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  1. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Das ist immer so.

    Gleiches gilt aber nicht selten auch für staatliche Eingriffe. Die nachträgliche Veränderung der "Spielregeln" etwa kann auch kontraproduktiv wirken. Und zwar gerade für diejenigen, die man angeblich schützen will. Beispiel "Bestellerprinzip" - weil es hier ja gerade um Immobilien, Wohnen, Mieten usw. geht.

    Habe ich hier in der Nähe (mittelgroße Stadt mit großer Uni) mehrfach erlebt. Einige ältere Leute haben da Kleinwohnungen und Apartments noch relativ günstig an junge Menschen, Studenten usw. vermietet. Typisch für dieses Segment ist eine hohe Fluktuation.

    Da die Mieter jederzeit (3-Monatsfrist) kündigen können, wird das Bestellerprinzip dann bei häufigen Mieterwechseln schnell zum Problem. Auf die günstigen Wohnungen meldeten sich oft Hunderte von Interessenten bei der Neuvermietung. Das konnten und wollten viele der älteren Vermieter nicht leisten (Mieterauswahl, Besichtigungen, Termine, Übergabeprotokolle usw.). Jedes Mal und immer wieder einen Makler zu beauftragen und die Maklercourtage zu bezahlen (2 Monatsmieten plus Mwst.) aber auch nicht. Und die Courtage auf die Miete aufschlagen widerstrebte auch vielen dieser älteren Vermieter.

    So haben einige dieser Kleinvermieter eben verkauft. Diese Wohnungen (am besten mehrere im Paket) erfreuten sich u. a. bei ausländischen Geschäftsleuten großer Beliebtheit und Nachfrage.

    Nur: Ob es nun bei diesen neuen Eigentümern und Vermietern für die Mieter besser wird, wage ich stark zu bezweifeln.

    Stichworte: Deutlich höhere Mieten, Abstandszahlungen, Vermietung als "möbliert" usw. konnte man schon direkt danach beobachten.
    Kurant, der ganze Beitrag klingt seltsam.

    Ich bin als Studentin (also bis vor kurzem) sehr oft umgezogen, auch noch vor der Einführung des Bestellerprinzips - nie war ein Makler involviert, und ich kenne das auch sonst von niemandem.

    Wie auch?

    Die meisten Studenten, insbesondere die, die den günstigen Wohnraum, den die älteren Leute ja anscheinend angeboten haben, brauchen, könnten doch sowieso keinen Makler bezahlen.

  2. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von matsuyama Beitrag anzeigen
    Ich möchte zum Thema Vermögen mal etwas weiter ausholen: Vermögen entsteht, indem man das Geld, was man einnimmt, nicht ausgibt sondern spart und investiert.
    Und zwar über Jahrzehnte. Es hilft nichts, wenn man zehn Jahre knausert und spart und dann eine Eigenbedarfskündigung kriegt oder wegen irgendeiner Krise, für die man nichts kann, die Aufträge ausbleiben, und das Geld ist weg.

    Ein Job (oder ein Job nach dem anderen) der dauerhaft, über Jahrzehnte, genug zahlt und die tatsächlichen Kosten, die man hat, nicht nur zu decken sondern robust zu übertreffen ist nicht nur notwendig, für Vermögensaufbau, sondern fast schon hinreichend. (Es sei denn, man verschenkt den Überfluß.)

    Bei den Kosten gibt's einen "harten Boden", unter den kommt man nicht. Und vieles, was das Einkommen verringert oder gefährdet (Krankheit, Kinder, Familienkrisen) erhöht die laufenden Kosten.

    ***

    Saetien, ich bin soweit auch lebenslang ohne Makler ausgekommen... aber da spielt auch Glück mit rein -- und Situation. Ich hab die Wohnung direkt vom Bauträger gekauft, meine Mietwohnungen waren von privat und/oder über Beziehungen, und als alleinlebender Mensch der auf ein gutes Angebot wartet, bevor sie umzieht, ist man in einer ganz entspannten Position. Sobald man gegen eine Deadline arbeitet oder erschwerte Umstände hat (man ist nicht vor Ort, man hat bestimmte Anforderungen) wird das schwieriger.

    Und für Vermieter ist "Makler" oft eine immense Befreiung von Kopfschmerzen und Zeit-, Orga- und Entscheidungsaufwand, daß mich es nicht wundert, daß das das Mittel der Wahl ist -- vor allem, wenn es nichts oder wenig kostet, wenn die Kosten vom Mieter übernommen werden.

    Andererseits, Markt. In einem Verkäufermarkt kann der Verkäufer (in dem Fall der Vermieter) die Nebenkosten, die er übernehmen muß, immer einpreisen. In einem Käufermarkt nicht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Und für Vermieter ist "Makler" oft eine immense Befreiung von Kopfschmerzen und Zeit-, Orga- und Entscheidungsaufwand, daß mich es nicht wundert, daß das das Mittel der Wahl ist -- vor allem, wenn es nichts oder wenig kostet, wenn die Kosten vom Mieter übernommen werden.
    Schon richtig, aber den Makler übernimmt ja der Vermieter.

    Andererseits, Markt. In einem Verkäufermarkt kann der Verkäufer (in dem Fall der Vermieter) die Nebenkosten, die er übernehmen muß, immer einpreisen. In einem Käufermarkt nicht.
    Ja, aber es gibt immer einen Maximalpreis, den man erwarten kann, mit oder ohne Makler. Insofern sind die Maklerkosten eigentlich immer on top.

  4. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Wildwusel, ich kann schon verstehen, wieso Vermieter mit Makler arbeiten. Nue, bei kurant las sich das so, als ob das vor Einführung des Bestellerprinzips nun ausgerechnet bei der Vermietung von Wohnungen für "arme Studenten" geschehen sei - und das halte ich für unwahrscheinlich, denn gerade die werden sich darauf am wenigsten einlassen.

  5. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Moderationshinweis

    Bitte beendet an dieser Stelle eure Diskussion über Mieter, Vermieter und Makler, ihr seid damit off topic.

    EnergieverbraucherIn, deinen Beitrag habe ich in den Talk-Strang verschoben.

    Analuisa
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  6. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bin als Studentin (also bis vor kurzem) sehr oft umgezogen, auch noch vor der Einführung des Bestellerprinzips - nie war ein Makler involviert, und ich kenne das auch sonst von niemandem.
    Eben. Die Studenten inserieren im lokalen Käseblatt ein Wohnungsgesucht und der nette Vermieter sucht sich den passenden aus. Ganz stressfrei.

    Dass Studenten permanent die Wohnung wechseln und jedes Mal einen Makler bezahlen können und wollen, ist völlig realitätsfern.

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    EnergieverbraucherIn, deinen Beitrag habe ich in den Talk-Strang verschoben.

    Analuisa
    Danke, aber eigentlich betrifft er ja die SPD.

  8. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Ja, der SPD-Strang wäre auch möglich gewesen - oder, da es nicht um ein Partei-Thema ging, besser noch der Koalitionsstrang. Jedenfalls nicht dieser hier.


    Analuisa, Moderation
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  9. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von matsuyama Beitrag anzeigen
    Ich möchte zum Thema Vermögen mal etwas weiter ausholen: Vermögen entsteht, indem man das Geld, was man einnimmt, nicht ausgibt sondern spart und investiert.
    [...]
    Übrigens: Sparen mag Menschen mit hohem Einkomen leichter fallen, es geht aber auch bei Leuten mit bescheidenerem Einkommen. Beispiel gefällig? Ich erziele ziemlich genau das deutsche Medianeinkommen, d.h. ich verdiene unterdurchschnittlich! Und schaffe es trotzdem ca. 50 % meines Nettoeinkommens beiseite zu legen. Nur muss ich dafür halt auch gewisse Unannehmlichkeiten und Mühen auf mich nehmen, indem ich Verzicht übe.
    Ich habe es tatsächlich nicht geschafft, das deutsche Medianeinkommen zu ermitteln, kannst du uns eine konkrete Zahl bzw. die Quelle nennen?

    Ich mache mal eine naive Überschlagsrechnung: Für den Mittelverdiener ist es schon eine beachtliche Leistung, 10.000 € p.a. auf die hohe Kante zu legen. Momentan wird der risikolose Zins komplett von der Inflation gefressen. Wenn man Zins und Inflation in erster Näherung komplett beiseite lässt, dann ist unser Geringverdiener beim Renteneintritt noch meilenweit vom "Millionaire-Next-Door" entfernt. Natürlich kann ich auch clevere Investitionen und hohe Renditen unterstellen, aber solche Anlagen bergen natürlich auch das Risiko eines Teilverlustes. "There is no such thing as a free lunch".

    Wohlgemerkt, die Rechnung unterstellt stillschweigend, dass man nie von solchen Ärgernissen wie Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffen ist.

    Noch wichtiger: Das Konzept ist daran gebunden, dass man sich gegen Kinder entscheidet und auch den alten Eltern in keinem Fall unter die Arme greift.

    Gesamtwirtschaftlich ist das ganze übrigens ausgesprochen heikel. Wenn ab morgen alle Deutschen strikte Haushaltsdisziplin und Konsumverzicht üben, kinderlos bleiben und das Geld investieren, dann gibt es einen Bombenrezession, gepaart mit einer irren Spekulationsblase.

    Vermögend wird man im Regelfall durch ein deutlich überdurchschnittliches Einkommen, erfolgreiche Selbständigkeit oder durch ein Erbe. Letzteres ist durchaus problematisch und trägt deutlich zum Konzentrationprozess bei.

  10. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Danke für eure Antworten

    Nocturna, BlueVelvet, matsuyama, ich finde es etwas schwierig, dass ihr das Thema mit euren Anmerkungen zum Eigenheimbesitz so auf die persönliche Ebene holt, das war jetzt von mir überhaupt nicht intendiert. Es macht es einem schwer zu argumentieren, denn wenn man dazu etwas Kritisches anmerkt, liest es sich u.U. so, als würde man Menschen, die im eigenen Haus wohnen, ihren Besitz und die damit verbundene Sicherheit nicht gönnen. Darum geht es mir absolut null.

    Natürlich ist jemand, der ein Haus im Wert von einer Million besitzt un der darüber hinaus kein oder kaum Vermögen hat, ein kleines Licht im Vergleich zu den "richtigen Millionären". Beißt euch bitte nicht am Begriff "Millionär" so fest.

    Und mir ist auch klar, dass ein Haus, das im München 1 Million wert ist, in einer kleineren Großstadt vielleicht noch 500.000 und auf dem Land 150.000 € einbringt. Dafür gibt es in D auch ein Gehaltsgefälle zwischen (Groß)stadt und Land bzw. im Vergleich von einzelnen Regionen, das das Gefälle bei den Immobilienpreisen in etwa widerspiegelt.

    Es ging mir darum, aufzuzeigen, dass die Vermögensverteilung innerhalb Deutschlands noch ungleicher ist, als bisher angenommen. Natürlich kriegt man unterschiedliche Zahlen je nachdem, was man als Vermögen mitrechnet, und internationale Vergleiche sind wegen bestimmter schwer vergleichbarer Parameter (die Eigenheimquote in D ist z.B. im Vergleich traditionell niedrig) schwierig. Trotzdem habe die Zahlen in dem Bericht eine Aussagekraft, meint ihr nicht?
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

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