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  1. Avatar von Kambara
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    Es geht hier gar nicht um Abbruch ja/nein...

    Nur um die Frage , wer das Mitspracherecht zur Entscheidung hat.
    Das denke ich auch.
    People are so crackers.
    John Lennon

  2. Inaktiver User

    AW: Kein Bagatelldelikt?

    @Rokeby, Blila

    Hmmm - Beratung nur als Zugeständnis an die Kirchen?
    Waren da nicht gerade ganz viele, die nicht-religös begründeten, dass sie Beratung wichtig finden?

  3. Avatar von Blila1
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    .

  4. Avatar von Kambara
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Was heißt "Mitspracherecht zur Entscheidung"? Wer trifft letztlich die Entscheidung? Mit der Mutter sprechen kannst du auch jetzt
    Wolfgang verlangt das "Mitspracherecht zur Entscheidung", nicht Chaos, wenn ich es richtig verstanden haben.

    Und Wolfgang möchte, dass schwangeren Frauen staatlich verordnet wird, dass potenzielle Väter bei der Beratung dabei sein dürfen und an der Entscheidung pro/contra Abbruch mitwirken sollen.

    Wie er sich dies praktisch vorstellt in diversen Fällen sagt er nicht.
    People are so crackers.
    John Lennon

  5. Avatar von Blila1
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    ja... hat mich selbst grad irritiert. Zitierfehler, warum auch immer

    Wolfgang erscheint bei mir jetzt als Chaos. Chaos.

    Also Wolfgang: Welche praktische Konsequenz soll das väterliche "Mitsprachercht zur Entscheidung" haben? Wer entscheidet? und zwar ziemlich zügig
    Geändert von Blila1 (11.09.2019 um 16:28 Uhr)

  6. Avatar von Opelius
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Ich weiß nicht, ob ich es als "Erfolg" ansehen kann, dass in mehr als 10 % der Schwangerschaften, das Kind nicht leben darf, weil es die Mutter nicht will.

    Klar, man kann die Abtreibung als "erweiterte" Verhütung ansehen.

    Oder aber als vorzeitig getötete Kinder.

    100.000
    Ich versuche gerade, mir diese Zahl bildlich vorzustellen. [editiert]

    Und das pro Jahr. Nein, für mich ist das kein Erfolg. Mich macht das traurig.
    Deine Einstellung ist mir bekannt, aber es wurden immer in der Geschichte der Menschheit Schwangerschaften abgebrochen. Aber unter welchen Umständen?

    Als junger Man habe ich erlebt, dass junge Männer auf dem Moped mit ihrer Freundin über Bahnschwellen gerattert sind, dass Engelmacherinnen mit giftigen Substanzen oder Stricknadeln an ihnen rumgemacht haben und nicht selten Frauen dabei umkamen. Dass verzweifelte Frauen von Tischen gesprungen sind und hofften, dass die Frucht abgehe.

    Ich verstehe jede Frau, die eine aktuelle Schwangerschaft beenden möchte. Die Zahlen die Profamilia und andere Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen vorlegen sind es in in den letzten Jahren u.a. Frauen, die nicht das 5. oder 6. oder 7. Kind zur Welt bringen möchten, weil sie schon jetzt ständig überfordert sind.

    Was Frauen in derartigen Situationen tun, dem kann und sollte man nicht mit Moral kommen. Das hilft ihnen überhaupt nicht. Profamilia und andere Beratungsstellen berichten auch seit Jahren, dass etwa 1 - 2 % der Ratsuchenden sich doch für das Kind entscheiden, Weil sie mit kompetenten Beraterinnen ihre Situation eben ohne Moralin besprechen können, Und das finde ich sehr erfolgreich.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  7. Avatar von fritzi72
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Rokeby, Blila

    Hmmm - Beratung nur als Zugeständnis an die Kirchen?
    Waren da nicht gerade ganz viele, die nicht-religös begründeten, dass sie Beratung wichtig finden?
    Das Bundesverfassungsgericht, das für mich jetzt nicht unbedingt den Ruf hat, speziell den Kirchen gefallen zu wollen, hat sich ziemlich klar zum Schutz des ungeborenen Lebens positioniert und zur Interessenabwägung mit den Grundrechten der Mutter:

    1. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1 Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und - von ihm her - ihr Maß werden durch Art. 2 Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch die Annahme seitens der Mutter begründet.

    2. Die Schutzpflicht für das ungeborene Leben ist bezogen auf das einzelne Leben, nicht nur auf menschliches Leben allgemein.

    3. Rechtlicher Schutz gebührt dem Ungeborenen auch gegenüber seiner Mutter. Ein solcher Schutz ist nur möglich, wenn der Gesetzgeber ihr einen Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich verbietet und ihr damit die grundsätzliche Rechtspflicht auferlegt, das Kind auszutragen. Das grundsätzliche Verbot des Schwangerschaftsabbruchs und die grundsätzliche Pflicht zum Austragen des Kindes sind zwei untrennbar verbundene Elemente des verfassungsrechtlich gebotenen Schutzes.

    4. Der Schwangerschaftsabbruch muß für die ganze Dauer der Schwangerschaft grundsätzlich als Unrecht angesehen und demgemäß rechtlich verboten sein (Bestätigung von BVerfGE 39, 1 [44]). Das Lebensrecht des Ungeborenen darf nicht, wenn auch nur für eine begrenzte Zeit, der freien, rechtlich nicht gebundenen Entscheidung eines Dritten, und sei es selbst der Mutter, überantwortet werden.

    5. Die Reichweite der Schutzpflicht für das ungeborene menschliche Leben ist im Blick auf die Bedeutung und Schutzbedürftigkeit des zu schützenden Rechtsguts einerseits und damit kollidierender Rechtsgüter andererseits zu bestimmen. Als vom Lebensrecht des Ungeborenen berührte Rechtsgüter kommen dabei - ausgehend vom Anspruch der schwangeren Frau auf Schutz und Achtung ihrer Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) - vor allem ihr Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG) sowie ihr Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 GG) in Betracht. Dagegen kann die Frau für die mit dem Schwangerschaftsabbruch einhergehende Tötung des Ungeborenen nicht eine grundrechtlich in Art. 4 Abs. 1 GG geschützte Rechtsposition in Anspruch nehmen.

    6. Der Staat muß zur Erfüllung seiner Schutzpflicht ausreichende Maßnahmen normativer und tatsächlicher Art ergreifen, die dazu führen, daß ein - unter Berücksichtigung entgegenstehender Rechtsgüter - angemessener und als solcher wirksamer Schutz erreicht wird (Untermaßverbot). BVerfGE 88, 203 (203)BVerfGE 88, 203 (204) Dazu bedarf es eines Schutzkonzepts, das Elemente des präventiven wie des repressiven Schutzes miteinander verbindet.


    Weiteres nachzulesen hier: http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  8. Avatar von Blila1
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Respekt, Opelius, ich glaube auch deinen religiösen Hintergrund zu kennen


  9. Registriert seit
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    @fritzi72

    Wenn ich es richtig sehe, hast du hier das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1993 zitiert.

    Demnach steht dem ungeborenen Leben grundsätzlich unabhängig von der Schwangerschaftswoche das uneingeschränkte Recht auf Menschenwürde und damit auf Leben zu.

    Eine Entscheidungsgewalt der Mutter wird hier ausdrücklich verneint.

    Du kennst dich anscheinend in Rechtssachen sehr gut aus.

    Kannst du mir sagen, wie sich dieses Urteil mit der geltenden Fristenlösung und der faktischen Entscheidungsgewalt der Mutter vereinbaren lässt?

  10. Avatar von chaos99
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Blila1 Beitrag anzeigen
    Also Wolfgang: Welche praktische Konsequenz soll das väterliche "Mitsprachercht zur Entscheidung" haben? Wer entscheidet? und zwar ziemlich zügig

    Das ist alles klar geregelt.
    Hätte der Mann Mitspracherecht, müssten(!!!) Beide zur Abbruch-Beratung erscheinen.
    Das ist nicht der Fall.

    Damit ist das Gesetzliche klar.

    Nur Frau entscheidet.

    Die Grundlagen im Gesetz erlauben Schwangerschaftsabbruch mit Frist.

    Warum darüber noch diskutiert wird, ist mir gerade rätselhaft.

    Und warum man in einem Alter, in dem Kinder eh kein Thema mehr sind, als Mann daraus eine Grundsatzfrage macht, um Recht zu bekommen, ist noch merkwürdiger.

    Kann man nur Frauen wünschen, nicht an solche Männer zu geraten.
    Geändert von chaos99 (11.09.2019 um 17:24 Uhr)

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