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  1. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    .... Und solche Regeln fehlen hier bei uns. Weil der Gesetzgeber bisher lieber pauschal Verbote ausgesprochen hat als sich ernstlich mit der Situation von Sterbewilligen zu beschäftigen. Er sollte das jetzt endlich mal hinkriegen.
    So sehe ich es auch. Klar, auch ich bin der Meinung, dass jede/r über sein Ende und den Zeitpunkt selbst entscheiden können sollte, aber es gibt für mich zur Zeit noch zu viele nicht geklärte Fragen.

    Die Thematik ist für mich vergleichbar mit einer Patientenverfügung: ich entscheide jetzt, im Vollbesitz meiner geistigen und körperlichen Kräfte, wie es mal gehandhabt werden soll, wenn ich darüber nicht mehr verfüge. Eine Situation, die ich überhaupt nicht kenne und ich gebe zu, auch garnicht richtig einschätzen kann.

    Auch Menschen, die schwerst krank sind können so etwas wie Lebensqualität empfinden (was immer das heisst, darüber habe ich nicht zu befinden). Wer soll da über das Ende entscheiden ? Vielleicht entsprechen meine einmal getroffenen Regelungen dann garnicht mehr meiner ganz konkreten Befindlichkeit ? Ich kann das aber möglicherweise garnicht mehr artikulieren.

    Sehr schwieriges Thema. Es ist jetzt nach dem Urteil sicher nicht so, dass jede/r mal eben im Handstreich für sich oder Angehörige Sterbehilfe holen kann. Es besteht seitens der Politik noch sehr viel Handlungsbedarf, sowie einer breiten gesellschaftlichen Debatte, ähnlich wie bei der Organspende.

    Ich finde den Artikel "Recht auf Tod" in ZEIT ONLINE sehr gut und differenziert geschrieben.

    Gruß Elli
    Geändert von Inaktiver User (26.02.2020 um 16:06 Uhr)

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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du darfst gern meine Postings noch einmal lesen. Und dann nochmal deine Argumente hier mit Belegen aus meinen Postings untermauern.

    So - ich fahre jetzt zu meinen Alten, Schwerkranken in die Heime. Munteres Diskutieren wünsch ich noch!
    Ich habe Deine Postings mehrfach gelesen und genauso verstehe ich sie. Du hast auch zu keinem Zeitpunkt eine Antwort darauf gegeben, warum Du es in Ordnung findest, dass Ärzte, deren Gewissenentscheidung anders ausfällt als Deine, nach der bisherigen Regelung strafrechtliche verfolgt werden sollten.

    Du scheinst wenig Vertrauen in Deine Kollegen zu haben, denn Du unterstellt ja quasi , dass nun jeder losgeht und bedenkenlos anderen beim Sterben hilft, wenn er nicht fürchten muss, ins Gefängnis zu gehen. Ich für meinen Teil traue Ärzten durchaus zu eine eigenständige und verantwortungsbewusste Entscheidung darüber zu treffen, in welchen Fällen es in Ordnung ist, einem Patienten beim Sterben beizustehen.
    Geändert von Lisa9 (26.02.2020 um 15:58 Uhr) Grund: u

  3. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Lisa9 Beitrag anzeigen
    Ich habe Deine Postings mehrfach gelesen und genauso verstehe ich sie. Du hast auch zu keinem Zeitpunkt eine Antwort darauf gegeben, warum Du es in Ordnung findest, dass Ärzte, deren Gewissenentscheidung anders ausfällt als Deine, nach der bisherigen Regelung strafrechtliche verfolgt werden sollten.
    Zitier doch bitte mein Posting, wo ich das geschrieben hab.

  4. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich gestehe, dass ich in den allgemeinen Jubel hier nicht einstimmen möchte. An mich wird einfach zu oft der Wunsch nach Sterbehilfe heran getragen. Und bisher wusste ich, dass das Gesetz auf meiner Seite ist. Jetzt hab ich nur noch meine private ärztliche Ethik, auf die ich mich berufen kann.
    Ich finde das schwierig.
    Es steht Dir doch frei, Dich genau über den Menschen und seine Sicht der Situation zu informieren. Und wenn Du der Überzeugung bist, dass Du einen assistierten Suizid (und nur hierum geht es) nicht unterstützen willst, dann musst Du das eben dem Patienten gegenüber vertreten.
    Ich denke, das ist zumutbar. Zumubarer jedenfalls als beispielsweise einen Menschen mit Gesichtstumor, der zwar so gut es geht palliativ versorgt wird, seine Situation aber einfach nicht mehr ertragen will/kann, zum Weiterleben zu zwingen.

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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    An mich wird einfach zu oft der Wunsch nach Sterbehilfe heran getragen. Und bisher wusste ich, dass das Gesetz auf meiner Seite ist. Jetzt hab ich nur noch meine private ärztliche Ethik, auf die ich mich berufen kann.
    Ich wüsste nicht, wie man das anders verstehen kann. Bisher war es einfach für Dich, weil Du nach Deiner - für mich zu respektierenden und zu akzeptierenden - Gewissensentscheidung keine Sterbehilfe leisten möchtest und den Patienten gegenüber auf das Gesetz verweisen konntest. Jetzt musst Du Ihnen erklären, dass es Deine ureigene Entscheidung ist, das nicht zu tun. Abgesehen davon, dass das sicher schwierig ist, gegenüber einem Patienten der leidet, wüsste ich nicht, was sich für Dich persönlich geändert hat. Du musst immer noch keine Sterbehilfe leisten, wenn Du das für falsch hälst.

    Für die Ärzte, die Sterbehilfe leisten möchten, hat sich aber sehr viel geändert. Sie dürfen das nach dem Urteil nämlich nun tun, ohne Angst haben zu müssen.

    Wie gesagt, von Dir immer noch keine Antwort auf die Frage, warum Du es gut fandest, dass Deine Kollegen bislang Angst vor straftrechtlicher Verfolgung haben mussten, wenn ihr Gewissen ihnen etwas anderes riet.

  6. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    So - ich fahre jetzt zu meinen Alten, Schwerkranken in die Heime. Munteres Diskutieren wünsch ich noch!
    Mit Verlaub, du spielst dich ganz schön auf.

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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es steht Dir doch frei, Dich genau über den Menschen und seine Sicht der Situation zu informieren. Und wenn Du der Überzeugung bist, dass Du einen assistierten Suizid (und nur hierum geht es) nicht unterstützen willst, dann musst Du das eben dem Patienten gegenüber vertreten.
    Ich denke, das ist zumutbar. Zumubarer jedenfalls als beispielsweise einen Menschen mit Gesichtstumor, der zwar so gut es geht palliativ versorgt wird, seine Situation aber einfach nicht mehr ertragen will/kann, zum Weiterleben zu zwingen.
    Ganz genau. Es wird doch kein Arzt gezwungen, Sterbehilfe zu leisten.

    Ich finde es sehr beruhigend zu wissen, dass ich, wenn ich irgendwann mal schwerkrank bin und den "Bedarf" nach Sterbehilfe habe, dann alles dafür in die Wege leiten kann. Und mir nicht überlegen muss, hänge ich mich jetzt lieber auf oder fahre ich gegen den Baum ...

  8. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von schubidu Beitrag anzeigen
    Es wird doch kein Arzt gezwungen, Sterbehilfe zu leisten.
    Erwarte ich als Patient nicht genau das - eine differenzierte Sichtweise, um eben auch möglichst allumfassend beraten zu werden, wenn ich mir eine zweite und dritte Meinung einhole?

    Ist doch super, wenn nun nicht alle ins gleiche Horn blasen! Das IST ein großes, gewichtiges Thema, das lässt sich nie und nimmer einfach lösen.

    Wer der Meinung ist, das Sterbehilfe das absolut "Böse" ist, darf das doch auch gerne so äußern und auch Patienten gegenüber seine Haltung dazu erklären.

    Wer Sterbehilfe befürwortet kann das nun ungestraft tun.

    So, und wann schaffen wir diesen Fortschritt nun auch beim Thema Abtreibung?

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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und die sich umbringen wollen, das sind meistens die Alten oder die liebesgekümmerten Jungen oder die Psychiatrie-Patienten. Und genau deswegen braucht es für assistierten Suizid klare Regeln!
    Bei den Psychiatrie Patienten bin ich völlig bei Dir, keine Frage.

    Die "Alten", die in den Fällen dabei waren, die auf ihre Anfragen Absagen bekamen, waren aber klar bei Verstand und wollten nicht mehr diesen Schmerzen ausgesetzt sein bzw. ein "Dahinsiechen" verhindern, wenn die Zeit gekommen ist.
    Persönlich kenne ich mittlerweile einige Fälle, in denen Menschen unglaublich qualvoll starben, da half auch keine Palliativmedizin mehr. Das war entsetzlich für die Betroffenen und die hilflosen Angehörigen, in Teilen möchte ich sagen, tief traumatisierend.

    Möchte die Doku jetzt doch noch verlinken, die ich immer wieder anspreche.
    YouTube

    P.S. Sorry. Text "zerschossen", bin jetzt zu faul zum Reparieren.
    Geändert von indiegrandma (26.02.2020 um 16:37 Uhr) Grund: P.S.
    Maxïmo Park: "The reason I am here".

  10. gesperrt

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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Es ist allerhöchste Zeit geworden. Selbstbestimmung, Freiheit, Menschlichkeit haben gesiegt. Ich bin allen, die dafür gekämpft haben, sehr, sehr dankbar, vor allem den Betroffenen wie Herrn Feldmann, die für dieses Urteil für uns alle erstritten haben.

    Ich denke heute mit Traurigkeit an Udo Reiter; ich hätte ihm so gewünscht, dass er das miterlebt hätte.

    Bin gespannt, was Spahn heute bei Maischberger dazu meint.
    Geändert von Gitta777 (26.02.2020 um 17:02 Uhr)

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