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Thema: Grundrente

  1. Avatar von jofi2
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    AW: Grundrente

    Wenn ich es richtig verstanden habe dann nützen diese Kinderberechtigungszeiten nur denen, die noch ein ganzes Stück von der Rente entfernt sind.
    Die Frauen, die kurz vor der Rente stehen, gehen leer aus. Ihre Kinder sind einfach zu früh geboren. Und das obwohl sie Kinder erzogen haben zu einer Zeit, als es sehr viel schwerer war, trotz Kindern eigene Rentenanwartschaften zu erwerben.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)


  2. Registriert seit
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    AW: Grundrente

    Zitat Zitat von zuwenig Beitrag anzeigen
    Davon ab, ich hatte tatsächlich noch eine Mutter, die den ganzen Tag da war und hätte es besser gefunden, wenn sie arbeiten gegangen wäre !!!
    Beschäftigt habe ich mich immer allein, Hausaufgaben habe ich vom ersten Tag alleine gemacht und zusammen unternommen
    haben wir nie etwas. Gut, das ist jetzt ganz persönlich.
    Same here, v.a. das von mir blau markierte.
    Aber das halte ich nicht für persönlich, sondern für durchaus politisch!

    Das war in Westdeutschland in meiner Generation (Jg. 1968) gang und gäbe.
    Nie wieder im Leben ist mir eine Gruppe von Menschen mit so viel Tagesfreizeit begegnet wie die Mütter meiner Mitschüler.

    Und genau daraus resultiert, was Du (und auch ich, wenngleich es mich als Nicht-Mutter weniger direkt betrifft) heute als Ungerechtigkeit bewertest:
    In den Köpfen besteht immer noch die Annahme, eine Mutter arbeitet nicht, sondern würde qua Naturgesetz zuhause bleiben, so dass berufstätigen Müttern unterstellt wird, dass diese keine Erziehungsarbeit leisten, die auch nur annähernd an die der Nur-Hausfrau heranreiche.
    Daher wird Dir die Erziehungsarbeit, die Du parallel zur Berufstätigkeit leistest, nicht im gleichen Maße anerkannt.

    Finde ich auch ungerecht, zumal Doppelbelastung (Arbeiten und Kinder-Großziehen) so noch bestraft wird.
    Ebenso ungerecht beim Grundrentenkonzept: Dass Leute, die aufgrund anderer Geldquellen dauerhaft nur teilzeit arbeiten, die gleiche Aufstockung bekommen wie Geringverdiener, die ganztags gearbeitet haben.

    Natürlich ist es schwer bis unmöglich, das Rentensystem gerecht(er) zu machen.
    Aktuell erstaunt mich das Ausmaß der "Verschlimmbesserungen" jedoch wirklich.

    Allerdings bin ich mir zumindest sehr sicher, dass die Bedürftigkeitsprüfung nie wegfallen wird - das ist bei der Wählermehrheit sicherlich nicht durchzusetzen.
    The sky is always blue above the clouds.


  3. Registriert seit
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    AW: Grundrente

    Meine Kinder kamen zur Welt, als es außer 100 DM von der KK für die Wahrnehmung aller Vorsorgeuntersuchungen nichts gab an zusätzlichen Vergünstigungen - muss ich das jetzt noch jemandem übel nehmen oder über Benachteiligungen sinnieren ?

  4. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Grundrente

    Die Mütter meiner Kindheit pflegten Tante und Onkel, betreuten ihre Kinder. Hausaufgabenhilfe, Nachbarschaftshilfe, mitgehen bei Schulveranstaltungen. So viel Freizeit hatten sie nicht.
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
    Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher, als du denkst.
    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" und...Userin


  5. Registriert seit
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    AW: Grundrente

    Zitat Zitat von Galah3 Beitrag anzeigen
    ......
    Das war in Westdeutschland in meiner Generation (Jg. 1968) gang und gäbe.
    Nie wieder im Leben ist mir eine Gruppe von Menschen mit so viel Tagesfreizeit begegnet wie die Mütter meiner Mitschüler..
    Politisch war in Westdeutschland auch, dass es weder Anspruch auf einen Kita-Platz gab (und wenn man einen ergatterte, dann war der Kindergarten oft zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr geschlossen), noch gab es verlässliche Schulzeiten oder Ganztagsschulen: wenn der Lehrer/die Lehrerin krank war, dann stand das Grundschulkind auch schon mal um 10:00 Uhr oder noch früher unangekündigt wieder vor der Türe.

    Zitat Zitat von Galah3 Beitrag anzeigen
    ......
    Ebenso ungerecht beim Grundrentenkonzept: Dass Leute, die aufgrund anderer Geldquellen dauerhaft nur teilzeit arbeiten, die gleiche Aufstockung bekommen wie Geringverdiener, die ganztags gearbeitet haben.
    .....
    Um solchen Fällen gerecht zu werden, müsste eine Einzelfallprüfung stattfinden, in die alle Aspekte des Lebens des jeweiligen Antragstellers einfließen und gewichtet werden - das ist nicht umzusetzen und ich meine: auch nicht wünschenswert.


  6. Registriert seit
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    AW: Grundrente

    Zitat Zitat von Charlotte03 Beitrag anzeigen
    Die Mütter meiner Kindheit pflegten Tante und Onkel, betreuten ihre Kinder. Hausaufgabenhilfe, Nachbarschaftshilfe, mitgehen bei Schulveranstaltungen. So viel Freizeit hatten sie nicht.
    Sätze wie diese implizieren doch eigentlich, dass in Familien mit berufstätigen Müttern die genannten Tätigkeiten zu kurz kommen (Verwandte unzureichend gepflegt, Kinder unzureichend betreut, usw.). Siehst Du das so?

    Zitat Zitat von nachgefragt Beitrag anzeigen
    Politisch war in Westdeutschland auch, dass es weder Anspruch auf einen Kita-Platz gab (und wenn man einen ergatterte, dann war der Kindergarten oft zwischen 12:00 Uhr und 14:00 Uhr geschlossen), noch gab es verlässliche Schulzeiten oder Ganztagsschulen: wenn der Lehrer/die Lehrerin krank war, dann stand das Grundschulkind auch schon mal um 10:00 Uhr oder noch früher unangekündigt wieder vor der Türe.
    Ich bezog mich auf Schul-, nicht auf Kita-Kinder.
    Ein Schulkind kann mit einem Hausschlüssel umgehen; zu meiner Schulzeit war überdies kein einziges Mal die Schule vor Mittag aus.
    Versteh mich nicht falsch: Meine Aussage ist nicht, Mütter sollten arbeiten gehen. Ich bin für Entscheidungsfreiheit. Aussagen wie Deine implizieren allerdings, es gäbe diese Entscheidungsfreiheit nicht.
    Heute wird sogar umgekehrt eher ein Schuh draus: Aus finanziellen Gründen haben viele Mütter diese Entscheidungsfreiheit gar nicht mehr und müssen arbeiten.
    The sky is always blue above the clouds.


  7. Registriert seit
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    AW: Grundrente

    Zitat Zitat von Galah3 Beitrag anzeigen
    ......

    Versteh mich nicht falsch: Meine Aussage ist nicht, Mütter sollten arbeiten gehen. Ich bin für Entscheidungsfreiheit. Aussagen wie Deine implizieren allerdings, es gäbe diese Entscheidungsfreiheit nicht.
    Heute wird sogar umgekehrt eher ein Schuh draus: Aus finanziellen Gründen haben viele Mütter diese Entscheidungsfreiheit gar nicht mehr und müssen arbeiten.
    Ich sehe es ja wie du:
    Eltern (beide) sollten die Entscheidungsfreiheit haben, wie sie Familie und Beruf leben wollen - ich habe nur einbringen wollen, wie eingeschränkt Mütter in dieser Entscheidung in der Vergangenheit sein konnten (und je nach Wohnort auch heute noch sind).

    Dass ein Einkommen vor allem in Ballungsräumen heute nicht mehr ausreicht, ist mir durchaus bewusst und dass darüber hinaus natürlich auch eine gut ausgebildete Frau nicht lange aus dem Beruf ausscheiden will : vollstes Verständnis

  8. Avatar von hillary
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    AW: Grundrente

    Zitat Zitat von nachgefragt Beitrag anzeigen

    Dass ein Einkommen vor allem in Ballungsräumen heute nicht mehr ausreicht, ist mir durchaus bewusst und dass darüber hinaus natürlich auch eine gut ausgebildete Frau nicht lange aus dem Beruf ausscheiden will : vollstes Verständnis
    Gefettet von mir.
    Wenn du in den Spiegel schaust, siehst du den Menschen, der für dein Leben verantwortlich ist.

    Ich habe noch nie gehört, dass es jemandem gelungen ist, vor sich selbst davonzulaufen.



  9. Registriert seit
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    AW: Grundrente

    Zitat Zitat von zuwenig Beitrag anzeigen
    ... In meinem Rentenverlauf stehen z. B. während meiner Berufstätigkeit 10 Jahre Berücksichtigungszeiten für Kindererziehung, habe ein Kind. Aber da ich nach 2 Jahren schon wieder arbeiten gegangen bin, fallen die 8 Jahre für mich weg ...
    Es gibt nun einmal auf dem Rentenkonto für einen Zeitraum nur eine Berücksichtigungs-, Beitrags- oder Anwartschaftszeit. Du kannst in Deinem Beispiel für diese 8 Jahre nicht Berücksichtigungs- und Beitragszeiten für ein und denselben Zeitraum angerechnet bekommen.

    Hättest Du es damals schon gewusst - rein hypothetisch/konnte ja niemand wissen -, wärst Du dann 10 Jahre Zuhause geblieben?

  10. Avatar von Mendo
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    AW: Grundrente

    @Schubidu - sehr gut erklärt!

    mich stört dieses Hausfrauenbashing in diesem Thread.

    Es macht einen ja nicht zu einem besseren Menschen, nur weil man möglichst lange in die Rentenversicherung eingezahlt hat.

    Hausfrauen haben vielleicht andere Lebensinhalte als Berufstätige, aber kein Modell ist besser oder schlechter.
    Too blessed to be stressed

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