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22.07.2020, 17:05
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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22.07.2020, 17:35Inaktiver User
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Analuisa, hierauf wollte ich nochmal zurückkommen und jetzt ist es mir wieder eingefallen: Ehrlich gesagt finde ich es nicht per se verwerflich, wenn jemand nur Mindestlohn bezahlt. Davon kann man in Deutschland leben. Nicht gut, aber es geht. Jemand mit H4 muss in aller Regel (einige wenige Ausnahmen ausgenommen) mit weniger klar kommen. Dazu kommen schließlich auch noch Zuschläge für Schichten, Nachtarbeit etc. und, nicht unerheblich, Kindergeld für die daheim gebliebenen Kinder. Hat jemand 4 Kinder und das ist bei den angesprochenen Rumänen und Bulgaren lt. TV Bericht eher die Regel, kommen da 850 Euro hinzu, der Arbeiter ist krankenversichert, erwirbt Rentenansprüche. Das hat ja schließlich Gründe, warum das für die osteuropäischen Arbeiter so verlockend ist, hier zu arbeiten.
Ich finde das per Se nicht verwerflich, nur Mindestlohn zu bezahlen. Jedenfalls in Gegenden, wo das möglich ist. In den meisten Regionen Süddeutschlands wirst du niemandem dafür bekommen.
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22.07.2020, 17:41
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Was ich in dem Kontext "Vermögenssteuer" auch merkwürdig finde - oder vielleicht eher bezeichnend:
Nach meiner Erinnerung wurde damals ausdrücklich als Kompensation für den Wegfall der Vermögenssteuer (bzw. deren Nichterhebung i.Z.m. dem BVerfG-Urteil) bundesweit die Grunderwerbsteuer drastisch erhöht. Und zwar von damals 2% um fast 80% auf dann 3,5% ab dem Jahr 1998. Die Grunderwerbssteuer fällt - vereinfacht gesagt - bei jedem Eigentumswechsel einer Immobilie erneut an. Und steigt somit übrigens auch mit den Immobilienpreisen.
Inzwischen hat sich in meinem Bundesland die Grunderwerbssteuer ausgehend von dem damals neuen und höheren Satz wieder fast verdoppelt: Auf nunmehr 6% - und über die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer wird zusätzlich parallel diskutiert.
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22.07.2020, 19:02
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22.07.2020, 20:32Inaktiver User
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Kurant, das wusste ich nicht mehr. Aber du hast recht, ich hab da tatsächlich was von 1997 gefunden, wo es eigentlich ganz gut erklärt wird:
Steuern 1997: Die Vermögensteuer entfällt (vorerst?) Erbschaft- und Grunderwerbsteuer werden erhöht Begünstigung des Grundbesitzes wird abgebaut
Daraus:
Paradoxe Lage
Die SPD-Fraktion und die Mehrheit des Bundesrates waren nicht bereit, der von der Koalition geforderten Abschaffung der Vermögensteuer zuzustimmen. So ergibt sich die paradoxe Lage, daß es weiterhin das Vermögensteuergesetz gibt, dieses aber nicht angewendet werden kann. Der Gesetzgeber sieht sich nicht imstande, aus dem Urteil des Verfassungsgerichts die Konsequenzen zu ziehen. Dieses hatte nicht nur verlangt, die Werte des Grundvermögens dem Verkehrswert anzunähern, sondern auch entschieden, daß kleinere Vermögen im Wert eines üblichen Einfamilienhauses im Erbfall steuerlich freigestellt werden müssen und daß nicht mehr als etwa die Hälfte der Einkommen durch die Steuer abgeschöpft werden darf.
Die SPD war bereit, die betriebliche Vermögensteuer zu streichen, nicht aber die Steuer auf Privatvermögen. Dann wären Kapitalgesellschaften steuerlich freigestellt, Personengesellschaften und Einzelunternehmer jedoch weiterhin belastet worden. Das hätte Steuervermeidungsstrategien provoziert. Der Wegfall der Vermögensteuer bedeutet im übrigen eine erhebliche Steuervereinfachung. Würde sie beibehalten, so müßten Millionen Grundstücke neu bewertet werden. Die Koalition kann sich in dieser Frage auf das fast einmütige Votum der Finanzwissenschaft berufen.
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22.07.2020, 23:31
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Die hohe Grunderwerbssteuer hat sehr schlechte Effekte, weil sie das Weiterverkaufen von Immobilien behindert, und damit behindert sie auch, dass Leute die jeweils für sie passende Wohnung/Haus haben. Insbesondere verstärkt das den Anreiz z.B. für alte Leute oder Verwitwete, in einem zu großen Haus/Wohnung zu bleiben, anstatt sich z.B. eine kleinere Wohnung zu kaufen. Und das wiederum verstärkt die Wohnungsknappheit.
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25.07.2020, 07:39
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Ich lege meine Meinung nochmal dar, in der Hoffnung, dass meine Zitate nicht wieder aus dem Zusammenhang gerissen werden.
Wenn man die sogennanten "Reichen" zu sehr mit neuen Abgaben (die ja jetzt schon zu den höchsten weltweit gehören) ärgert, sind folgende Szenarien wahrscheinlich:
a) Die von mir schon weiter oben beschriebenen Verschleierungsstrategie, also Änderung der Rechtsform oder Kapitalverschiebung innerhalb der Famile. Wenn das nicht möglich ist, kann man noch
b) In eine anderes Land gehen, in dem man mehr geschätzt wird (Kapitalflucht), oder
c) Sich selber mehr mehr Freizeit gönnen (da Mehrung des Vermögens zu unattraktiv geworden ist). Das bedeutet dann weniger arbeiten und Werte schaffen, was mittelfristig unserer Wettbewerbsfähigkeit schadet und uns alle ärmer macht.
Nicht umsonst hat man sich in der Vergangenheit solche Dinge wie den "Antifaschistischen Schutzwall" oder das "Recht auf Arbeit" ausgedacht, um das System am Laufen zu halten.
Wie ich schon sagte, ehemalige Bewohner der DDR (oder UdSSR) sind herzlich eingeladen, hier von ihren Erfahrungen mit (Teil-)enteignung zu berichten. Ebenso Bewohner der heutigen sozialistischen Länder Kuba, Laos, Venezuela, Vietnam oder Nordkorea.
Ich hoffe auch insgeheim noch, dass sich Spitzenverdiener (Steuersatz 45 %) hier outen, und als tatsächlich Betroffene ihre Meinung kundtun.
@kurant: schön, dass du dich wieder einklingst, wie immer sehr interessante Infos von dir.
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25.07.2020, 07:58
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Hier die Fakten zum Spitzen- und Höchststeuersatz:
Der Grundfreibetrag in 2020 liegt bei 9.408 Euro. Der Spitzensteuersatz für 2020 beträgt in der Zone von 57.052 Euro bis 270.501 Euro 42%. Erst ab einem Einkommen in Höhe von 270.501 Euro beträgt der Höchststeuersatz dann 45% für jeden weiteren Euro.
SpitzensteuersatzImmer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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25.07.2020, 09:55Inaktiver User
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
Meine ganz persönliche Meinung: Ich empfinde die Diskussion über weite Strecken als sachlich, differenziert und informativ. Schade, wenn das Niveau unter solchen völlig überflüssigen Latrinen-Parolen leidet.
Unser Grundgesetz sieht die Erhebung einer Vermögenssteuer durchaus vor und es hat jahrelang eine solche Steuer gegeben. Über das Für und Wider kann man wie so oft trefflich streiten.
Wir haben das Glück, in einem demokratischen Rechtsstaat zu leben. Die Art und Weise wie du die Mauer-Toten und die Opfer des nordkoreanischen Regimes für deine Agenda missbrauchst, ist zynisch, peinlich und völlig überflüssig.
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25.07.2020, 10:39
AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?
@BueVelvet, ich will schon länger auf deinen Beitrag #212 antworten, d.h. ich hatte schon einen Beitrag geschrieben, den ich aber vergessen hatte abzuspeichern und leider hat auch die Wiederherstellung nicht geklappt
. Ich hoffe, ich komme die nächsten Tage nochmal dazu. Auf jeden Fall wollte ich dir für den Link zu der Stellungnahme von Clemens Fuest danken, das war für mich sehr informativ.
Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs




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