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  1. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Zitat Zitat von Saphire Beitrag anzeigen
    Und warum gehts jetzt schon wieder ums Kopftuch anstatt um toxische Traditionen und Strukturen?
    Naja, was heißt "anstatt"? Das Kopftuch als hoch-ambivalentes Symbol sowohl der Religionsfreiheit als auch der weiblichen Unterdrückung ist ja Teil der Frage: Wieviel kulturelle Verschiedenheit wollen wir zulassen und wo ist die Grenze zu unseren grundlegenden Werten überschritten?

    Für mich außerdem eines der schwierigsten Dilemmas im Umgang. Du nanntest ja andere Probleme wie häusliche Gewalt bis hin zum Mord oder Zwangsheirat. Das ist nun rein legislativ oder ethisch recht einfach: das ist schlicht verboten und wird ja auch geahndet. Ich habe tatsächlich noch nie gehört, dass Gewalt oder Mord irgendwie mit dem (Schein-)Argument "andere Kultur" entschuldigt wurden.

    Dass Taten wie häusliche Gewalt oder Zwangsheirat eine hohe Dunkelziffer haben und die Opfer sich schwer tun, ihre Peiniger zu beschuldigen, ist ja leider kein kulturspezifisches Problem, sondern betrifft die geprügelte Deutsche genauso wie die indische Kindsbraut oder die Kurdin, die keinen deutschen Freund haben darf.
    Da sehe ich tatsächlich auch keinen anderen Weg als großflächig vertrauliche Hilfe und Beratung anzubieten. Hier im UK gibt es z.B. oft Poster von entsprechenden Organisationen mit Telefonnummer in Damentoiletten, mit dem Hinweis, dass man dort absolut vertraulich behandelt wird. Öffentliche Orte wie Bücherreien sind als "safe space" gekennzeichnet, in denen kurzfristig Zuflucht möglich ist und Personal darin geschult, Hilfe zu vermitteln. Das ist jetzt nicht speziell gegen muslimische oder sonst nicht-westliche "toxische Strukturen" gerichtet, aber das tut der Sache ja keinen Abbruch.


    Warum hast Du denn nicht mehr ausgeführt zu den Themen, die Dir speziell am Herzen liegen? So wirkt Deine Frage ein bisschen unfreundlich.


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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Zitat Zitat von nur_so Beitrag anzeigen
    Warum übernimmst Du die Koranauslegung von Salafisten, oder von Leuten, die nur vorgeben den Koran gelesen zu haben. Und für die Bibel fragen wir dann bald Evankelikale oder Opus Dei?
    Ich bitte dich. Im Koran findet sich alles, je nach Intention mit der er gelesen wird.

    Und mir ist die Auslegung eigentlich auch ziemlich egal.

    Ich wünsche mir für meine Schülerinnen, dass sie erst einmal von der Freiheit kosten, bevor sie sich entscheiden, wie sie leben möchten.

  3. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    Ich bitte dich. Im Koran findet sich alles, je nach Intention mit der er gelesen wird.
    Ja eben, genau das schrieb nur_so doch, warum reagierst Du so ungehalten darauf?

    Was schlägst Du konkret vor, wie man Frauen und Mädchen darin bestärken könnte, ihre Wahlfreiheit zu erkennen, einzufordern, wahrzunehmen?
    Inwiefern soll es dabei nicht hilfreich sein, mit Muslimen zusammenzuarbeiten, die unsere Vorstellungen von Wahlfreiheit teilen? Ich lese bei Dir irgendwie vorwiegend "kontra", erklär doch mal, wo Du Möglichkeiten siehst.
    Du gehst auch überhaupt nicht auf die Antworten auf deine obigen Fragen ein. Du fragtest nach Beispielen für laizistischen bzw. liberale muslimische Gemeinschaften, diese wurden genannt. Darauf bist Du nicht eingegangen, es sei denn ein einziger Satz aus einem Interview mit jemandem aus einer komplett anderen Gruppe soll als "Gegenbeweis" oder sowas herhalten (??). Macht die Diskussion schon ein bissl schwierig.


  4. Registriert seit
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen
    Ich bitte dich. Im Koran findet sich alles, je nach Intention mit der er gelesen wird.

    Und mir ist die Auslegung eigentlich auch ziemlich egal.

    Ich wünsche mir für meine Schülerinnen, dass sie erst einmal von der Freiheit kosten, bevor sie sich entscheiden, wie sie leben möchten.
    Meines Wissens steht nirgendwo im Koran, dass sich Mädchen verschleiern sollen und man kann sich durchaus fragen, was die Bedeutung der Verschleierung im Koran ist.
    Meiner Meinung nach wollte Mohammed damit ein soziales Problem lösen, die Männer hatten ihre Triebe nicht im Griff, also wurde den Frauen gesagt, wie sie sich zu verhalten haben, um die Männer vor sich zu schützen.
    Und wenn wir ehrlich sind, hat sich die Menschheit bis heute nicht geändert.
    In Florida wurde diese Woche eine Neunjährige gezwungen sich zu „verhüllen“, weil sie ein „Tank Top“ trug. Vorwurf: sie würde die Jungs „ablenken“.
    Mädchen und. Frauen werden also immer noch für das Verhalten von Jungs/ Männern verantwortlich gemacht.
    Bevor diese Denke nicht durchbrochen ist, wird sich da gar nichts ändern.
    School makes 9yo girl cover up as tank top 'distracts boys' | Newshub
    Sebastian (Ariel - The Little Mermaid): Listen to me - the human world, it‘s a mess!

  5. Avatar von drafty
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Zitat Zitat von nur_so Beitrag anzeigen
    ...Bevor diese Denke nicht durchbrochen ist, wird sich da gar nichts ändern...
    Dann erklär mal, warum in den 70-ern und 80-ern hierzulande von Muslimen kaum Kopftücher getragen wurden. Glaube kaum, daß damals die "Triebe" recht viel anders waren.
    " To say 'I love you' one must know first how to say the 'I.' "
    Ayn Rand (admired and stolen by drafty)

  6. Avatar von Akzent
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Zitat Zitat von nur_so Beitrag anzeigen
    Meines Wissens steht nirgendwo im Koran, dass sich Mädchen verschleiern sollen und man kann sich durchaus fragen, was die Bedeutung der Verschleierung im Koran ist.
    Das ist im Koran recht geschickt benannt, in dem die Frauen und Töchter der Gläubigen geschickt angesprochen werden und erst durch die Verkleidung des Antlitzes als Ehrbare Frauen gelten, wenn sie ausgehen. Siehe Sure 33 Vers 60. Wer will sich jetzt zu den Gläubigen Muslimen zählen? Es werden bei den Gläubigen die Verhüllten als Vorbilder angesehen. Siehe zum Beispiel Erdogans Ehefrau.

    Je nachdem welcher Gläubige Muslime oder sonstige Geistliche Imam an der Macht ist, werden sich die Muslime danach richten. Erst wenn der Islam Politik und Religion nicht mehr als Einheit sieht sondern fein trennen kann, wird sich diese Verbotskultur mitsamt der Sharia für die Muslime verändern.




  7. Registriert seit
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    https://www.bibelwissenschaft.de/onl...91022ce95f0d3/

    Das ist aus der Bibel. Lohnt sich zu lesen!
    Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu!


  8. Registriert seit
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Zitat Zitat von Wegwarteline Beitrag anzeigen
    Was mir nie einleuchtete war, dass sie zum Teil zwar verpackt waren wie sonst was, Schweinefleisch war unter furchtbaben Krakeelereien tabu. Aber sie kamen stärker geschminkt zur Arbeit als andere und auch mit den highesten Heels die ich je gesehen habe..
    Prof. Peter Heine (dt. Islamwissenschaftler) erklärt es so im aktualisierten Kulturknigge für Nichtmuslime - Ein Ratgeber für den Alltag:

    Das Verhalten und äußere Erscheinungsbild junger Muslime in Deutschland ist jedoch weitaus komplexer, als man auf den ersten Blick meinen könnte....

    Sie tragen nicht selten ein Kopftuch und verdeutlichen damit ihre Zugehörigkeit zu einem islamischen kulturellen Kontext.
    Aber solche Einzelheiten sagen tatsächlich nur sehr wenig über ihre religiöse Überzeugung oder rituelle Praxis aus. Viele junge Frauen tragen zum Kopftuch Hosen und Schuhe mit hohen Absätzen oder in anderen modischen Formen. Damit machen sie deutlich, dass sie sich nach einer nicht-islamischen, allgemein verbreiteten Konsumkultur zugehörig fühlen, die den Regeln des islamischen Rechts widerspricht.

    Dieses Verhalten kann man als "Bricolage" bezeichnen.
    Unter diesem aus dem Französischen stammenden Wort versteht man eine Kulturtechnik, bei der Einzelne Verhaltensweisen oder auch Kleidungsstile aus verschiedenen kulturellen Zusammenhängen gleichzeitig benutzt. Dabei geht es vor allem um die Fähigkeit, die Auswahl bewusst zu treffen. Der "Bricolor" kombiniert zum Beispiel Kleidungsstücke aus verschiedenen kulturellen Traditionen, um zu vermeiden, dass er von einer bestimmten sozialen, ethnischen oder religiösen Gruppe vereinnahmt wird.

    Der Zugang zu anderen gesellschaftlichen Gruppen bleibt ihm damit weiterhin offen. Die jungen Kopftuchträgerinnen etwa spielen mit den verschiedenen Möglichkeiten, die ihnen ihre besondere Situation an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Kulturen bietet.

    Die jungen Frauen wissen sehr genau, auf welche Weise sie sich kleiden müssen, um einerseits ihren guten Leumund zu bewahren, andererseits aber auch ihre Unabhängigkeit von traditionellen Vorschriften, religiösen Normen und der steten Sorge um den guten Ruf zu signalisieren.

    ~

    Häufig wird von westlichen Beobachtern das Tragen des Kopftuches als ein Zeichen von radikalislamischer Gesinnung oder als vollkommene Unterwerfung unter eine patriarchalische Gesellschaftsordnung betrachtet. Dabei wird häufig übersehen, dass viele, vor allem junge Musliminnen das Kopftuch weder aus religiösen noch aus politischer Gesinnung tragen. Für sie ist es ein eher sekuläres Zeichen ihrer kulturellen Identität, ja selbst ein modisches Accessoire, das leicht durch ein anderes ersetzt oder ergänzt werden kann. Das ist leicht zu erkennen, dass junge Frauen neben dem Kopftuch Kleidungsstücke wählen, die sich keinesfalls in Übereinstimmung mit dem islamischen Recht befinden.
    Ina und Peter Heine sind auch die Autoren von: Oh ihr Musliminnen ... Frauen in islamischen Gesellschaften

  9. Avatar von fritzi72
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Flau, mich würden die Argumente Deiner Schwiegermutter zum Kopftuch interessieren, kannst Du sie vielleicht kurz aufführen?

    Ich denke im Zusammenhang mit diesem Strang an den in meinem Bundesland 2015/2016 angedachten Rechtskundeunterricht für Flüchtlinge, der eine Einheit in den Sprachkursen sein sollte. Leider ist das Projekt im Sande verlaufen bzw wurde nur teils in einer sehr abgespeckten Version angeboten.
    Dieser Unterricht wäre eine gute Möglichkeit gewesen, das von Dir beschriebene Spannungsfeld zwischen Religionsfreiheit und der Freiheit zum Tragen des Kopftuchs und der Nichtduldung von Zwang und Unterdrückung darzustellen und Frauen, die letzteres erfahren (und denen, die es ausüben) aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, sich dagegen zu wehren, wie und wo man dazu Hilfe und Unterstützung findet und auch, was staatliche Stellen wogegen tun.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"

  10. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?

    Zitat Zitat von Killeshandra Beitrag anzeigen
    Gibt es hier in der bri eigentlich keine Muslimin, die uns etwas zu dem Thema sagen könnte?
    Ehrlich gesagt, ich zweifle daran, dass sich Muslimas in solchen Strängen, eventuell überhaupt in diesem Forum besonders wohl fühlen, vor allem aber nehme ich an, dass eventuell anwesende Muslimas nicht so viel Lust haben, sich in den Diskussionen zu erkennen zu geben und zu engagieren.
    that was the river - this is the sea


    Moderation im Forum "Persönlichkeit"

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