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  1. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Bitte? Fehler bei Lokführern bringen Menschen um - ich vermute die Anzahl der Lokführer, die das für ein höheres Gehalt in Kauf nehmen würde, ist nun doch nicht so hoch.
    Nicht alle Fehler bei Lokführern bringen Menschen um, du sagst das so, als sei das grundsätzlich.
    Muss ja nicht so dramatisch sei und es gibt ja auch noch andere Berufe. Man kann ja dann die Fehler noch rechtzeitig entdecken *pfeif* und weist damit trotzdem auf den hohen Verantwortunggrad hin. Jedenfalls wäre dann so manch einer damit beschäftigt, seinen Beruf auf die Verantwortung zu untersuchen, die damit einhergeht. Die Lohnbuchhalterin: wenn sie einen Fehler bei den Überweisungen macht ...

    Da wäre ich wirklich mal neugierig: Warum funktioniert das bei Pflegekräften nicht genauso?
    Und dabei hatte ich schon extra dazu geschrieben „ Und dann ist ein Gehalt immer, zumindest in der freien Wirtschaft, auch ein Ausdruck von Angebot und Nachfrage.“
    Aber auch bei den Erziehern wurde schon kräftig nachgebessert.
    Leute, ehrlich, so ein Akkusativ rockt total!
    Ich habe keinEN Bock, ich baue einEN Schneemann.
    Ist ganz einfach, sei dabei! #RettedenAkkusativ
    Geändert von BlueVelvet06 (22.11.2019 um 14:01 Uhr)


  2. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Da wäre ich wirklich mal neugierig: Warum funktioniert das bei Pflegekräften nicht genauso?
    LKW Fahrer sind grösstenteils Privatwirtschaft.

    Pflege ist staatsnah, Pflegerinnen und Pfleger sind de facto staatsangestellt.

    Aufgaben des Staats:
    - die Bürger nicht unnötig belästigen mit wieherndem Amtsschimmel
    - Grundversorgung sicherstellen, und das auf möglichst simple Weise (für die BürgerInnen!)

    absolute perfekte Gerechtigkeit ist etwas, wofür Gott sorgen soll; plusminus Fairness soll für Menschen, die einen Staat gestalten, gut genug sein.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  3. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Da wäre ich wirklich mal neugierig: Warum funktioniert das bei Pflegekräften nicht genauso?
    Weil die Pflegekräfte, auch bei privaten Diensten, vom Steuerzahler bzw. Krankenversicherten bezahlt werden, während der LKW-Fahrer vom Unternehmer bezahlt wird.

    Deshalb wird ja im ÖD so wenig bezahlt: Weil der Bürger laut aufschreien würde, wenn seine Abgaben steigen; sobald er selbst dafür in die Tasche greifen müsste, ist es mit der Solidarität mit der Pflegerin vorbei.
    Das ist die andere Seite der "Geiz ist Geil"-Medaille.

    Die Frage wundert mich immer - als wären uns die geringen Löhne für Paketzusteller (- Besteller bestellt da, wo die Versandkosten am niedrigsten sind), Pflegekräfte (- Bürger jammert jetzt schon über die vielen Sozialabgaben), etc. von Außerirdischen auferlegt worden.
    The sky is always blue above the clouds.

  4. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Soziale Gerechtigkeit beinhaltet Leistungsgerechtigkeit, Chancengerechtigkeit und Verteilungsgerechtigkeit.

    Ist das Gehalt der Maßstab für Leistung?
    Leistet ein Manager mehr als ein Lokführer?
    Eine Lehrerin mehr als eine Erzieherin?

    Hat jeder Mensch die gleiche Chance sich auf dem 1. Arbeitsmarkt zu etablieren?

    Ist das Kindergeld gerecht verteilt, wenn Menschen im staatlichen Bezug dies verrechnen müssen und andere nicht?
    Was ich über's Leben weiß, weiß ich aus Stand by Me
    Ich hab' einen Hund der Cujo heißt, und mein Auto heißt Christine
    Wenn du schreiben kannst, dann schreibe,
    wenn du singen kannst, dann sing
    Und wenn du nicht mehr weiterweißt, frag
    Stephen King


    Thees Uhlmann "Danke für die Angst"

  5. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Loop1976 Beitrag anzeigen

    natürlich verdient ein elektriker heute wesentlich mehr als vor zehn jahren.
    schon mal versucht einen zu finden
    die sind rar, ganz rar. mein exmann hat einen betrieb und findet seit jahren schon keine leute mehr.
    Generell Handwerk. Alle, die ich kenne, jammern darüber. Jeden Morgen auf der Autobahn im Stau sehe ich jede Menge gewerblicher Autos mit Aufklebern auf dem Heck „Mitarbeiter/Kollege gesucht“. Wenn was zu reparieren ist und es ist nichts wirklich Dringendes, kommt schon keiner mehr. In der Gastronomie noch schlimmer. Zwei Restaurants in der Nähe stehen leer, weil beide Gastronomen schließen musste, sie bekommen alle keine Leute mehr, die in gewohnter Qualität arbeiten und schlechten Service wollen sie auch nicht anbieten. auf zwei Golfplätzen in der Nähe finden sie keine Pächter fürs Restaurant. Die Klosterbäckerei in der Nähe schließt, weil zwei Gesellen in Rente gehen und er keine neuen nachbekommt - da ist das Geld überhaupt nicht das Problem, soweit kommt es gar nicht. Es gibt keine Azubis mehr, die dann Gesellen werden würden. Sehe ich auch in meinem Umfeld, alle Kinder sollen eigentlich mal studieren und wenn nicht, dann aber keinen Beruf, bei dem man die Hände benutzen müsste. Ich weiß, das ist Gejammer, aber die Situation wird ja nicht besser.
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  6. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Weil es die Funktion des Staates auf die Überwachung der sozialen Gerechtigkeit reduziert.
    Das ist aber nur eine von diversen Funktionen.
    Genau das schrieb ich doch - dass das eine (und nicht "die") Aufgabe des Staates ist? Warum sollte man darüber nicht diskutieren, wie der Staat der Meinung der User nach dieser Aufgabe am besten nachkommt?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Der eigentliche Sprecher meinte daraufhin, man vergisst immer, was passieren würde, wenn ein Staat wirklich gerecht wäre in dem Sinne, dass Leistung (wie auch immer man das definiert) belohnt wird, also wer mehr leistet hat auch mehr:
    [...]
    Naja, so ist es doch letztendlich auch - die Einkommensunterschiede unterschiedlicher Berufe sind enorm. Teils werden damit die unterschiedlichen Ausbildungszeiten anerkannt (in Berufen, die einen Haupt- oder Realschulabschluss und eine 3jährige Lehre voraussetzen, verdient man meist - nicht immer - weniger als nach Abitur und längerem Studium), teils sind die Unterschiede sachlich nicht begründbar. Oder kennt jemand eine sachliche Begründung, die ein Jahreseinkommen von mehr als, sagen wir mal, 180.000 € brutto rechtfertigt? Würde mich mal interessieren.

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Wenn das passiert, heißt das umgekehrt, wer wenig hat, verdient auch nicht mehr.

    Heute ist es so, dass wir keinen gerechten Staat haben und daher bei jedem dem es finanziell dreckig geht zumindest ein bisschen "die Umstände" beteiligt sein dürften.

    In einem leistungsgerechten Staat, einer echten Meritokratie, wäre auf einmal jeder, dem es finanziell dreckig geht, daran ganz alleine Selbst schuld - mit allen Konsequenzen für das Selbstbild aller Beteiligten.

    Wollen wir das wirklich?
    Es gibt unterschiedliche Begriffe von Gerechtigkeit. Das, was du schilderst, entspricht der Denke: wer viel leistet (was immer das genau ist, wäre noch zu definieren), bekommt auch viel (also Geld). Dabei wissen wir alle, dass Menschen nur im begrenzten Rahmen etwas dafür tun können, einen gut bezahlten Job zu ergattern. Manchen fehlt es an Ressourcen für eine aufwändige Ausbildung, manchen an Intelligenz und Auffassungsgabe, manche haben ein chronisches Leiden, andere haben Kinder oder pflegebedürftige Eltern zu versorgen, wieder andere haben einfach nur Pech im Leben (Beruf gewählt, der gerade nicht am Markt gefragt ist, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen), nochmal andere haben vielleicht alle Voraussetzungen, können sich aber schlecht verkaufen.

    Vor 30 Jahren gab es eine Menge fertig ausgebildete Lehrer und andere Akademiker, die mangels entsprechender Jobs Taxi fuhren. Gerecht?
    Ein Paar, das vier Kinder erzieht, kommt mit einem Durchschnittsgehalt und einem 500-€-Job gerade so über die Runden, obwohl es vier potentielle zukünftige Rentenzahler großzieht. Gerecht?
    Eine hochintelligente und fleißige, aber chronisch kranke Frau kann bedingt durch häufige Fehlzeiten im Job nicht aufsteigen, obwohl sie besser qualifiziert wäre als ihr Kollege, der sich um den gleichen Posten bewirbt. Gerecht?
    Einige Banker verdienen mit dem Verwalten von und Spekulieren mit Geld anderer Leute Millionen. Gerecht?
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
    Alle nicht mit "Moderation" gekennzeichneten Beiträge geben meine private Meinung als Userin wieder.

  7. Avatar von Loop1976
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Sehe ich auch in meinem Umfeld, alle Kinder sollen eigentlich mal studieren und wenn nicht, dann aber keinen Beruf, bei dem man die Hände benutzen müsste. Ich weiß, das ist Gejammer, aber die Situation wird ja nicht besser.
    wir hatten vor jahren mal jemanden da vom bbz (berufsbildungszentrum), die die betriebe in der region abgeklappert haben. da wurde dringlichst auf diese situation hingewiesen und auch die gründe darüber diskutert. dass es auch die eltern sind, die ihren kindern sagen, werd bloß was vernünftiges.

    wir bilden auch nicht aus. hat mein chef kein interesse.... tja, sich aber fachkräftemangel beschweren......

    bäcker, waaaaaas? so früh aufstehen?

    schade. so gehen ganz viele berufe den bach runter.
    wenn ich sehe wer heute alles studiert, pack ich mir an den kopf.

    aber das ist auch eine folge der erziehung. die eltern, die ihre kinder pimpern bis zum abwinken und die sollen dann später eine ausbildung machen?
    als koch womoglich, da kriegen die den ersten gegenwind und rennen weinend davon.
    ja, koch, warum verdienen die eigentlich so wenig? und das bei den arbeitszeiten, kein wunder, dass keiner mehr koch lernen will.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht


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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Vor 30 Jahren gab es eine Menge fertig ausgebildete Lehrer und andere Akademiker, die mangels entsprechender Jobs Taxi fuhren. Gerecht?
    Ein Paar, das vier Kinder erzieht, kommt mit einem Durchschnittsgehalt und einem 500-€-Job gerade so über die Runden, obwohl es vier potentielle zukünftige Rentenzahler großzieht. Gerecht?
    Eine hochintelligente und fleißige, aber chronisch kranke Frau kann bedingt durch häufige Fehlzeiten im Job nicht aufsteigen, obwohl sie besser qualifiziert wäre als ihr Kollege, der sich um den gleichen Posten bewirbt. Gerecht?
    Einige Banker verdienen mit dem Verwalten von und Spekulieren mit Geld anderer Leute Millionen. Gerecht?
    Um mal ein Segment anzusprechen das in dem Kontext (seltsamerweise) fast nie zur Sprache kommt: Zu Unizeiten hatte ich eine Freundin, die mehrfach unter den ersten 10. bei Deutschen Meisterschaften im Hochsprung war. Sie erhielt 300 DM monatlich von der Deutschen Sporthilfe. Und hin und wieder ein paar Schuhe oder einen Trainingsanzug von ihrem "Sponsor" besser wohl Ausrüster, also einer Sportartikelfirma.

    Ein Uni-Freund spielt damals Fußball, meist zweit- und drittklassig (also nicht in der Bundesliga). Er verdiente damals mehr als das Zehnfache (> 3.000 DM monatlich) nur als Grundgehalt. Dazu kamen noch Siegprämien. Vom Sponsor wurde ein Auto gestellt. Er hat sich noch während des Studiums eine Wohnung in Mainz gekauft.

    Ist das gerecht ? Und wenn nein, wie sollte man das ändern ? Mindesteinkommen ? Höchsteinkommen ?

    Für mich auch ein Faszinosum: Ein hohes Vorstandgehalt ist nicht selten Gegenstand der Diskussion, auch wenn da (in aller Regel) eine große Verantwortung und sehr viel Arbeit mit verknüpft sind. Verdient (besser bekommt) aber ein Rennfahrer, Fußballer, Basketballer zweistellige Millionengagen im Jahr (und residiert vielleicht sogar noch im steuerfreundlichen Ausland) jubeln ihm oft noch die Massen zu …

    Bißchen seltsam.


  9. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Ich glaube bei den Sportlern mit sehr hohem Verdienst weiß jeder dass die das normalerweise höchstens bis 40 machen können und dann einen kaputten Körper haben oder im Sport verunglückt sind - das ist Schmerzensgeld und Gefahrenzulage.


  10. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Ich glaube bei den Sportlern mit sehr hohem Verdienst weiß jeder dass die das normalerweise höchstens bis 40 machen können und dann einen kaputten Körper haben oder im Sport verunglückt sind - das ist Schmerzensgeld und Gefahrenzulage.
    Da ist ja noch die Sache, ob eine Tätigkeit nach dem Prinzip "breit verteilt" oder nach dem Prinzip" the winner takes it all" funktioniert.

    Für jeden Fussballmillionär gibts zehntausend Freizeitkicker, die Vereinsbeitrag zahlen, dazu noch das Juniorentraining leiten und die Kinder in der Gegend rumkutschieren. Die also an Zeit, Geld, Mühe viel aufwenden und als Ertrag "nur" die Freude am Sport und leuchtende Kinderaugen kriegen. (vielleicht, mit Glück, mal hie und da die Spesen zurück. Immerhin das)

    "Glück haben" - das Glück am richtigen Ort zu sein, die richtigen Leute zu treffen, die richtigen Talente in der richtigen Mischung zu haben... wird offenbar auch mit honoriert. warum auch immer.

    ***********

    Gerechtigkeit kann auch heissen, dass alle dieselbe Grundversorgung kriegen, und dann ist es nämlich egal, was da noch alles darauf kommen könnte oder tatsächlich tut.

    Eine Gerechtikeit, die allen dasselbe geben will - bitte nicht.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

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