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  1. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Woher weißt du das denn bitte?

    Ich kenne nicht sehr viele, im Gegensatz zu dir anscheinend .Von denen geht aber nicht ein Kind auf eine Privatschule.
    Beispielsweise von einer PK, die ich damals selbst miterlebt hatte (spielte in meinem Bundesland und auch meiner Gegend). Frau Andrea Ypsilanti (SPD) wollte damals Ministerpräsidentin von Hessen werden. Ein Kernbestandteil ihres Programms war die Schulpolitik mit Punkten wie mehr Gesamtschulen, gemeinsamer Unterricht bis zur 10. Klasse, ein integriertes Schulsystem, kein Sitzenbleiben mehr usw. In der PK stellte sich dann auf Nachfrage einer Journalistin heraus, daß Andrea Ypsilanti ihren eigenen Sohn nicht auf eine staatliche sondern auf eine private Schule schickt (das Privatgymnasium Anna-Schmidt-Schule in Nieder-Erlenbach). Dies hat bei einigen der Journalisten und auch der Eltern für leichten Unmut und eine gewisse Verwunderung gesorgt.

    Gehört nach meiner Erfahrung aber durchaus zu den Usancen, beispielsweise auch beim Thema Universitäten. Da sind private Hochschulen in UK, der Schweiz, den USA usw. ziemlich beliebt - wenn es um den eigenen Nachwuchs geht. Auch und gerade bei denen, die ansonsten lauthals gegen Studiengebühren poltern …

    Werde hier aber keine weiteren PolitikerInnen "outen". Bei Frau Andrea Ypsilanti habe ich dies auch nur getan, weil der Fall bundesweit durch die Medien ging, schon länger zurückliegt und sie m. W. auch keine politischen Ämter mehr inne hat.

    Und last but not least, weil Du konkret nachgefragt hast.

    Das Auseinanderfallen von Reden (Ypsilantis-Programm zur Schulpolitik) und das tatsächliche Handeln in eigener Sache war in dem Fall besonders augenfällig.

  2. Inaktiver User

    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Die Krux am sozialen Aufstieg ist ja auch, was man zurück lässt - du wirst wissen, was ich meine
    Und was man nicht vergisst (oder vergessen sollte).


  3. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    In einer Studie wurde das als Mär enttarnt, wenn man mal von freien Schulen absieht. .
    Ja, das war unpräzise von mir
    Ich meinte schon freie Schulen.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm


  4. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    @ Kurant
    In Deutschland gibt es zigtausend Politiker.
    Bei dir hörte sich das an, als wäre das die Normalität all derer.
    Das es das gibt ist doch wohl klar. Das sind genau so Menschen, wie wir alle. Ich glaube nicht, das Politiker per se besser oder schlechter sind, als alle anderen.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  5. gesperrt
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Solidarität gibt es nur im Fußballstadium.
    Zum Glück ist dies nicht der Fall!

    es wäre allerdings durchaus sinnvoll, darüber nachzudenken, welche Umstände die Solidarität von Menschen fördern, und diese Überlegungen in allen politischen Entscheidungen zu berücksichtigen.

    gruss, barbara


  6. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    @Analuisa

    Vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag (Nr. 1084).

    Leider bin ich kein Experte, was unser Bildungssystem betrifft.

    Bin früher einfach in die Schulen marschiert, wo meine Eltern gerade gewohnt haben. Weder meine Eltern noch ich haben darüber weiter nachgedacht. Was mir aber inzwischen auffällt: Hier ziehen teilweise Eltern um oder melden sich an einer anderen Adresse an, damit ihre Kinder nicht in bestimmte Schulen gehen müssen ...

    Ein anderes Beispiel: Früher war ein hier in der Nähe ansässiges Privatgymnasium sozusagen "ultima ratio", nach dem (mehrfachen) Sitzenbleiben. Heute gehen die Kinder direkt auf dieses Gymnasium, auch wenn sie noch niemals Sitzengeblieben sind und/oder sogar beste Noten haben …

    Manche Eltern achten darauf und/oder versuchen es zumindest (vom Kindergarten über die Grundschule und das Gymnasium bis zum universitären Abschluss), daß ihrer Kinder nur auf private Bildungseinrichtungen gehen …

    Diesen Trend finde ich auch etwas besorgniserregend - aber nachvollziehbar, wenn ich so manche Geschichten aus der Hauptschule höre, die Eltern erzählen.

    Was ich generell bedenklich finde: Bildung ist in Deutschland Ländersache und da kocht so ziemlich (nach meinem Eindruck) jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Beispiel: Wenn hier jemand nur ein paar km umzieht (beispielsweise von Hanau oder Seligenstadt nach Aschaffenburg), landet man statt in Hessen in Bayern (präziser in Franken). Wie ich von mehreren Eltern weiß, liegen da zwar nur wenige km dazwischen - aber Welten zwischen den Schulen, dem Leistungsniveau usw.

    Für ein Land wie Deutschland dürfte der wichtigste "Rohstoff" überhaupt die Bildung sein (was auch sonst ? Von nennenswerten Erdöl-, Diamant-, Goldvorkommen etc. ist mir jedenfalls nix bekannt). Entsprechend der überragenden Bedeutung und Wichtigkeit sollte das Ganze - nach meinem Dafürhalten - dann auch eine Sache des Bundes sein (und nicht Sache einzelner Bundesländer und abhängig von der jeweiligen Landesregierung).

    Aus zugegebenermaßen Laiensicht fände ich dann aber als nationale Benchmark eher Bayern und Sachsen angezeigt als beispielsweise Berlin oder Bremen.

    Da die Länder aber wohl kaum ihre Macht in Sachen Schulpolitik aus der Hand geben werden, dürfte mein Ansatz eh nur ein rein theoretischer sein.

    So sind wir eben da gelandet, wo wir jetzt stehen. Überspitzt könnte man sagen "Rette sich, wer kann" (bzw. seinen Kinder). Und viele die können, handeln eben dementsprechend.

    Rein aus einem Solidaritätsgedanken heraus (s. das Beispiel mit meiner GKV-Mitgliedschaft) mag ein Erwachsener nach Abwägung in einem System bleiben. Dies werden aber so manche Eltern für ihr(e) Kind(er) vermutlich anders sehen.

    Womit wir wieder bei meinen o. g. Beispielen wären.

  7. gesperrt
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    der wichtigste "Rohstoff" ist womöglich nicht Bildung... sondern vielleicht eher so etwas wie "gute realisierbare Perspektiven, viele Optionen zu handeln".

    ich gehe nicht davon aus, dass man dem tumben Volk erst Verstand beibringen muss, bevor es was taugt; sondern eher, dass Leute von selbst kreativ, unternehmungslustig und innovativ sind, wenn sie nur die Chance dazu haben. und Politik soll da günstige Rahmenbedingungen schaffen und auch alle Initiativen ermuntern.

    gruss, barbara


  8. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    @ Kurant
    In Deutschland gibt es zigtausend Politiker.
    Bei dir hörte sich das an, als wäre das die Normalität all derer.
    Das es das gibt ist doch wohl klar. Das sind genau so Menschen, wie wir alle. Ich glaube nicht, das Politiker per se besser oder schlechter sind, als alle anderen.
    Das glaube ich auch nicht. Allerdings stößt es ziemlich unangenehm auf, wenn jemand (s. das Ypsilanti-Beispiel) bestimmte und ganz konkrete Inhalte zu dem Kernbestand seiner politischen Arbeit macht und dies auch im Wahlkampf in der Öffentlichkeit kommuniziert - sich in praxi und in eigener Sache dann aber gerade in dieser speziellen Angelegenheit selbst völlig anders verhält.

    Wie gesagt, ich werde hier keine weiteren Namen nennen bzw. "outen". Es war allerdings schon mehrfach überraschend, welche Namen einem an ausländischen Privat- und sog. Elite-Universitäten so begegnen - und wie unterschiedlich zu dem tatsächlichen Verhalten sich dann das Gesagte der Eltern hier vor Ort darstellt. Die Diskrepanz war mehrfach ebenso groß wie im Falle der besagten Frau Ypsilanti.


  9. Registriert seit
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Bei den Privatschulen sind die Lehrer in der Regel nicht besser als an den Staatsschulen, es ist die Zusammensetzung der Schüler, die den Unterschied macht. Das habe ich auch an der Unis gesehen. Ich habe meinen Master an einer Eliteuni im Ausland gemacht - Lehre, Ausstattung etc. waren nicht besser als an meiner deutschen Heimatuni. Was aber viiiiel besser war, waren die Kommilitonen, alle begeistert und motiviert. Niemand war da, weil ihm nichts besseres eingefallen ist, oder hat sein Hauptleben außerhalb der Uni gehabt und kam nur gelegentlich vorbeigeschneit etc. Und wir waren viel weniger.

    So ein bisschen ähnlich muss das auch an Privatschulen sein, die Schülerschaft ist homogener, die Eltern bereiter, sich zu engagieren, dass das Kind z. B. die Hausaufgaben macht - und die Untiefen des Verwaltungsrechts müssen bei Problemen auch nicht durchwatet werden, sondern die Schule kann den Vertrag mit den Eltern kündigen, wenn es nicht läuft.

    Trotzdem bin ich keine große Freundin davon. Allerdings hätte ich, sofern ich Kinder gehabt hätte, alles drangesetzt, um sie an das örtliche humanistische Gymnasium zu bringen. Nicht weil ich vom Nutzen und Frommen der Altphilologie so tief überzeugt wäre, sondern weil das für "Stallgeruch" sorgt. Und den Push Richtung Studienstiftung (obwohl auch die offener sind als früher).

  10. Avatar von mono17
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    AW: Soziale Gerechtigkeit oder welchen Staat hätten 's denn gern?

    Das klingt so berechnend. Ich bin versucht,zu wünschen,dass die Kinder die Schule schmeissen oder wie Rory Gilmore mit 30 zuhause runhocken und von einem Mann schwanger sind,der anderweitig vergeben ist...

    Es ist doch überhaupt nicht wichtig,woher nan kommt oder an welcher Uni man war. Also,nicht für das Wesentliche.
    Es ist nicht das, was bei einem Menschen zählt.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.

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