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    SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Was sagt ihr zu der Reichtumsdefinition der SPD, die laut letztem Parteitag bei 2 Mio € (freiem Vermögen) anfängt?
    Ich persönlich erachte es als Riesensauerei, dass z.b. kleine Selbstständige, die es schaffen, sich mit Immobilien, Wertpapieren etc. eine komfortable Altersvorsorge aufzubauen von Leuten, die sich Altersbezüge in Höhe von <10.000 €/Monat risikolos aus dem Steuertopf entnehmen, als anrüchig reich bezeichnen lassen müssen.

    Freies Vermögen wird von selbstständig Tätigen mit Einkommen erwirtschaftet, dass der normalen Versteuerung (in der Spitze zu 45 %) unterliegt, und dafür müssen diese TAG FÜR TAG Risiken tragen (ein paar Profiteure der Bankenrettung mal ausgenommen).
    Ein Bundestags- oder Landtagsabgeordneter, der sich aus jenem Steuertopf (den erfoglreiche Selbstständige kräftig füttern) bedient, muss das nicht: Er muss es irgendwie schaffen, mind.1 x gewählt zu werden, und was er ab dann leistet ist egal, die Altersbezüge sind ihm sicher.

    Also was sagt ihr zu der Tatsache, dass wenn von "Vermögen", "Reichen", "Multimillionären" die Rede ist, Pensionen und andere leistungsentkoppelte Ansprüche unerwähnt bleiben?

  2. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Hallo matsuyama,

    es wäre nett, wenn du in deinem Text einen Link zu einem Medienbericht ergänzen würdest, der die von dir erwähnte Reichtumsdefinition belegt, damit eine Basis für die Diskussion gegeben ist.

    Die Wertung "anrüchig reich" - stammt die von dir oder von der SPD? Auch das wäre gut zu wissen, damit eine sachliche, faktenbasierte Diskussion möglich ist.

    Vielen Dank und viele Grüße,

    Analuisa, Moderation
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Ich würde auch empfehlen, erstmal alle Fakten auf den Tisch zu legen. Ein Abgeordneter erhält pro Jahr, in dem er das Mandat ausgeübt hat, Anspruch auf 2,5% der Aufwandsentschädigung in Höhe von rund 10.000 Euro, die dann im Alter ausgezahlt werden (maximal 65%). Das heisst, es geht im Falle von einer einzigen Legislaturperiode um rund 1.000 Euro.

    Dafür muss eine Oma lange stricken, aber man muss halt auch schauen, wen man miteinander vergleicht. Ein MdB hat einen sehr verantwortungsvollen, arbeitsreichen Job und keineswegs einen risikolosen. Ich kenne persönlich einen ehemaligen Abgeordneten, der jetzt wieder einen ganz normalen Job hat - nachdem er erstmal eine ganze Weile arbeitslos war. Man muss sich schon überlegen, welche Leute man für die Politik gewinnen will und dann eben auch angemessen bezahlen.

    Was die 2 Mio. freies Vermögen angeht: Ja, auch ich finde, dass man damit reich ist. Punkt. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass es ggfs noch reichere Menschen gibt. Es gibt eben auch einfach sehr viele arme Menschen, die ebenfalls hart arbeiten und ebenfalls ein gutes Leben verdienen.

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von matsuyama Beitrag anzeigen
    Also was sagt ihr zu der Tatsache, dass wenn von "Vermögen", "Reichen", "Multimillionären" die Rede ist, Pensionen und andere leistungsentkoppelte Ansprüche unerwähnt bleiben?
    Typisch deutsche Debatte aus meiner Sicht. Bei einer Schulveranstaltung im letzten Jahr meinte eine ehemalige Mitschülerin (sie war als Gymnasiallehrerin gerade in den Ruhestand getreten - ihr Ehemann (ebenfalls Beamter) befand sich bereits in Pension), "wir als kleine Beamte" …

    Was ja durchaus stimmt, im Vergleich zu den von Dir erwähnten Landtags- und Bundestagsabgeordneten. Erst recht natürlich im Vergleich zu Staatssekretären, Ministern usw. Sicherlich auch im Vergleich zu anderen Lehrenden wie Professoren etwa. Die lebenslange Pension der beiden Lehrer beträgt aber zusammen immerhin > 7.000,00 Euro.

    Als ich ihr erklärte, daß ein Selbständiger, Freiberufler oder kleiner Unternehmer, der sich eine vergleichbare monatliche und lebenslange Rente in dieser Höhe "einkaufen" will (Stichwort: Sofortrente) einige Millionen Euro auf den Tisch legen muß, meinte sie nur, "daß kann nicht stimmen" …

    Wer vom Steuerzahler versorgt wird, muß sich eben um solche Themen keine Gedanken machen.

    Es ist also nicht ganz untypisch, daß bei einer Reichtumsdefinition gerade Politiker ihre eigene Altersvorsorge und deren Wert nicht berücksichtigen. Sei es aus Unkenntnis oder Absicht …

    Noch besser finde ich Politiker, die erst gar keine Zahl nennen. Da wird dann - auch auf mehrmalige Nachfrage - immer nur von den "ganz, ganz Reichen" gesprochen … damit sich ja keiner angesprochen und betroffen fühlt.

    Hinter der Reichtumsdefinition der SPD (so wie einiger anderer Parteien) steht ja letztlich nur die Idee einer Grenzziehung ab der staatlicherseits dann zusätzlich Geld abgeschöpft werden kann (z. B. Vermögenssteuer, Vermögensabgabe usw.). Das sollte man bei dem Thema nicht vergessen.

    Über die Folge- und Nebenwirkungen machen sich solche Politiker oft wenig oder keine Gedanken (Standortverlagerungen, Kapitalflucht, leistungsfeindliche Anreize, Fehlallokation von Mitteln usw.). Diese negative Folgen treffen dann meist und überproportional eher "Otto Normalverbraucher" und nicht die vermeintlich Reichen. Diese büßen (vielleicht) etwas Luxus ein (oder wählen sich andere Standorte) - ein einfacher Arbeiter aber kann dann schnell das für ihn Notwendige (z. B. seinen Arbeitsplatz) einbüßen.

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    @ Analusia: Das unterstellte "anrüchig reich" stammt natürlich von mir, das würde die SPD natürlich nicht ofen zugeben.

    Hier der Link von der Parteihomepage: https://www.spd.de/aktuelles/vermoegensteuer/

    Wichtig: Die Bewertung sol sich "grundsätzlich am Marktwert orientieren". Kein Wort zu kapitalisierten Pensionsansprüchen, die gerne mal 7-stellig ausfallen.

    @ Pola: Findest du das auch noch reich, wenn die 2 Mio die gesamte Altersvorsorge darstellen? Man also 20- 30 Jahre davon leben muss?
    Ich finde: nein. Wenn man allerdings diese 2 Mio neben 4.000 € monatlich (selbstverständlich inflationsbereinigt) bis zum letzten Atemzug besitzt, sieht die Sache gleich ganz anders aus.

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    danke kurant, du hats es gut erfasst.

  7. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von matsuyama Beitrag anzeigen
    @ Pola: Findest du das auch noch reich, wenn die 2 Mio die gesamte Altersvorsorge darstellen? Man also 20- 30 Jahre davon leben muss?
    Wenn Du 30 Jahre davon leben musst, sind das immer noch 5.500 EUR pro Monat (Inflation und Verzinsung mal der Einfachheit halber außen vor gelassen).

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass jemand 2 Mio. EUR auf dem Girokonto hat und das über 30 Jahre einfach so „verzehrt“. Ein Immobilienbesitz in Höhe von (heute) 2 Mio. Euro wirft z.B. sicher genug Gewinn ab, um davon recht angenehm zu leben. Während die Immobilien, trotz aller Kosten, im Wert steigen oder diesen zumindest behalten.

    Und man kann natürlich ein Versicherungsprinzip nicht mit einem Vermögen vergleichen. Wenn das beamtete Ehepaar mit 80 stirbt, ist das Geld halt auch weg. Die 2 Mio. des Selbständigen gehen dann halt an die Kinder/Erben. Das ist eine andere Voraussetzung.

    Diskutieren wir ernsthaft darüber, ob man mit 2 Mio Euro Besitz nicht reich ist? Es geht ja auch nicht nur um die Selbständigen mit Altersvorsorge.

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Warum darf man Reichtum nicht mehr definieren?
    Sebastian (Ariel - The Little Mermaid): Listen to me - the human world, it‘s a mess!

  10. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Pola Beitrag anzeigen
    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass jemand 2 Mio. EUR auf dem Girokonto hat und das über 30 Jahre einfach so „verzehrt“. Ein Immobilienbesitz in Höhe von (heute) 2 Mio. Euro wirft z.B. sicher genug Gewinn ab, um davon recht angenehm zu leben. Während die Immobilien, trotz aller Kosten, im Wert steigen oder diesen zumindest behalten.
    Es geht um freies Vermögen, nicht um Immobilienbesitz.

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