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  1. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Ja, das sollte aber doch nicht daran hindern, weiter zu forschen.
    Natürlich. Hier kann der Staat aber bessere oder schlechtere Rahmenbedingungen schaffen.

  2. Moderation

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von daggy5gram Beitrag anzeigen
    Weil ihnen die dividenden für die aktienbesitzer viel wichtiger sind.
    Das ist aber schon länger so, nicht erst seit der niedrigzinsphase.
    Die Ideologie ist wie vieles andere ein Kind der 1980er und bestätigt mein Empfinden, daß wir in der Rache der 80er leben.

    Daß die primäre oder einzige Aufgabe einer Firma darin besteht, möglichst viel Geld in die Taschen ihrer Eigentümer zu schaufeln, daß das wichtiger ist als nützliche Sachen herzustellen, zufriedene Kunden zu haben, auf das eigene Überleben zu achten ist so eine dieser Verirrungen, die dazu geführt haben, daß es als moralisch wertvoller gilt, Leuten für viel Geld WLAN-Kabel zu verkaufen als eine Brücke zu reparieren oder Sachen herzustellen und zu verkaufen die kein Schrott-ab-Werk sind.

    Und deswegen gibt es Leute, die ernsthaft glauben, alle Probleme der Welt seien gelöst, weil ja anscheinendn niemand Geld will, um welche zu lösen.

    Gnarf.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. gesperrt

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von frank60 Beitrag anzeigen
    Warum Eigenkapital bilden, wenn das Fremdkapital billig ist oder nichts kostet.
    Wenn die Kapitalrendite des Unternehmens bei 3,5 % liegt und der Fremdkapitalzins bei 0,5 liegt, dann erhöhe ich den Kapitaleinsatz im Unternehmen mit Fremdkapital und somit habe ich auf das Fremdkapital noch 2% Rendite. Die Gesamtverschuldung des Unternehmens steigt und gleichzeitig steigt der Gewinn.
    Leverage Effekt.
    Der Leverage-Effekt funktioniert aber auch in die andere Richtung …

    Das haben weltweit schon viele Immobilieninvestoren mit ihren "gehebelten" Investments erlebt, wenn die Märkte mal drehen. Und Märkte drehen sich immer mal wieder.

    Kann man also machen, man sollte dann nur immer genügend trockenes Pulver in der Hinterhand haben.

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Die Ideologie ist wie vieles andere ein Kind der 1980er und bestätigt mein Empfinden, daß wir in der Rache der 80er leben.
    Da sind wir schon zwei. Mindestens.
    In Wikipedia habe ich das unter 'Finanzmarkt-Kapitalismus'. gefunden.
    nichts ist wie es scheint

  5. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Bruttoinvestitionen in Deutschland sind z. B. 2018 deutlich gestiegen.
    Das war eben auch mein Kenntnisstand, deshalb wunderte ich mich über die gegenteilige Aussage.

    Vielleicht können die, die das annehmen, einmal sagen, wie sie dazu kommen. Denn alle weiteren Schlussfolgerungen, die auf der Annahme basieren, sind dann falsch, wenn schon die Annahme falsch ist.

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von daggy5gram Beitrag anzeigen
    Weil ihnen die dividenden für die aktienbesitzer viel wichtiger sind.
    Es ist kein schlechtes Ziel, Gewinne zu machen und die Menschen, die ihr Geld der Firma dazu gegeben haben, mit einer Rendite zu bezahlen. Letztlich sind Aktienkäufe Kredite ohne Absicherung. Man bekommt weder eine zugesicherte Tilgung, noch zugesicherte Zinsen, noch den Wert zugesichert irgendwann zurück. Aber man kann hohe Renditen und einen hohen Wiederverkaufswert erzielen.

    Warum Aktien immer so verteufelt werden, verstehe ich nicht.

    Betraten wir das von der anderen Seite. Wenn man eine Versicherung abschliesst, eine Kapitallebensversicherung, eine Rentenversicherung möchte man, dass man das zugesagte Geld plus Rendite am Ende auch erhält und nicht etwa weniger.

    Dafür legt die Versicherung das Geld an. In Aktien!, in Anleihen und in Immobilien.
    Sie ist also darauf angewiesen, dass alle Unternehmen wo sie ihr Geld drin hat, Gewinne machen, damit sie ihre Kunden monetär befrieden kann.

    Es hängt alles mit allem zusammen.

    Nur womit machen die Unternehmen die Gewinne oder verhindern sie? Das ist die viel spannendere Frage als dieses Ziel systemkritisch in Frage zu stellen.

    Viele grossen vor allem international tätigen Konzerne, aber auch das Familienunternehmen in Dillingen machen viele Fehler. Sie gucken zu sehr auf die Kosten und sparen an der falschen Stelle. Nämlich beim Mitarbeiter. Dabei ist das Herz eines jeden Unternehmens die Mitarbeiter. Die Firmen "sourcen" Dienstleistungen und Montage aus, und leihen sich temporär Arbeiter.

    Dadurch können sie Kosten anders verbuchen und meinen, sehr schlau zu sein, weil sie Kosten sparen und damit Gewinne machen. Aber dadurch schwindet der Lohn des Einzelnen und die Zufriedenheit der Mitarbeiter in toto. Es kommt zu Energieverlusten durch innere Kündigung und zu hohem Krankheitsstand, zu Mobbing und zu Leistungsverlusten. Ganz schlecht! Und das ist eine Systemfrage.

    Weiter treffen vor allem grosse Konzerne im Laufe der Geschichte viele schlechte oder fatale Entscheidungen. Mit dem Verlust von Daimler durch das dämliche Engagement bei Chrysler hätte man 100.000 feste Mitarbeiter auf Lebenszeit einstellen und ihnen eine fette Rente bescheren können. Die fatale Entscheidung eines Vorstandes!
    Mit der Milliardenzahlung von VW an USA und andere Kläger hätte man schon vor 5 Jahren massiv in die E- und Alternativmobilität einsteigen können, 3 neue Werke bauen und 150.000 Mitarbeiter auf Lebenszeit einstellen können. Die fatale Entscheidung von wenigen auf Führungsebene!

    Es ist das innere System von Unternehmen, was falsch ist, und nicht der Wille Gewinne zu machen, die uns immer wieder Abschwünge, Konkurse und Armut für Arbeitnehmer bescheren.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  7. Moderation

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das war eben auch mein Kenntnisstand, deshalb wunderte ich mich über die gegenteilige Aussage.
    Gestiegen, aber nach meinem Eindruck (vom rumlesen) nicht in dem Maße, wie sie hätten steigen können oder sollen. Der Staat schafft's ja nicht mal, das für Reparaturen und Investitionen bereitgestellte Geld auszugeben: Da ein Antrag, dort ein Formular, hier ein Bürgerbegehren, da ein Prozeß, und man kriegt einfach keine Handwerker... Naja, letzteres wird in einem Konunkturabschwung zumindest besser, so böse das ist. Ich fürchte nur, daß dann im Interesse der heiligen Schuldenreduktion (bei Negativzinsen!) die Investitionen eingestellt werden und so eine positive Rückkopplung erzeugt wird. (Siehe Kästner, "Hunger ist heilbar".)

    @Lukulla, mMn ist die Annahme, "eine Firma ist ein System, deren einziger Zweck ist, Geld in die Taschen ihrer Eigentümer zu schaufeln" das Problem. Das ist, mal ganz platt gesagt, nicht nachhaltig, und es ignoriert alles Brauchbarere, was eine Firma machen könnte und trotzdem noch Geld in die Taschen ihrer Eigentümer schaufeln, nur eben nicht so viel.

    Ich habe da kürzlich einen interessanten Artikel gelesen, warum Boeing so tief ins Klo gegriffen hat -- keine Ahnung, ob's so stimmt, aber bei dem Narrativ "Ingenieure gegen oberes Management" bin ich natürlich auf der Seite der Ingenieure.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ist das denn so, dass die Firmen wenig investieren würden?
    Ich bezog das auf den Klimaschutz, neue Umwelttechniken.
    Klimaschutz: Unternehmen haben 2017 weniger investiert - SPIEGEL ONLINE
    Doch für den Klimaschutz haben die Firmen deutlich weniger ausgegeben

    Unternehmen investieren weniger Geld in Umweltschutz
    Deutlich weniger investierten Deutschlands Unternehmen 2016 in erneuerbare Energien: Hier gingen die Investitionen um über 20 Prozent zurück
    Geändert von Lilith10 (04.10.2019 um 23:08 Uhr)
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  9. gesperrt

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    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen

    Unternehmen investieren weniger Geld in Umweltschutz
    Deutlich weniger investierten Deutschlands Unternehmen 2016 in erneuerbare Energien: Hier gingen die Investitionen um über 20 Prozent zurück
    Das ist ja auch zu erwarten: irgendwann hat eben jeder seine Solarzellen auf dem Dach, und kann nicht noch weitere montieren!

    gruss, barbara

  10. Inaktiver User

    AW: Wie schnell kommt der Konjunkturabschwung

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Die Ideologie ist wie vieles andere ein Kind der 1980er und bestätigt mein Empfinden, daß wir in der Rache der 80er leben.

    Daß die primäre oder einzige Aufgabe einer Firma darin besteht, möglichst viel Geld in die Taschen ihrer Eigentümer zu schaufeln, daß das wichtiger ist als nützliche Sachen herzustellen, zufriedene Kunden zu haben, auf das eigene Überleben zu achten ist so eine dieser Verirrungen, die dazu geführt haben, daß es als moralisch wertvoller gilt, Leuten für viel Geld WLAN-Kabel zu verkaufen als eine Brücke zu reparieren oder Sachen herzustellen und zu verkaufen die kein Schrott-ab-Werk sind.

    Und deswegen gibt es Leute, die ernsthaft glauben, alle Probleme der Welt seien gelöst, weil ja anscheinendn niemand Geld will, um welche zu lösen.

    Gnarf.
    Diese Kritik daran, dass ein Unternehmer mit seiner Firma Geld verdienen will, kann ich nicht nachvollziehen. Was soll daran verwerflich sein? Natürlich will er das, er könnte sonst mit dem investierten Geld was anderes machen, was Geld abwirft. Davon abgesehen dürften wohl die wenigsten Unternehmer eine Firma einzig und allein aus dem Grund gründen, möglichst viel Geld in seine Taschen zu schaufeln. Die meisten haben eine Idee und wollen die verwirklicht sehen. Rein zum Geld verdienen gibts nun bessere, weniger anstrengende und weniger risikoreiche Möglichkeiten. Denn wenns schief geht, hat er nicht nur den finanziellen Schaden, sondern auch noch den Spott der anderen. Denn was angeblich alles Fehlentscheidungen waren (die man selbstverständlich vorher hätte wissen können) das können hinterher alle immer gut benennen.

    Dass es einem Unternehmer oder dem Vorstand egal wäre, ob sie nützliche Produkte herstellen oder zufriedene Kunden haben, Hauptsache Geld, das stimmt doch so pauschal einfach nicht. Natürlich gibts immer kriminelle Elemente, aber der Verbraucher selbst ist oft derjenige, dem das egal ist, solange er persönlich davon profitiert.

    Am System des Unternehmertums kann ich jedenfalls nichts Schlechtes finden, nur an denen, die es (kriminell) ausnutzen, aber das geht mir bei allem so.

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