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27.02.2020, 15:16Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Geändert von Analuisa (27.02.2020 um 22:29 Uhr) Grund: Vollzitat gekürzt
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27.02.2020, 15:41
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Die klammen Südländer bleiben gerne in der EURO-Zone, weil sie
1. einfach via TARGET anschreiben lassen
2. von der EZB ihre Staatsanleihen aufkaufen lassen und damit zu Geld kommen (die EZB druckt im Monat 20 Millairden EURO zum Aufkauf . .)
Wer das damals mitverhandelt hat, weiss ich nicht.
Einerseits werden die südlichen Länder erpresst, in der EURO-Zone zu bleiben. Andererseits haben sie inzwischen soviele Schulden in der EURO-Zone aufgehäuft, dass sie mit einem Austritt aus dem EURO den verbleibenden Staaten Probleme bereiten.
Es ist eine sehr komplexe Materie, dieses Friedensprojekt EURO . .
lg luci
luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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27.02.2020, 15:50
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Nun ja, die Briten verlassen (oder wollen es zumindest) die EU - es geht in dem Fall also nicht um die Eurozone, wie bei der Frage der beiden italienischen Abgeordneten. Die Briten haben ihre Währung (Pfund) nicht für den Euro aufgegeben. Und hatten dies m. W. auch niemals vor (auch nicht vor dem Brexit).
Den Hinweis Draghis würde ich eher als "Fingerzeit" und "Drohung" deuten …
Wobei sich daran viele ungeklärte Fragen anschließen würden. Ein Beispiel: Wie soll ein Land, welches ohnehin schon massiv verschuldet (ich würde sagen überschuldet) ist, die extrem hohen und angelaufenen Target-Schulden begleichen ? Ein anderes Beispiel: Was soll man machen, wenn das Land sich einfach weigert seine Verbindlichkeiten zu begleichen ?
Das Gleiche gilt ja auch im Kleinen: Bei Verstößen gegen die Maastricht-Kriterien waren auch Strafen (Strafzahlungen) vorgesehen. Trotz unzähligen solcher Verstöße - es ist m. W. niemals zu einer Strafzahlung wegen des Verstoßes gegen die Maastricht-Kriterien gekommen ...
Zu Deiner Frage wer "hat das denn damals auf deutscher Seite verhandelt": Federführend die Politiker - jedenfalls nicht federführend waren Ökonomen und Fachleute für Währungsfragen ...
Wobei: Von den diversen strukturellen Problemen der Eurozone und den Fehlkonstruktionen des Euro mal ganz abgesehen...
… die ganzen Regelungen (EU-Maastricht-Kriterien, EU-Wachstums-und Stabilitätspakt, Vertrag zur Arbeitsweise der EU wie AEUV mit Art. 125 Nichtbeistandsklausel, Art. 123 Verbot der monetären Staatsfinanzierung usw. usw.) sind eigentlich gar nicht so schlecht - wenn man sich dran gehalten hätte ...
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27.02.2020, 17:17Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Ich habe deinen Text eingekürzt.
Wahrscheinlich war und ist nicht möglich sich daran zu halten?
Ich erinnere mich, dass früher öfters "Verstöße der Maastrich-Kriterien und Strafzahlungen" zu hören war, z. B. in den Nachrichten. Das habe ich schon lange nicht mehr gehört. Haben sich da ganz viele total vertan, oder sollte das in Wirklichkeit alles genau so kommen? Wenn ja, warum? Und warum ist es ein Friedensprojekt Euro, Luciernago? Ihr werdet mich wirklich für blöd halten.
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27.02.2020, 17:23
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Bellatrix,
ich halte dich nicht für blöd, im Gegenteil! Du stellst genau die richtigen Fragen, was EU und EURO angeht.
Ich kann Dir gerne mal Lektüre empfehlen, bin allerdings gerade noch im Büro. Habe daheim einige Literatur zum Thema.
Zum Thema Friedensprojekt hat Frau Dr.Merkel mal sinngemäss gesagt: Stirbt der EURO, stirbt Europa.
Wobei - wie so oft - Europa mal wieder in einen Topf geschmissen wird mit der EU.
lg luci
LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH
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27.02.2020, 17:26Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Geändert von Analuisa (27.02.2020 um 22:30 Uhr) Grund: Zitat repariert
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27.02.2020, 17:41Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Sehr gern nehme ich deine Buchempfehlungen an. Luciernago.
Europa bleibt Europa, es sei denn, man teilt die Kontinente neu auf. In Europa gibt es auch Länder die weder den Euro haben, noch in der EU sind. Ich bin nie davon ausgegangen, dass wir uns mit unseren Nachbarländern in die Köppe kriegen und warum wir es andererseits nicht sollten, nur weil wir die gleiche Währung haben.
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27.02.2020, 17:43Inaktiver User
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Geändert von Analuisa (27.02.2020 um 22:33 Uhr) Grund: Zitat repariert
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27.02.2020, 17:57
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Falls Du in die Richtung selbst weiter recherchieren willst: Es war nach meiner Erinnerung übrigens ein Herr Daniel Hoffmann, der die EZB-Bilanz damals gründlich studierte und dem auffiel, daß da etwas unmöglich stimmen kann. Er machte dies dann sogar zum Thema seiner Doktorarbeit …
So erst wurde das besagte ANFA-Abkommen der EZB mit den nationalen Notenbanken, welches seit 2003 bis 2016 quasi geheim ablief, öffentlich. Es ging dabei um Hunderte von Milliarden - in der Spitze sollen es 720 Mrd. gewesen sein.
Den Cantillon-Effekt kann man sich vielleicht so vorstellen: Wenn man einen großen Klacks Honig auf einmal auf einen kleinen Teller gibt, dann bildet sich zuerst ein kleiner Berg mit Spitze, der sich dann aber im weiteren Verlauf gleichmäßig abbaut und in alle Richtung verteilt und verläuft. Wird aus dem Nix frisches Geld geschaffen/gedruckt, dann profitieren die am meisten, die dieses Geld zuerst erhalten (an der Spitze des "Honigberges"), also etwa Staaten, staatsnahe Unternehmen, Banken usw. Da dieses frisch geschaffene Geld die Inflation noch nicht sofort angehoben hat. Das neue geschaffenen Geld sickert aber weiter- sprich diffundiert in alle Märkte - und führt via Erhöhung der Geldmenge zu Verwässerung des Geldwertes sprich zur höherer Inflation. Wer am Rande des Honigs sitzt (um in dem Bild zu bleiben) kommt zwar teilweise und zeitverzögert (etwa über eine spätere Lohnerhöhung) auch an etwas mehr Geld. Wird aber dann auch mit den durch die Inflation bedingt bereits höheren Preisen konfrontiert. Und hat damit wenig oder nix gewonnen
Bin leider auch nur Finanz-Laie - immerhin ein interessierter Laie.
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27.02.2020, 18:15
AW: Die europäische Einheitswährung Euro
Ich weiß nicht, ob man da böse Absicht unterstellen soll oder kann. Zumindest nicht bei allen Politikern. Wahrscheinlich eher Unwissenheit und Unverständnis Geld und Währungen betreffend. Das Ganze war wohl von der Hoffnung getragen, daß unter einer Einheits-Währung sich die Länder auch automatisch einander annähern und sich die Lebensbedingungen der verschiedenen Länder angleichen würden (Konvergenz).
Tatsächlich wurden zwar Konvergenz-Kriterien zum Beitritt in die Eurozone definiert (schon diese wurden aber mißachtet; Beispiel: Italien), aber war man dann im "Euro-Club" wurde die Konvergenz nicht mehr weiter beobachtet und kontrolliert. So kam es zum Auseinanderdriften, schließlich auch zur Eurokrise, zur Eurorettung, zu den EZB-Maßnahmen usw. Heute ist statt Konvergenz eher mehr Divergenz festzustellen, als zur Zeit der Euroeinführung …
Die Hoffnung beim Euro der Politiker dürfte auch ein weiteres Zusammenwachsen der EU gewesen sein.
Nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen hat der Euro - und die nötige Eurodauerrettung samt Folgeschäden - die EU aber mehr gespalten als sie weiter zu vereinen.
Nachtrag: Eigentlich hoffe ich immer noch auf eine fundierte und positive Gegenmeinung zu meinem Beitrag Nr. 1 ...Geändert von Analuisa (27.02.2020 um 22:33 Uhr) Grund: Zitat korrekt zugeordnet



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