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  1. Avatar von Blila1
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von chaos99 Beitrag anzeigen
    TOP .

    Und nebenbei...
    ...ich selber lese weiter mit und denke immer nur, was solche Leute für rechthaberisches Verhalten in Beziehungen an den Tag legen, wenn man sich hier schon zu dem Bereich für unverzichtbar und über Allem stehend als Mann hält zu einem Thema, in dem FRAU entscheidet.
    vice versum
    Wobei es im Ausgangsposting nicht um den Mann-Frau-Konflikt ging, sondern um die Diffamierung von Frauen und der Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch. Das trifft in sehr hohem Maß auch die Partner dieser Frauen, die eine Fortführung der Schwangerschaft auch nicht wollen

  2. Avatar von Ullalla
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Oder mit dem Risiko leben - die Chance, dass es gutgeht (wie bei Dir) ist ja tatsächlich recht hoch.
    ja, ich habe mit dem Risiko gelebt. Zum Glück wurde ich nie schwanger und mußte nie eine Entscheeidung fällen - aber ich bin mir sehr, sehr sicher, dass ich die Schwangerschaft unterbrochen hätte.
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  3. Registriert seit
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Ich möchte noch einmal auf das Thema Schwangerschaftsabbruch in der DDR und Fristenlösung zurückkommen:

    In meiner Wahrnehmung als Teenager (ich war 1989 20 Jahre alt) am Ende der DDR Zeit war die Fristenlösung ist starkem Maße ein Instrument der Familienplanung - für die potentiellen Väter der ungeborenen Kinder und die Väter der Mütter!

    Sowohl bei sehr jungen Frauen als auch bei verheirateten Frauen, die bereits Kinder hatten, waren es Männer, die den Abbruch der Schwangerschaft fast routiniert zur Sprache brachen ("wegmachen" war der Euphemismus). Sei es die Angst sich langfristig zu binden oder die Unbequemlichkeit (dann brauchen wir ja eine größere Wohnung, ein größeres Auto, das kostet schon so viel Geld...), ich hatte nicht den Eindruck, daß viele Männer im Schwangerschaftsabbruch ein emotionales Problem sahen. Auch Ärzte (Ärztinnen gab es dabei kaum) agierten nach Aussagen betroffener Frauen häufig lieblos. Konkret kenne ich drei Frauen (die beste Freundin meiner Frau, mit 17; meine Schwiegermutter mit Mitte 30 und eine Freundin meiner Schwester mit Mitte 20), die massivem Druck ihrer Väter und Männer ausgesetzt waren, das Kind abzutreiben. Sei doch schließlich nur ein Spaziergang im Park. Keine Beratung für die Frau vorher und hinterher. Und allen drei Frauen ist die Erinnerung an den Abbruch immer noch präsent und hoch emotional.

    Daher ist mir eine reine Fristenlösung nicht recht. Sie reduziert das Thema auf Machbarkeit und Zeit, das Emotionale kommt dabei eindeutig zu kurz. Die meisten Frauen in der DDR haben es sich nicht leicht gemacht, ihre Partner und Väter schon.

    Deshalb bin ich froh über die heutige Regelung. Ihre Einführung im Osten Deutschland lief parallel zu einem Rückgang der Geburtenzahl, aber auch zu einem Rückgang der Zahl der Abbrüche.

    Und aus diesem Grund stehe ich auch hinter der alleinigen Entscheidungsbefugnis jeder Frau im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Fremdbestimmung, ja bereits informeller Druck in einer solchen existenziellen Situation ist potentiell sehr verstörend und wiegt (in meinen Augen und als private Meinung) schwerer als §2 des GG.
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  4. Avatar von Blila1
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    dito


  5. Registriert seit
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Und solcher Druck würde in einem gemeinsamen Beratungsgespräch entstehen? Kann ich mir kaum vorstellen. Das wird wohl eher im familiär-elterlichen Rahmen oder im privaten Umgang mit dem Erzeuger passieren.

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    ...Und aus diesem Grund stehe ich auch hinter der alleinigen Entscheidungsbefugnis jeder Frau im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben. Fremdbestimmung, ja bereits informeller Druck in einer solchen existenziellen Situation ist potentiell sehr verstörend und wiegt (in meinen Augen und als private Meinung) schwerer als §2 des GG.
    Daher wäre ein gemeinsames Beratungsgespräch umso sinnvoller. Dort könnte demjenigen, der Druck macht, gern auch mal seine Grenzen erläutert werden. Es spricht also wirklich viel für ein solches gemeinsames Gespräch.

  6. Avatar von Ullalla
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen
    ... Daher wäre ein gemeinsames Beratungsgespräch umso sinnvoller. ...
    und noch sinnvoller ist es, der betroffenen Frau die Entscheidung darüber zu überlassen!
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  7. Avatar von Sentenza_
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen
    ... Daher wäre ein gemeinsames Beratungsgespräch umso sinnvoller. Dort könnte demjenigen, der Druck macht, gern auch mal seine Grenzen erläutert werden. Es spricht also wirklich viel für ein solches gemeinsames Gespräch.
    Demjenigen, der Druck macht, erläutere ich seine Grenzen ganz allein, ohne Verstärkung.

    Im übrigen ist es möglich, sich bei Bedarf in Begleitung beraten zu lassen.
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  8. Registriert seit
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von Ullalla Beitrag anzeigen
    und noch sinnvoller ist es, der betroffenen Frau die Entscheidung darüber zu überlassen!
    Betroffen ist vor allem das Embryo.

  9. Avatar von Kambara
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von MannMann Beitrag anzeigen
    Daher wäre ein gemeinsames Beratungsgespräch umso sinnvoller. Dort könnte demjenigen, der Druck macht, gern auch mal seine Grenzen erläutert werden. Es spricht also wirklich viel für ein solches gemeinsames Gespräch.
    Dazu ist die Beratung aber nicht gedacht. Da sitzen keine Schiedsrichter, die zwischen uneinigen Paaren vermitteln sollen, sondern Beraterinnen, die in einer ruhigen und sachlichen Atmosphäre Schwangere über ihre Möglichkeiten und Hilfsangebote aufklären.

    Jemand, der Druck macht, in welcher Richtung auch immer, würde den Sinn der Beratung konterkarieren.
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  10. Avatar von Paraplumeau
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    AW: Kein Bagatelldelikt?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Sowohl bei sehr jungen Frauen als auch bei verheirateten Frauen, die bereits Kinder hatten, waren es Männer, die den Abbruch der Schwangerschaft fast routiniert zur Sprache brachen ("wegmachen" war der Euphemismus).
    Ich kann das alles aus meiner DDR-Sozialisation nur bestätigen, ich bin etwas jünger, habe das aber erfahren.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.
    Geändert von Paraplumeau (17.09.2019 um 14:23 Uhr)

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