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  1. Avatar von Sprachlos
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    Konkurrenz oder Kooperation?

    Ein Thema, das mich schon lange umtreibt: was bringt uns mehr voran - Konkurrenz oder Kooperation? Und es ist hoch politisch, denn unser derzeitiges System beruht auf dem Gedanken, dass Konkurrenz die wichtigste Triebkraft des Fortschritts ist. Die Forschung glaubt aber nicht daran.

    Und es gibt mittlerweile vermehrt Stimmen, die zumindest infrage stellen, wie es den Menschen mit dem zunehmenden Druck in einer komplexer werdenden Arbeitswelt geht. Gerade auch wegen dieser zunehmenden Komplexität in allen Belangen des Lebens glaube ich an die Notwendigkeit der Kooperation gegenüber dem Wettbewerb.

    Wie seht ihr das?

    Konkurrenz oder Kooperation? Das ist die entscheidende Frage | Telepolis
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)


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    AW: Konkurrenz oder Kooperation?

    Kommt darauf an, wie wichtig man Konkurrenz nimmt.

    Wenn Existenzen davon abhängen, dann ist es verkehrt.
    Wenn es einen eher anspornenden, spielerischen Charakter hat, dann kann es auch Vorteile haben.

    Ich finde, beide gehen sogar zusammen, wenn man es spielerisch betrachtet.

    Kooperation liegt mir weitaus mehr. Konkurrenz hat mich nie interessiert. Nicht einmal in meiner Jugend oder als Schüler.

  3. Avatar von Amelie63
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    AW: Konkurrenz oder Kooperation?

    der Artikel fängt damit an, dass der Mensch genetisch so veranlagt ist.
    Es gibt ja auch Literatur, die das selbe über Kooperation sagt. Ich denke, beides sind Teile unserer Art,je nach Individuum und Situation unterschiedlich gewichtet. Und je besser man dazwischen switchen und sich dadurch auf die jeweiligen Gegebenheiten einstellen kann, um so mehr würde ich das als geistige Beweglichkeit verstehen.

    Zitat Zitat von Sprachlos
    Und es ist hoch politisch, denn unser derzeitiges System beruht auf dem Gedanken, dass Konkurrenz die wichtigste Triebkraft des Fortschritts ist
    Ich erlebe es eher so, dass sich das sehr verändert hat und noch weiter verändern wird. In vielen Bereichen wird doch viel mehr interdisziplinär gearbeitet als früher. Sicher bedeutet das auch zwischen den einzelnen Bereichen und Individuen eine Konkurrenzsituation, aber letztlich dürfte die Kooperation überwiegen, um die gemeinsamen Ziele erreichen zu können. Ich denke da an Medizin und Forschung.

    Aber auch in meinem Arbeitsbereich habe ich hier starke Veränderungen erlebt. Mein Berufsbild wurde überhaupt erst erfunden, um Schnittstellen zwischen Aufgaben bedienen zu können. Damit bin ich auf Teamarbeit angewiesen, entlaste die Techniker aber auf der anderen Seite von den nichttechnischen Aufgaben, die sie früher miterledigen mussten.

    Eine spezifischere Arbeitsteilung ist heute bei der Vielzahl an Bürokratie und Dokumentation fast unumgänglich. Gleichzeitig muss dadurch zwingend Kooperation erfolgen, die den dafür erforderlichen Kommunikationsfluß fördert - da hockt allerdings auch das meiste Konfliktpotenzial

    Zitat Zitat von Sprachlos
    Und es gibt mittlerweile vermehrt Stimmen, die zumindest infrage stellen, wie es den Menschen mit dem zunehmenden Druck in einer komplexer werdenden Arbeitswelt geht
    Das eine ist die komplexer werdende Arbeitswelt, die eine Veränderung der Strukturen erfordert. Die da auch schon im Gange ist. Bis hin zu neuen Berufsbildern.

    Das andere ist der Druck. Da frage ich mich aber, wie sehr hat der, jetzt mal ganz negativ gesagt, mit Ausbeute zu tun?
    Und auf das Thema bezogen: in welchen Fällen kann man von Konkurrenz sprechen, die irgendwas mit unserer Genetik zu tun hätte, und in wie vielen Fällen wird die Konkurrenz schlichtweg kulturell bzw. marktwirtschaftlich erzeugt, durch Billiglohnsektoren, Strukturen der Armutsverwaltung , usw. Das ist in meinen Augen keine gesunde Konkurrenz, die den Fortschritt vorantreiben würde, sondern die Grundlage für Ausbeute und Gewinnsteigerung durch Kosteneinsparung.
    Die Kosten trägt die öffentliche Hand, z.B. weil arbeitende Menschen mit HartzIV aufstocken müssen.

    Zusammenfassend sehe ich es so:Konkurrenz und Kooperation können sich prima ergänzen und damit tatsächlich Entwicklungen vorantreiben.

    Politisch/Gesellschaftlich sehe ich hier aber in den althergebrachten Strukturen viel Potenzial ungenutzt.
    Vieles könnte man relativ zeitnah und "einfach"ändern, z.B. die Aufwertung des sog. 2. Arbeitsmarktes, damit Menschen, die, warum auch immer, staatlich subventioniert werden müssen, wieder einen Platz in der Gesellschaft finden könnten, mit dem Gefühl und dem Ansehen, dass sie was zurück geben. Was andererseits auch die Gesundheit stärken würde - denn auch das ist inzwischen eine volkswirtschaftlich messbare Größe, dass keine Arbeit, oder eine ausbeuterische Arbeit zu haben, krank macht.

    Es ist aber mehr die Konkurrenz um bessere Arbeitsbedingungen, die krank macht, und damit meine ich auch die Überlastung in vielen Berufsfeldern, z.B. Medizin, das sind ja auch keine guten Arbeitsbedingungen, als das, was man klassischerweise unter Konkurrenz versteht.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
    Geändert von Amelie63 (01.03.2020 um 07:54 Uhr)

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