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Elser-Attentat erfolgreich, Hitler stirbt am 8. November 1939
Situation: Polen-Feldzug abgeschlossen, das Deutsche Reich im Kriegszustand mit Frankreich und England, Judenprogrome seit einem Jahr im DR, in Polen Tausende Juden ermordet.
Der Frankreich-Feldzug läuft (wie tatsächlich) nach Heereskonzeption unter Zurückhaltung der neuen NS-Führung. Zum Stopp vor Dünkirchen (Hitlerbefehl) kommt es nicht, die eingeschlossenen knapp 400.000 britischen und französischen Soldaten retten sich nicht, es erfolgt keine Kriegserklärung an Russland (alleinige Hitler-Idee), das deutsche Heer kann sich auf die Eroberung des durch die Vernichtung des Festlandkorps geschwächten Englands konzentrieren, die 1941 gelingt.
Damit ist der dreijährige Europakrieg beendet; es entsteht ein vom DR dominiertes nationalsozialistisches-nationalistisches Europa als zweite Weltmacht mit den vom Deutschen Reich übernommenen britischen und französichen Gebieten in Afrika, Asien und Südamerika, in denen blutige Freiheitskämpfe gegen die rassistische Herrschaftsdiktatur stattfinden. Der Pazifikkrieg wird vermieden, er bleibt ein nur begrenzter Konflikt zwischen dem durch den Kominternpakt vom DR unterstützten Japan und den USA, die Japan als Hegemonialmacht im Pazifik und dem besetzten Ostasien anerkennen.
Alternatives Fazit: Es hätte keine 2stellige, sondern nur eine einstellige Millionenzahl an Kriegstoten gegeben, Juden in Osten wären der Verfolgung entgangen, die KZs wären wohl sadistische Arbeitslager ohne Gaskammern geblieben, aber es hätte die Welt in freiheitlich-demokratischer Hinsicht entscheidend verändert und damit insgesamt bezogen auf das Zitat sichtweisebezogen mehr Unglück gebracht?
Ein erfolgreiches Stauffenberg-Attentat wäre m. E. ohne wesentliche Auswirkungen geblieben, die in der Operation Walküre dilettantisch agierenden Verschwörer ebenso festgesetzt, der Krieg unter einem Hitler-Nachfolger fortgeführt.
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10.11.2019, 11:55
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
„Wer Tiere, eingepfercht als Massenware, als Schlachttiere hält, ist nicht besser als der, der sie tötet.
Wer das Fleisch der gequälten und hingerichteten Tiere verzehrt, ist nicht besser als der, der sie für die Hinrichtung hält.
Tötungsrituale zu den sogenannten kirchlichen Festtagen, einerlei, ob das Opfer eine Gans, ein Reh oder ein Weihnachtsbaum ist, sind gegen das Gesetz des Lebens.“
Verkürzt aus „Die redende All-Einheit“
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10.11.2019, 12:01Inaktiver User
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
Ich bin gerade fassungslos.
Im übrigen finde ich es - höflich ausgedrückt - sehr fragwürdig, heute satt und warm, ohne Angst vor Krieg und Verfolgung durch ein Folterregime, in einer demokratischen Staatsform unter dem Schutz von Grundgesetz und Menschenrechten lebend, Kritik an Menschen zu üben, die sich in der Vergangenheit, egal wie erfolgreich, genau für diese Werte aktiv eingesetzt und dafür ihr Leben gelasen haben.
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10.11.2019, 13:01
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
Niemand muss Gewalt gut finden.Wirklich nicht. Und bisher haben alle hier geschrieben, dass die Widerständler mutig waren. Also kein Problem.
Die Gedankenspielchem wie das von lichtere wird immer Theorie bleiben. Wir wissen es nicht.Hätte auch alles ganz anders laufen können.
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10.11.2019, 13:10
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
Auch Heldentaten können moralisch falsch sein. Sind die meistens. Heldenverehrung ist hoch problematisch.
Um das Strafrecht geht es hier gar nicht.
Rechtfertigender Notstand heisst ja so,weil er juristisch rechtfertigt, nicht weil es moralisch erstrebenswert ist.
Eine Handlung in einer Extremsituation kann ich verstehen,nachvollziehen,die Motive gutheißen, den Mut bewundern usw. Aber ich kann nicht gezwungen werden,eine Gewaltanwendung gut zu heißen. Und das tue ich auch nicht.Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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10.11.2019, 14:10
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
Was bitte war er denn sonst?
Zugegeben, der Begriff "Tyrann" ist ein wenig veraltet, allerdings wurde ja ursprünglich der "Tyrannenmord" in die Diskussion geworfen, und das ist ein mehr oder weniger feststehender Begriff, der jahrtausendelang die Philosophen beschäftigt hat.
Bereits in der antiken Philosophie wurde diskutiert, ob der Tyrannenmord ein legitimes Mittel zur Befreiung der Bürger sei.
[...]
Nach Thomas von Aquin ist der gewaltsame Widerstand gegen die Tyrannei nicht als unrechtmäßiger Aufruhr (Seditio) zu bezeichnen, wenn die Tyrannei ein unerträgliches Maß (Excessus intolerabilis) erreicht hat, keine gewaltfreien Mittel zur Verfügung stehen und keine Hilfe einer höheren Instanz gegeben ist. Dabei darf der Widerstand gegen die Tyrannei nicht derart ungeordnet (inordinate) sein, dass er mehr Unrecht und Leid bewirkt, als die Tyrannis, die man beseitigen will.
[...]
In der frühen Neuzeit (16./17. Jh.) traten verschiedene Staatstheoretiker für ein Recht des Volkes zum Widerstand gegen einen legitimen, aber seine Macht missbrauchenden Herrscher ein.
[...]
Immanuel Kant misstraute dem Widerstandsrecht: es könne leicht zum Vorwand Einzelner werden, um sich gegen den Staat zu stellen. Auch dem deutschen Rechtspositivismus des 19. Jahrhunderts war das Widerstandsrecht suspekt; der Rebell Friedrich Schiller hingegen (siehe unten) befürwortete es. Dagegen erachteten die Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien es in Unrechtsstaaten für legitim.
Der Wikipedia-Artikel führt das Stauffenberg-Attentat ausdrücklich als Beispiel für einen (versuchten) Tyrannenmord an.
Außerdem:
Das deutsche Grundgesetz enthält seit 1968 in Art. 20 Abs. 4 ein Widerstandsrecht (siehe Erläuterung zu Art. 20 GG). Es ist im Staatsrecht umstritten, ob davon auch das Recht auf Anschläge oder gar Tötungen umfasst ist.[..] Einige Meinungen bejahen dies, um die grundgesetzliche freiheitliche demokratische Grundordnung wiederherzustellen.
Die Verteidigungsministerin sieht dies offenbar auch so.Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
... und seit dem 16.11. unter demselben Nick bei Be Friends Online unterwegs
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10.11.2019, 16:09
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
Ja. Denn einerseits wollten die DDR Bürger eine Reform, eine zwar grundlegende Reform, aber eben eine Reform und kein Umsturz des Systems. Und andererseits bediente man sich - ob wissentlich oder unwissentlich- auch einiger Mechanismen, die die Führung der DDR zu eben diesen Reformen zwangen: mit der schieren Masse an Menschen, die aufbegehrten, konnte die Führung nicht mehr als verhandeln. Eine weitere Unterdrückung war nicht möglich.
Was u.a. zu dem berühmten Satz von Schabowski führte, dass die Grenzen für eine Durchreise geöffnet sind.
Aber es bröckelte draussen und drinnen, die Zeichen waren Perestroika, was jeden Prozess der Loslösung verstärkte.
Im 3. Reich bröckelte gar nichts. Da hätte man tatsächlich eine geheimdienstlich organisierte Untergrundorganisation aufbauen müssen, stark vernetzt und mit der Hilfe des Auslandes. Man hätte mit Gewalt arbeiten müssen. Es hätte mehr als einen Toten geben müssen, hätte man die Führungsstruktur des 3. Reiches zerschlagen wollen.
Das war damit gemeint. Mit denselben Mitteln schlagen.Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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10.11.2019, 21:26
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
Tyrannei von Tyrannen und seinen Schergen. Thyrannei ist das Gesamtwesen der brutalen Handlungen. So verstehe ich das.
Ja der Begriff ist bis vor der Römerzeit verwendet worden und in der Neuzeit veraltet. Diktator ist treffender. Zu bemerken auch, und das ist das perfide Diktatorische Verhalten von Hitler, der selbst selten die Waffe in der Hand hatte um damit zu töten. Ich verachte Hitler bis aufs äußerste,selbstverständlich, und seine gesamte Auffassung der Weltordnung.Geändert von Akzent (10.11.2019 um 21:44 Uhr)
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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10.11.2019, 21:38
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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10.11.2019, 21:40
AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939
a
Geändert von Akzent (10.11.2019 um 21:42 Uhr) Grund: doppelt
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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10.11.2019, 22:50



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