Antworten
Seite 1 von 41 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 405
  1. User Info Menu

    Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Vorab: Fehlverhalten, egal ob tatsächlich oder vermeintlich, von staatlichen Sicherheitskräften kann und darf weder Anlass, Grund, und erst recht keine Entschuldigung für Steinwürfe, Prügel, Angriffe und brennende Einsatzfahrzeuge sein.

    Aber in erster Linie öffentliche Kritik am Verhalten von Sicherheitskräften für solche Straftaten verantwortlich machen zu wollen, erstickt nach meiner Meinung jede notwendige Diskussion über Rechtsextreme in Uniform, illegale Polizeigewalt oder Racial Profiling. Diese Dinge sind vermehrt erst in jüngster Zeit immer wieder in verschiedenen Strängen angesprochen worden, öfter mit dem Hinweis, dazu doch einen eigenen Strang aufzumachen.

    Das tue ich jetzt, nachdem ich gelesen habe, dass Innenminister Seehofer eine zuvor von seinem Ministerium angekündigte Studie zum Thema „Racial Profiling“ abgesagt hat. Wie ich finde, ein guter Aufhänger für eine Diskussion, denn wenn das nur „absolute Ausnahmefälle“ sind, warum dann keine Untersuchung, die das belegt? Aufwand und Kosten dafür sollten dem Minister der gute Ruf der Polizist/innen doch wert sein.

    Wichtig finde ich auch die Frage, warum Rechtsextreme bei der Bundeswehr so lange unbehelligt blieben und ungestört Munition und Waffen im eigenen Garten verbuddeln konnten, so dass die Verteidigungsministerin jetzt öffentlich zugeben muss: "Ich will noch mal sagen, es ist nicht nur die Frage des KSK."
    Starke Frauen sind leicht zu erkennen.
    Sie bauen sich gegenseitig auf, statt sich gegenseitig fertig zu machen.

  2. User Info Menu

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Man hört es doch schon oft und es stimmt auch: Probleme in dieser Hinsicht kann es in fast jeder oder in sehr vielen Berufsgruppen geben.

    Seehofer versucht vielleicht, wieder die Polizei zu "schützen".
    Ob das so einem Vorhaben dienlich ist? Vielleicht schon. Denn alleine durch die Durchführung der Studie würde die Polizei wieder in ein schlechtes Licht gerückt und das will er vielleicht vermeiden.

    Linke Kreise werden aufschreien oder das kritisieren, aber sie sind nicht die Mehrheit. Also erreicht er vielleicht doch sein Ziel.

    Ich kann ihn ein bisschen verstehen.
    In unserer Gesellschaft werden sehr viele Dinge nicht sachlich diskutiert. Es laufen viele Gerüchte um. Viele Leute glauben dies oder jenes.
    "Racial Profiling“ wäre dann wie schlechte Werbung für die Polizei. Alleine schon darüber zu reden wäre es.
    Es ist nun mal kein Verlass darauf, dass sich die Leute einen Sachverhalt "neutral" anschauen. Je nach "Lager" wird schnell emotionalisiert.

    Das Problem liegt nicht (nur) im Verhalten Seehofers sondern im Umgang unserer Gesellschaft mit Problemen.

    Wir brauchen sachliche Debatten, die sich einzig an Fakten orientieren.
    Das gibt es aber nur in einem relativ kleinen Teil der Bevölkerung.

    Das sollte man berücksichtigen, wenn man über Seehofers Verhalten in dieser Frage diskutieren will.
    Es lässt sich leicht über alles irgendwas sagen, wenn man keine Verantwortung für nichts trägt.

  3. User Info Menu

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Ich kenne mich familiär bedingt nur mit der Bundeswehr aus. Da bedingt das "System" einen gewissen Korpsgeist (der im Ernstfall auch extrem wichtig ist).

    Ich denke, diese Institution an sich wirkt anziehend auf Personen, die "anfällig 'für bestimmte Sichtweisen sind.

    Der Wegfall der Wehrpflicht (die für mehr" Durchmischung"gesorgt hat) und der erhöhte Personalbedarf, dazu die geänderte "Geschäftsgrundlage" der BW sorgt wohl dafür, dass sich deutlich mehr Rechte in der Truppe tummeln als noch vor 30 Jahren.

    Vereinzelt gab es sie immer - aber einen oder zwei in einer Kompanie kannst du als Vorgesetzter im Auge behalten und auch intern dafür sorgen, dass eine Karriere nicht funktioniert. Je mehr es sind, desto schwieriger wird es.

    So zumindest meine Theorie.

  4. User Info Menu

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Ich finde das sehr, sehr schade. Die weit überwiegende Mehrheit der Polizistinnen und Polizisten machen jeden Tag einen guten Job und schon im Interesse derer wäre eine solche Studie angebracht und auch, dass man entsprechende Schlüsse daraus zieht.

    Es ist doch anzunehmen, dass nichts dramatisch Schlimmes rausgekommen wäre. Aber die Polizei ist so stur und halsstarrig, wenn es um Veränderungen geht. Ich denke da an die Kennzeichnungspflicht. Was wurde damals dagegen gewettert! Und heute finden es viele Polizisten sogar gut, jedenfalls hab ich das neulich mehrfach so gehört.

    Meine Laune ist im Keller.
    Hoffentlich bringt sie Wein mit.
    .

  5. User Info Menu

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Zitat Zitat von putulu Beitrag anzeigen
    ... Vielleicht schon. Denn alleine durch die Durchführung der Studie würde die Polizei wieder in ein schlechtes Licht gerückt und das will er vielleicht vermeiden.
    Warum das denn? Wenn eine Studie zu dem Ergebnis kommen sollte, dass Seehofers Aussage von "absoluten Ausnahmefällen" zutrifft, würde doch die Polizei nicht in ein schlechtes Licht gerückt.
    In unserer Gesellschaft werden sehr viele Dinge nicht sachlich diskutiert. Es laufen viele Gerüchte um. Viele Leute glauben dies oder jenes.
    "Racial Profiling“ wäre dann wie schlechte Werbung für die Polizei. Alleine schon darüber zu reden wäre es.
    Es ist nun mal kein Verlass darauf, dass sich die Leute einen Sachverhalt "neutral" anschauen. Je nach "Lager" wird schnell emotionalisiert.
    Aber deshalb kann man doch Probleme nicht toschweigen, sondern muss dafür sorgen, dass an passender Stelle Leute sitzen, die sich den Sachverhalt mit einem neutralen Blick ansehen.

    Auf europäischer Ebene ist das bereits geschehen: Eine repräsentative Studie der Europäischen Grundrechteagentur aus dem Jahr 2017 zeigt jedoch: 14 Prozent der schwarzen Menschen in Deutschland haben in den vorangegangenen fünf Jahren Racial Profiling erlebt. Bei etwa einer Million schwarzer Menschen in Deutschland wären das rund 140.000 Betroffene. Quelle
    Starke Frauen sind leicht zu erkennen.
    Sie bauen sich gegenseitig auf, statt sich gegenseitig fertig zu machen.

  6. User Info Menu

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    ...

    Vereinzelt gab es sie immer - aber einen oder zwei in einer Kompanie kannst du als Vorgesetzter im Auge behalten und auch intern dafür sorgen, dass eine Karriere nicht funktioniert. Je mehr es sind, desto schwieriger wird es.

    So zumindest meine Theorie.
    Besonders schwierig, wenn der Vorgesetzte derjenige ist, der den Hitlergruß zu Rechtsrock-Klängen zeigt.
    Starke Frauen sind leicht zu erkennen.
    Sie bauen sich gegenseitig auf, statt sich gegenseitig fertig zu machen.

  7. Inaktiver User

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Warum ist es racial profiling, wenn z. in einem Park oder vor einem Bahnhof alle Drogendealer poc sind, nur diese zu kontrollieren? Solche Fälle müssen klar benannt werden und sind keineswegs racial profiling.

    Bestimmte Delikte werden von einem bestimmten Klientel begangen, es wäre doch Verschwendung von Ressourcen, wenn dann nicht gezielt danach gesucht wird.

    Wenn zb. in einer Zeitung berichtet wird, dies und dies ist passiert, der Täter war ein ca 24-jähriger, 180 großer Mann, wer hat ihn gesehen, und dann nicht geschrieben wird, dass er schwarze Haare hatte und dunkelhäutig (darf ich das noch schreiben?) war, ist das mE widersinnig
    .

  8. User Info Menu

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Fragen und Antworten zu Racial Profiling | Artikel | MEDIENDIENST INTEGRATION

    Eine Studie aus der Schweiz zeigt: Betroffene von Racial Profiling können chronische Angst vor Kontrollen entwickeln und verlieren Vertrauen in die Polizei. Viele schämen sich oder fühlen sich bloßgestellt. Zudem berichten Betroffene, dass sie bestimmte Orte meiden oder sich zurückziehen
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  9. User Info Menu

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Warum ist es racial profiling, wenn z. in einem Park oder vor einem Bahnhof alle Drogendealer poc sind, nur diese zu kontrollieren? Solche Fälle müssen klar benannt werden und sind keineswegs racial profiling.

    Bestimmte Delikte werden von einem bestimmten Klientel begangen, es wäre doch Verschwendung von Ressourcen, wenn dann nicht gezielt danach gesucht wird.
    Wikipedia: Als Racial Profiling (auch „ethnisches Profiling“ genannt) bezeichnet man ein häufig auf Stereotypen und äußerlichen Merkmalen basierendes Agieren von Polizei-, Sicherheits-, Einwanderungs- und Zollbeamten, nach dem eine Person anhand von Kriterien wie „Rasse“, ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder nationaler Herkunft als verdächtig eingeschätzt wird und nicht anhand von konkreten Verdachtsmomenten gegen die Person.

    Bekanntlich verkaufen auch weiße Dealer Drogen, weshalb es eindeutig rassistisch ist, davon auszugehen, dass ausschließlich alle auf einem Bahnhofsvorplatz oder in einem Park anwesenden dunkelhäutige Menschen Drogendealer sind. Und welche "bestimmte Klientel" setzt sich vollständig aus Tätern zusammen, die "bestimmte Delikte" begehen, und woran sind diese zu erkennen?

    Wenn zb. in einer Zeitung berichtet wird, dies und dies ist passiert, der Täter war ein ca 24-jähriger, 180 großer Mann, wer hat ihn gesehen, und dann nicht geschrieben wird, dass er schwarze Haare hatte und dunkelhäutig (darf ich das noch schreiben?) war, ist das mE widersinnig
    Es wäre mir neu, wenn die Polizei so vorgehen würde. Bei einer gezielten Fahndung liegen konkrete Verdachtsmomente vor, so dass es sich da nicht um racial profiling handelt.
    Starke Frauen sind leicht zu erkennen.
    Sie bauen sich gegenseitig auf, statt sich gegenseitig fertig zu machen.

  10. User Info Menu

    AW: Sicherheitskräfte in der Kritik – übertrieben oder überfällig?

    Zitat Zitat von Zwekke Beitrag anzeigen

    Bekanntlich verkaufen auch weiße Dealer Drogen, weshalb es eindeutig rassistisch ist, davon auszugehen, dass ausschließlich alle auf einem Bahnhofsvorplatz oder in einem Park anwesenden dunkelhäutige Menschen Drogendealer sind. Und welche "bestimmte Klientel" setzt sich vollständig aus Tätern zusammen, die "bestimmte Delikte" begehen, und woran sind diese zu erkennen?


    Es wäre mir neu, wenn die Polizei so vorgehen würde. Bei einer gezielten Fahndung liegen konkrete Verdachtsmomente vor, so dass es sich da nicht um racial profiling handelt.
    Dann schau Dir das mal an, wie entspannt die Polizei ist, denen bleibt auch nichts Anderes übrig.
    So viel nur zu schwarzen Drogendealer und der Polizei.
    YouTube
    Geändert von going_to (06.07.2020 um 08:18 Uhr)

Antworten
Seite 1 von 41 12311 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •