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  1. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Ich bezog das auf den Klimaschutz, neue Umwelttechniken.
    Das liegt aber ja wohl auch an der selektiven und negativen Betrachtungsweise des deutschen Journalismus, um schöne Negativ-Schlagzeilen erzeugen zu können.

    Zuerst wird in der Überschrift geschrieben, dass die Investitionen zurückgegangen sind, im Text ist dann zu lesen, dass es ein Rückgang um 1% ist. Oh wow, 1%, welch dramatischer Rückgang.

    Im Text der FAZ, die sich auf das Jahr 2016 bezieht, ist dann auch zu lesen
    Deutlich weniger investierten Deutschlands Unternehmen 2016 in erneuerbare Energien: Hier gingen die Investitionen um über 20 Prozent zurück. Dieser Rückgang resultiert laut Statistischem Bundesamt aus einer einmaligen Großinvestition der Energieversorger in die erneuerbaren Energien im Jahr 2015. Mehr Geld gaben die Unternehmen hingegen für die Abfallwirtschaft aus: Hier stiegen die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr um rund 14 Prozent.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Bruttoinvestitionen in Deutschland sind z. B. 2018 deutlich gestiegen. Wie viel in welchen Bereichen müsste man sich genauer ansehen. Aber insgesamt sind Investitionen ebenso zyklenabhängig wie so vieles. Es ist zu vermuten, dass 2019 u. U. geringer ausfallen könnte.
    Ich hab das mal nachgesehen, du warst es doch, der/die geschrieben hatte, dass Deutschland in bestimmten Bereichen schon abgehängt sei und dass es „aus Austeritätsgründen kaum Investitionen“ gab. Das stimmt zwar nicht, ist jetzt aber auch egal. Dass die Investitionen im Jahr 2019 geringer ausfallen würden, ist doch anzunehmen. Welchen Sinn würde es machen, nicht darauf zu reagieren, dass die geplanten Gewinne niedriger ausfallen? Natürlich werden dann geplante Investitionen aufgeschoben. Das führt dann dazu, dass andere Unternehmen, die mit diesen Aufträgen gerechnet haben, wiederum eigene Investitionen aufschieben oder verwerfen. Da in Deutschland angeblich jeder dritte Arbeitsplatz von der Autoindustrie abhängt, direkt oder indirekt, ist das, was dort passiert, für uns alle besorgniserregend.

    Eine Rezession trifft in der Regel (fast) alle irgendwie und nicht unbedingt gleichmäßig. Klar, die, die im ÖD beschäftigt sind, kann das relativ kalt lassen, aber das sind nur 10% aller Erwerbstätigen. Alle anderen werden früher oder später irgendwie betroffen sein. Einige werden nur ein paar Abstriche bei den Fernreisen machen müssen, andere wird es wesentlich härter treffen. Wie man eine Rezession, deren Ausmaße und Dauer man noch nicht absehen kann, so auf die leichte Schulter nehmen kann wie einige hier, verstehe ich nicht.

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Ich kann wohl nicht ausdrücken, wie ich es meine.
    Es gab ein Projekt, das ungefähr das meint, worüber ich nachdenke.
    Ein Zusammenschluss von Forschern, dem Land Hessen und verschiedenen Firmen.
    Institut fur dezentrale Energietechnologien starkt Nordhessen

    oder hier in kürzer
    Forscher und Firmen grunden neues Insitut in Nordhessen - News - Energie - top agrar online - Nachrichten und Preise fur die Landwirtschaft

    Das Institut wurde jetzt wieder geschlossen. Warum, ist leider aus den Berichten dazu nicht ersichtlich.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  4. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hab das mal nachgesehen, du warst es doch, der/die geschrieben hatte, dass Deutschland in bestimmten Bereichen schon abgehängt sei und dass es „aus Austeritätsgründen kaum Investitionen“ gab. Das stimmt zwar nicht, ist jetzt aber auch egal. Dass die Investitionen im Jahr 2019 geringer ausfallen würden, ist doch anzunehmen.
    Indikatoren für Austerität sind z. B. Senken des Schuldenstands bzw. der Neuverschuldung, Budgetüberschuss, Vermeiden von Ausgaben (oder schwarze Null hört sich positiver an), Privatisierungen etc. Deutschland ist z. B. in der Digitalisierung hinter dem Standard vergleichbarer hochentwickelter Staaten. Die Infrastruktur, na ja. Soziale Gerechtigkeit, ein Kalauer. Gäbe noch mehr Beispiele, wo ein bisschen rumgefrickelt, investiert wurde/wird aber nicht grundlegend bzw. zukunftsweisend.

    Unabhängig davon ist so eine länger anhaltende Rezession alles andere als lustig. Die Folgen des Finanzcrashs 2008 sind z. B. auch mitverantwortlich für die Stimmung gegen das politische "Establishment" (was ein verkorkstes Wort). Anhand der Automobilindustrie zeigt sich aber auch, wie sehr sich das Land hier auf die vergangenen Erfolge ausgeruht hat.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Davon abgesehen dürften wohl die wenigsten Unternehmer eine Firma einzig und allein aus dem Grund gründen, möglichst viel Geld in seine Taschen zu schaufeln. Die meisten haben eine Idee und wollen die verwirklicht sehen. Rein zum Geld verdienen gibts nun bessere, weniger anstrengende und weniger risikoreiche Möglichkeiten. Denn wenns schief geht, hat er nicht nur den finanziellen Schaden, sondern auch noch den Spott der anderen. Denn was angeblich alles Fehlentscheidungen waren (die man selbstverständlich vorher hätte wissen können) das können hinterher alle immer gut benennen.
    Da gebe ich dir zu 100% recht. In Deutschland wollen zwar alle partiziperen, aber nichts riskieren. Solche Gesellschaften sind auf Dauer nur wenig innovativ bzw. Innovationen haben dann eher im Ausland Erfolg. Man braucht sich nur Altmaiers's Konzept ansehen, der den dt. Mittelstand irgendwo vergessen hat. Und wenn wir schon bei Innovationen sind, dann ist es endlich an der Zeit, unsere Bürokratie zu entrümpeln und vor allem zu digitalisieren. So viele Angestellte braucht ein Staat nicht.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Ich kann wohl nicht ausdrücken, wie ich es meine.
    Es gab ein Projekt, das ungefähr das meint, worüber ich nachdenke.
    Ein Zusammenschluss von Forschern, dem Land Hessen und verschiedenen Firmen.
    Institut fur dezentrale Energietechnologien starkt Nordhessen

    oder hier in kürzer
    Forscher und Firmen grunden neues Insitut in Nordhessen - News - Energie - top agrar online - Nachrichten und Preise fur die Landwirtschaft

    Das Institut wurde jetzt wieder geschlossen. Warum, ist leider aus den Berichten dazu nicht ersichtlich.
    Das war schon 2015, oder? Ich kenne das Institut nicht, googeln erbrachte das, was unten steht.
    Auf Basis einer Grundförderung mit EU-Mitteln von 500 000 Euro jährlich hat das IdE seit seiner Gründung vor vier Jahren 19 Mio. Euro Forschungsgeld aus der Wirtschaft und vom Bund eingeworben. Weil mit dem House of Energy in Kassel ein neues Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien aufgebaut werden soll, das auch von der EU und dem Land finanziert wird, soll das IdE seine Arbeit einstellen – dessen EU-Förderung läuft Ende 2015 aus.
    Anders als das IdE soll das House of Energy landesweit mit Forschungseinrichtungen und Firmen kooperieren.

    Dass man das Gefühl hat, es würde nicht genug in Klimaschutz investiert, kann ich gut verstehen, das geht mir auch so. Man denkt, wir müssten doch schon längst weiter sein. Wieviel tatsächlich an Forschungsmitteln investiert wird, kann man ja gar nicht so genau beziffern. Dazu kommt, dass man als Außenstehender den Eindruck hat, die Automobilindustrie wäre vollkommen auf konventionelle Antriebe fokussiert. Das ist angeblich wohl nicht so, allerdings wird keiner der Hersteller der Presse genau sagen, was er macht, bis es ein marktreifes Produkt gibt. Denn das vielgepriesene Elektroauto ist ja nun auch bei aller Liebe nicht die Lösung. Hätten deutsche Automobilhersteller das angepriesen, hätte die Presse sie in der Luft zerrissen. Und das Antriebsproblem zu lösen, heißt ja nicht, das Problem mit dem Reifenabrieb zu lösen, immerhin ist der für einen Großteil des Feinstaubs verantwortlich.

    Aber das ist ja wohl eher was für den Klimastrang, nicht so sehr für das Thema Rezession, oder irre ich mich?

  7. Moderation

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diese Kritik daran, dass ein Unternehmer mit seiner Firma Geld verdienen will, kann ich nicht nachvollziehen.
    Du verstehst mich komplett falsch.

    Daß die primäre oder einzige Aufgabe einer Firma darin besteht, möglichst viel Geld in die Taschen ihrer Eigentümer zu schaufeln, daß das wichtiger ist als nützliche Sachen herzustellen, zufriedene Kunden zu haben, auf das eigene Überleben zu achten ist so eine dieser Verirrungen,
    "Geld verdienen wollen" ist eine Motivation. Die zwingt niemanden, sich aufzuführen wie die Wikinger in Lindisfarne. (Die wollten auch nur Geld verdienen.)

    Ein Laden, der nur der Umverteilung von Geld von unten nach oben dient, verstößt gegen das Grundgesetz und bereichert sich an Staatsknete, weil dann Mama Staat die Trümmer zusammenkehren und die ausstehenen Rechnungen begleichen muß -- externalisierte Kosten. Ein inzwischen klassischse Beispiel: Die kalifornische Energiekrise, die Enron entscheidend mit herbeigeführt und zu Geld gemacht hat, kostete volkswirtschaftlich 40 bis 45 Milliarden. Selbst wenn man das Geld abzieht, daß an Inhaber und Aktionäre ausgezahlt wurde, ist der Kollateralschaden, die Transaktionskosten, der Beifang, die Reibungsverluste, das Geld, das sich einfach in Luft aufgelöst hat, wie immer man es nennen möchte, um Größenordnungen über dem Gewinn.

    Kolonialismus bietet ein anderes gutes Beispiel für immense externalisierte Kosten.

    Oder, kleiner und näher an daheim: Eine DAX-Firma, die ihre Werksverträgler so schlecht bezahlt, daß diese von Staatsknete aufstocken müssen. Weil man ja beim billigsten Anbieter kauft.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was soll daran verwerflich sein?
    Daß ein Investor/Unternehmer, der nach der genannten Maxime handelt, obwohl gesund, gut ausgebildet und arbeitsfähig, auf Kosten einer Allgemeinheit lebt, über die er sich erhaben fühlt. Das geht vielleicht für einen 18jährigen Punk in Ordnung -- aber nur, weil der jung und billig im Unterhalt ist..
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Du verstehst mich komplett falsch.

    "Geld verdienen wollen" ist eine Motivation. Die zwingt niemanden, sich aufzuführen wie die Wikinger in Lindisfarne. (Die wollten auch nur Geld verdienen.)
    Das ist richtig. Aber tun das denn die meisten Unternehmen „sich aufführen wie die Wikinger in Lindisfarne“?
    Meines Erachtens sind das die absoluten Ausnahmen, nicht die Regel. Um die Ausnahmen kanns doch aber in einem Thread wie diesem nicht vorrangig gehen.

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Kolonialismus bietet ein anderes gutes Beispiel für immense externalisierte Kosten.

    Oder, kleiner und näher an daheim: Eine DAX-Firma, die ihre Werksverträgler so schlecht bezahlt, daß diese von Staatsknete aufstocken müssen. Weil man ja beim billigsten Anbieter kauft.
    Zustimmung. Kann’s aber nur geben, wenn diese DAX Firma gegen Gesetze verstößt, u.a. dem Mindestlohngesetz und selbst dann sind sie dem Mitarbeiter, der als Angestellter bei einer Firma arbeitet, die mit dieser DAX Firma einen Werkvertrag hat, gegenüber schadensersatzpflichtig. Also soo groß ist diese Wahrscheinlichkeit nicht, dass passiert. Wenn das vorkäme, ging’s breit durch die Presse, das wüssten wir. Wieder Ausnahme, nicht Regel.
    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Daß ein Investor/Unternehmer, der nach der genannten Maxime handelt, obwohl gesund, gut ausgebildet und arbeitsfähig, auf Kosten einer Allgemeinheit lebt, über die er sich erhaben fühlt. Das geht vielleicht für einen 18jährigen Punk in Ordnung -- aber nur, weil der jung und billig im Unterhalt ist..
    Einverstanden. Das gilt für alle, die auf Kosten der Allgemeinheit leben, obwohl wir oben gesagt, gesund etc. Jedenfalls für mich.

  9. User Info Menu

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Am System des Unternehmertums kann ich jedenfalls nichts Schlechtes finden, nur an denen, die es (kriminell) ausnutzen, aber das geht mir bei allem so.
    Das ist der knackpunkt: Unternehmertum.
    Alles, was Du dazu ausführst, kann ich unterschreiben.
    Es gibt sie noch, die unternehmer. Allerdings sehe ich sie fast nur noch im Mittelstand oder noch kleiner.

    Die grossen firmen sind DAX-konzerne, managergeführt und auf shareholder value ausgerichtet. Bei denen kann ich kaum unternehmerisches denken entdecken. Sie bestimmen aufgrund ihrer grösse die wirtschaftliche entwicklung. Und haben entsprechend grossen einfluss auf die politik.
    Die deutschen autofirmen sind das aktuelle beispiel.

    Die wirklichen unternehmer, ob mittelstand, kleingewerbe oder handwerkerbetrieb, werden mmn sträflich vernachlässigt.
    nichts ist wie es scheint

  10. Moderation

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist richtig. Aber tun das denn die meisten Unternehmen „sich aufführen wie die Wikinger in Lindisfarne“?
    Nein -- die meisten Mittelständler, die ich kenne, sind nicht groß genug um das abzuziehen, und zu stolz auf ihre Arbeit, um möglichst schnell und teuer den Laden an die großen Fische im Teich verkaufen zu wollen.

    Nur denke ich, daß da Greshams Gesetz in modifizierter Form gilt: Schlechte Praktiken verdrängen die guten, wenn die die Taschen der schlechten Praktiker hinreichend mit Geld füllen, um die guten aufzukaufen.

    Microsoft kommt mir in den Sinn, die jede Idee, die eine andere Firma hatte, in absehbarer Zeit in neu-größer-schöner-besser-und-Industriestandard zu liefern versprachen.

    Deswegen ist das eine verheerende Ideologie. Und nur weil es Einzelfälle sind, und lediglich einen volkswirtschaftlichen Schaden von, naja, zweistelligen Milliarden anrichten oder ein paar Flieger ins Erdreich bohren, macht das die Ideologie um keinen Deut besser.

    Mindestlohn ist schon ein guter Schritt, daß der Steuerzahler nicht mehr Aktionöre von Großkonzernen subverntioniert. (Die meisten von uns zahlen vermutlich mehr Steuern, als die Kapitaleinkünfte aus Aktien und Unternehmensanleihen erhalten.)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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