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    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Viele, die sich heute mit der Nazizeit beschäftigen, gehen unbewusst bei der Beurteilung von ihrem heutigen transparenten, digitalen Informationstandard aus.

    Das gab es damals nicht.

    Das kann man sich vielleicht gar nicht wirklich vorstellen, aber es gab nur Radio und Zeitung. Diese erschien erst man nächsten Tag und brachte dann die Neuigkeiten. Wohl dosiert und mit Sicherheit zensiert.

    Ich habe mit Zeitzeugen gesprochen, die damals lebten, die mir glaubhaft gesagt haben, dass sie z.B. von der "Reichskristallnacht" nichts mitbekommen haben. Sie wohnten in Berlin in einem Wohnviertel, dass war ein paar Strassen weg von den Geschäften. Sie haben nichts gehört und gesehen. Erst später wurde in der Zeitung darüber berichtet. Aber natürlich in entsprechender Form.

    Diese Zeugen haben mir auch berichtet dass sie nicht wussten, was mit den Juden geschehen war. Sie wussten, dass es KZ gab in die Verbrecher (nach dem Recht der Nazis), eingeliefert wurden und die Zwangsarbeit verrichtet haben. Allgemein bekannt war, dass Juden ausgewandert sind oder "in den Osten" transportiert worden, um dort zu arbeiten.

    Sehr viele, die weit überwiegende Mehrheit stand auch hinter den Zielen der Nazis - soweit bekannt - und hinter dem Führer.

    Die heute gerne kolportierte oder angenommene Nachricht, dass es viele Wiederständler gab und oder viele aufbegehrten, ist einfach falsch.

    Und dadurch dass Nachrichten und Tagesgeschehen eben der Bevölkerung nur durch ein Brennglas berichtet wurde, und sie kaum eine andere weitere Möglichkeit hatten, sich zu informiere oder informiert zu werden, war natürlich auch ihr Wissensstand nicht konform mit dem tatsächlichen Ereignissen.

    Das vergisst man wohl oft, wenn man sich aufregt und sagt: das hätten alle wissen müssen, alle hätten dagegen sein müssen.

    Wir sind nicht erst seit der digitalen Erneuerung immer informiert, wir können viele Kanäle benutzen; wir denken, wir wissen alles, was in unserem Staat passiert. Passiert etwas Brisantes, geht das in Minuten später über den Ticker. Es reicht schon, spiegel online aufzurufen, oder CNN zu sehen, oder die BILD. Man muss heute gar nicht mehr auf twitter gehen dafür.

    Das ist richtig, aber auch heute, mauschelt eben die Regierung Dinge aus, - was z.B. Terrorismus und seine unmittelbare Bedrohung angeht, oder Ausgaben für "besondere Zwecke" usw. - , über die sie die Bevölkerung NICHT informiert.
    Also alles wissen wir heutzutage auch nicht, aber wir haben Möglichkeiten, nachzufragen, zu bohren, Anträge zu stellen durch unsere Abgeordneten, usw..

    Aber in der Nazizeit wusste die Bevölkerung eben nur das, was offiziell verlautbart wurde. Wer mit Geheimen Sachen beschäftigt war, hatte still zu schweigen. Also kursierten bestenfalls Gerüchte.

    Das muss man in Betracht ziehen, wenn man über die Menschen von damals urteilt.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
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    Kari Bremnes

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    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und ich bin ziemlich sicher, dass es so was hier jederzeit wieder geben könnte.
    Das Kleinreden von faschistoiden Tendenzen ist jedenfalls schon wieder alltäglich geworden.
    Das erste ist bei allem Respekt vollkommener Blödsinn. Unsere Verfassung, unser Grundgesetz, unsre Demokratie sind sehr gute Garanten dafür, dass es nicht "wieder" passiert.

    Es gibt darüberhinaus ein mitunter sogar hysterisches Dogma in Deutschland dieser Tage, jedes Wort und jeden Satz 50x in den Medien rauf und runter zu drehen und genau daraufhin abzuklopfen, und jedem, der in Marginalien und in vero etwas politisch rechtes sagt, des Faschismus zu zeihen, ihn Nazi zu nennen. Dazu wird immer und immer wieder post NSU Aufklärung aufgezeigt, was für rechtsextreme und rechtsradikale Gruppen es in D gibt.
    Das zweite ist demzufolge auch Blödsinn.
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    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Zitat Zitat von Analuisa Beitrag anzeigen
    Aber was den Kampf gegen das nationalsozialistische Regime angeht, egal ob von innen (es ging hier ja ursprünglich mal um Elser) oder von außen (Alliierte) - in meinen Augen gab es keine andere Möglichkeit als die der Gewaltanwendung,
    So ist es. Einem System, was Gewalt, körperliche, manifeste, tödliche, verbale Gewalt anwendet, kann man nicht mit Flugblätern beikommen, Dazu braucht es Gewalt.

    Und ich bin überzeugt, dass es zu keinem Zeitpunkt gereicht hätte, nur den Führer zu töten, man hätte die gesamte Riege der Naziführungskräfte, insbesondere der Militärs, der Vernichtungsbeauftragten und der Chefs der SA und der SS töten müssen.

    Es ist auch für uns auch immer sehr einfach in der Nachschau, Hitler als alleinigen Verbrecher zu brandmarken und zu sagen, wäre er getötet worden, wäre alles gut gegangen. Das bezweifle ich sehr stark.
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    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Zitat Zitat von Akzent Beitrag anzeigen
    Ja zu einem kollektiven Widerstand kam es bedauerlicherweise nie. Aber nicht weil Hitler tyrannisierte, sondern weil das leider ein verdammt ausgeklügelter Plan war, Minderwertiges Leben zu eliminieren.
    Juden waren aber nicht minderwertig. Sie waren Anwälte, Ärzte, Kaufleute. Das war JEDEM klar.

    Im übrigen frage ich mich, was deine versuchte "Klarstellung" des Tyrannen an der Geschichte relativiert. Nichts. Gar nicht's. Es ist philologisch nicht einmal interessant.
    Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -

  5. Inaktiver User

    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Das erste ist bei allem Respekt vollkommener Blödsinn. Unsere Verfassung, unser Grundgesetz, unsre Demokratie sind sehr gute Garanten dafür, dass es nicht "wieder" passiert.
    Du musst von Menschen ausgehen, die genau das nicht haben wollen und respektieren. Mit einer bestimmten kritischen Masse, Fanatismus und Entschlossenheit gibt es keine Garanten.

    Eine Demokratie ist nur so viel wert, wie die Menschen bereit sind zu geben, um das System am Leben zu erhalten.
    Geändert von Inaktiver User (14.11.2019 um 22:19 Uhr)

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    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Mir kann keiner erzählen, es hätte viele gegeben, die nichts zb von den KZs gewusst hätte.

    Überlegt mal, wie viele Menschen überall beteiligt waren. Wachleute
    in den Konzentrationlagern, Soldaten, Krankenschwestern, Ärzte.

    Die kamen aus ganz Deutschlande und waren zwischendurch zuhause.
    Meint ihr wirklich, die hätten nix erzählt?
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


    Andra tutto bene!

  7. Inaktiver User

    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen

    Ich habe mit Zeitzeugen gesprochen, die damals lebten, die mir glaubhaft gesagt haben, dass sie z.B. von der "Reichskristallnacht" nichts mitbekommen haben. Sie wohnten in Berlin in einem Wohnviertel, dass war ein paar Strassen weg von den Geschäften. Sie haben nichts gehört und gesehen. Erst später wurde in der Zeitung darüber berichtet. Aber natürlich in entsprechender Form.
    Eine große Anzahl der Berliner Juden lebte in Charlottenburg rund um den Ku’damm. Die Charlottenburger sollen nicht mitbekommen haben, was sich bei der Reichspogromnacht in Charlottenburg abgespielt hat? Einige waren vielleicht zu sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, Andere haben sich vielleicht auch direkt selbst bereichert. Aber das Ganze fand am helllichten Tage statt, da sollen sie nichts mitbekommen haben?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen

    Sehr viele, die weit überwiegende Mehrheit stand auch hinter den Zielen der Nazis - soweit bekannt - und hinter dem Führer.

    Die heute gerne kolportierte oder angenommene Nachricht, dass es viele Wiederständler gab und oder viele aufbegehrten, ist einfach falsch.

    .
    Der NS-Staat hat der eigenen Bevölkerung überhaupt nicht vertraut, sonst hätte es die monatlichen Lageberichte von Gestapo und Sicherheitsdienst nicht gegeben, in denen auch beschrieben wurde, dass die Bevölkerung auch sehr genau weiß ode zumindest ahnt, was im Land so abgeht.

    Das war dann auch der Ansatzpunkt der „Weißen Rose“, dass der Krieg schon verloren war und die Bevölkerung eben nicht mehrheitlich hinter dem NS-Regime war. Aber der NS-Staat hatte auch schon jede Rechtsstaatlichkeit hinter sich gelassen.

  8. Inaktiver User

    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das war dann auch der Ansatzpunkt der „Weißen Rose“, dass der Krieg schon verloren war und die Bevölkerung eben nicht mehrheitlich hinter dem NS-Regime war. Aber der NS-Staat hatte auch schon jede Rechtsstaatlichkeit hinter sich gelassen.
    Das NS-Regime hatte von Beginn an nicht das geringste Interesse an Rechtsstaatlichkeit. Das war keine Entwicklung, da die Systemwende das Ziel war.

  9. User Info Menu

    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    zur Reichspogromnacht: Es stand sogar in den Zeitungen, dass sich der "gesunde Volkszorn" entladen hat.

    Da fragt man sich natürlich schon, wie man das nicht wissen konnte, wenn doch die Zeitungen reichsweit voll von dieser "Aktion" waren.

    Im Übrigen glaube ich, dass viele Menschen davon einfach nichts wissen wollten bzw. dies angesichts der Ungeheuerlichkeit gar glauben wollten, dass "ihre Regierung" und ihr geliebter Führer zu so einer Monstrosität fähig wäre.

  10. Inaktiver User

    AW: Attentat auf Hitler am 8. November 1939

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    zur Reichspogromnacht: Es stand sogar in den Zeitungen, dass sich der "gesunde Volkszorn" entladen hat.

    Da fragt man sich natürlich schon, wie man das nicht wissen konnte, wenn doch die Zeitungen reichsweit voll von dieser "Aktion" waren.
    Man sah nicht hin, wollte lieber nichts wissen ("Die drei Affen"). Die Feigheit (oder Angst ?) war zu groß. Das ist heute auch nicht anders, trotz Internet, TV, Echtzeit-Info.

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