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  1. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Lisa9 Beitrag anzeigen
    Man sollte doch hoffen, dass menschenwürdiges Sterben und ärztliche Ethik immer vereinbar sind....
    Das Gegenteil wäre nämlich, dass dem Arzt meine Menschenwürde im Ernstfall völlig egal ist.

    Das ist übrigens auch, wie ich die Diskussion um die Sterbehilfe erlebe. Das Leid der Menschen, die elendig krepieren, weil es eben Fälle gibt, wo selbst die beste Versorgung die Qual nicht wirklich lindert, scheint die Verfechtern der harten Linie nicht wirklich zu stören.
    Für diese Menschen gibt es die Palliativmedizin und die Hospize. Die gilt es zu stärken, dann braucht kein Mensch sich um assistierten Suizid Gedanken zu machen, weil Sterben dann den Schrecken verliert. Das ist nämlich meine eigene Erfahrung und auch die der Palliativmediziner, die ich kenne. Wenn die Sterbenden ernst genommen werden, sie adäquate Behandlung erhalten, was Schmerzen usw. betrifft, erübrigt sich in den meisten Fällen nämlich der assistierte Suizid.

  2. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Jemand gesundes der nur alt ist und nicht mehr will, darf Sterbehilfe bekommen?
    Da dieses Gesetz gekippt wurde, wäre das jetzt möglich. Also dass man diesem Menschen die -medizinische- Möglichkeit gibt, sich zu suizidieren. Und da geht es für mich schon Richtung Euthanasie. Wer kann schon einschätzen, ob die angeblich lebensmüde Oma nicht doch von den geldgierigen Enkeln dazu überredet wird, endlich "friedlich einzuschlafen", weil doch die Füße immer so weh tun und alles eh so mühsam ist und das Gedächtnis nicht mehr so richtig funktioniert...


  3. Registriert seit
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    640

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Und die klaren Regeln müssen es verbieten, jemandem der schlimm leidet und nicht mehr leben will zu helfen? Damit wäre Dir geholfen?

    Ich finde Deine Einstellung ehrlich gesagt feige. Wenn Deine Ethik es Dir verbietet, ist es Deine Entscheidung, dem Wunsch des Patienten nicht nachzukommen. Aber anderen, die helfen wollen, in die Strafbarkeit zu treiben nur weil man seine Entscheidung vor dem Patienten nicht rechtfertigen möchte, finde ich problematisch.

    Ich habe übrigens beruflich auch mit der Problematik zu tun. Und die bisherige Gesetzeslage hat mich in ein ethisches Dilemma gestürzt, weil sie mir nämlich vorgibt, Menschen strafrechtlich zu verfolgen, die nach meiner persönlichen ethischen Bewertung genau das Richtige getan haben.

  4. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Lisa9 Beitrag anzeigen
    Und die klaren Regeln müssen es verbieten, jemandem der schlimm leidet und nicht mehr leben will zu helfen? Damit wäre Dir geholfen?

    Ich finde Deine Einstellung ehrlich gesagt feige. Wenn Deine Ethik es Dir verbietet, ist es Deine Entscheidung, dem Wunsch des Patienten nicht nachzukommen. Aber anderen, die helfen wollen, in die Strafbarkeit zu treiben nur weil man seine Entscheidung vor dem Patienten nicht rechtfertigen möchte, finde ich problematisch.

    Ich habe übrigens beruflich auch mit der Problematik zu tun. Und die bisherige Gesetzeslage hat mich in ein ethisches Dilemma gestürzt, weil sie mir nämlich vorgibt, Menschen strafrechtlich zu verfolgen, die nach meiner persönlichen ethischen Bewertung genau das Richtige getan haben.
    Ich glaube, du liest meine Postings nicht richtig.


  5. Registriert seit
    22.05.2019
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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schrieb ich doch. Und dass es schwierig ist. Ich empfinde einfach keinen Grund zum Jubeln. Und ich fand auch das Gesetz nicht verkehrt, undifferenziert ja, aber nicht verkehrt.
    Habe ich schon verstanden; ich finde das eben auch zu respektieren.
    Würde mich nie an einen Arzt wenden, der das nicht selber anders sieht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aktive Sterbehilfe bleibt übrigens weiterhin strafbar, heißt „Tötung auf Verlangen“. Nur so zur Info.
    Das ist mir klar, das nehme ich in Kauf.
    Maxïmo Park: "The reason I am here".

  6. gesperrt
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    541

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für diese Menschen gibt es die Palliativmedizin und die Hospize. Die gilt es zu stärken, dann braucht kein Mensch sich um assistierten Suizid Gedanken zu machen, weil Sterben dann den Schrecken verliert. Das ist nämlich meine eigene Erfahrung und auch die der Palliativmediziner, die ich kenne. Wenn die Sterbenden ernst genommen werden, sie adäquate Behandlung erhalten, was Schmerzen usw. betrifft, erübrigt sich in den meisten Fällen nämlich der assistierte Suizid.
    So ist es.


    Das Recht auf Suizid solange man dazu noch körperlich in der Lage ist, muss man selbst in die Hand nehmen und kann es nicht einem Arzt aufbürden. Sterbehilfe muss eine große Ausnahme sein und einer kleinen Gruppe Leidender vorbehalten sein.


  7. Registriert seit
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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Für diese Menschen gibt es die Palliativmedizin und die Hospize. Die gilt es zu stärken, dann braucht kein Mensch sich um assistierten Suizid Gedanken zu machen, weil Sterben dann den Schrecken verliert. Das ist nämlich meine eigene Erfahrung und auch die der Palliativmediziner, die ich kenne. Wenn die Sterbenden ernst genommen werden, sie adäquate Behandlung erhalten, was Schmerzen usw. betrifft, erübrigt sich in den meisten Fällen nämlich der assistierte Suizid.
    Ja, Palliativmedzin und Hospize sind total wichtig und sollten weiter gestärkt werden. Wenn den Menschen damit geholfen werden kann und sie dann keinen Todeswunsch mehr haben, ist das natürlich immer die beste Lösung. Aber Du wirst als Medizinerin doch nicht ernstlich bestreiten wollen, dass es auch Fälle gibt, in denen die Schmerzbehandlung nicht wirklich hilft? Mal ganz abgesehen davon, dass es immer wieder Fälle gibt, in denen Ärzte aus Angst vor Strafverfolgung (so klar sind die Regeln nämlich gerade nicht) lieber ein bisschen zu wenig Schmerzmittel zu geben, als zu viel.


  8. Registriert seit
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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Para_plumeau Beitrag anzeigen
    So ist es.


    Das Recht auf Suizid solange man dazu noch körperlich in der Lage ist, muss man selbst in die Hand nehmen und kann es nicht einem Arzt aufbürden. Sterbehilfe muss eine große Ausnahme sein und einer kleinen Gruppe Leidender vorbehalten sein.
    Es geht hier doch gar nicht darum, Ärzten etwas aufzubürden. Es geht darum, dass ein Mensch sterben möchte und ein Arzt ihm helfen möchte, das aber bislang nicht konnte, weil er nicht - im Ernstfall - ins Gefängnis gehen wollte.

    Es kann doch nicht sein, dass man die Menschen, die das gerade noch selber können, darauf verweist, dass sie doch auch vor einen Zug springen können.

  9. Inaktiver User

    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Lisa9 Beitrag anzeigen
    ....Du wirst als Medizinerin doch nicht ernstlich bestreiten wollen, dass es auch Fälle gibt, in denen die Schmerzbehandlung nicht wirklich hilft? Mal ganz abgesehen davon, dass es immer wieder Fälle gibt, in denen Ärzte aus Angst vor Strafverfolgung (so klar sind die Regeln nämlich gerade nicht) lieber ein bisschen zu wenig Schmerzmittel zu geben, als zu viel.
    Solche Fälle gibt es. Und die Ärzte, die dann nicht adäquat handeln, haben sich nicht richtig juristisch fortgebildet. Im Falle stärkster Schmerzen kann man nämlich bei Menschen, die im Sterbeprozess sind, Opiate geben (bzw. sich selbst mit Hilfe einer Pumpe geben lassen) „unter Inkaufnahme“ eines früheren Todeszeitpunktes.
    Geändert von Inaktiver User (26.02.2020 um 15:36 Uhr)

  10. Avatar von mono17
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    AW: Karlsuhe kippt Verbot organisierte Sterbehilfe

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Es wird ja kein Arzt verpflichtet Sterbehilfe zu leisten. Was ja auch gut so ist.
    Ein gewisser gesellschaftlicher Druck ist durchaus spürbar.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

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