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  1. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Dass hier so ausländerkritisch geschrieben wird,finde ich nicht gut. Eine reguläre, sozialversicherungspflichtige, fair bezahlte Stelle steht auch diesem Personenkreis zu.

    Was das Schulsystem anbetrifft,hier in RLP gibt es keine Hauptschulen mehr. Die Schüler natürlich schon noch, die besuchen meist Realschulen, seltener IGS.
    Dass Bildung Ländersache ist, ist absurd. Denn die Ausbildungen sind bundesweit gleich und an den Hochschulen treffen sich ja auch alle Bundesländer.

    Und Bildung ist wirklich entscheidend. Hier muss mMn viel mehr passieren,mehr individuelle Förderung,mehr Chancengleichheit.
    Das wirkt nämlich nach.

    Dass jemand aufstocken muss, finde ich auch traurig. "Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert",steht schon in der Bibel.
    Und mMn sollten auch Alleinerziehende oder Pflegende,die nur TZ arbeiten können,nicht aufstocken müssen. Da muss es doch andere Möglichkeiten geben?
    Der Niedriglohnsektor ist in D sehr gross. Das halte ich tatsächlich für einen Skandal.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  2. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Es stimmt. Das Lohnsabstandsgebot gibt es nicht mehr. Es gibt aber den sogenannten Mehrbedarf im ALGII. Dies bedeutet, dass jemand der ALG II bezieht und arbeitet mehr haben muss, als jemand, der "nur" ALG II bezieht.


    ****
    Wer den Mindestlohn bekommt UND alleine ist UND Vollzeit arbeitet, erhält i.d.R. kein ALG II. Aber.... Dies ist abhängig von der Miethöhe und, ob jemand unterhaltspflichtig bzw. kirchensteuerpflichtig ist.

    Sobald jemand noch eine weitere Person unterstützt (eigenes Kind, Partner/in etc.) oder weniger arbeitet.. sieht es anders aus.

    Problematisch ist, dass im Verkauf und in der Gastronomie, aber auch im Bau viel Teilzeitbeschäftigung ist, oft, so wie hier beschrieben würde, auf Abruf.
    Genieße deine Zeit.
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  3. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Ist das denn so, dass Friseurinnen und Brötchenverkäuferinnen aufstocken müssen, also unter der Voraussetzung, dass sie eine feste Stelle in Vollzeit haben?
    Meine Frisörin bedient neben ihrer Vollzeitstelle.

    Meine Freundin arbeitet im Kindergarten 30 Std und zusätzlich ein Minijob. Eine Vollzeitstelle gibt es nicht.

    Meine Tuppertante ist alleinerziehend und Krankenschwester in Teilzeit, wegen der Betreuungszeiten. Exmann (Lagerist) arbeitet ebenfalls Schicht mit 5jährigem Schichtplan. In Teilzeit kann sie ihren Schichtplan seinem anpassen - in Vollzeit nicht.
    Er arbeitet auf 450€ Basis als Chauffeur für Hochzeiten & Co bei einem Limousinenverleih.

    Allen ist wichtig nicht aufzustocken oder Wohngeld zu beziehen (obwohl berechtigt).
    Evangelisch schlecht gelaunt, zieh ich meine Runden
    „Fünf Jahre nicht gesungen“ Thees Uhlmann

  4. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Machen wie uns nichts vor... Es wird immer einen Niedriglohnsektor geben. Es wird immer Leute geben, die trotz Vollzeitstelle sich und ihre Familie nicht ohne Leistungen vom Staat ernähren können. Und das war auch schon immer so. Früher hieß dies Sozialhilfe (Stütze) und ganz früher haben die Kinder mitgearbeitet.
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  5. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Wer nicht ALG II-Bezieher sei kann, kann Wohngeld und Kinderzuschlag beantragen. Dann muss man nicht immer zum Jobcenter, hat aber dennoch die Leistungen aus dem Buldungs- und Teilhabe-Paket.

    Edit.... Und gaaanz viele Selbständige... Ebay, Imbisse, Rechtsanwälte
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  6. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen

    Allen ist wichtig nicht aufzustocken oder Wohngeld zu beziehen (obwohl berechtigt).

    Das ist schon seltsam (kein Wohngeld obwohl berechtigt). Oder habe ich etwas falsch verstanden?
    Wer wenig verdient, zahlt auch weniger Steuern. Das scheint niemanden zu stören.
    Aber wenn es darum geht, aktiv Ansprüche zu beantragen, dann haben manche Menschen anscheinend Probleme.

  7. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    Machen wie uns nichts vor... Es wird immer einen Niedriglohnsektor geben. t.
    Ja,aber er muss nicht so gross sein.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  8. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von putulu Beitrag anzeigen
    Das ist schon seltsam (kein Wohngeld obwohl berechtigt). Oder habe ich etwas falsch verstanden?
    Wer wenig verdient, zahlt auch weniger Steuern. Das scheint niemanden zu stören.
    Aber wenn es darum geht, aktiv Ansprüche zu beantragen, dann haben manche Menschen anscheinend Probleme.
    Ja,das ist oft massiv schambesetzt. Oder das Wissen um diese Hilfen ist nicht vorhanden. Oder sie haben Schwierigkeiten mit der Bürokratie und der Sprache der Formulare.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  9. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Ja,aber er muss nicht so gross sein.
    Das stimmt.
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
    Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher, als du denkst.
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  10. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Ist das denn so, dass Friseurinnen und Brötchenverkäuferinnen aufstocken müssen, also unter der Voraussetzung, dass sie eine feste Stelle in Vollzeit haben?
    Wenn sie alleinstehend sind, nicht - dafür sorgt der Mindestlohn.

    Deswegen habe ich ja den Text des Lohnabstandsgebots zitiert - dieses ging von einem Vollverdiener + Partner*in + bis zu drei Kindern aus. Gesetzt den Fall, ein*e Familienvater/mutter arbeitet vollzeit zum Mindestlohn von derzeit 9,35 € brutto, dann beträgt der Monatsverdienst ca. 1.620 €. Netto blieben (bei Lohnsteuerklasse 3 und 3 Kinderfreibeträgen) 1298,84 €, + Kindergeld für 3 Kinder = 1916,84 €. Okay, das ist nicht soo schlecht. Es kommt da, denke ich, sehr auf die individuellen Umstände an (Miethöhe, Alter der Kinder). Ich denke, das Mindestlohngesetz hat hier schon viel bewirkt. Ob das Gesetz auch überall befolgt wird, weiß ich allerdings nicht.

    Ich habe zum Spaß mal für dieselbe Familie einen Hartz-IV-Rechner bemüht, dabei das Alter der Kinder mit 14, 8 und 5 Jahren angegeben und eine Kaltmiete von 800 und Heizkosten von 100 € angenommen. Das ergibt einen Hartz-IV-Bedarf von 1974,-- €, also mehr, als der Alleinverdiener mit Mindestlohn zusammenbekommt. Diese Familie müsste also aufstocken.

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    Machen wie uns nichts vor... Es wird immer einen Niedriglohnsektor geben. Es wird immer Leute geben, die trotz Vollzeitstelle sich und ihre Familie nicht ohne Leistungen vom Staat ernähren können.
    Und das ist traurig und dürfte nicht so sein.

    Gut, wenn eine Familie 10 Kinder hat, geht es wohl nicht anders, aber bei Familiengrößen von bis zu drei Kindern sollte ein Vollzeiteinkommen für den Mindestbedarf reichen, und ein gewisser Abstand zum Hartz-IV-Niveau sollte gegeben sein. Und zwar durch das Gehalt - nicht durch staatliche Transferleistungen.
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


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