiere gerne, da ich es auch persönlicher Erfahrung mitbekommen habe...
Gerade im Osten ist dieser Gedanke verbreitet.
Der Sturz in die Demokratie hat eine falsche Auslegung der Meinungsfreiheit zur Folge gehabt bei Vielen.
Der Umstand, dass auch in der Demokratie Bürger Pflichten haben, schmeckt so Einigen nicht.
Und es wird ihnen vermittelt, dass in der Demokratie genauso der Staat gestürzt werden kann, wie bei einem Regime.
Die alten Klassenfreunde, die sozialistischen Staaten, haben es ja auch irgendwann geschafft.
Das kein Land erfolgreich war, interessiert niemanden.
Hier ist nicht Kuba oder irgendwo in Südamerika.
Und Apfelsinen sind auch nicht mehr rationiert.
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01.09.2020, 16:54Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Die Querdenker sagten ja immer dass es ihnen um das Grundgesetz ginge.
Tja,...
Die Gruppe „Querdenken“, die sowohl eine Großdemonstration als auch die Versammlung an der Siegessäule angemeldet hatte, distanzierte sich von den Reichstagsstürmern. Diese hätten „mit ihrer Bewegung nichts zu tun“. Dafür kündigt ihr Pressesprecher etwas Großes an, das die Bundesrepublik radikaler verändern würde als die Erstürmung eines Gebäudes: In den kommenden zwei Wochen wolle man eine eigene Verfassung ausarbeiten.Ziel sei es, das deutsche Grundgesetz zu ersetzen. Dieses solle künftig nicht mehr gelten, es sei lediglich „Besatzungsrecht“.
Quelle: Querdenker beklagen „Besatzungsrecht“: Als nachstes mochten sie das Grundgesetz abschaffen - Tagesspiegel Mobil
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01.09.2020, 17:00Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Tja... Was für ein Gewäsch.
Sie wussten es vorher und hätten vorher Stellung beziehen müssen.
Aber dann noch das.
Und damit bewegen sie sich jetzt auf Augenhöhe der Reichsbürger.
Auf Deutsch:
Sie unterstützen Rechts aktiv.
Also liegen jetzt die Karten auf dem Tisch.
Ab sofort ist die Gruppe der Querdenker bei mir Rechts eingestuft.Geändert von Analuisa (01.09.2020 um 18:19 Uhr) Grund: Zitat repariert
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01.09.2020, 17:00Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Gute Frage.
Selten wurde dieser "mündige Bürger" so beschworen wie heute, und selten war er real gesehen so wenig erfassbar.
Da gehen ja die Meinungen auch schon wieder auseinander, was das überhaupt bedeutet.... *seufz*
Ein Beispiel:
In den 80er Jahren kam ins öffentliche Bewusstsein, dass FCKW die Ozonschicht zerstören.
Forscher untersuchten und erbrachten den Beweis, trotz aller Versuche der Industrie, das zu verhindern (durch Gegengutachten, Lobbyarbeit etc.).
Diesen Forschern wurde von der Mehrheit der - mündigen Bürger - Vertrauen geschenkt, der öffentliche Druck war groß, medial unterstützt, und die Politik reagierte.
Weltweit, übrigens!
Dabei konnte man das als Laie/ohne technische Unterstützung nicht sehen, weder das FCKW, noch das Loch (die Bilder hätten ja auch ein Fake sein können....)
Ich denke, das wäre heute gar nicht mehr möglich.
Allein die Vorstellung, was Donald Trump daraus machen würde, oder die AfD.
Kann jetzt jeder selbst seine Fantasie bemühen.
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01.09.2020, 17:06Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Doch, das würde heute genauso gehen.
Der Knackpunkt:
Es gab nur Änderung in der Industrie(Verbote, Filteranlagen, Produktionsumstellung), von dem der Bürger nichts mitbekam im unveränderten, täglichen Leben.
Kein Verzicht, da Ersatzstoffe benutzt wurden.
Das ist ein himmelweiter Unterschied ;)
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01.09.2020, 17:06
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Das ziel der bildung für alle wurde kastriert.
'Früher' war bildung der schlüssel zum wohlstand der gesamten gesellschaft. Bildung ermöglichte den 'unteren schichten' den sozialen aufstieg; es bildete sich eine solide mittelschicht, die die gesamte wirtschaft am laufen hielt.
Für Bildung ist kein geld mehr da, die mittelschicht wird eklatant vernachlässigt.
Bildung macht nämlich mündige bürger, und dazu gehört auch, dass arbeiter sich nicht ausbeuten lassen, frauen ihre gleichwertigkeit einfordern und grosse firmen nicht mehr so rücksichtslos zu mensch und umwelt agieren können, wie es ihre bilanzen und managergehälter erfordern.nichts ist wie es scheint
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01.09.2020, 17:10Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
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01.09.2020, 17:11Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Einspruch.
Die Behauptung ist schon sehr fragwürdig.
Schulzwang sorgt zumindest für ein Mindestmaß.
Ich kenne zu viele Leute mit Hauptschule, die aus ihrem Leben sehr viel gemacht haben und schlauer sind, als so mancher "Fachidiot"
Dazu bedeutet ja dann Bildung = Intelligentes Denken.
Unter Rechten und Querdenker gibt es massiv intelligente Typen.
Die laufen nicht dumm herum, sondern nutzen es, um zu manipulieren.
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01.09.2020, 17:12Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Dazu zu soll es weiter tägliche Demos geben, bei der auch der Verkehr behindert wird.
Verkehrseinschrankungen :
Demo: Grosser Stern ab dem Nachmittag komplett gesperrt
Da hört es doch auf.



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