Das verstehe ich nicht. Ernsthaft.
In der DDR gab es wenige demonstrationen (nicht offizielle), und die wurden vom staat bekämpft. Deswegen die wucht, mit der die Montagsdemos auf den staat wirkten. Sie waren trotz des staatswillens, und es waren viele menschen, die sich gegen ihn stellten, unter inkaufnahme starker bestrafung.
In der BRD hingegen war das recht auf demos ein grundrecht, von dem immer gerne gebrauch gemacht wurde. Keine davon hat die politik ins wanken gebracht. Ganz wenige haben zum ausdruck gebracht, welche veränderungen es in der gesellschaft gab und damit den start für einen politikwandel gekennzeichnet. Aber dafür gingen nicht nur ein paar tausend auf die strasse.
68er, Atomkraft, Nato-doppelbeschluss (als beispiel) mobilisierten nicht nur hunderttausende, sie stiessen vor allem eine diskussion in der gesamten gesellschaft an. Dadurch begriff die politik, dass etwas geändert werden musste. Freie wahlen taten das übrige. (ganz grob runtergebrochen)
Bei den Corona-demos fehlen mir die meisten elemente. Kein rückhalt durch einen signifikanten gesellschaftsteil. Keine formulierung von zielen, mit denen man sich auseinandersetzen könnte. Kein wille zur diskussion und schon gar nicht, eine solche in die gesellschaft tragen zu wollen.
Kein abbild einer relevanten strömung in der gesellschaft, weil alles so diffus, divergent und damit beliebig ist.
Bis auf den genauen zeitpunkt war es absehbar. Nicht im detail, aber als ereignis. Es stand uns unmittelbar bevor, so wie der klimawandel.Das kann keiner kalkulieren oder vorrausschauen , genauso wie Corona oder einen Lookdown noch vor 12 Monaten
Nur weil etwas nicht gesehen werden will, steht es trotzdem vor der tür.
Mein sehr persönliches gefühl bei diesen demos und den ganzen bewegungen drumrum ist das, als hätte ich mit einem kleinkind zu tun. Einem, das sich die augen zuhält, damit die böse welt aufhört zu existieren. Einem, das brüllt, weil es meint, sonst nicht beachtet zu werden. Einem in der trotzphase: ich will aber ... 'Nein, ich sage nicht, was ich will; das musst Du mir schon ansehen.'
Mmn fordern diese menschen beachtung, anerkennung und liebe. Einen zugang über die vernunft finde ich nicht.
Sie sind dabei aber so fordernd und anstrengend, dass ich nicht ausreichend kapazität dafür habe.
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29.08.2020, 17:36
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Geändert von daggy5gram (29.08.2020 um 17:43 Uhr) Grund: Freitag auf Montag geändert
nichts ist wie es scheint
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29.08.2020, 17:38Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Ist so, hast du recht.
Problem ist nur, wer setzt die Grenze zwoschen voll und einsam?
Eine Umfrage hier würde wahrscheinlich unendlich viele Grenzen ergeben.
Dann lieber alle und überall als : " Wenn mehr als 10 Menschen in einer Straße sich befinden, wo dann kein 1.5m Abstand mehr möglich ist....."
Wer soll das dann kontrollieren?
Die Polizei? Mit Zollstab und Klicker?
Die werden von den Demonstranten genug beschäftigt.Geändert von Inaktiver User (29.08.2020 um 19:30 Uhr)
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29.08.2020, 17:38Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Waren die Freitagsdemos der DDR nicht montags? ;)
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29.08.2020, 17:41
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29.08.2020, 17:46Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden

Deswegen sind die Pegida-Veranstaltungen immer Montags.
Und warum waren die Montagsdemos montags in der DDR? Weil in den Betrieben Montag nach Feierabend die Parteiversammlungen stattfanden, bei denen das ND vorgelesen und schnell alles abgenickt wurde, damit man endlich nach Hause konnte.
Übrigens hat die Kirche eine sehr große steuernde Rolle damals gespielt, in meinen Augen gsd, damit war es ruhig und besonnen, und zum Dank sind nach der Wende zwei Drittel der ostdeutschen Kirchenmitglieder ausgetreten, weil sie plötzlich Kirchensteuer zahlen mussten.
Ende OT
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29.08.2020, 17:53
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
oder Hilfe, Perspektive - für prekäre oder als prekär empfundene Lebenssituationen.
Ich glaube, die letzten 30 Jahre haben sehr viele Menschen überfordert. Sowohl technisch, als auch kulturell und politisch.
Das latente Gefühl von Bedrohung, zu kurz gekommen zu sein oft trotz oder gerade unter vielen Mühen und Anstrengungen.
Die Kombi aus "vielen sich abgehängt fühlenden" und "diese sind nicht still daheim, sondern laut via Facebook etc" ist neu.
Die großen politischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, die immer instabiler und auch fragiler werdende Natur ....
ist für sehr viele eine echte Bedrohung!
Das kann man auch nicht wegdeuteln. Sog. "Strukturwandel" - wo dann ein bedröppelter MP "Chancen" und "neue Techniken" fabuliert. Für Betroffene, die einen Mindestschulabschluss haben und nicht groß vom Glück geküsst waren bisher.
Oder nehmen wir das Thema Klimawandel: Es gibt viele Menschen, die in Situationen leben, wo sie grade mal so über die Runden kommen und sich auf den einen Urlaub im Jahr mit Flieger und Strand sehr freuen.
Da herrscht kaum Verständnis für "Verzichtskonzepte" - insbesondere, wenn sie vermuten, dass die Reichen, die die das alles anordnen wollen vollkommen dreist und ungehemmt nach wie vor (Corona) mit dem Flieger ....
Viele Menschen weltweit sind konservativ auch in ihren Werten: Konzepte zu "LGT....irgendwas" werden nicht als überfällige Bereicherung, sondern als Witz oder Gestörtheit empfunden.
usw. usf.
Das gibt dann über Jahrzehnte so ein Unbehagen, Argwohn und Abscheu Gebräu.
Und jetzt kocht es über.
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29.08.2020, 17:59
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Diktatur pur.
Beim Namen Attila ist das Karriereziel aber relativ bescheiden.^^
Die Montagsdemos am Ende des Bestehens der DDR hatten aber breiten Rückhalt im Volk. Da stimmte der Spruch. Heute nicht:
In einer am Samstag veröffentlichten Befragung des Forsa-Instituts im Auftrag der Mediengruppe RTL gaben 91 Prozent an, kein Verständnis für die Proteste zu haben.
Nur neun Prozent äußerten sich dem RTL/ntv-Trendbarometer zufolge zustimmend. Eine klare Mehrheit von 87 Prozent war auch der Meinung, dass die Menschen, die gegen die Maßnahmen auf die Straße gehen, nur eine Minderheit der Bevölkerung repräsentieren.
Quelle: Welt, 8.8.2020
Ich glaube nicht, dass sich in drei Wochen viel daran geändert hat.*
Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
Arnulf Rating
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29.08.2020, 18:03Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Die Menschheit kann aber auch nicht mehr so weitermachen wie bisher, ich bin kein Grüner, aber das unser Wachstum seit ein paar Jahren auf Kosten unsrer Kinder und Enkel geht, dürfte vielen schon mal als Gedanke gekommen sein. Nachfrage befeuert den Konsum, aber Nachfrage wird auch künstlich erzeugt und gesteuert. Und wenn ein angestellter Manager das 100fache Einkommen eines im gleichen Unternehmen angestellten oder gar von einer Leihfirma entliehenen Arbeiters erhält... das hat schon ein bitteres Geschmäckle. Die Arbeit des einen ist also hundertmal weniger wert als die des anderen. Würde der eine nicht arbeiten, hätte der andere nichts zu verkaufen und umgekehrt, würde der eine nicht verkaufen, hätte der andere keine Arbeit. Aber warum solche Unterschiede?
Aber wir kommen OT.
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29.08.2020, 18:18
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Die Diskrepanz zwischen können und wollen.
Ich denke, die Corona-Demonstranten wollen "zurück verändern"
Das klingt ja immer durch und sorgt für Komik:
"Corona soll weg", Klimawandel auch - das ganze neumodische Zeug soll "weg"
Damit man seine Ruhe hat vor den ganzen bedrohlich-absonderlich Ungewissheiten - die doch nicht sein müssten, wenn der Gates und die Merkel sie nicht ....
Las man doch vor Corona in den "Klimasträngen" zuhauf. Dieses "ich sehe überhaupt nicht ein... ich kann da auch nichts dafür... Ich will aber so weiterleben wie gewohnt: fliegen, shoppen, Fleisch essen - ging doch bisher auch....."
ich finde das nicht OT - weil es erhellen könnte, was die Leute auf die Straße treibt.
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29.08.2020, 18:18Inaktiver User
AW: Corona-Demo, das Fest für Freiheit und Frieden
Ja ist OT, aber diese Ungerechtigkeit besteht ja überall. Das wird immer so bleiben und Corona, so vermute ich, wird noch einen ordentlichen Schluck aus der Pulle dazu bedeuten. Die Leute, die auf die Straße gehen, werden ganz sicher auch nichts tun können. Dagegen ist eine Grenze öffnen scheinbar doch einfacher.
Corona ist da, ob zufällig, oder angeordnet, oder wie auch immer, wir werden uns damit abfinden müssen. Die Angst ist riesengroß, glaub ich. Ich sehe das in meinem Umfeld, auch im Ausland bei Verwandten. Manche sind starr vor Angst.
Bin gesapnnt auf die Nachrichten, war heute den ganzen Tag am Strand, übrigens wenig MNS, kein Formular-Ausfüllen im Restaurant und herrlich entspannte Strände. Aktuell im KKH mit Corona in SH: 6 PersonenGeändert von Inaktiver User (29.08.2020 um 18:25 Uhr)



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