Deutsche sind tüchtig, ordentlich und mögen Regeln.
warum sollte da eine Volksabstimmung schief gehen? die würde ja bestimmt seriös vorbereitet und nicht wie der Brexit auf spontan-chaotische Weise aus dem Ärmel geschüttelt.
ich kann mir vorstellen, dass das Volk da strenger wäre als das Parlament.
gruss, barbara
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Ergebnis 611 bis 620 von 623
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22.02.2020, 08:53
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
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22.02.2020, 09:24
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
Ich erinnere mich noch an die Abstimmung zu Stuttgart 21.
Damals waren die Kosten auf maximal 4,5 Mrd. Euro gedeckelt. Das war die Entscheidungsgrundlage.
Heute sind wir bei 8,2 Mrd. Tendenz weiter steigend.
Ich wage die steile These, dass die Abstimmung anders ausgegangen wäre, wenn die tatsächlichen Kosten damals schon ehrlich benannt worden wären.
Das Tempolimit ist ein hochemotionales Thema. Und genau so würde die Debatte dann auch ablaufen.
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22.02.2020, 09:53
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
Auch ot, kann ich aber nicht so stehenlassen:
Wenn es Entscheidungen zwischen zwei Übeln gibt muss man sich nicht wundern. Generell bin ich gegen bloße Ja/Nein-Entscheidungen und gegen Entscheidungen zwischen nur 2 Varianten. Es gibt heutzutage schon sinnvollere Möglichkeiten für derartige Entscheidungen, einfach mal damit beschäftigen. Aber wenn Politik Angst vorm Volk hat ist schon mal was faul, allerdings könnte man Abgeordnete auch einfach nach ihrem Gewissen anstatt nach Parteidisziplin entscheiden lassen, dann wären wir auch sehr, sehr nah dran.
Zum Tempolimit: wenn jetzt sogar der ADAC umschwenkt will das was heißen.Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)
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22.02.2020, 10:37
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
Das will allerdings was heißen ...
Wurde hier im Strang eigentlich schon zur Sprache gebracht, dass der Großteil deutscher Autobahnen, die keinem Tempolimit unterliegen bzw. unterliegen sollten, unter zwei Prämissen geplant und gebaut wurde?
Nämlich, dass ...
a) der ganz überwiegende Teil der privaten PKW eine weit weit niedrigere Motorleistung hat, als das heute der Fall ist;
b) das gesamte Verkehrsvolumen erheblich niedriger war, als heute.
Selbst in den 80er Jahren fuhren deutlich weniger Fahrzeuge auf den Autobahnen - und es gab noch jede Menge PKW, die nicht mal 160 km/h fahren konnten, geschweige denn noch (deutlich) drüber.
Da stellte sich die Frage des Tempolimits Ja oder Nein einfach anders als heutzutage.Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Nothing in life is as important as you think it is, while you are thinking about it.
Daniel Kahneman
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22.02.2020, 10:46
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
Nee, aber ich kann a) lesen und b) mich an Regeln halten. Um aus unzähligen Vorschriften und Regeln nur eine beispielhaft herauszugreifen und einfach mit §1 Abs. 2 der StVO zu beginnen: "Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird".
By the way: Die Autobahnen sind nach meiner Erinnerung (im Vergleich zu allen anderen Straßen in Deutschland wie Landstraßen oder der innerstädtische Verkehr) die mit Abstand am sichersten Straßen mit den wenigsten Unfällen (Unfallverteilung in Prozent nach Straßenart - man möge mich da aber gerne korrigieren).
Nach meiner Beobachtung (und ich bin viel im Verkehr unterwegs mit Autos, Fahrrädern, Zweirädern) haben genug AutofahrerInnen auch schon Probleme bei 30, 40 oder 50 km/h - auch, weil sie beim Fahren essen, trinken, telefonieren, am Radio fummeln, am Navi hantieren usw. Das kann übrigens auch kumulativ auftreten. Oder, weil sie schlicht gar nicht richtig Autofahren gelernt haben (das wäre aber wieder ein anderes Thema). So wie die "Rennen" mit geliehenen Boliden, die ich hier schon einige Male "live" miterleben "durfte".
Zum Glück muß ich jetzt zu einem Termin. Zum Thema "unnötiger Ressourcenverbrauch" ließe sich nämlich viel schreiben …
Deiner pauschalen Aussage "Energie ist umweltschädlich" könnte man die ebenso pauschale Aussage gegenüberstellen, daß "der sofortige und völlige Verzicht auf Energie menschenschädlich sein dürfte" …
Viel Spaß bei der weiteren Diskussion übrigens.
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22.02.2020, 10:56
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
Die Autobahnen wurden aber seit anno dazumal ungezählte Male auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Und die Autos von heute haben mit den Autos der 80iger Jahre nichts gemeinsam, außer dass sie Blinker, vier Räder und ein Lenkrad haben.
Ich finde keine Statistik von 1980, aber die Zahl der Verkehrstoten im Straßenverkehr ist von 1998 mit 7792 Toten auf 3275 Getötete in 2018 gesunken trotz immens gestiegenem Verkehr. Ich rechne auch in den nächsten Jahren mit immer wenigen Verkehrstoten, denn die Fahrzeugtechnik schreitet voran.
Wenn mal Assistenzsysteme wie Totwinkelassistent, Kollisonswarnung, City/Notbremsassistenten, usw flächendeckend in allen PKW-Klassen Einzug halten, dann wird das auf die Statistik Auswirkungen haben, ebenso wie ABS, Kopfstützen, Sicherheitsgurte und Airbags mehr Sicherheit gebracht haben."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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22.02.2020, 11:12
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
auch diese Abstimmung war aus der Not geboren.
dass die tatsächlichen Kosten (die ja durchaus kalkulierbar sind) nicht von Anfang kommuniziert werden, ist ja nicht ein Problem des Abstimmungsmodus, das wäre auch ein Fehler, wenn das Parlament abgestimmt hätte und nicht das Volk!
das darf ja auch sein, dann wird es halt mal emotional. ist doch in Ordnung.Das Tempolimit ist ein hochemotionales Thema. Und genau so würde die Debatte dann auch ablaufen.
( es wäre auch im Parlament emotional)
gruss, barbara
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22.02.2020, 11:28Inaktiver User
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
Daraus abzuleiten, dass man eigentlich gar keine weiteren Regeln braucht außer „Jeder muss immer alles richtig machen.“ halte ich allerdings für voreilig.
Aber du sprachst ja nur von dir selbst. Also, vielleicht könnte man das Tempolimit ja so formulieren: Allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 130 auf Autobahnen für alle außer kurant, der diese Kinkerlitzchen nicht nötig hat und sich auch so an Regeln halten kann. Sogar an ungeschriebene.
An diesen Statistiken stört mich ein bisschen, dass sie nicht erfassen, bei welcher Geschwindigkeit die Unfälle mit Todesfolge geschahen. Bei Unfallgeschehen mit beispielsweise 80 oder 70 km/h Ausgangsgeschwindigkeit glaube ich gerne, dass sich da sehr viel verbessert hat. Ab einer gewissen Geschwindigkeit jedoch sind Sicherheitsvorkehrungen m.E. nur begrenzt wirksam. Wenn du bei 200km/h in die Leitplanke knallst, oder in ein anderes Fahrzeug, helfen dir wahrscheinlich weder Assistenzsysteme oder ABS noch ein Innenraum voller Airbags.
Die Statistiken, die du anführst zeigen also eine erfreuliche Tendenz, eignen sich aber nach meinem Verständnis nicht als Argument gegen ein Tempolimit. Ich denke, dass die Zahlen sich bei einem Tempolimit noch weiter verbessern würden, weil dann mehr Unfälle auf den Geschwindigkeitsbereich beschränkt blieben, bei dem die von dir angeführten Sicherheitsvorkehrungen relevant werden.
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22.02.2020, 14:52Inaktiver User
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22.02.2020, 18:40Inaktiver User
AW: Tempo 130 km/h auf deutschen Autobahnen?
Die Sicherheitstechnik der Autos ist um etliches besser geworden. Airbag, Seitenaufprallschutz, Spurhalteassistent, warnen bei zu dichtem auffahren, abriegeln, Fahrbahnen breiter, etc...
Und ich vermute mal, wenn der "Autopilot" eingebaut wird und Sensoren alles erfassen und in secSchnelle die Fahrweise angepasst wird, landet die durchschnittliche Geschwindigkeit bei 130 km/h. Aber das dauert noch.



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