+ Antworten
Seite 90 von 114 ErsteErste ... 40808889909192100 ... LetzteLetzte
Ergebnis 891 bis 900 von 1136
  1. gesperrt
    Registriert seit
    03.07.2005
    Beiträge
    37.159

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    das klingt jetzt wie "die Arbeiter versaufen ihren Lohn eh nur"

    wie kommst du denn darauf

    Aber dann kauft man sich vielleicht hochwertigere Winterschuhe, weil man sich es leisten kann. oder bessert hie und da etwas in der Wohnung aus, weil man die 15 Euro, die man im Baumarkt dafür ausgeben muss, endlich stemmen kann.

    Konsum bedeutet ja nicht automatisch sinnlos.

    aber mal nett auswärts essen gehen, ist doch auch was Schönes, wenn man es kann.

    gruss, barbara

  2. gesperrt
    Registriert seit
    03.07.2005
    Beiträge
    37.159

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Barbara schrieb "jeder Cent geht in den Konsum"
    Das war bei mir auf alle Fälle immer so, wenn ich aus finanziell schwachen Zeiten raus kam. Wenn es dann wieder rostiger wurde, musste zuerst der Investitionsstau des Haushalts abgearbeitet werden. Das ist erst mal dringender, als ein Sparschwein füttern.

    gruss, barbara

  3. Moderation Avatar von Analuisa
    Registriert seit
    30.01.2004
    Beiträge
    15.599

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    @Ana- gut, bei dir war es Ironie und bei mir nicht?
    Warum fragst du mich, ob du deinen Beitrag ironisch gemeint hast? Das kann ich doch nicht wissen. Wenn du diesen Smilie benutzt: , vermute ich tatsächlich keine Ironie hinter der Aussage (es ging um Beitrag #842).

    Und ich gebe zu, ich habe manchmal Schwierigkeiten mit deinen Beiträgen. Kann aber natürlich auch an mir liegen. Die Art, wie du manchmal Aussagen paraphrasierst und damit einen anderen Ton reinbringst, finde ich - naja, schwierig, weil du den Gegenpart damit praktisch nötigst, erst wieder richtigzustellen, was er gemeint hat. Das macht eine Diskussion zäh.

    Du schreibst an meine Adresse:
    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Das fand ich hart, dieses "was nutzt bessere Quali - wir brauchen jemanden der die Drecksarbeit macht
    Das habe ich so weder gesagt noch gemeint.

    Ich wollte ausdrücken, dass jede Gesellschaft Menschen braucht, die Reinigungsarbeiten machen, und ich bin dafür, diese Menschen anständig zu bezahlen, eben weil die Arbeit hart ist und ich vollsten Respekt davor habe. Ich habe mich hier mehrfach und für mein Gefühl schon fast penetrant dafür eingesetzt, dass der geltende Mindestlohn erhöht wird, das musst du eigentlich mitbekommen haben. Wie du nun drauf kommst, ich würde Menschen, die im Niedriglohnsektor tätig sind, nicht achten und oben Zitiertes von ihnen denken - das fand ich unangemessen und überhaupt nicht zu dem passend, wie ich mich bisher hier geäußert habe.

    Respekt vermittelt sich nun mal (nicht ausschließlich, aber doch sehr) über eine angemessene Bezahlung.


    Auch das hier ist deine Sichtweise:
    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Ich sag mal, wie ich solche Posts empfinde.... du/ihr unterstellt pauschal, dass jeder, der auf Probleme, die ein hoher Mindestlohn mit sich bringt, hinweist, die Arbeit der Menschen, die zu diesen Bedingungen arbeiten nicht achtet.
    Wenn du das so empfindest, kann ich nichts dagegen machen, aber ich habe dir und anderen derartiges nirgendwo unterstellt.

    Siehst du, und so ist man dann erstmal mit Richtigstellen beschäftigt ...


    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Das heißt doch:

    jemand, muss die Putzjobs machen
    Jemand, der eine gute (Aus)Weiterbildung hat, macht die Putzjobs nicht

    conclusio? Lieber nicht soviel bilden, sonst putzt keiner mehr

    Fand ich beklemmend und zwar ganz ironiefrei.
    Das wäre tatsächlich beklemmend. Okay, da kann ich dein Gefühl wirklich nachvollziehen, das Ding ist nur: Das ist deine Schlussfolgerung, ich zumindest habe es so nicht gemeint.

    Es ging mir nicht darum, Menschen Bildung vorzuenthalten! Natürlich muss es Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung für alle geben! Ich denke nur nicht, dass man alle Menschen mit solchen Angeboten erreichen wird. Es wird immer Gründe geben, warum junge Leute keine Ausbildung beginnen oder durchhalten (persönlichkeitsbedingt, krankheitsbedingt, auf Grund kognitiver Probleme oder Sprachschwierigkeiten, wegen früher Schwangerschaften). Deine Formulierung
    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    dass JEDER sich (weiter) qualifizieren kann und soll.
    klingt sehr absolut. Ich glaube nicht, dass das jemals hinhauen wird, auch mit dem größten Bemühen nicht.

    Abgesehen von den älteren Menschen, die Berufe gelernt haben, die irgendwann nicht mehr gefragt sind, Migranten, deren Berufsausbildung hier nicht anerkannt wird, Personen, die sich im Verlauf ihres Berufslebens eine Allergie/ chronische Krankheit/ Behinderung zugezogen haben, wegen der sie ihren Beruf nicht mehr ausüben können, usw.

    Ich wollte eigentlich nur sagen, dass Menschen, die aus welchen Gründen auch immer keine auf dem Arbeitsmarkt verwertbare Ausbildung vorweisen können, deswegen noch lange keine Versager sind. Und dass sie Tätigkeiten nachgehen können, die für die Gesellschaft wichtig sind. Gebe zu, das Wort Dreckwegmacherinnen war missverständlich (ich fand es in dem Moment, als ich es schrieb, eigentlich nur witzig), aber ich meinte es nicht die Spur herablassend. Ich arbeite täglich mit "Dreckwegmacherinnen" zusammen und habe vor ihrer Tätigkeit den höchsten Respekt.
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

  4. Avatar von mono17
    Registriert seit
    13.04.2007
    Beiträge
    7.918

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Soziale Gerechtigkeit ist natürlich ein hehres Ziel. Aber due finde ich nicht an sich schlecht.
    Natürlich geht es auch darum,wiemit Ungleichheit umgegangen werden kann.

    Hire and fire galte ich da allerdings für den falschen Ansatz. Kündigungsschutz ist immens wichtig. Kein Mensch plant oder investiert oder gründet eine Familie,wenn er nie weiß, was mit seinem Job morgen ist. Naja,kein Mensch stimmt natürlich nicht.
    Aber es macht eine Gesellschaft denke ich agressiver,wenn hire and fire herrscht.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  5. Avatar von drafty
    Registriert seit
    05.07.2018
    Beiträge
    1.880

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Soziale Gerechtigkeit ist natürlich ein hehres Ziel...
    Hört sich zumindest erst mal so an. Aber wie "hehr" kann ein Ansatz sein, der Gerechtigkeit nicht gesamtheitlich fordert, sondert nur für den Teilausschnitt aus dem Gesamtheitlichen, wo es um den Mammon geht? In meinen Augen gar nicht. Generell halte ich Gerechtigkeit für einerseits zwar einen zentralen und wichtigen Begriff, aber in dem Moment wo er dafür benutzt wird, eine naturgemäß eingeschränkte Gleichheit zum Anspruch auf Absolutheit zu erheben, wird er bereits mißbraucht.
    " To say 'I love you' one must know first how to say the 'I.' "
    Ayn Rand (admired and stolen by drafty)

  6. Avatar von BlueVelvet06
    Registriert seit
    26.03.2017
    Beiträge
    7.167

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Soziale Gerechtigkeit ist natürlich ein hehres Ziel. Aber due finde ich nicht an sich schlecht.
    Natürlich geht es auch darum,wiemit Ungleichheit umgegangen werden kann.

    Hire and fire galte ich da allerdings für den falschen Ansatz. Kündigungsschutz ist immens wichtig. Kein Mensch plant oder investiert oder gründet eine Familie,wenn er nie weiß, was mit seinem Job morgen ist. Naja,kein Mensch stimmt natürlich nicht.
    Aber es macht eine Gesellschaft denke ich agressiver,wenn hire and fire herrscht.
    Hast du den Eindruck, dass das in Österreich und in der Schweiz so ist? Also dass die Menschen verunsichert sind, keine Familie gründen, dass die Gesellschaft aggressiver ist?
    Gute Nachricht: ich bekomme den obersten Knopf meiner Jeans wieder zu.
    Schlechte Nachricht: ich habe sie nicht an
    .

  7. Avatar von mono17
    Registriert seit
    13.04.2007
    Beiträge
    7.918

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Ich bezog mich eher auf die hier viel gelobte USA.
    Ist vielleicht auch eine Gewöhnungsfrage,aber ich empfand das immer als sehr beeinträchtigend mit den befristeten Stellen.
    Nie Sicherheit zu haben ist schlimm.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.


  8. Registriert seit
    24.12.2019
    Beiträge
    212

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Der Arbeitnehmerschutz in Deutschland ist eine zweischneidige Sache:
    Ja, er bietet Angestellten Sicherheit.

    Die Kehrseiten für Arbeitnehmer sind:
    1. Zwei-Klassen-Arbeitswelt; deshalb bin ich auch schon lange mehr kein Freund von Gewerkschaften - die sichern ihrer Klientel Pfründe auf Kosten von prekär Beschäftigten, z.B. Leiharbeitern.
    2. Arbeitssuchende, v.a. Ältere und ungünstig Qualifizierte, finden dadurch schwieriger eine Stelle. Sollten Ältere aus dem Schutz rausfallen, was ja durchaus vorkommt, finden sie Ü50 oft keinen Arbeitgeber mehr, der sie sich "fest ans Bein binden" möchte. Gleiches bewirkt, dass viele Ältere beim alten Arbeitgeber bleiben müssen, obwohl sie eigentlich gerne wechseln würden, sie aber keiner mehr nimmt.

    Die Kehrseiten für Arbeitgeber können drafty und kurant erläutern.
    The sky is always blue above the clouds.

  9. Avatar von BlueVelvet06
    Registriert seit
    26.03.2017
    Beiträge
    7.167

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Eine weitere Kehrseite ist, dass jede tatsächliche Kündigung dann als Drama empfunden wird. Ich hab das in Österreich und der Schweiz so gesehen, dass bei einer Kündigung das Leben für den Gekündigten durchaus weitergeht. Sowas kommt öfter mal vor, es ist kein Drama. Es ist unangenehm, klar, aber dann wird ein neuer Job gesucht und vielleicht sogar ein besserer gefunden und nach vorne geschaut. Bei uns wird alles dafür getan, dass niemand mitbekommt, dass man gekündigt wurde, oft wird das Gericht eingeschaltet und die Gedanken hängen somit in der Vergangenheit fest, anstatt das Beste daraus zu machen.

    Ich hab das früher auch anders gesehen, aber mit zunehmendem Lebensalter sehe ich, dass der rigide Kündigungsschutz oft für die Menschen nicht gut ist.

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Ich bezog mich eher auf die hier viel gelobte USA.
    Ist vielleicht auch eine Gewöhnungsfrage,aber ich empfand das immer als sehr beeinträchtigend mit den befristeten Stellen.
    Nie Sicherheit zu haben ist schlimm.
    Ich hab nicht gelesen, dass die USA hier viel gelobt worden wäre. Es gibt aber auch keine wirkliche Sicherheit im Leben. Man muss damit leben, dass man morgen tot oder krank sein kann, ebenso Partner und/oder Kinder, nur mal so als Beispiel. Man blendet das aus den täglichen Gedanken aus und lebt einfach damit. Die Schweizer und Österreicher gründen auch Familien.
    Gute Nachricht: ich bekomme den obersten Knopf meiner Jeans wieder zu.
    Schlechte Nachricht: ich habe sie nicht an
    .

  10. Avatar von BlueVelvet06
    Registriert seit
    26.03.2017
    Beiträge
    7.167

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Man darf auch nicht vergessen, dass mehr Sicherheit für die einen Mitarbeiter oft mehr Unsicherheit für andere Mitarbeiter bedeutet. Man würde beispielsweise Elternzeitvertretungen fest anstellen, wenn man sich auch wieder anständig trennen könnte. Die sind dann die einzigen mit Unsicherheit in einem Meer con anderen mit Sicherheit, unfair. Nur ein Beispiel.

    Nicht falsch verstehen, ich bin nicht generell gegen den Kündigungsschutz, sehe aber auch die Nachteile und für mich ist er nicht alternativlos.
    Gute Nachricht: ich bekomme den obersten Knopf meiner Jeans wieder zu.
    Schlechte Nachricht: ich habe sie nicht an
    .

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •