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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Nur 12 Euro Miete für eine Wohnung im Glockenbachviertel in München zwischen Isar und Vikualienmarkt? Das ist quasi geschenkt für die Gegend. Da zahlen die Mieter bereits im S-Bahn-Einzugsgebiet deutlich mehr.

    Fest steht, falls das Haus an eine Immobiliengesellschaft verkauft wird, wird das eine saftige Mieterhöhung geben, sobald alle Schutzfristen abgelaufen sind. Wenn das Haus in der Familie verbleiben soll, bleibt dem Eigentümer nur das Haus mit einem sehr hohen Kredit zu renovieren. Das drückt die Erbschaftssteuer zumindest etwas, wirkt sich allerdings auch preistreibend auf die Mieten aus. Merke: wenn der Staat mitverdienen will, wirds für alle teurer.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  2. gesperrt

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Merke: wenn der Staat mitverdienen will, wirds für alle teurer.
    Das ist immer so.

    Gleiches gilt aber nicht selten auch für staatliche Eingriffe. Die nachträgliche Veränderung der "Spielregeln" etwa kann auch kontraproduktiv wirken. Und zwar gerade für diejenigen, die man angeblich schützen will. Beispiel "Bestellerprinzip" - weil es hier ja gerade um Immobilien, Wohnen, Mieten usw. geht.

    Habe ich hier in der Nähe (mittelgroße Stadt mit großer Uni) mehrfach erlebt. Einige ältere Leute haben da Kleinwohnungen und Apartments noch relativ günstig an junge Menschen, Studenten usw. vermietet. Typisch für dieses Segment ist eine hohe Fluktuation.

    Da die Mieter jederzeit (3-Monatsfrist) kündigen können, wird das Bestellerprinzip dann bei häufigen Mieterwechseln schnell zum Problem. Auf die günstigen Wohnungen meldeten sich oft Hunderte von Interessenten bei der Neuvermietung. Das konnten und wollten viele der älteren Vermieter nicht leisten (Mieterauswahl, Besichtigungen, Termine, Übergabeprotokolle usw.). Jedes Mal und immer wieder einen Makler zu beauftragen und die Maklercourtage zu bezahlen (2 Monatsmieten plus Mwst.) aber auch nicht. Und die Courtage auf die Miete aufschlagen widerstrebte auch vielen dieser älteren Vermieter.

    So haben einige dieser Kleinvermieter eben verkauft. Diese Wohnungen (am besten mehrere im Paket) erfreuten sich u. a. bei ausländischen Geschäftsleuten großer Beliebtheit und Nachfrage.

    Nur: Ob es nun bei diesen neuen Eigentümern und Vermietern für die Mieter besser wird, wage ich stark zu bezweifeln.

    Stichworte: Deutlich höhere Mieten, Abstandszahlungen, Vermietung als "möbliert" usw. konnte man schon direkt danach beobachten.

  3. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Ich hole diesen Strang noch einmal hervor, da ich auf Zeit online einen, wie ich finde, interessanten Bericht über eine Studie gelesen habe, die im Auftrag des Arbeitsministeriums von Ökonominnen und Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erarbeitet wurde: Link zum Artikel.

    Die Studie, die in dreijähriger Arbeit erstellt wurde, liefert neue Erkenntnissse zur Vermögensverteilung in Deutschland. Kurz gesagt: Die Ungleicheit ist noch größer als angenommen. Ging man bislang davon aus, dass die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung etwa 59 Prozent der Vermögen besitzen, muss diese Zahl wohl nach oben korrigiert werden auf ca. 2/3 des Gesamtvermögens. Das reichste Prozent besitzt nicht, wie bisher gedacht, ca. 22%, sondern 35% des Gesamtvermögens der Bevölkerung.

    Am anderen Ende der Skala sieht es so aus:
    Die Hälfte der Bevölkerung hat kein oder nur ein geringes Vermögen von bis zu 22.800 Euro. Im Schnitt beträgt das Nettovermögen dieser Gruppe rund 3.700 Euro.
    (Zitat aus dem verlinkten ZON-Artikel)

    Der Gini-Koeffizient für Deutschland steigt unter Berücksichtigung des Ergebnisse von 0,78 auf 0,81 oder (nach anderer Berechnung) 0,83.

    Und: Es sind ca. 1,5% der Bevölkerung, also ungefähr 1.245.000 Menschen, die mehr als eine Million € Vermögen haben.

    Finde ich insofern interessant, als der Titel dieses Stranges ja durch seine Formulierung suggeriert, als wäre es sozusagen normal und üblich, Vermögensmillionäre in der Nachbarschaft wohnen zu haben. "Millionaires-next-door" klingt so ein bisschen danach, als sollte damit ausgesagt werden: Naja, sind ja Menschen wie du und ich, haben halt ein bisschen mehr Geld.


    (Dazu, wie die Zahlen erhoben wurden und was als Vermögen gerechnet wird, bitte ich den Artikel zu lesen)
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

  4. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Interessant finde ich auch das hier:
    Forscher der Universität Hannover stellen 2016 in einer Umfrage fest, dass "die Befragten ihre Position in der Einkommensskala nicht einmal annähernd bestimmen" konnten. Dabei galt insbesondere der Grundsatz: Reich sind immer die anderen.

    Die oberen Einkommensklassen verorteten sich fast ausnahmslos in der Mitte, kaum jemand schien sich der Position an der Spitze bewusst. Wer würde das auch schon von sich behaupten: Ich bin reich?


    aus SPON: Einkommensauswertung: Deutschlands acht Millionen Topverdiener
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Und: Es sind ca. 1,5% der Bevölkerung, also ungefähr 1.245.000 Menschen, die mehr als eine Million € Vermögen haben.

    Finde ich insofern interessant, als der Titel dieses Stranges ja durch seine Formulierung suggeriert, als wäre es sozusagen normal und üblich, Vermögensmillionäre in der Nachbarschaft wohnen zu haben. "Millionaires-next-door" klingt so ein bisschen danach, als sollte damit ausgesagt werden: Naja, sind ja Menschen wie du und ich, haben halt ein bisschen mehr Geld.
    Es heißt aber auch ausdrücklich, dass die Rentenansprüche nicht in die Vermögenswerte eingerechnet wurden. Wer 40+ Jahre durchschnittlich Rentenbeiträge zahlt, dürfte so einiges auf der Seite haben mit dem Unterschied, dass diese Zahlen nirgendwo einfließen.

    Ansonsten kommt es halt sehr auf die Wohngegend an. In meinem Umfeld sind viele Reihen/Doppelhäuser. Wenn man die Preise hier kennt, sind das alles Werte um die Dreiviertelmillion. Da reicht das Grundstück aber noch nicht mal für eine Doppelgarage, worüber man in Meck Pomm wohl nur lachen würde. Ja, man ist nach Definition reich, es fühlt sich aber nicht so an, wenn man den Rasenmäher durchs Wohnzimmer vom Vorgarten in den hinteren Garten trägt.
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  6. Moderation

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Allerdings hat man mit dem Haus in teurer Wohngegend ein Eigentum, das man zu Geld machen könnte. Ich denke, dass diese Gewissheit allein schon eine Menge wert ist. Steht auch so in dem von mir verlinkten Zeit-Artikel:

    "Vermögen hat eine zentrale Sicherungsfunktion", sagt der DIW-Ökonom Grabka. Es kann wegbrechende Einnahmen – wie etwa jetzt in der Corona-Pandemie – auffangen. "Vermögen gibt aber auch Freiheit. Man kann zum Beispiel den Job wechseln, wenn man damit unglücklich ist."

    Man könnte beispielsweise im Rentenalter das Haus verkaufen, sich eine Mietwohnung suchen und sich ein schönes Leben machen (oder seine Kinder mit einem hübschen Erbe glücklich machen oder beides).

    Die gesetzliche Rente hat genau diese Wertaufbewahrungsfunktion nicht. Sie ist eine Versicherungsleistung, die angespart wurde - deren Höhe aber nicht fix ist, sondern davon abhängt, welches Lebensalter der Rentner erreicht. Und: Ich kann sie mir nicht auszahlen lassen.

    Angenommen, ich erreiche das Rentenalter, höre auf zu arbeiten, beantrage Rente und sterbe vier Wochen später. Dann ist das gesamte Geld futsch - ich kann es, im Unterschied zu echtem Vermögen, sei es nun in Geld- oder in Sachwerten angelegt, nicht vererben.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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  7. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Allerdings hat man mit dem Haus in teurer Wohngegend ein Eigentum, das man zu Geld machen könnte.
    Klar, aber da ist es tatsächlich so, bei mir auch, dass die Million dann tatsächlich zur Normalität wird, das sind dann meine sämtlichen Nachbarn, jeder der hier ein Reihenhaus hat das nahezu abbezahlt ist fällt darunter. Solang man aber drin wohnt kann man davon ja weder runterbeissen noch sich einen Ferrari kaufen.

  8. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Allerdings hat man mit dem Haus in teurer Wohngegend ein Eigentum, das man zu Geld machen könnte. Ich denke, dass diese Gewissheit allein schon eine Menge wert ist. Steht auch so in dem von mir verlinkten Zeit-Artikel:

    "Vermögen hat eine zentrale Sicherungsfunktion", sagt der DIW-Ökonom Grabka. Es kann wegbrechende Einnahmen – wie etwa jetzt in der Corona-Pandemie – auffangen. "Vermögen gibt aber auch Freiheit. Man kann zum Beispiel den Job wechseln, wenn man damit unglücklich ist."

    Man könnte beispielsweise im Rentenalter das Haus verkaufen, sich eine Mietwohnung suchen und sich ein schönes Leben machen (oder seine Kinder mit einem hübschen Erbe glücklich machen oder beides).
    Ich finde das eigentlich überhaupt nicht. Gesetzt den Fall, ich wohne im von Nocturna beschriebenen Reihenhaus und das ist sogar abbezahlt. Es ist 750 K wert, aber davon kann ich ja nicht abbeißen. Hab ich jetzt wegbrechende Einnahmen / werde ich arbeitslos, kann ich es zwar verkaufen und mir eine Wohnung zur Miete suchen, muss aber in der Regel meine ganze gewachsene Infrastruktur aufgeben und eine Wohnung im von Nocturna beschriebenen Bereich zur Miete zu finden, ist ja fast schon ein 6er im Lotto, mit wegbrechenden Einnahmen oder Arbeitslosigkeit sehe ich da wenig Möglichkeiten, ehrlich gesagt. Und was Grabka oben sagt "man kann den Job wechseln" - ja, aber nicht besser oder nicht schlechter als wenn ich zur Miete wohne.

    Ich hab mir das nämlich auch überlegt. Ich bin sehr, sehr froh, dass ich ein Haus hab. Ich möchte hier in der Region keine Wohnung suchen müssen, wenn ich mal Rentner bin. Da käme ich sicher auf der Beliebtheitsliste hinter den ganzen hippen Topverdienern ungefähr auf Platz 358, außerdem muss ich keine Miete zahlen, das ist viel wert. Aber es ist auch nicht so, als hätte ich dadurch Geld auf der Bank, von dem ich in Urlaub fahren könnte.

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    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Ich möchte zum Thema Vermögen mal etwas weiter ausholen: Vermögen entsteht, indem man das Geld, was man einnimmt, nicht ausgibt sondern spart und investiert. Wir sind ein freies Land, jeder Erwachsene hat das Recht, sich immer wieder neu zu entscheiden, ob er sein Geld ausgibt oder anlegt. Ob er (wie ein unreifes Kind) der sofortigen Bedürfnisbefriedigung nachgibt und konsumiert, oder jetzt Entbehrungen in Kauf nimmt, damit es einem in der Zukunft besser geht. Wie gesagt, wir sind ein freies Land, in dem jeder seine Entscheidung treffen darf. Nicht in Ordnung ist, später rumzujammern, weil man die negativen Konsequenzen seines früheren Handelns zu spüren bekommt, und dann begehrlich auf die Schätze von anderen schielen.

    Natürlich gehört auch (wie bei allem) ein wenig Glück dazu (wie hier schon am Beispiel Wertzuwachs der Immobilie in guter Lage geschildert wurde).

    Übrigens: Sparen mag Menschen mit hohem Einkomen leichter fallen, es geht aber auch bei Leuten mit bescheidenerem Einkommen. Beispiel gefällig? Ich erziele ziemlich genau das deutsche Medianeinkommen, d.h. ich verdiene unterdurchschnittlich! Und schaffe es trotzdem ca. 50 % meines Nettoeinkommens beiseite zu legen. Nur muss ich dafür halt auch gewisse Unannehmlichkeiten und Mühen auf mich nehmen, indem ich Verzicht übe.

  10. Inaktiver User

    AW: SPD-Reichtumsdefinition : Wie geht's den "millionaires-next-door" damit?

    Wie viele ernährst du von deinem Nettoeinkommen?

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