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  1. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe es tatsächlich nicht geschafft, das deutsche Medianeinkommen zu ermitteln, kannst du uns eine konkrete Zahl bzw. die Quelle nennen?
    Mich würde auch interessieren, auf welche Art der Berechnung des Medianeinkommens du dich beziehst, matsuyama.

    Einem focus-Artikel von 2019 zufolge beläuft sich das Medianeinkommen in D auf 2.503 € brutto im Monat. Die recht niedrige Zahl erklärt sich dadurch, dass (wie aus dem Artikel hervorgeht, Quellen für die Angaben werden leider nicht genannt), nicht nur Vollzeit arbeitende, sondern offenbar alle Erwachsenen, egal ob vollzeit, teilzeit oder auf 450-€Basis Tätige, eingerechnet werden - ob auch nicht Berufstätige, Rentner, Arbeitslose in die Statistik eingegangen sind, wird nicht klar.

    Gehen wir mal von der Zahl 2503 Euro aus, der Brutto-Netto-Rechner zeigt mir dafür, nach Lohnsteuerklasse 1 berechnet, einen Nettolohn von 1.663,15 € an (wenn keine Kirchensteuer gezahlt wird, 26 Euro mehr).

    Als alleinstehende Person, die niemandem gegenüber unterhaltspflichtig ist, kann man davon sicher ein paar Hundert Euro im Monat zurücklegen - kommt wohl in erster Linie auf die Miete an, die man zahlt. Sofern man auf Familiengründung verzichtet und das Leben keine bösen Überraschungen für einen bereithält, wie Arbeitsplatzverlust, Kurzarbeit, Krankheit ... kann man das eine Weile so machen. Wenn man es hinkriegt, von 800 € im Monat zu leben, schafft man auf diese Weise die von PollexNiger angesprochenen 10.000 im Jahr. Aber wie gesagt, das muss man dann auch einige Jahre durchhalten, um das nötige Eigenkapital für einen Haus-/ Wohnungskauf zusammenzubekommen. Kinder darf man auch keine kriegen.
    Geändert von Analuisa (18.07.2020 um 13:59 Uhr) Grund: natürlich sind es mehr statt weniger netto ohne Kirchensteuer ;-)
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  2. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Dazu passt: Die EU-Komission hat Deutschland und fünf weitere EU-Staaten dazu aufgefordert, den Mindestlohn zu erhöhen, da dieser zu stark unter dem in den jeweiligen Ländern geltenden Durchschnittslohn liegt. Der EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, Nicolas Schmit, sagte, bezogen auf die durch die Corona-Krise verschärften sozialen Verwerfungen: "Es gibt ein Risiko, dass Armut und Ungleichheit anwachsen werden, wenn wir nicht gemeinsam schnellstens und entschlossen reagieren" (im Original in englisch, Übersetzung durch die tagesschau-Redaktion, nach Gehör mitgeschrieben von mir).

    Informationen nach tageschau, 17.7.20, 20 Uhr, ca. ab Minute 4

    Ich will hier jetzt keine Mindestlohn-Diskussion initiieren, das wäre off topic, aber es ist ein weiterer Beleg für die in D weiter auseinanderdriftende Schere zwischen Arm und Reich.

    Das scheint aber in der Gesellschaft nicht so wirklich ein Diskussionsthema zu sein. Ich bin überzeigt davon, dass die krassen Einkommens- und Vermögensunterschiede in D ein sehr zentrales Problemfeld sind. Hätten wir sie nicht (in dem Maße), wären andere Problemfelder einfacher zu bearbeiten. Viele soziale Probleme sind letztendlich Problem ungerechter Verteilung von Ressourcen. Die AfD würde an Boden verlieren und hätte es schwerer, Leute einzuwickeln. Die Armut von Rentnern und Alleinerziehenden hätte ein Ende, und nicht zuletzt, auch die aktuelle Pandemie hätte es schwerer, wenn es keine Massenunterkünfte mehr gäbe.

    Der schöne Satz in Art. 14 Abs. 2 des Grundgesetzes: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." hört sich zwar gut an, aber was heißt das praktisch? Warum kann ein Clemens Tönnies, dessen Vermögen auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt wird, (Angaben lt. Forbes), nicht dazu verpflichtet werden, Werkswohnungen für seine Angestellten zu bauen? Tönnies ist hier bitte nur als Beispiel zu lesen.
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  3. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    @PollexNiger,

    das wüßte ich auch gerne.

    Es frustriert mich ohne Ende, wie schwer die Frage nach dem Medianeinkommen zu beantworten ist. Man hat endlos Zahlen, aber:
    - oft findet man's nur für Haushalte nicht für Jobs
    - bei "per Job" ist das Problem: Was ist mit Leuten, die nur "dazuverdienen"?
    - was ist mit Brutto vs. Netto?
    Außerdem dauert die Ermittlung dieser Zahlen eine Weile, so daß man heute oft nur welche kriegt, die mindestens 4 Jahre alt sind. (Die in Wikipedia sind 10 Jahre alt) .

    Hier ist Hintergrund dazu. Da wird ein Brutto-Median für nicht-Beamte von 3T Eu angegeben, für Beamte von 4T Eu.
    Zeit Online: Wer ist Mittelschicht? listet Haushaltsmediane Netto und unterscheidet nach Haushaltsgröße.
    Hier Zahlen von 1991 bis 2003, mit (vermutlich) Kaufkraftbereinigung.
    Das Statistische Bundesamt schmeißt dich mit Zahlen zu, aber scheint sich mehr für den Durchschnitt als für den Median zu interessieren.

    Tja. Wahrscheinlich ist die Frage "Wie hoch ist das Medianeinkommen in Deutschland" zu unspezifisch. Wer mit dem Median oder dem Durchschnitt argumentiert, sollte eigentlich wirklich sagen, wo er ihn her hat, sonst vergleichen wir hier Äpfel und Pampelmusen.

    Ich halte mich im Zweifelsfall am ehesten an die Daten aus dem Link zu zeit.de (siehe oben), weil die nicht so tun als wären sie so total exakt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  4. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Ich bin überzeigt davon, dass die krassen Einkommens- und Vermögensunterschiede in D ein sehr zentrales Problemfeld sind. Hätten wir sie nicht (in dem Maße), wären andere Problemfelder einfacher zu bearbeiten. Viele soziale Probleme sind letztendlich Problem ungerechter Verteilung von Ressourcen.
    mit der Meinung stehst du nicht allein, da bin ich ganz bei dir.

    Warum kann ein Clemens Tönnies, dessen Vermögen auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt wird, (Angaben lt. Forbes), nicht dazu verpflichtet werden, Werkswohnungen für seine Angestellten zu bauen? Tönnies ist hier bitte nur als Beispiel zu lesen.
    Ein Arbeitgeber ist nicht verpflichtet sich um die Wohnverhältnisse seiner Mitarbeiter zu kümmern... oder hättest du gern, dass dein Arbeitgeber turnusmäßig deine Wohnung inspizieren lässt? Den Arbeitgeber geht es nichts an wie du wohnst... dafür zahlt er dir ja einen Lohn. Deshalb sehe ich die Verantwortung für die miserablen Unterkünfte nicht bei Herrn Tönnies, der ja nicht mal der Arbeitgeber (und damit der Ansprechpartner) der Werksarbeiter ist.

    Ein Arbeitgeber kann natürlich Wohnraum zur Verfügung stellen... aber nur gegen eine entsprechende Gegenleistung z.B. in Form von Miete.

  5. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Arbeitgeber ist nicht verpflichtet sich um die Wohnverhältnisse seiner Mitarbeiter zu kümmern... oder hättest du gern, dass dein Arbeitgeber turnusmäßig deine Wohnung inspizieren lässt?
    Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun, Max? Auch in einer Mietwohnung gilt die Unverletzlichkeit der Wohnung, auch der Eigentümer/ Vermieter darf nicht einfach die Wohnung betreten, ohne sich vorher angekündigt zu haben. Und ja, natürlich kann er für eine von ihm errichtete und zur Verfügung gestellte Wohnung Miete verlangen.

    Ich weiß, dass das so ist, dass man einen AG nicht dazu verpflichten kann. Würde ich auch nicht generell fordern. Aber ich habe nicht ohne Grund Tönnies' geschätztes Vermögen angegeben und das GG zitiert. Warum steht das im GG, wenn es keine Konsequenzen hat?

    Mich würden einfach eure Meinungen dazu interessieren.
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    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  6. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ein Arbeitgeber kann natürlich Wohnraum zur Verfügung stellen... aber nur gegen eine entsprechende Gegenleistung z.B. in Form von Miete.
    Das ist ein Strohmannargument.

    Die Unterkünfte werden von den Bewohnern bezahlt (siehe Merle Travis "16Tons".) Oft teuerer als Werkswohnungen von Firmen, die im 20. Jahrhundert nicht nur wollten, daß ihre ihre Angestellten und deren Familien gute, bezahlbare Wohnungen nahe am Betrieb haben, sondern etwas dafür taten, daß das passierte.

    ---

    Analuisa, ich denke, die Akkumulation von Reichtum in den Händen weniger auf dem Rücken von vielen zu verhindern ist immer ein Schwimmen gegen den Strom. Hinschreiben reicht nicht. Es muß permanent umgesetzt werden. Und wir -- als Gesellschaft -- haben uns in den 1980ern und 1990ern viel zu lange treiben lassen und uns erzählen lassen, am der Mündung des Stroms gäb's Kuchen für alle.
    Geändert von wildwusel (18.07.2020 um 15:58 Uhr)
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  7. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Ich weiß, dass das so ist, dass man einen AG nicht dazu verpflichten kann. Würde ich auch nicht generell fordern. Aber ich habe nicht ohne Grund Tönnies' geschätztes Vermögen angegeben und das GG zitiert. Warum steht das im GG, wenn es keine Konsequenzen hat?
    Man müsste diesen Satz "Eigentum verpflichtet" mal genauer definieren... meiner Meinung nach ist die Pflicht ja schon durch die Zahlung von Steuern und die Pflicht sein Eigentum (so es sich um Grundstücke etc. handelt) in Ordnung zu halten und gegen evtl. davon ausgehende Gefahren zu sichern, erfüllt. Eine gesetzliche Verpflichtung(!!) anderen von meinem Eigentum abzugeben weil ich doch selber genug habe kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

    Ob meine Meinung richtig ist weiß ich natürlich nicht... ich bin kein Jurist.

  8. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Laut Statistischem Bundesamt liegt das durchschnittliche Monatsgehalt 2019 bei 3.994 Euro ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Leider finde ich den Median auch nicht auf Anhieb, schaut mal mit, vielleicht findet ihr ihn hier
    https://www.destatis.de/DE/Themen/Ar...ublicationFile

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Also als ich den letzten Post verfasst habe, schwirrte mir der Medianwert von 1.900 € für einen Vollzeitarbeitnehmer im Hinterkopf herum.
    Ihr habt recht, es ist schwierig verlässliche Quellen bezogen auf den Arbeitsumfang zu finden, das seriöseste was ich hier gefunden habe ist der Median des Nettoäquivalenzeinkommens von 2016, herausgegeben von der Bundezentrale für politische Bildung:
    Einkommensverteilung
    Die nennt ein Einkommen von 21.275 € pro Person, also 1773 € pro Monat. Das beinhaltet aber alle möglichen Teilzeitmodelle. Ich mache jetzt mal fogende Milchmädchenrechnung auf: Wir setzen für den Vollzeitsingle den Faktor 1,2 an, das ergibt dann 2127 € pro Monat, das ist nicht so weit von meinem geschätzten Wert entfernt. Ist unsauber, aber auch nicht ganz realitätsfern.

    Mein Senf zu Tönnies: Wer das unmoralisch findet, darf gerne ein Unternehmen gründen, und seinen Mitarbeitern eine Unterkunft nach eigenem Gusto anbieten. Aber wie schon von der Moderation angemerkt, wird es hier etwas off-topic.
    Geändert von matsuyama (18.07.2020 um 17:51 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Analuisa, ich kann dich beim Gini-Koeffizienten schon verstehen, allerdings stehen wir international gesehen noch gut da. Und wenn Eigentum verpflichtet...verpflichtet Nicht-Eigentum dann zu gar nichts?
    Geändert von matsuyama (18.07.2020 um 17:51 Uhr)

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