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  1. Inaktiver User

    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen

    Vieles aus der amerikanischen Kultur ist mir als deutschen Europäerin einfach sehr sehr fremd. Angefangen bei der - aus meinem Empfinden - extremen Religiösität, weiter geht es bei dem Recht auf Waffen, der Ablehnung eines solidarischen Systems und vielen kleineren Themen. Das ist mir aus vielen Berichten der letzten Wochen und Tage klar geworden.

    .
    Hallo in die Runde,

    ich habe mich hier eigentlich angemeldet, weil ich in einem anderen Unterforum schreiben wollte. Nun entdeckte ich gerade diesen Strang und moechte kurz hierzu antworten: Ich lebe seit 24 Jahren in den USA, und mir sind tatsaechlich noch keine extrem religioesen Menschen oder Waffenfanatiker begegnet (die meisten meiner Freunde und Kollegen besitzen keine Waffe), was u. a. daran liegen mag, dass ich immer in Demokraten-Hochburgen gewohnt habe, naemlich in Boston, Chicago, Portland, ausserdem kenne ich noch sehr gut Denver, Seattle und San Francisco. In all diesen Staedten begegnen mir Menschen, die in ihren Ansichten und Werten (z.b. Prioritaet Gemeinschaftswohl, Tier- und Naturwohl) meinen europaeischen Freunden ziemlich aehnlich sind. Die meisten befuerworten Universal Healthcare und sind sehr oekologisch orientiert und interessiert, fahren Rad anstatt Auto wenn moeglich, bauen Biogemuese an, setzen sich fuer Artenschutz ein (z.B. Wolf Conservation), engagieren sich ehrenamtlich bei Umweltschutzorganisationen und in Tierheimen und Rescue Gruppen. Viele waren Bernie Anhaenger, und vor vier Jahren waehlten so einige Jill Stein von der Green Party. Ja, diese Menschen repraesentieren nicht die Mehrheit der Amerikaner, aber in den genannten Staedten und in akademischen und kuenstlerischen Kreisen koennte man den Eindruck durchaus gewinnen. Mein Mann war Naturwissenschaftler und Musiker, von daher bestand mein Umfeld quasi von Anfang an aus liberal bis links-gruen geneigten Personen.

    Ich weiss noch, wie zur Zeit des Irak Krieges in meinem damaligen Chicagoer Stadtteil in zahlreichen Fenstern und Vorgaerten Anti-War Poster und Imagine Banner hingen. Es fanden gut besuchte Demos gegen den Krieg statt, so wie es im Juni dieses Jahres weitgehend friedliche BLM Kundgebungen gab.

    Oh, und was Krankenversichung betrifft, mein Mann und ich haben immer eine wirklich gute KV durch unsere Arbeitgeber gehabt, da kann ich mich gar nicht beklagen. Dasselbe gilt uebrigens fuer meine Schwiegereltern, sie bekommen auch zusaetzlich zur Rente eine recht hohe Pension. Sie hatten allerdings das Glueck, zu einer Zeit und bei Unternehmen zu arbeiten, wo Gewerkschaften noch grossen Einfluss hatten. Die gibt es ja heute kaum noch, ebenso wie Pensionsplaene eine Seltenheit geworden sind.

    Viele Gruesse
    Inconsolable

  2. Moderation

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    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Hallo Inconsolable

    Willkommen in der Bri :) Das, was du da beschreibst, hab ich auch erlebt, ich hab Freunde in Oregon, Kalifornien und New York City. Ein völlig anderes Bild. Das zeigt ja auch, wie riesig und unterschiedlich bevölkert das Land ist. Regieren ist da wirklich eine Herausforderung.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  3. Inaktiver User

    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Danke, Flau, für dein Posting zu GB.

    Ich kann mir vorstellen, dass unter Biden die Verhandlungen mit den USA anders werden, das Ergebnis aber gleich sein wird.
    Geändert von Inaktiver User (09.11.2020 um 11:25 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert

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    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Ich glaube nicht, dass wirklich viele derer, die Trump gewählt haben, ihm wirklich nachweinen.

    Die breite Masse seiner Wähler hat ihn gewählt, weil sie schon immer die GOP gewählt haben.

    Allerdings hat es Trump verstanden, den rechten Rand zu mobilisieren, ohne in der Mitte allzu viel zu verlieren. Genau aus diesem rechten Rand kommen seine wirklichen Fans.

    Ich glaube auch nicht, dass Trump eine zweite Chance 2024 bekommt. Er wird erst einmal damit beschäftigt sein, wirtschaftlich über die Runden zu kommen, den Knast zu vermeiden und seine Frau zu behalten. Das alles wären Voraussetzungen für eine weitere Kandidatur.

    Ich persönlich sehe da schwere Zeiten auf ihn zukommen.

  5. Moderation

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    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo in die Runde,
    Herzlich Willkommen.

    Ja mir ging es genauso, ich war ja nur vier Monate in den USA und dort in DC, San Francisco, Los Angeles und NewYork - aber das ist eben nur ein Teil von Amerika, den vermutlich weit größeren Teil habe ich nicht gesehen und nicht erlebt, sondern kenne ihn nur aus zweiter und dritter Hand.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir ist irgendwann aufgefallen, dass ich mit "Republikaner" eigentlich nur negative Sachen verbinde:


    In jungdeutscher (Uni, aber das war auch schon zu Bushs Zeiten so) Lesart sind das die bösen, extremreligiösen, homosexuellenfeindlichen Rassisten, die auf nichts Rücksicht nehmen und noch dazu Kriegstreiber sind und außerdem nicht nur ungebildet sondern bildungsfeindlich.

    Also die Bad Guys, wie sie im Buche ...

    Dir ist schon klar und wer gegen die Sklaverei war? Also damals, um 1860, im Bürgerkrieg.


    Und es ist immer schwierig, eine Partei und ihre Anhänger als böse hinzustellen.
    Ich habe das in Medien auch nicht so gelesen und vielleicht hilft es mir auch,dass ich US Verwandtschaft habe,in beiden "Lagern". Die sind ja auch nicht"böse". In manchen Punkten denken sie halt anders als ich,das kommt aber auch zB hier vor.
    Geändert von mono17 (09.11.2020 um 08:51 Uhr)
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

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    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Dir ist schon klar und wer gegen die Sklaverei war? Also damals, um 1860, im Bürgerkrieg.


    Und es ist immer schwierig, eine Partei und ihre Anhänger als böse hinzustellen.
    Ich habe das in Medien auch nicht so gelesen und vielleicht hilft es mir auch,dass ich US Verwandtschaft habe,in beiden "Lagern". Die sind ja auch nicht"böse". In manchen Punkten denken sie halt anders als ich,das kommt aber auch zB hier vor.
    Bin Deiner Meinung ,wie kann man vergessen dass es in vielen Ländern der Welt unterschiedliche Überzeugungen gibt. In Deutschland gibt es mittlerweile auch mehr Parteien.
    Was gut für eine Demokratie ist.
    Warum dieser Krieg gegen den anders denkenden ? (Was Du nicht willst das man Dir tut, das füg auch keinem Anderen zu). Und das gilt im Leben wie in der politischen Auseinadersetzung.
    Ok ich kenne noch Diskussionen um die bessere Lösung doch mir scheint heute ,dass der Egoismus und Durchsetzungswille an erster Stelle stehen.
    Sorry bin etwas abgeschweift was ich sagen will , es wird eingeteilt.....wer nicht meiner Meinung, ist
    böse etc.

  8. Moderation

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    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bei Anne will zu diesem Thema ist Laschet. Wieso das denn?
    Vielleicht war er 3. Wahl, weil andere angefragte Politiker keinen Termin frei/keine Lust hatten?

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Und es ist immer schwierig, eine Partei und ihre Anhänger als böse hinzustellen.
    Es zeugt vor allem nicht von der Fähigkeit, Positionen politisch einzuordnen, und zeigt wenig Differenzierungsvermögen.

    Grobe Gut/böse-Kategorisierungen haben für mich immer etwas quasi-religiöses, interessanterweise sind sie gerade in studentischen Milieus verbreitet. Das war schon zu meiner Zeit so (ich spreche von den End-70er, Anfang-80erJahren) und scheint sich nicht wesentlich geändert zu haben.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

    ... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs

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    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen

    Grobe Gut/böse-Kategorisierungen haben für mich immer etwas quasi-religiöses, interessanterweise sind sie gerade in studentischen Milieus verbreitet. Das war schon zu meiner Zeit so (ich spreche von den End-70er, Anfang-80erJahren) und scheint sich nicht wesentlich geändert zu haben.
    Da kann ich dir nur zustimmen.

    Ich finde es aber erschreckend wie einfach es ist, genau damit sehr viele Menschen zu erreichen.

    Die Polarisierung funktioniert nicht nur in den USA. Sie hat in GB funktioniert und funktioniert auch teilweise in Deutschland. Anders ist z.B. die Zusammensetzung des Thüringer Landtags nicht zu erklären.

  10. Moderation

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    AW: Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten 2020 - Vorwahlen und Wahlkampf

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    ... Unlängst in einer Doku gesehen, dass inzwischen viele Amerikaner in ihren Autos leben, weil sie sich keine Wohnung mehr leisten können, obwohl sie arbeiten und zwar 7 Tage die Woche. Hilfsorganisationen unterhalten Parkplätze vor mit sanitären Einrichtungen. ...
    Wenn du deine Miete nicht mehr zahlen kannst, bist du in manchen Regionen schneller aus der Wohnung raus als du "George Washington" sagen kannst.
    In Oklahoma, wo man sich des Gemeinwesens lobt und Menschen auch Fremde auf der Straße freundlich grüßen, geht der Räumungsprozess besonders schnell. Wer am Stichtag seine Rechnung nicht begleicht, kann schon am nächsten Tag eine Zahlungsaufforderung erhalten. Wenn der Mieter danach nicht innerhalb von fünf Tagen den ausstehenden Betrag überweist oder auszieht, kann der Vermieter ein Räumungsverfahren anstrengen. Einen Gerichtstermin bekommt man innerhalb von fünf bis zehn Tagen. Verliert der Mieter, muss er innerhalb von zwei Tagen ausziehen. Im schlimmsten Fall droht Menschen so innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen der Verlust ihrer Wohnung.
    Quelle

    Ich finde es unglücklich, dass dieses Wahlsystem ein Mehrparteien-System so gut wie unmöglich macht, weil Stimmen, die nicht zur Mehrheit gehören, einfach gar nicht mehr zählen.
    A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
    (George R. R. Martin)

    Moderation von:
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