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  1. Avatar von Antje3
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Ich weigere mich inzwischen, auf provokative Fragen zu antworten, deren Ziel in meinen Augen nur darin besteht, einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen.

    Und zwar egal, ob das Männer gegen Frauen, Junge gegen Alte, berufstätige Mütter gegen Zu Hause Mütter, Singles gegen Familien, Fernreisende gegen Regionalurlauber, Pampers-Wickler gegen Stoffwindeln ist (oder was man sich sonst noch an "konträren Lebensmodellen" vorstellt).

    Statt an einem Strang zu ziehen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse aller werden damit nur Grabenkämpfe geführt.

    In meinen Augen gibt es nicht DIE bessere Bevölkerungsgruppe, beim tieferen Hinterfragen und Analysieren zeigen sich selbst mit den besten Absichten oft "versteckte Haken".
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  2. Avatar von ja-aber
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Das hat aus meiner Sicht mit anderen Dingen zu tun. Z.B. Dass bestimmte Berufe, die früher Hauptschulabschluss oder MSA benötigten, jetzt Abitur voraussetzen. Während meiner Zeit wurden Abiturienten in manchen Berufen bevorzugt, obwohl diese typische MSA Berufe waren, wie z.B. In der Kranken- und Gesundheitspflege oder Hotelbranche. Begründung: die sind älter und können im Schichtdienst eingesetzt werden.
    In Bayern ist das System ja noch wirklich dreigeteilt, da ist aus meiner Sicht auch die Realschule noch richtig gut besucht. Die Mittelschule dagegen quasi gar nicht mehr. So ist das in meinem Wohnort. Wenn man dann eher gen Alpen oder Dörfer schaut, ist das hier noch anders, altertümlicher irgendwie, da "reicht dann die Hauptschule für den Bub". Mit entsprechend schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wie Du ja auch schreibst.

    "Damals" 1990 beim Start meiner Ausbildung waren wir 4 Klassen Industriekaufleute, davon 3 Qualifizierter Realschulabschluss und Abitur gemixt, alle "mussten" verkürzen. Eine Klasse Realschüler blieb, die "durften nicht" verkürzen. Dabei ist das eigentlich ein klassischer Realschulberuf, finde ich, die lernen viel mehr in der Schule dafür, was sie dann im Job brauchen. Von uns Abiturienten ist nur ein Dirty Dozen zum Studieren oder woanders hin gegangen, die meisten anderen sind beim Arbeitgeber geblieben. Wir haben damals denke ich den Grundstein für diese bekloppte Entwicklung gelegt, dass man "höhere Ansprüche" entwickelte.

    Wir waren älter, das war tatsächlich ein Hauptfaktor. Bist Du nach zwei Jahren wieder los und kriegst neues "Anfängermaterial", war ein zweiter. Damals wurden alle Azubis bei VW übernommen, allerdings als Arbeiter am Band. Ich hatte nach 2 Monaten Autos schrauben dann die Uni, die anderen waren dann schnell von dort aus im Büro und sind es größtenteils heute noch. Abitur hätten sie im Grunde nicht gebraucht.


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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Aus meiner Klasse kamen nur die Lehrer- und Beamtenkinder aufs Gymnasium.
    Ja, damals war das so - aber heute eben nicht mehr. Heute ist Gymnasium eher Standard, das meinte ich. Früher war es was Besonderes, zu studieren, heute studiert gefühlt jeder (ob das Sinn macht oder nicht).

    Auch die Studiennachfrage ist über die Jahre kontinuierlich gestiegen. Die Zahl der Studienanfänger liegt mittlerweile seit fünf Jahren bei mehr als 500 000; im Vergleich zu 1995 ist das fast eine Verdopplung (261 400).

    https://www.sueddeutsche.de/bildung/bildung-bildungsbericht-deutschland-1.4026188-2

    Ich wollte ja darauf hinaus, dass heute jungen Menschen auch viel ermöglicht wird, was ältere Generationen so nicht kannten.

  4. Avatar von ja-aber
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Ich wollte ja darauf hinaus, dass heute jungen Menschen auch viel ermöglicht wird, was ältere Generationen so nicht kannten.
    ... weil es eben nicht notwendig war. Da reichte Volksschule für die allermeisten Berufe aus. Heute kannst Du mit Hauptschulabschluss nicht mehr viel werden.

  5. Avatar von carassia
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Zitat Zitat von Salina Beitrag anzeigen
    Seht ihr das auch so?
    Ja, die Alten leben auf Kosten der Jungen (nennt sich Generationenvertrag), und zwar in dem Maße, wie die Jungen von den Errungenschaften der Alten profitieren. So dürfte sich das ausgleichen.


  6. Registriert seit
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Ne, seh ich nicht so. Es gibt viele durchschnittlich befähigte Studenten, die nachher beruflich nicht so viel reissen, während allein im Handwerk Unmengen Leute fehlen, die sicher kein Abi bräuchten und dennoch einen interessanten und gutbezahlten Beruf hätten...

    Ich fände es in vielen Fällen heute cleverer einen Handwerksberuf zu lernen als BWL zu studieren.


  7. Registriert seit
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Nein, das wäre vor 15 Jahren clever gewesen - damals war Handwerkerschwemme, und man hätte sich im Nachhinein denken können, dass dann zyklisch der Mangel folgen muss. Heute sind wir mitten im Handwerkermangel, es wird also in ein paar Jahren eine Schwemme geben, das ist doch immer so.

    Ich bin zufällig mit meinem Beruf mitten in der Mangelzeit fertig geworden (und habe daher auch mit kaputtem Lebenslauf wenig Probleme was zu finden), aber ich würde niemandem mehr raten, dasselbe Studium heute anzufangen - bis der fertig wäre, sitzt er nämlich voll in der Schwemme.

  8. Avatar von Nocturna
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Klar haben manche Ältere mehr Vermögen angespart. Aber das hat m. M. nach weniger damit zu tun, dass sie früher vom Gehalt besser leben konnten, sondern eher damit, dass man sich nicht so viel leistete. Urlaube kannten meine Großeltern kaum, Essen gehen höcghstens mal zu einem runden Geburtstag. Klamotten kaufen nur, wenn es eben sein musste... Viele Konsumgüter gab es noch gar nicht... Ich denke, auch Menschen, die eigentlich arm sind bzw. Geringverdiener, geben heute mitunter Geld für Dinge aus, die man eigentlich nicht braucht. "Richtig" arm sind die wenigsten.
    Kann ich so unterschreiben.

    Meine Eltern haben mit nichts angefangen, als mein Vater aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde. Eine 1- Zi-Wohnung war damals für Mann, Frau und ein Kind völlig normal. Im Prinzip war schon das eigene Bad ein Luxus, denn zu der Zeit gab es noch Etagenklos. Ein Radio und ein Schwarzweißfernseher, später ein Schallplattenspieler, mehr an technischen Schnickschnack war nicht vorhanden und das Geld wurde eisern gespart, bis es für ein Haus reichte.

    Ja, das Haus im Umland von München hat eine sagenhafte Wertsteigerung hingelegt. Man darf aber auch nicht vergessen, dass das Land damals noch dörflich geprägt war und beispielsweise nur die Hauptstraße des Ortes geteert war. Die Kollegen meines Vaters haben ihn für verrückt erklärt so weit draußen auf dem Dorf Grund zu erwerben, wo man doch in der Stadt so gut leben kann. Aber so ist eben jeder seines Glückes Schmied.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”

  9. Avatar von Salina
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

    Wow, so viele Beiträge!

    Vielen Dank an alle, die sich so lebhaft an der Diskussion beteiligen.
    Ich habe schon einiges gelernt, will mich aber noch mit manchem näher beschäftigen, u.a. mit Wilfrid Schreiber und seinem Rentenprogramm.

    Ich sehe es auch so wie Antje, dass wir uns nicht gegeneinander ausspielen lassen sollten.

    P.S. Ich bin Anfang der 60er Jahre aufs Gymnasium gegangen, weil es meiner Mutter, die selbst keinen Beruf gelernt hatte, sehr wichtig war, dass ihre Töchter einmal auf eigenen Füßen stehen konnten. Außer den Pfarrerskindern war ich die erste aus unserem Dorf.
    Das Herz, auch es bedarf des Überflusses, genug kann nie und nimmermehr genügen. (Conrad Ferdinand Meyer)

  10. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Die Alten leben in Deutschland auf Kosten der Jungen. Stimmt das?

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    Bitte achtet darauf, beim Thema zu bleiben. Themen wie Schulsysteme, Schul- und Berufswahl können dazugehören, sofern ein Bezug zum Rententhema hergestellt wird.

    Analuisa
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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