so,
ich habe gerade mal in mein Bücherregal gegriffen . . .
Hans-Olaf Henkel: Die EURO-Lügner
Reinhard Cruisis: Rettet Europa, nicht nur die Banken
Oliver Janich: Die Vereinigten Staaten von Europa
und ganz aktuell, geht über den EURO hinaus, ist aber hochaktuell:
Max Otte: Weltsystem Crash
ach ja, so nebenbei wiederendeckt, ganz anderes Thema, aber lesenswert:
John Krakauer: In eisige Höhen
Ich finde gerade das Buch von Weik/Friedrich nicht, die schreiben auch ganz gut zum Thema EURO / EU.
Von Dirk Müller gibt es auch ein paar Bücher zum Thema EURO.
Man muss sich, wenn man Lust hat, einfach mal querbeet einlesen und sich selbst eine Meinung bilden.
lg luci![]()
Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 478
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27.02.2020, 18:56
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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27.02.2020, 19:34
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
@luciernago
Manche der Genannten sind m. E. so langsam aber sicher ein wenig zu Dauer-Crash-Propheten mutiert (wie Prof. Otte) oder waren es eigentlich eher schon immer (wie Weik & Friedrich) usw. Wobei sie mit bestimmten Thesen durchaus (leider) recht haben. Bei manchen kann man sich auch einer gewissen pro-domo-Sicht nicht erwehren, weil sie zu ihren Szenarien auch gleich passende "Lösungen" sprich Produkte anbieten/vermarkten (eigene Fonds beispielsweise). Das gilt nicht für den auch von Dir genannten Hans-Olaf Henkel. Seine Idee von Nord- und Südeuro hat erheblichen Charme und ist recht klug - möchte die große Politik aber nichts von hören ...
Es gibt aber auch sehr viele (einige Dutzend oder noch mehr) fundierte und seriöse Bücher zum Thema von Autoren, die keine ihrer Finanzprodukte verkaufen wollen.
Um beispielhaft nur mal einige wenige zu nennen:
Prof. Hanno Beck "Inflation" - die ersten zweitausend Jahre (Schwerpunkt: Geldsystem insgesamt)
Prof. Joachim Starbatty "Tatort Euro" (Schwerpunkt: Euro; der Autor gehörte zu den Klägern gegen die Euroeinführung)
Prof. Hartmut Walz "Einfach und genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen (Schwerpunkt: Anlage)
Prof. Walz bringt angeblich bald ein neues Buch heraus "Konstruktive Umgang mit der Eurokrise" (oder so ähnlich)
Michael Braun "Wenn Geld stirbt" (kompakter Rundumblick inkl. Eurothematik; Braun ist Wirtschaftswissenschaftler)
Klaus Peter Willsch "Von Rettern und Rebellen" (Schwerpunkt: Die Eurorettung aus Sicht eines Bundestagsabgeordneten).
In diesen Büchern findet man lohnende Stichwörter anhand derer man sich weiter in das Thema vortasten kann.
Lesen bildet - vor allen Dingen auch Kapital … wobei es inzwischen eher nur noch darum geht, möglichst wenig zu verlieren. Aber das ist wieder ein anderes Thema ...
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27.02.2020, 19:59Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Euch beiden ein Dankeschön für die Buchempfehlungen. Mal sehen, ob ich davon etwas schon second hand bekomme.
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27.02.2020, 20:02Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Also ich kann mich persönlich nicht beklagen. Haus gekauft, Kredit aufgenommen zu einem tollen Zinsatz.
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27.02.2020, 20:24
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Wo es persönliche Verlierer (z. B. Sparer) gibt, finden sich immer auch persönliche Gewinner (z. B. Kreditnehmer so wie Du - jedenfalls wenn es sich um Immobilienkrediten handelt; bei Dispozinsen sieht das anders aus …). "Verlierer" sind aber auch Immobilienkäufer, weil sie sich meist mit immer höheren Darlehenssummen verschulden müssen (s. u.).
Dabei sollte man (Du) allerdings auch bedenken, daß in aller Regel sinkenden Zinsen steigende Vermögenspreise bedeuten. Die Zinskonditionen sind extrem günstig - die Immobilienpreise aber auch entsprechend hoch. Am konkreten Beispiel: Vor zwanzig Jahren waren die Hypothekenzinsen irgendwo bei um die ca. 6% (exakte Zahl müßte ich nachschauen) und eine Eigentumswohnung hier in der Stadt kostete das 15-20fache der Jahresnettokaltmiete. Heute bekommt man bei passenden Rahmenbedingungen eine Hypothek für < 1,0% Zinssatz - aber Wohnungen in guter City-Lage kosten jetzt hier um das 35-40fache der Jahresnettokaltmiete. Besondere Wohnungen (schöner Blick, Altbau mit Stuck, Penthouse, Lage am Fluss, in einem neuen Wohnturm etc.) auch mal das 45-50fache der JNK.
Deine Aussage stimmt also nur teilweise (toller Zinssatz). Auf der Rückseite der Medaille stehen aber durch die extrem niedrigen Zinsen die deutlich gestiegenen Immobilienpreise. Diese bedeuten in aller Regel auch eine deutlich höhere Verschuldung.
Last but not least: Es könnte sich um eine Immobilienblase mit erheblichem Korrekturbedarf handeln (Experten und Gutachter - inkl. Deutsche Bundesbank und Gutachterausschuss halten an manchen Standorten die Preise inzwischen in einem Ausmaß von 20-30% für überzahlt …)
Was einem natürlich egal sein kann, wenn man die Immobilie eh nie verkaufen will oder muß.
Nachtrag: War nicht so schlecht geschätzt - Durchschnittszinssatz für Hypothekendarlehen lag im Jahr 2000 (also vor 20 Jahren) bei 6,4% ...Geändert von kurant (27.02.2020 um 20:31 Uhr)
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27.02.2020, 20:38Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Danke für die Büchertipps
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27.02.2020, 20:46
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Kurant,
danke für die Literatur-Tipps! Ich werde gleich Bücher ordern fürs Wochenende, wird eh mieses Wetter .
., Starbatty wollte ich eh schon immer mal lesen. PRof. Walz ist mir kein Begriff, da kann ich eine Bildungslücke schließen.
lg luciLEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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27.02.2020, 21:51Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Vielleicht passend zum Thema, hat der Goldpreis inzwischen (24.02.20) ein neues Allzeithoch erreicht.
Allzeithoch Gold in Euro & Dollar (All-Time-High) – GOLD.DE
Das tut er in der Regel nicht, wenn die Anleger besonders großes Vertrauen in das bedruckte Papier haben.
Wenn ich nicht als deutscher Steuerzahler für die EZB mithaftbar wäre, könnte mich das glatt kurz freuen.Geändert von Analuisa (27.02.2020 um 22:36 Uhr) Grund: entlinkt, da kommerzielle Seite, bitte Suchmaschine bemühen
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27.02.2020, 22:15Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Danke hier übrigens an Kurant, für deine wirklich guten Erklärungen.
Aber ich möchte hier auch nochmal auf die wirklich sehr sehr schönen Fragen von Bellatrix zurück kommen.
Die da zum Thema Target u.a. waren:
Ja, warum eigentlich ?
Ich fürchte, ich kann die Antwort erahnen.
Den Eindruck könnte man irgendwie bekommen.
Offensichtlich ist das so vorgesehen.
Aber "klauen" ist so ein hässliches Wort. Sagen wir...…………...sie "borgen" .
Auf unbestimmte Zeit, in unbegrenzter Höhe, und ohne Gegenleistung.
Ja.
Warum darf die das eigentlich ?
Und die Italienische ? Und die Griechische ? Und die...…………………..und so weiter.
Warum?
Und warum kommt mir dabei nur immer wieder das Wort "Transferunion" in den Sinn ???
Weil die gibt es doch offiziell gar nicht.
Fragen über Fragen.
Und wo sich sonst die "Ja-zu-Europa-Fraktion" vor klugen Antworten geradezu überschlägt, ist sie bei dem Thema nicht zu vernehmen.
Seltsam.
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27.02.2020, 22:25
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Das deckt sich (leider) mit meinen Statistiken und Gold-Kaufbelegen. Gegen Gold hat der Euro bereits > 80% an Wert verloren seit seiner Einführung im Jahre 1999. Seitdem hat Gold pro Jahr im Schnitt um 8,5% zugelegt.
Durch die massive Geldmengenausweitung der EZB (es wurden bereits > 2,6 Billionen frisches aus dem Nix geschaffenes Geld in den Markt verklappt) wurde der Wert des Euro beständig verwässert. Gold ist also im Preis nicht gestiegen - es braucht nur immer mehr verwässerte sprich entwertete Euro um exakt die gleiche Menge Gold zu kaufen.
Dabei kann man der Notenbank nicht mal einen Vorwurf machen: Die ECB versucht zusammenzuhalten, was auf Dauer nicht zusammenzuhalten ist - nämlich die Eurozone. Das wahre Problem (s. Strangtitel "Die europäische Einheitswährung) ist die fehlkonstruierte Euro-Währung.
Zu den Nebenwirkungen dieser "Betäubung" (diese Narkotisierung kann kurzfristig den Schmerz ausschalten sprich den Zusammenbruch noch verhindern - aber die eigentlichen Ursachen nicht ansatzweise bekämpfen):
Zu den Nebenwirkungen dieser Dauerrettung zählen: Fehlsignale aus Preisen, Preismanipulationen, keine unabhängige Notenbank mehr, künstlich niedrige oder keine Risikoprämien mehr, manipulierte Wechselkurse, Außerkraftsetzung des Haftungsprinzip, Negativ-Zinsen, erratische planwirtschaftliche Maßnahmen als Reaktion der Politik, Finanzielle Repression (Enteignung von Sparern), Zerstörung des Geschäftsmodells sprich klass. Zinsmargengeschäft solider Banken (wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken) usw. - sowie eben auch Vermögenspreisblasen - womit wir wieder bei dem Gold wären (oder Immobilien, oder Kunst, oder Oldtimern, oder Uhren usw.)
PS: Noch immer hoffe ich auf eine fundierte, positive Gegenmeinung zu meinem Eingangsstatement in Beitrag Nr. 1 ...Geändert von kurant (27.02.2020 um 22:31 Uhr)


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