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  1. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Würde ich als bekannte öffentliche Person auch machen. Ich befürchte, die Kinder öffentlicher Personen kriegen den ganzen Ballast ab.
    Dann wäre ja alles erklärt, geklärt und die besagten PolitikerInnen vollständig exkulpiert …

    Spaß beiseite: Nach meiner Beobachtung praktizieren dies auch "deutlich weniger bekannte öffentliche Personen" aus der dritten, vierten, fünften usw. Reihe der Politik.

    Erinnere mich beispielsweise an Katharina Schwabedissen (oder so ähnlich) die damals Landessprecherin der NRW-Linkspartei war (erwähne die Dame nur, weil sie m. W. inzwischen kein politisches Amt mehr inne hat). Auch ihre Kinder (zwei Söhne) besuchten eine Privatschule …

    Wie mir damals ein Schulrektor aus NRW sagte - er hatte sich intensiv mit der Thematik Gesamtschule versus Gymnasium beschäftigt - gab es aus dem ganzen Parteivorstand der Linkspartei, den ersten 10 der Landesliste sowie dem Parteivorstand der Grünen kein einziges Mitglied das ein Kind auf einer Gesamtschule hatte … soweit Kinder vorhanden besuchten diese Gymnasien und/oder Privatschulen. Siehe Schwabedissen.

    Nach meinem Dafürhalten muß sich auch ein(e) PolitikerIn an den eigenen Aussagen messen lassen. Selbst wenn sie aus den "hinteren Reihen" stammt, was keineswegs despektierlich gemeint sondern einfach Fakt ist. Das gilt übrigens auch für alle, die ansonsten ständig mit moralisch-ethischer Attitüde und besonders strengen Maßstäben unterwegs sind. Zumindest andere betreffend.

    Wer den Kopf so weit aus dem Fenster streckt und gewisse Dinge postuliert und normiert, darf sich nicht wundern, wenn man die gleichen Maßstäbe auch an ihn selbst anlegt.

    Deine Umdeutung - man "schütze" damit nur die eigenen Kinder - dürfte dann ja auch für normale Eltern (also nicht öffentliche Personen) gelten. Die wollen ihre Kinder nämlich auch nur schützen: Vor den (teilweise) anzutreffenden Zuständen in diesem öffentlich-rechtlichen Schulsystem nämlich ...


  2. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Wir haben immer noch freie Schulwahl, auch die der Schulform, daher dürfen Eltern gern selbst entscheiden, wohin sie ihr Kind schicken.

    In den allermeisten Fällen sprechen wir bei "Privatschulen" doch nicht von Eliteschulen a la Schloss Salem, sondern von Schulen in nicht staatlicher Trägerschaft, die bildungspanischen Eltern der Mittelschicht das Geld aus der Tasche ziehen und oft genug kein Stück besser sind als öffentliche Schulen. Auch dort fehlen Lehrkräfte - und da findet man genug Problembären, die aus dem staatlichen Schulsystem kommen, deren Eltern aber das Problem nicht beim Kind, sondern in der Schule sehen. Gibt es ja oft genug.

    Auch die sog Freien Schulen sind nicht immer das Nonplusultra. Einer meiner Neffen wurde im Grundschulalter als Schüler einer solchen Schule von meiner Jüngsten sehr beneidet - da konnte man sich nämlich aussuchen, was man lernt. Tochter sagte, sie hätte dann den Matheraum nie betreten.
    Ähnlich schien es meinem Neffen zu gehen, meinem Bruder ging am Ende von Klasse 2 die Geduld aufs Warten auf das natürliche Interesse für Mathematik bei seinem Sohn aus und setzte nach diversen Krächen mit der Ehefrau die Umschulung auf die normale Grundschule durch.

  3. 23.01.2020, 21:36

    Grund
    Userthematisierung, Crossposting gelöscht

  4. Avatar von Daphnia
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Wir sind eine Lehrerfamilie. Staatliche Schulen unterschiedlicher Stufen.
    Der Beruf hat uns anfangs begeistert. In den letzten Jahren wurde es immer schwieriger. Inzwischen sind wir in Rente.
    Unsere Kinder waren ebenfalls auf staatl. Schulen.

    Keines unser Kinder wollte auf Lehramt studieren. Von ehemaligen Kommilitonen mit LA springen die ersten schon ab. Verhältnisse seien überaus schwierig.
    In 2 Jahren werde ich beim Enkel wieder aus 1. Hand informiert sein, wer in welche n Schularten unterrichtet wird.
    Daphnia


  5. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von kurant Beitrag anzeigen
    Wie mir damals ein Schulrektor aus NRW sagte - er hatte sich intensiv mit der Thematik Gesamtschule versus Gymnasium beschäftigt - gab es aus dem ganzen Parteivorstand der Linkspartei, den ersten 10 der Landesliste sowie dem Parteivorstand der Grünen kein einziges Mitglied das ein Kind auf einer Gesamtschule hatte … soweit Kinder vorhanden besuchten diese Gymnasien und/oder Privatschulen. Siehe Schwabedissen.
    Sowas sagt aber wenig.

    Ich war z.B. auf einer kirchlichen Schule, ohne Schulgeld, also halbprivat, für solche Artikel zählt sowas wohl als Privatschule.

    Nur: Aus meiner Grundschulklasse gingen 2/3 aufs Gymnasium, die gingen fast alle auf dasselbe kirchliche Gymnasium (das nichtmal der Konfession der meisten Schüler entsprach), schlicht deshalb, weil das am nächsten lag.

    Hätten andere Gymnasien nah genug gelegen? Ganz sicher, war ja Großstadt. Aber eben keines so nah und so einfach erreichbar. IGS gab es auch, am anderen Ende der Stadt, das machte aus diesem Stadtteil verkehrstechnisch so gar keinen Sinn.


    Überhaupt, IGS: In meiner Heimatstadt fallen mir auf Anhieb 7 Gymnasien und 2 IGS ein, natürlich geht da die Mehrheit der Schüler aufs Gymnasium, gibt ja dort mehr Plätze. Muss man von Politikern nun verlangen, von 8 möglichen Schulen genau die 2 IGS zu wählen?
    Ok, und zu meiner Zeit gab es noch kein Zentralabi, damals galten hier IGS als Schulen wo man das Abitur geschenkt bekommt - möchte man für seine eigenen Kinder vielleicht auch nicht haben wenn es einfach vermeidbar ist.

    Wir hatten im gesamten Jahrgang übrigens 1 (!) Lokalpolitikerkind - deren Bruder war jünger und ging auf dieselbe Schule.

    Dieses Kind hatte es tatsächlich eher schwer: Kind von einem lokal sehr bekannten Grünen auf einer christlichen Schule........wo die Eltern eher in Richtung der Partei mit dem C tendieren...


  6. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Für mich geht es nicht darum private Schulen zu verbieten.

    Sondern zu schauen, was sie so attraktiv macht für immer mehr Eltern und ehrlich zu vergleichen.
    Geht es den Eltern darum, die bestmögliche Bildungsvoraussetzung für ihr Kind zu erreichen?
    Oder ist es eher ein Adabei-Effekt: der kleine Königstiger soll unter seinesgleichen sein?
    Letzteres gab es schon immer, wird es auch immer geben.

    Ein System, in welchem man nur eine bedeutende Position erreichen kann, wenn man eine bestimmte (Privat)Schule besucht hat, fände ich tatsächlich sozial ungerecht und eine Entwicklung dahin wünsche ich mir nicht für Deutschland.

    Diese beliebte Anklage gegen Politiker, die ihre eigenen Kinder nicht auf öffentliche Schulen schicken - das kann man ärgerlich finden, letztlich ist es für mich ein billiges Ablenkungsmanöver bzw. Rechtfertigungsversuch.
    Damit geht man das Thema nicht sinnvoll an.
    Wie bei Kindern: wenn der das darf, darf ich das auch.... albern.
    Think before you print.

  7. gesperrt
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen
    Geht es den Eltern darum, die bestmögliche Bildungsvoraussetzung für ihr Kind zu erreichen?
    Oder ist es eher ein Adabei-Effekt: der kleine Königstiger soll unter seinesgleichen sein?
    Das dürfte am Schluss auf das Gleiche rauskommen.


    Diese beliebte Anklage gegen Politiker, die ihre eigenen Kinder nicht auf öffentliche Schulen schicken - das kann man ärgerlich finden, letztlich ist es für mich ein billiges Ablenkungsmanöver bzw. Rechtfertigungsversuch.
    nein, ist es nicht.

    Weil es offensichtlich ist, dass die Politikerinnen selbst nicht an den Staat glauben, dessen Vertreterinnen sie sind.

    Es würde sich wohl auch kein Vorstandsmitglied von BMW trauen, mit einem Mercedes zur Arbeit aufzufahren... das würde die Belegschaft kaum goutieren, und das Image schädigen.

    gruss, barbara

  8. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Wenn alle ihre eigenen Schulerfahrungen sowie die der Kinder und Enkelkinder geschildert haben ,können wir vielleicht wieder zur sozialen Gerechtigkeit zurück?
    Ja,Schulbildung als Solche ist dafür wichtig. Ob die jeweils individuelle aber...
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

  9. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Moderationshinweis

    Es ist selbstverständlich erlaubt, Beispiele aus dem persönlichen Erfahrungsbereich zur Stützung der eigenen Argumentation heranzuziehen, jedoch sollte dabei das Strangthema "Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?" nicht aus den Augen verloren werden.

    Gruß,
    Analuisa
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.


  10. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Wir haben immer noch freie Schulwahl, auch die der Schulform, daher dürfen Eltern gern selbst entscheiden, wohin sie ihr Kind schicken.

    .
    Freilich.

    Ist halt verlogen, wenn man Ministerin als das sehr separierende und Gräben vertiefende bayerische System leidenschaftlichst verteidigt und die eigenen lieben Kleinen zu Waldorf schickt - diametrales Kontrastprogramm zu bayer. Staatschulen.

    Ist so, wie wenn ich Papst bin und meine Kinder werden evangelisch

  11. Inaktiver User

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen
    Sondern zu schauen, was sie so attraktiv macht für immer mehr Eltern und ehrlich zu vergleichen.
    Geht es den Eltern darum, die bestmögliche Bildungsvoraussetzung für ihr Kind zu erreichen?
    Oder ist es eher ein Adabei-Effekt: der kleine Königstiger soll unter seinesgleichen sein?
    Letzteres gab es schon immer, wird es auch immer geben.
    Der kleine Königstiger, der nicht mit den Schmuddelkindern spielen soll. Hinzu kommen Trends, die ähnlich wirken wie SUV fahren, die Bestätigung, dass man auf der Höhe der Zeit ist. Bildungs-Hipster. Als dritten Grund fällt mir noch ein, dass der hysterische Wahn, das eigene Kind mit allen Mitteln als Bildungsgewinner zu positionieren, ziemliche Blüten treibt. Die waren dann schon auf der Kinder-Uni, können aber keine Schleife binden.

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