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  1. Avatar von Opelius
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von ganda55 Beitrag anzeigen
    Katholisch bin ich zufällig, gläubig nach langen Kämpfen wieder und endgültig. Überzeugt bin ich aber vor allem davon, dass keine Frau, die eine Schwangerschaft im Zeitrahmen abbricht, auch nur in die Nähe der Strafbarkeit gestellt werden darf. Das gehört endlich abgeschafft. Es wird danach keinen Abbruch mehr geben als vorher. Die, die es gibt, werden nicht leichter fallen. - Vor den Abbruch kann man noch eine Beratung mehr schalten, wenn es das ethische Gewissen beruhigt.
    Ich erinnere mich noch sehr genau an die Anfänge der Diskussion, Abtreibungen mit Auflagen zu straffrei zu stellen. Auslöser war der Stern 1971. Was schließlich jeder weiß.
    Im ersten Gesetz war nicht nur eine Beratung in einer Schwangerschaftskonfliktstelle erforderlich, sondern Frau musste die seelische Belastung ausreichend begründen. Nur dann gab es den Beratungsschein und die Suche nach einem Arzt, der den Abbruch vornahm, begann. Kliniken in konfessioneller Hand verboten ihren Ärzten einen Abbruch. Und bis heute ist es verboten auf einer Hompage ( Ärztin Kristina Hänel) auch nur anzudeuten, dass einen Praxis das gewillt ist zu tun.
    Erst im Zuge der Harmonisierung der unterschiedlichen Gesetzgebung in der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik wurde die Begründung eines Abtreibungswillens 1992 abgeschafft.

    Die Zahl der jährlichen Abtreibungen bewegt sich seit Jahren um 100.000, dagegen steigen seit Jahren die Geburtenraten, z.Zt. auf 780.000. Ich denke das ist ein Erfolg.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
    Geändert von Opelius (11.09.2019 um 14:23 Uhr)

  2. Avatar von mono17
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Es ist wichtig,dass nicht nur die kapitalistische und wirtschaftlichen stimmen in Fragen um Leben und Tod etwas zu sagen haben. Gerade da. Und die kirchlichen Beratungsstellen haben gute Arbeit geleistet.
    Ich fand die alte Indikationen Regelung auch okay.
    Da gibt es ja nur Kompromisse .

    @ rokeby: Wolfgang hat sich aber hier als verantwortungsbewusst dargestellt. Hier haben einige ihren Emotionen und eigenen Erfahrungen Luft verschafft,das ist bei solchen Themen so.
    Da nur auf einen loszugehen,ist nicht okay.
    Gib dem Leben Farbe, bring dich ein mit einem Wort, einem Lächeln.


  3. Registriert seit
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen

    Die Zahl der jährlichen Abtreibungen bewegt sich seit Jahren um 100.000, dagegen steigen seit Jahren die Geburtenraten, z.Zt. auf 780.000. Ich denke das ist ein Erfolg.
    Ich weiß nicht, ob ich es als "Erfolg" ansehen kann, dass in mehr als 10 % der Schwangerschaften, das Kind nicht leben darf, weil es die Mutter nicht will.

    Klar, man kann die Abtreibung als "erweiterte" Verhütung ansehen.

    Oder aber als vorzeitig getötete Kinder.

    100.000
    Ich versuche gerade, mir diese Zahl bildlich vorzustellen. [editiert]

    Und das pro Jahr. Nein, für mich ist das kein Erfolg. Mich macht das traurig.
    Geändert von Analuisa (11.09.2019 um 15:02 Uhr) Grund: unangemessenen Vergleich gelöscht

  4. Avatar von Prilblume
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Klar, man kann die Abtreibung als "erweiterte" Verhütung ansehen.

    Oder aber als vorzeitig getötete Kinder.
    Weder das eine noch das andere ist sinnvoll oder drückt die Realität angemessen aus.
    Allerdings polemisiert und emotionalisiert beides die Diskussion unnötig, und zwar auf dem Rücken der Betroffenen, für die die Situation eh schon schwer und belastend genug ist.
    Ich finde das nicht besonders anständig.

    Aber, ich gebe dir Recht, man kann es selbstverständlich dennoch so sehen oder so nennen. Sei es aus Unachtsamkeit oder aus Unkenntnis, oder weil man genau das bewirken will (polemisieren, emotionalisieren, etc.) und man den Anstand dabei im Eifer des Gefechts schon mal aus den Augen verliert.
    Ist ein freies Land.
    Das Internet schweigt.

  5. Avatar von Kambara
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    weil es die Mutter nicht will.
    Ja-ha, das ist das dein eigentliches Problem. Wissen wir.

    Ich finden deine polemische Art deine Misogynie vor dich her zu tragen, langsam unerträglich.
    People are so crackers.
    John Lennon


  6. Registriert seit
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Prilblume Beitrag anzeigen
    Weder das eine noch das andere ist sinnvoll oder drückt die Realität angemessen aus.

    .
    Wie würdest du die Realität ausdrücken?

  7. Inaktiver User

    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    100.000
    Ich versuche gerade, mir diese Zahl bildlich vorzustellen. [editiert]

    Und das pro Jahr. Nein, für mich ist das kein Erfolg. Mich macht das traurig.
    Mich macht das Leid ungezählter Kinder traurig, die ungewollt in dieses Leben geschickt wurden und dann verprügelt, verbrannt, vergewaltigt, misshandelt, gedemütigt und allein gelassen werden. Diese Kinder geben im Zweifelsfall all dieses Leid über Generationen weiter.

    Dann lieber den werdenden Müttern gestatten, selbst und ohne schlechtes Gewissen über das Leben, das sie immerhin über 9 Monate in sich tragen, selbst bestimmen zu dürfen.

    Sorry Wolfgang, aber du als Mann - wenn auch verantwortungsvoller und wahrscheinlich liebender Vater -... der Körper einer Frau, ja dazu gehört auch der Uterus, der gehört ihr ganz allein. Denn wenn es ganz doof läuft, wird die FRAU krank während Schwangerschaft oder Geburt, schlimmstenfalls stirbt sie sogar. Männer dürfen da bitte mal einfach nicht mitreden! Meine Meinung.

  8. Avatar von Prilblume
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    Wie würdest du die Realität ausdrücken?
    Eigentlich habe ich keine Lust, mit dir zu diskutieren - über gelegentliche Zurechtweisungen hinaus - weil ich nicht glaube, dass einer von uns beiden davon profitieren würde. Ich glaube dir auch nicht, dass du an meiner Antwort interessiert bist. Ich glaube, du bist an Eskalation interessiert, vielleicht aus Motiven, die dir selbst durchaus ehrenwert erscheinen.
    Darum wirst du meine Antwort nicht verstehen (wollen) und versuchen, sie zu zerpflücken, zu verdrehen oder zu widerlegen. Mach ruhig.

    Ich würde die Realität so ausdrücken:
    Abtreibung ist eine Möglichkeit, die es Frauen erlaubt eine unerwünschte Schwangerschaft zu beenden, wenn die Verhütung vorher - aus welchen Gründen auch immer - nicht funktioniert hat oder unterblieben ist.
    Die Möglichkeit der Abtreibung bedeutet, dass eine Frau für sich frei entscheiden darf, ob sie ein Kind bekommt oder nicht, ohne dass jemand anders dies über sie und ihren freien Willen hinweg bestimmt.

    Und, worauf es dir eigentlich ankommt: Bis zur 12ten Woche, wie es das Gesetz meines Wissens derzeit vorsieht, sehe ich hier noch kein Kind bzw. eigenes Individuum, dessen Rechte gegen die der Mutter verteidigt werden müssten.
    Du siehst es anders, du wirst mir jetzt Unterstützung zum Mord vorwerfen.
    Wie gesagt, mach ruhig, wenn's dich glücklich macht. Dreh' die x-te Schleife.
    Ich bin hier jetzt raus.
    Das Internet schweigt.


  9. Registriert seit
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mich macht das Leid ungezählter Kinder traurig, die ungewollt in dieses Leben geschickt wurden und dann verprügelt, verbrannt, vergewaltigt, misshandelt, gedemütigt und allein gelassen werden. Diese Kinder geben im Zweifelsfall all dieses Leid über Generationen weiter.

    Dann lieber den werdenden Müttern gestatten, selbst und ohne schlechtes Gewissen über das Leben, das sie immerhin über 9 Monate in sich tragen, selbst bestimmen zu dürfen.

    Sorry Wolfgang, aber du als Mann - wenn auch verantwortungsvoller und wahrscheinlich liebender Vater -... der Körper einer Frau, ja dazu gehört auch der Uterus, der gehört ihr ganz allein. Denn wenn es ganz doof läuft, wird die FRAU krank während Schwangerschaft oder Geburt, schlimmstenfalls stirbt sie sogar. Männer dürfen da bitte mal einfach nicht mitreden! Meine Meinung.
    Deinem ersten Absatz stimme ich uneingeschränkt zu. Und da stehen wir alle gemeinsam in der Pflicht, das zu verhindern.

    Ich halte es nur nicht für das richtige Mittel, diese Kinder schon im Mutterleib zu töten.

    Ich persönlich sehe das Kernproblem darin, dass Kinder in unserer Gesellschaft als Störfaktor, als Kostenfaktor und als Stressfaktor angesehen werden. Sie und die Menschen, die sie ins Leben begleiten, stehen nicht in der Mitte unserer Gesellschaft, sondern werden an den Rand gedrängt. Kinder sind ein Karrierekiller und ein Armutsrisiko.

    Nenn mich frauenfeindlich. Damit kann ich leben. Aber mich macht es traurig und wütend, dass uns als Gesellschaft zu den eben genannten Problemen nichts besseres einfällt, als Abtreibung und wir das dann auch noch als Errungenschaft feiern sollen.

  10. Inaktiver User

    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Wolfgang11 Beitrag anzeigen
    100.000
    Ich versuche gerade, mir diese Zahl bildlich vorzustellen. [editiert]

    Und das pro Jahr. Nein, für mich ist das kein Erfolg. Mich macht das traurig.
    Ich finde auch, dass das ganz schön viel ist, angesicht von "nur" 780.000 Geburten. Das erstaunt mich schon, hätte ich so nicht gedacht.
    Deine Argumentation mit dem "Vater in die Entscheidung einbeziehen" ist allerdings quatsch.
    Du bist totaler Abtreibungsgegner bis vielleicht auf ganz wenige Fälle wie Leben der Mutter akut in Gefahr.
    Dann steh doch dazu, aber diskutier nicht ums Eck.

    Mich erstaunt bei dieser Diskussion, dass doch viele Abtreibung AUCH kritisch sehen, dass hätte ich tatsächlich nicht gedacht, ich dachte der Zug ging EINDEUTIG in Richtung noch mehr Liberalisierung.

    Welches die beste gesetzliche Regelung ist das weiß ich nicht. Die Beratung und auch - Hilfsangebote - finde ich schon wichtig. Und zwar glaubwürdige Hilfsangebote.
    Wobei natürlich - da muss man wohl auch als Frau ehrlich sein - nicht alle Frauen die abtreiben in echten Notlagen sind. Aber die die es sind, die sollten Unterstützung erhalten - und zum Beispiel bei schwer behinderten Kindern auch Perspektiven, die wirklich erfüllt werden können.

    Irland wurde ja erwähnt wegen der sehr strengen Gesetze bis vor kurzem, es hat allerdings auch eine sehr junge Bevölkerung im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Staaten.
    Allerdings haben die Iren und Irinnen für mehr Liberalisierung gekämpft.

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