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  1. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Teils, Teils.

    Es gibt die Möglichkeit, eine bestehende Hilfemaßnshme über den 18 ten Geburtstag hinaus zu verlängern. Passiert bei Dauer Pflege häufig, weil das Kind schon seit Kindheit bei den Pflegeeltern lebt. Emotional ist das oft wie ein leibliches Kind, die wirft man auch nicht mit 18 automatisch raus.

    Etliche Pflegeeltern schließen dann mit dem Pflegekind aber einen Untermietvertrag, das Pflegeverhältnis wird beendet. Damit nicht zugezahlt werden muss....

    Ich habe Kontakt zu vier ehemaligen Pflegekindern, die derzeit zur Zahlung herangezogen werden sollen. Bislang gilt - die leiblichen Eltern müssen nachweisbar schwere Schäden verursacht haben, nur Vernachlässigung, Verwahrlosung, Inobhutnahme und etliche Jahre kein Kontakt reicht nicht aus.
    Was ein schwerer Schaden ist muss im Einzelfall entschieden werden.

    Und - es geht nicht immer um das Geld, was die Pflegeeltern bekommen, während der Azubi noch bei ihnen wohnt. Es gibt auch die Möglichkeit, die Kosten der drei letzten Jahre einzufordern. Ist eine Kann Bestimmung, trifft etliche Pflegekinder nach beendeter Ausbildung.

  2. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von mono17 Beitrag anzeigen
    Dass ist aber deren Entscheidung.
    Natürlich - solange sie ihr Leben von ihrer Rente oder anderen Geldquellen finanzieren können, ohne auf Grundsicherung im Alter zurückgreifen zu müssen.

    Zitat Zitat von Sortie_Echo Beitrag anzeigen
    Für mich ist ein Haus ein Luxusartikel, den man sich leisten können muss.
    Sehe ich auch so.

    Wenn der Staat für den Lebensunterhalt aufkommen muss, finde ich schon, dass er verlangen kann, dass ein eigenes Haus (ab einer gewissen Größe natürlich nur) verkauft werden muss.

    Ich habe die Familienwohnung auch aufgegeben, als alle Kinder ausgezogen waren, und war froh drum, endlich nicht mehr soviel Miete zahlen zu müssen (dabei bin ich noch nicht mal Rentnerin) - ich verstehe nicht wirklich, warum das Sich-Verkleinern im Alter von vielen als Drama angesehen wird. (Ökologisch wäre es auch sinnvoller - aber darum geht es in diesem Strang nicht.)

    Es ist gut, dass es hierzulande eine Grundsicherung für Menschen gibt, die keine anderen Einkünfte haben - Millionen arme Menschen in aller Welt können davon nur träumen. Uaaah - das klingt jetzt wie "seid glücklich, dass es das überhaupt gibt und klagt nicht" - so meine ich das nicht. Es ist das definierte Existenzminimum (weswegen ich auch gegen Kürzungen bin), und es ist sehr gut, dass es das gibt. Aber eben für wirklich Bedürftige.

    Ein großes Problem sehe ich da, wo Familien über Generationen im Hartz-IV-Bezug sind und die Kinder schon nichts anderes mehr kennen, aber das ist eher ein Thema für die Bildungspolitik.

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Aber das Vermögen in Geldwert bei Hartz Eintritt wird dir doch auch angerechnet bzw. für eine Ablehnung genehmigt.
    Ich verstehe diesen Satz leider nicht.
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  3. Avatar von Akzent
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen

    Ich verstehe diesen Satz leider nicht.
    Der Antrag für Hartz oder andere Sozialleistung wird bei eigenem Vermögen abgelehnt, wenn das Vermögen mit einen bestimmten Eigenbetrag, die gesetzliche Leistung nicht mehr zulässig ist.

    Du schreibst im Vergleich dazu, dass auch wenn während der gelieferten Sozialleistung der Leistungsnehmer eine Erbschaft erhält, diese auch vollständig in in die Leistungsbezüge mit eingerechnet wird, so dass diese Sozialleistung dann beendet wird.

    Du siehst die staatliche Bewegung in Sachen sozal Finanzen und Berechtigungen.

    Wenn durch die spätere Erbschaft auch noch die erhaltenen Leistungen zurückgezahlt werden müssten, wäre der Sozialstaat ethisch wirklich am Ende. So ist es dann nun doch noch nicht.

    Ich will damit nur sagen in Bezug auf die Erfassung und Offenlegung von den eigenen Vermögensverhältnissen wie bei den Ämtern registriert wird. Und das nicht nur beim Finanzamt.Und das verjährt nicht oder wird immer die Möglichkeit bieten hier zu recherchieren, damit dem Staat nichts entgeht. Von Steuerschulden bis Sozialleistung.

    Das was bei Firmen oder Stiftungswesen nicht so genau genommen wird, wenn die Steuerlast im Ausland oder andern Möglichkeiten relativiert wird und hier wesentlich mehr Möglichkeiten bestehen, ein Vermögen nicht transparent machen zu müssen.

    - Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
    von Bruce Lee

    Geändert von Akzent (25.11.2019 um 10:02 Uhr)


  4. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    @Akzent: Auslandsgelder bzw. -besitz ist aber nicht nur etwas, was Firmen betreiben, das können Hartzer auch.

    In Gerichtsverfahren habe ich beispielsweise schon mitbekommen, dass Mitbürger, die jahrzehntelang Sozialleistungen bezogen haben, ein Ferienhaus in der alten Heimat gebaut haben (da das so am Rande auftauchte, blieb es schätzungsweise konsequenzenlos). Oder dass im Fall der syrischen Familie, die ich eine Zeitlang betreut habe, ein Haus in einem guten Viertel von Damaskus existierte, das vor dem Familiennachzug des Mannes verkauft wurde. Die Mittel hat man den deutschen Behörden natürlich nicht offengelegt, sondern darum gerungen, dass man schon vor der eigentlich notwendigen Jahresfrist von den Zuzahlungen der Medikamente des Mannes befreit werden sollte.

    Also, es gibt schon Möglichkeiten. Allerdings haben die die einheimischen Hartzer meistens nicht - aber Gelegenheit macht Diebe, das gilt für Unternehmen genauso wie sozial Schwächere.

  5. Avatar von Akzent
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Ja ich weiss von diesen Fällen. Leider wird hier dieser Sozialstaat von der gesamten Welt genutzt mit sämtlichen Möglichkeiten der Ausbeutung. Überprüfungen der einzelnen Fälle kaum möglich. Die ausländische Clanentwicklung boomt.
    Damit ist der Soziale Unfrieden vorprogrammiert, wenn nur die eigenen Hartzer in der Sanktionsfalle sind.

    Sanktionen noch mal ein anderes Thema innerhalb einer Sozialstruktur.

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    von Bruce Lee


  6. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Also,schummeln oder ehrlich sein ist keine Frage von Nationalität, eher von Charakter.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.


  7. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Richtig und man kann sich durchaus fragen ob das dann soziale Gerechtigkeit ist, schließlich ist Intelligenz nichts, wofür man selbst etwas kann.
    Total deiner Meinung. In meiner total utopischen Welt ist gerechte Entlohnung proportional zur Anstrengung, die jemand unternimmt. Also, wenn jemand weniger schlau ist und sich richtig strecken muss, sollte das höher entlohnt sein als jemand, dem alles zufliegt und der relativ easy einen komplexen Job macht (Nebenbemerkung, arroganterweise - das wäre für mich persönlich eher schlecht. Ich fänd es trotzdem fair).
    Das ist aber nicht praktikabel (da man nicht objektiv feststellen kann, wie sehr sich jemand streckt) daher bin ich schon dafür, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen - und der Staat regelnd eingreift bei für das Gemeinwohl relevanten Tätigkeiten wie Kindererziehung, Altenpflege etc., aber auch, um Härten auszugleichen (Jobverlust durch Krankheit etc.).
    Weiterhin finde ich, dass der Staat für Chancengleichheit, v. A. für Kinder, sorgen sollte.

    Ich finde das echt erschreckend, was es da für Unterschiede gibt. Hier in der Stadt (Ruhrgebiet) ist das Gefälle riesig. Nicht gut.
    Geändert von Convallaria (25.11.2019 um 21:37 Uhr)


  8. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Aus einer Publikation des Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (2010):

    In der Diskussion um ein „gerechtes“ Steuer- und Abgabensystem ist häufi g zu hören, dass in Deutschland die „Mittelschicht“ übermäßig stark belastet wird und „Spitzenverdiener“ zu wenig zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen. Diese RWI Position unterzieht die öff entliche Wahrnehmung einer „ungerechten“ Lastenverteilung einer empirischen Überprüfung. Hierzu wird die im Jahr 2010 herrschende Verteilung der Belastungen durch direkte und indirekte Steuern sowie durch Sozialversicherungsbeiträge auf der Basis von repräsentativen Mikrodaten geschätzt.

    Es zeigt sich, dass die Haushalte aus dem mittleren Einkommensbereich tatsächlich den größten Beitrag zum Gesamtaufk ommen der direkten, der indirekten Steuern und der Sozialversicherungsbeiträge leisten. Ihr hoher Finanzierungsanteil resultiert dabei aus der Tatsache, dass diese Haushalte zahlenmäßig in Deutschland am stärksten vertreten sind. Die höchsten Finanzierungslasten schultern jedoch die 10% der Haushalte mit den höchsten Einkommen – sowohl bei den Steuern als auch bei den Abgaben. Bei der Einkommensteuer tragen diese Haushalte sogar mehr als die Hälft e des Aufkommens.


    Gruß

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  9. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Besonders unfair finde ich übrigens, dass Pflegekinder in der Ausbildung von ihrer Ausbildungsvergütung nur einen Betrag von 160 Euro behalten dürfen, den Rest müssen sie ans Jugendamt abtreten, um sich an den Kosten zu beteiligen.
    Ist das tatsächlich so? Das wäre weit mehr, als die Eltern sich an den Pflegegeldkosten beteiligen.
    Das muß ich mir gleich notieren und es beim nächsten Gespräch ansprechen. Das wurde nie auch nur erwähnt.

    Das mit dem Beteiligen an der Pflege der Eltern ist uns allerdings bekannt. Und ja, das ist mehr als nur unmöglich.
    Mein liebstes Wintergemüse ist die Marzipankartoffel.


  10. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Total deiner Meinung. In meiner total utopischen Welt ist gerechte Entlohnung proportional zur Anstrengung, die jemand unternimmt. Also, wenn jemand weniger schlau ist und sich richtig strecken muss, sollte das höher entlohnt sein als jemand, dem alles zufliegt und der relativ easy einen komplexen Job macht (Nebenbemerkung, arroganterweise - das wäre für mich persönlich eher schlecht. Ich fänd es trotzdem fair).
    Das ist aber nicht praktikabel (da man nicht objektiv feststellen kann, wie sehr sich jemand streckt) daher bin ich schon dafür, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen - und der Staat regelnd eingreift bei für das Gemeinwohl relevanten Tätigkeiten wie Kindererziehung, Altenpflege etc., aber auch, um Härten auszugleichen (Jobverlust durch Krankheit etc.).
    Warum verdient ein Abteilungsleiter in einem deutschen Konzern mehr als ein Universitätsprofessor? Obwohl seine Arbeit meiner Meinung nach deutlich geringere (intellektuelle) Anstrengungen und formale Bildung verlangt?

    Da der Konzern eigenverantwortlich Geld durch den Verkauf von Produkten erwirtschaftet und über seine Einnahmen verfügen kann. Eine Universität hat keine Einnahmen (die Studenten zahlen ja nichts), sie wird duch Steuergelder finanziert. Daher ist ein Unternehmen frei darin, nach Angebot und Nachfrage zu bezahlen. Der öffentliche Dienst im weiteren Sinne kann dies nicht, da er durch Budget begrenzt ist. Wenn wir die Einkommen aller Erzieher verdoppeln würden, müßten wir alle deutlich mehr Steuern bezahlen. Wenn Siemens die Gehälter seiner Angestellten veroppelt, geht es uns nur etwas an, wenn wir Siemens Aktien besitzen, also Miteigentümer sind.

    Daher sind Einkommen in Bereichen der öffentlichen Hand immer willkürliche Festsetzungen und müssen auch öffentlich ausgehandelt werden. Gehälter in der Industrie gehen nur den Betrieb etwas an (von Mindestanforderungen wie Tarif abgesehen). Daher sind Gehälter dieser beiden Bereiche auch nicht vergleichbar.

    Daher stehe ich dem Millionengehalt des BMW CEO gleichgültig gegenüber, aber nicht dem 300.000 Euro Gehalt des Vorstandes der AOK Bayern. Denn dieser wird aus den Versicherungszahlungen der Angestellten, die in Bayern bei der AOK sind, bezahlt, die nicht freiwillig sind, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Hier geht es mich etwas an!
    Weiterhin finde ich, dass der Staat für Chancengleichheit, v. A. für Kinder, sorgen sollte.

    Ich finde das echt erschreckend, was es da für Unterschiede gibt. Hier in der Stadt (Ruhrgebiet) ist das Gefälle riesig. Nicht gut.
    Wo siehst du die Chancengleichheit konkret verletzt? Nicht vom Ergebnis, sondern von den Strukturen und dem Verhalten im Sozialsystem?

    Hans
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    Geändert von HansDampf (26.11.2019 um 12:07 Uhr)

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