Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 250
-
13.03.2020, 11:10Inaktiver User
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
-
13.03.2020, 11:55
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Ad 1: Der Barwert (bzw. Gegenwartswert, also present value) ist einfach der Wert, den zukünftige Zahlungen (wie eine lebenslange Rente) in der Gegenwart besitzen. Dieser Wert wird durch Abzinsung der zukünftigen Zahlungen und anschließendes Summieren ermittelt (womit schon deutlich wird - Stichwort Abzinsung - gibt es keine oder kaum noch Zinsen, wird das Abzinsen geringer oder entfällt ganz; vereinfacht: Ohne Zinsen und Zinses-Zins-Effekt steigt der Barwert an. Das spüren z. B. Unternehmen, die für zugesagte zukünftige Renten immer höhere Barwerte im Hier und Jetzt bereitstellen müssen, als sog. Rückstellungen).
Das spürt in ähnlicher Weise auch ein Verbraucher, der sich beispielsweise mittels einer Einmalzahlung heute eine lebenslange Rente "einkaufen" will (sog. Sofortrente gegen Einmalbeitrag). Bei einer großen und typischen deutschen Assekuranz (ohne jetzt auf die diversen Details der Ausgestaltung einzugehen) gibt es z. B. für 50 tsd. Euro ca. 130 Euro monatl. Rente (für jemand der 65 ist, jetzt einzahlt und die Rente lebenslang erhalten will). Eine Rente von 5.000 Euro würde als bereits fast 2 Mio. Euro Einmalbeitrag erfordern. Renten von Bundestagsabgeordneten, Staatssekretären oder gar Ministern dürften (deutlich) über 5.000 Euro liegen. Insofern stellen diese (auch zukünftigen) Renten der Politiker ganz erhebliche Vermögenwerte dar - und es verwundert etwas, warum diese Vermögenswerte als Barwert im Vorschlag zu einer Vermögenssteuer keinerlei Erwähnung finden …
Ad 2: Das hatte ich auch so verstanden. Wobei aus meiner Sicht die dauerhafte Finanzielle Repression (negative Realzinsen) der ECB bereits jetzt wie eine versteckte Vermögenssteuer wirkt (da die tatsächliche Inflation nicht der offiziellen entspricht; s. Beitrag Nr. 57, Abs. 3) und auch der Anstieg der Vermögenspreise (Beispiel Immobilien; s. Beitrag Nr. 58, Abs. 2) die durch die Geldschwemme der ECB ausgelöste Geldentwertung nicht vollständig kompensiert.
-
13.03.2020, 15:40
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Guter Hinweis auf die EZB-Politik. Ich lese die Kommentare von Max Otte ganz gerne und habe ihn so verstanden, dass die Nullzins-Politik für aufgeblähte Aktienkurse und Immobilienpreise (jedenfalls in den begehrten Lagen) gesorgt hat, weshalb Otto-Normalsparer, dem die Rendite bestehend aus Kurssteigerungen und Dividenden zu riskant sind, weiterhin durch Zinsen real Geld verliert. So gesehen würde ich die Nullzins-Politik eher als versteckte Vermögenssteuer für brave Mittelschichtssparer verstehen als für Vermögende (=Leute die am Kapitalmarkt Risiken eingehen können).
Zurück zum eigentlichen Thema:
Ich finde eine Vermögenssteuer theoretisch in Ordnung, weil die Begründung von Rot-Rot-Grün bezüglich des Vermögens- und Einkomenszuwachses, welcher überproportional an der Spitze stattgefunden hat schwer von der Hand zu weisen sind.
Ich finde aber auch, dass Singles mit bis zu 5 Mio in Ruhe gelassen werden sollten (bei Ehepaaren bei der die Frau die Rückenfreihaltenummer gmeacht hat, das Doppelte).
Mal ehrlich, Millionäre-von-nebenan sind ganz normale Leute wie du und ich die ein paar Sachen im Leben richtig gemacht haben, und ja, damit auch Glück hatten.
-
13.03.2020, 16:21
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Ad 1: Sicherlich und unstrittig ist die ECB-Politik für normale konservative SparerInnen ein erhebliches Problem (Finanzielle Repression; sprich dauerhaft negative Realzinsen). Wie ich aber versucht habe darzustellen (s. Nr. 62, Abs. 3) könnte die Finanzielle Repression alle Vermögensinhaber treffen, weil selbst der nominale Anstieg der Vermögenspreise (wie Aktien und Immobilien) die Geldentwertung durch die Geldschwemme der ECB nicht vollständig kompensiert. Da ich selbst Immobilien habe: Gegen Gold gerechnet sind diese (trotz inzwischen gestiegener Immobilien-Preise) seit Euroeinführung günstiger geworden. Dies ist nur ein Gedankenspiel - meine wenigen Immobilien und die Zahlen dazu (Relation Kaufpreise in Unzen Gold gerechnet) erfüllen nicht ansatzweise einen wissenschaftlichen Anspruch. Wenn da aber etwas dran ist, wirkt die Finanzielle Repression auch für Vermögende schon jetzt wie eine Art versteckte Vermögenssteuer. Zumal m. E. die tatsächliche Inflation höher ausfällt als die offizielle (s. Nr. 57, Abs. 3). Zu ähnlichen Ergebnissen kommt man übrigens wenn man nach der klassischen Formel rechnet, also seit 1999: Geldmengenanstieg - Anstieg Wirtschaftswachstum = tatsächliche Inflation. Vereinfacht gesagt. Das würde hier aber zu weit führen.
Ad 2: Was mich bei dem Link (SPD-Vorschlag präsentiert von TSG) etwas gestört hat - auch wenn ich es zugegebenermaßen nur überflogen habe: Irgendeine konkrete Angabe habe ich nicht entdeckt. Also ab welchem konkreten Betrag ist man davon betroffen ? Wie sind die Superreichen definiert, die eventuell einen noch höheren Satz Vermögenssteuer zahlen sollen ? Wie hoch sind genau die Freibeträge pro Person ? Gibt es besondere Freibeträge für Menschen, die selbst für ihr Alter vorsorgen müssen (wie Selbständige, Kleinunternehmer, Handwerker usw.) ? Hierzu stand was von "weitgehender" (was immer das bedeuten mag) "Freistellung privater Rentenversicherung, die zur Altersvorsorge dienen".
Bei der Erfassung des Vermögens scheinen im SPD-Vorschlag die hier schon thematisierten Barwerte (Beispiel: "Politiker-Pensionen"), die ja schnell siebenstellige Beträge ausmachen können, keine Rolle zu spielen … Jedenfalls habe ich dazu nix gesehen in dem TSG-Vorschlag. Oder es überlesen ? Es war schon spät … Eventuell würden die Politiker-Renten mit den hohen Barwerten ja unter "Rentenversicherungen" und "Altersvorsorge" fallen - und wären damit von der Vermögenssteuer "frei gestellt" …
Geändert von kurant (13.03.2020 um 16:28 Uhr)
-
13.03.2020, 17:14
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
wenn ich eine immobilie verkaufe habe ich die 2 millionen eben auf dem konto
unfrei sind sie in einer immobilie keineswegs
ganz im gegenteil eine / mehrere immobilien im wert von 2 mio ist mehr wert, als die kohle auf dem konto, denn dafuer mußt du heutzutage noch geld bezahlen, wenn das auf der bank liegt
-
13.03.2020, 17:36
-
13.03.2020, 17:39
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Ich warte ja immer noch auf einen millionaire-next-door in diesem Faden. Wie gehts ihnen denn nun mit der SPD-Reichtumsdefinition? Keiner will sich mal dazu äußern?
Mir erschließt sich echt nicht, was der Titel mit den bisherigen Diskussionen zu tun hat.
-
13.03.2020, 18:01Inaktiver User
-
13.03.2020, 18:09
-
13.03.2020, 18:27Inaktiver User
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Ich halte mich eigentlich für den ganz normalen Menschen von Nebenan, gehe Vollzeit arbeiten und habe im Leben vielleicht viel zu viel falsch gemacht und Glück gehabt, habe ich mit meinen Kindern, aber um 2.000.000 € zu besitzen, müsste ich 100 Jahre arbeiten und gleichzeitig von Luft und Liebe und mit einem Dach unter Gottes freiem Himmel leben können. Mir ist ne Reichensteuer pupsegal, denn wo Tauben sind, fliegen Tauben hin, aber ich empfinde es ein wenig befremdlich zu barmen, wenn es um solche Größenordnungen geht.
Das Glück im Leben alles richtig zu machen und mit Glück noch mehr draus gemacht zu bekommen, hat halt nicht jeder und wird auch nie jeder haben.
Nur ich beklage mich da auch nicht ständig drüber.



Zitieren