Schön, dich wieder mal zu lesen, Opelius, aber ganz so stimmt das nicht. Dass eine Praxis Abbrüche vornimmt, darf schon auf der HP z.B. aufgeführt werden. Aber ja nicht, mit welchen Methoden.
Ich zitiere mal SPON nach dem Hänel-Urteil im Frühjahr:
Hänels Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil wies das Landgericht Gießen im Oktober 2018 ab. Ihr Anwalt hatte damals den Paragrafen 219a in seiner jetzigen Form als verfassungswidrig bezeichnet, da er die Berufsfreiheit von Ärzten und das Informationsrecht der schwangeren Frauen verletze.
Schließlich wurde Ende März dieses Jahres der umstrittene Paragraf um einen Absatz ergänzt. Diese Maßnahme soll Klarheit und Rechtssicherheit für Ärzte, Krankenhäuser und andere Einrichtungen schaffen, unter welchen Voraussetzungen sie straflos öffentlich über Schwangerschaftsabbrüche informieren dürfen. Ärzte und Kliniken können demnach öffentlich - zum Beispiel auf der eigenen Internetseite - darüber informieren, dass sie Abtreibungen vornehmen. Für weitere Informationen etwa zu verschiedenen Methoden müssen sie auf offizielle Stellen verweisen.
Ein Schritt in die richtige Richtung zumindest. Es muss weiter in die Richtung gehen, dass der Abbruch aus dem kriminellen Kontext kommt. Wo und in welcher Zeit leben wir denn!Erst im Zuge der Harmonisierung der unterschiedlichen Gesetzgebung in der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik wurde die Begründung eines Abtreibungswillens 1992 abgeschafft.
Die Zahl der jährlichen Abtreibungen bewegt sich seit Jahren um 100.000, dagegen steigen seit Jahren die Geburtenraten, z.Zt. auf 780.000. Ich denke das ist ein Erfolg.
Interessant, dass zur Zeit Margaret Atwoods neues Buch "The Testaments/Die Zeuginnen" vorgestellt wird. Es ist die Fortsetzung der Handmaid's Tale von 1884. Da gibt's auch ne Serie, drum kennen das mehr als Atwoods sonstige Bücher.^^
Der Stoff passt zu diesem Thema hier.
Den Roman, "Der Report der Magd" in der Übersetzung, hat Margaret Atwood im Jahr 1984 geschrieben, ein Zukunftsroman, in dem im amerikanischen Osten ein totalitärer Staat entstanden ist, der Frauen gnadenlos unterdrückt und sie zu Gebärmaschinen degradiert. Und dazu - vielleicht auch, weil ihr die Fortschreibung ihres Stoffs in der Fernseh-Serie doch nicht so gefiel - hat sie jetzt eine Fortsetzung geschrieben, die etwa 16 Jahre später spielt. In den USA protestieren Frauen in den Kostümen der Mägde - lange rote Kleider, weiße Hauben - gegen neue Abtreibungsgesetze und andere misogyne Entwicklungen.
[Text von Literaturkritikerin Ulrike Sárkány]
Quelle: Spiegel
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Thema: Kein Bagatelldelikt?
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11.09.2019, 18:21
AW: Kein Bagatelldelikt?
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11.09.2019, 18:28
AW: Kein Bagatelldelikt?
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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11.09.2019, 18:30
AW: Kein Bagatelldelikt?
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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11.09.2019, 18:34
AW: Kein Bagatelldelikt?
Mono, das ist eine Aussage, die so im totalen und luftleeren Raum existiert.
Ich kann mir natürlich vorstellen, welche Szenarien du im Kopf hast und für die mag es
richtig sein.
Es gibt aber auch 10.000 Szenarien, in denen eine Freigabe zur Adoption (also die Nicht-Beendigung der Schwangerschaft) keine bessere Option ist.
Das ist eins davon: https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/argentinien-elfjaehriges-vergewaltigungsopfer-bringt-kind-zur-welt-a-1255717.html
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11.09.2019, 18:35
AW: Kein Bagatelldelikt?
Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.
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11.09.2019, 18:36
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11.09.2019, 18:38
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11.09.2019, 18:40
AW: Kein Bagatelldelikt?
Nein Mono, wir reden über die mögliche Änderung von Gesetzen und über alle Fälle, in denen eine unerwünschte Schwangerschaft vorliegt.
Und du schreibst, eine Adoption sei vorzuziehen. Nein. Nicht in allen Fällen.
Und wovon soll ich denn überhaupt ablenken wollen?
Zudem habe ich Wolfgang einige Male gefragt, wie er solche Fälle im Gesetz berücksichtigen möchte.
Und dabei bedenken muss, dass hier eine sehr knappe Frist von 12 Wochen eingehalten werden muss.
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11.09.2019, 18:41Inaktiver User
AW: Kein Bagatelldelikt?
@ganda
Interessant ist allerdings, dass Kliniken bei anderen Eingriffen sehr wohl auf ihren Homepages öffentlich informieren dürfen, mit welchen Methoden sie den Eingriff durchführen.
Ich finde das auch völlig richtig weil es ein Kriterium ist, nach dem man seine Klinik auswählt.



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