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  1. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Man darf auch nicht vergessen, dass mehr Sicherheit für die einen Mitarbeiter oft mehr Unsicherheit für andere Mitarbeiter bedeutet. Man würde beispielsweise Elternzeitvertretungen fest anstellen, wenn man sich auch wieder anständig trennen könnte. Die sind dann die einzigen mit Unsicherheit in einem Meer con anderen mit Sicherheit, unfair.
    So etwas meinte ich mit der Zweiklassengesellschaft.
    Die Flexibilität, die der Arbeitgeber durch die Arbeitnehmerschutz-Gesetzgebung verliert, holt er sich an anderer Stelle wieder.
    Insgesamt ein Nullsummenspiel, aber mit der Folge, dass die Schere zwischen Abgesicherten und prekär Beschäftigten immer weiter aufgeht.
    The sky is always blue above the clouds.

  2. Avatar von drafty
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Die relative Armut innerhalb eines Staates orientiert sich an den Parametern dieses einen Staates.

    Und nicht an einen anderen.

    Daher finde ich es unfair und der Diskussion nicht dienlich, wenn man jetzt darüber redet, "unsere Armen" seien ja gar nicht arm. Arm seien nur Arme in Bangladesh."

    Die Armen in Deutschland leben in Deutschland und nicht in Bangladesh. Daher nutzt der Hinweis, dass es Menschen Bangladesh (ist ein Beispielsland, für die, die es nicht selber erkannt haben ) NOCH schlechter geht nichts.

    Das hätte nur Sinn, wenn man armen Europäern nahe legen wollte, nach B. zu gehen - um dort arm unter noch ärmeren zu sein.

    Ist das der tiefere Sinn?
    Dann sind unsere Reichen aber vielleicht auch gar nicht so reich...
    " To say 'I love you' one must know first how to say the 'I.' "
    Ayn Rand (admired and stolen by drafty)

  3. Avatar von hillary
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Galah4 Beitrag anzeigen
    So etwas meinte ich mit der Zweiklassengesellschaft.
    Die Flexibilität, die der Arbeitgeber durch die Arbeitnehmerschutz-Gesetzgebung verliert, holt er sich an anderer Stelle wieder.
    Insgesamt ein Nullsummenspiel, aber mit der Folge, dass die Schere zwischen Abgesicherten und prekär Beschäftigten immer weiter aufgeht.
    Das ist der Grund, warum viele Firmen, zumindest im Osten, Leiharbeiter beschäftigen. Der Leiharbeiter ist nicht billiger als der Festangestellte, man wird ihn nur schneller wieder los. Kann ich nachvollziehen und sehe ich als zukünftig immer mehr vorherrrschende Arbeitsweise, wenig aber gut qualifizierte Arbeitskräfte im Unternehmen und wenn die Auftragsspitzen kommen, werden zusätzliche Arbeitskräfte angeheuert, die man aber mit Flaute von heut auf morgen abmelden kann.
    Und die Verleiher vereinbaren immer eine Probezeit von einem halben Jahr mit dem jeweiligen Mitarbeiter und wenn der Verleiher Glück hat, meldet das Unternehmen den Temporäler in der Zeit ab und die ZA kann ihn entlassen und er ist wieder arbeitslos. In der Regel Mindestlöhner, kommt nicht viel ALG1 rum und wenn man die 12 Monate Anwartschaft nicht hat, solche Fälle gibt es genügend, geht man gleich in ALG II, sprich Hartz4. Das sind dann die Leute, die zwar ihr "ganzes Leben" gearbeitet haben, aber nix wirklich an Rentenpunkten gesammelt haben und privat gleich gar nicht vorsorgen
    können. Diese Klientel drängt in den nächsten 10 Jahren im Osten in die Rente, das wird dann nochmal eine heftige Welle der Altersarmut und da sind nicht nur eine Handvoll eigentlich qualifizierter Menschen dabei.
    Ich frag mal so in die Runde, gibt es hier eigentlich unter den Mitdiskutanten jemanden, der mal nach der Ära Schröder in Zeitarbeit gearbeitet hat?
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.


  4. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Ich bin mit einem verheiratet.

    Zweimal... mal eine schlechte, beim anderen eine bessere "Bude". Beide Male haben zur Festanstellung beim Unternehmen, an das seine Arbeitskraft verliehen war, geführt.

    Gut finde ich, dass Equal pay Verfahren.
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
    Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher, als du denkst.
    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" und...Userin
    Geändert von Charlotte03 (18.01.2020 um 18:37 Uhr)

  5. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Ich kann mir schon auch vorstellen, dass im Osten auch viel mehr Zeitarbeiter beschäftigt sind. Hillary, weißt du, wie hoch der Anteil ist?
    Gute Nachricht: ich bekomme den obersten Knopf meiner Jeans wieder zu.
    Schlechte Nachricht: ich habe sie nicht an
    .

  6. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von hillary Beitrag anzeigen

    Ich frag mal so in die Runde, gibt es hier eigentlich unter den Mitdiskutanten jemanden, der mal nach der Ära Schröder in Zeitarbeit gearbeitet hat?
    2003 bis 2008. Und 2011 bis 2012, das war aber schon Merkel.( ab 2005, bevor jemand anders hier protestiert).
    Geändert von mono17 (18.01.2020 um 18:51 Uhr)

  7. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Bei jedem System gibt es Vor und Nachteile.
    Ich habe halt die negativen mitbekommen.

    Eine befristete Anstellung ist ein echt gutes Verhütungsmittel. Denn du weißt ja,dass die ganzen netten Bestimmungen dir Null Komma gar nix bringen.

    bei Zeitarbeit weißer du nie,was Sache ist. Eine Übernahme ist mitnichten normal. So schnell was Neues findest du auch nicht immer.

    Und natürlich ist das nicht gut für das Selbstwertgefühl.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  8. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zu mehr sozialer Gerechtigkeit führt hire and fire nicht.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  9. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Zu mehr sozialer Gerechtigkeit führt hire and fire nicht.
    Ist für dich eine Lockerung des Kündigungsschutzes automatisch gleich „hire and fire“? Wieso wäre dann nicht mehr Gerechtigkeit? Ich denke aber, die Diskussion ist sowieso akademisch, das ginge nie durch. Finde aber schon, dass das mit ein Grund ist, warum es manche weniger Geld verdienen, als sie verdienen müssten. Denn das Geld, was die Zeitarbeitsfirma bekommt, könnte ja genauso der Mitarbeiter bekommen - wenn man ihn in Krisenzeiten auch wieder loswerden könnte. Denn wenn nicht, leiden alle darunter, nicht nur die, die entlassen würden.
    Gute Nachricht: ich bekomme den obersten Knopf meiner Jeans wieder zu.
    Schlechte Nachricht: ich habe sie nicht an
    .


  10. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Ich sehe das auch differenzierter.

    Ich finde es auch zu kurz gesprungen "soziale Gerechtigkeit" in erster Linie auf Mindestlohn und Arbeitsrecht zu begrenzen.

    Sozial gerecht klingt so "edel" - im Grunde, geht es in der Diskussion hier nur um einen Mindestlohn, der auf mind. 12 Euro steigen soll. Also ob dann die soziale Gerechtigkeit als Ziel erreicht wäre.

    was ist mit Betreuung? Gender Gap? Splitting? Ist es sozial gerecht, wie die AN/AG Anteile bei der SV verteilt sind?

    Über die Entlohnung von prekären Beschäftigungen im Niedriglohnsektor hinaus, gäbe es viel, was der sozialen Gerechtigkeit entgegen steht.

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