Interessant. Da nutzen Frauen die gesellschaftlichen Schutzräume, gehen aus gewalttätigen Beziehungen raus und dann ist das auch nicht recht. Denn sie "fluten" (deine Wortwahl) die Frauenhäuser.
Wie sollen sich Frauen aus gewalttätigen Beziehungen und kulturellen Verpflichtungen befreien, wenn ihnen angekreidet wird, dass sie die vorhandenen unterstützenden Möglichkeiten nutzen.
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05.09.2019, 08:48
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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05.09.2019, 09:11
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Mir geht noch etwas im Kopf herum, was Bae zu dem Thema Frauenhäuser geschrieben hatte. Dass Frauen wie du und ich eher noch zu einer Freundin können und Frauen mit MiHi niemanden kenne und daher eher in die Frauenhäuser gehen. Ist ja auch ein Zeichen, dass sie zu ihren Freundinnen/ Familien kein Vertrauen haben, dass jemand ihnen hilft. Normalerweise sind die Familienverbände stark und halten zusammen, aber eine Frau, die Schutz vor häuslicher Gewalt sucht, geht zu ins Frauenhaus, weil die eigenen Leute da nicht helfen. Wieder ein Zeichen, dass die Strukturen ungesund für Frauen sind.
Saphire
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05.09.2019, 09:14
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Gibt es eigentlich auch Zufluchtshäuser unter Leitung / Zugehörigkeit zu muslimischen Communities? Bestimmt, oder?
Ah, gefVerein aus Mittelhessen betreibt bundesweit einziges Frauenhaus fur Muslima | hessenschau.de | Gesellschaftunden:
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05.09.2019, 09:20
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Xanidae, der Angriff auf Cara123 muss doch nicht sein. Mir wäre es lieber, wenn hier weniger Grabenkämpfe stattfinden würden und etwas zum Thema kommt. Wenn Frauen aus gewalttätigen Beziehungen und kulturellen Verpflcihtungen fliehen können, bedeutet das, "ja - wir mischen uns ein, Ja, wir lassen euch nicht alleine. " Aber es findet kein Diskurs dazu statt, dass es sich um ein substanzielles Problem handelt und die Kultur, vor der die Frauen fliehen, mindestens ungesund bis inhuman ist.
Der Punkt ist doch nicht, dass viele Frauen sich mit ihrem Leben arrangieren und zufrieden damit sind, sondern dass denen geholfen wird, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollen und nicht damit zufrieden sind. Dazu müsste allgemein gesellschaftlich anerkannt sein, dass diese Frauen teilweise Risiken und Härten ausgesetzt sind, wie wir sie in unserer Kultur so einfach nicht haben.
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05.09.2019, 10:38Inaktiver User
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Ich denke, bei der Überlegung sollte man auch beachten, dass Frauen auf der Flucht vor ihren gewalttätigen Männern irgendwo hin müssen, wo der Mann sie nicht findet, und da ist der Freundeskreis vor Ort nun mal keine sichere Adresse. Das ist bei allen Frauen so, die Zuflucht in Frauenhäusern suchen müssen, unabhängig von Religion und Herkunft. Ebenso wie die Tatsache, dass misshandelte Frauen von den Tätern sehr oft finanziell an der ganz kurzen Leine gehalten werden, so dass sie sich nicht in den nächsten Zug zu Freunden in weiterer Entfernung setzen können.
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05.09.2019, 11:41
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Ich muss hier keine ganze Kultur bewerten und über Frauen, die in ihrer Not, Frauenhäuser aufsuchen von "fluten" sprechen. Das ist eine Abwertung, die diese gesamte Diskussion in keiner Weise auch nur irgendwie versachlicht. Auch das Augenmerk auf die Kultur, die - laut dir - ungesund bis inhuman ist - halte ich für überheblich. Es impliziert, dass Gewalt und Unterdrückung ausschließlich mit der Kultur zusammenhängen und dies ist nicht so. Ansonsten gäbe es keine deutschen Frauen in Frauenhäusern oder Frauen, die die Wegweisung des Gewalttätigen Partners über die Polizei nutzen.
Was ist denn unsere Kultur? In Deutschland wird jeden 3. Tag eine Frau von ihrem Partner getötet (78% der Täter sind Deutsche, 80% sind Männer). Das Leben in einer Partnerschaft oder das beenden einer Partnerschaft birgt für Frauen jedweder Herkunft ein Risiko.Der Punkt ist doch nicht, dass viele Frauen sich mit ihrem Leben arrangieren und zufrieden damit sind, sondern dass denen geholfen wird, die ein selbstbestimmtes Leben führen wollen und nicht damit zufrieden sind. Dazu müsste allgemein gesellschaftlich anerkannt sein, dass diese Frauen teilweise Risiken und Härten ausgesetzt sind, wie wir sie in unserer Kultur so einfach nicht haben.
Häusliche Gewalt ist auch ein deutsches Problem. Alle betroffenen Frauen benötigen Hilfe, egal welcher Herkunft, und Hilfe gibt es immer noch zu wenig - Frauenhäuser ringen um die Finanzierung. Dort lebende Frauen können aufgrund des Wohnraummangels nur schwer in eine eigene Wohnung ziehen, was die Situation der Frauenhäuser weiter verschärft.
Die Gewalt gegen muslimische Frauen nur mit "ihrer" Kultur zu begründen ist zu einfach und unzureichend gedacht und führt nicht zu einer lösungsorientierten Handlungsweise, die die Stellung der Frau in den muslimischen Communities verändert.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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05.09.2019, 12:14
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Ich würde lieber einmal mündlich diskutieren, irgendwie kommt beim Schreiben oft das weniger Wesentliche nach oben und es gibt viel mehr Missverständnisse, als wenn man sich gegenüber sitzen würde. *seufz*
Ich gehe vollkommen konform, dass es in Deutschland/ Europa/ der westlichen Welt eine Menge Gewalt und Frauenfeindlichkeit gibt. Das ist leider eine Tatsache, das wird niemand abstreiten. Es wird jedoch gesellschaftlich geächtet und als nicht wünschenswert erachtet.
Weiterhin ist die Gewalt gegen Frauen (und Kinder) in patriachalischen Gesellschaften stark ausgeprägt, gesellschaftlich recht akzeptiert und führt nicht zu einer sozialen Ausgrenzung und Abwertung des Täters, wie es bei "uns" der Fall wäre. Da misshandeln die Brüder im Auftrag Eltern die aufmüpfige Tochter und keiner meldet das dem Jugendamt oder wem auch immer. Da muss in einer deutschen Familie schon sehr viel schief laufen, von so einem Fall habe ich persönlich noch nichts gehört. Und ich finde durchaus, dass das ein Grundproblem ist und die betroffenen Frauen ein Recht auf die Hilfe der Mehrheitsgesellschaft haben. In der Form, dass das Problem als solches klar ist und versucht wird, ein Umdenken zu erreichen. Es gibt genügend Frauenrechtlerinnen aus dem angesprochenen Kulturkreis, die für die Sichtbarkeit der Problematik kämpfen.
Ich habe gerade festgestellt, die Bundesregierung sieht das auch so:
Praventions-Projekt: Regierung will Gewalt gegen Frauen in Migrantenfamilien bekampfen - Politik - Tagesspiegel
Das finde ich wirklich gut.
SaphireGeändert von Saphire (05.09.2019 um 12:21 Uhr)
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05.09.2019, 12:30
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Das wird es auch in der muslimischen Gesellschaft. Es gehört nicht zum Islam seine Frau oder die Kinder zu schlagen. Dies wird unterschiedlich von den verschiedenen muslimischen Richtungen interpretiert. Nicht immer ist es der Islam, der zu diesem verachtenswerten Verhalten führt, z. B. Jesiden sind keine Muslime, jedoch gibt es insbesondere dort Morde an aufmüpfigen Frauen, Bestrafung Ausgrenzung von Menschen, die sich von der Kultur der Jesiden abwenden wollen. Letzteres trifft auch auf Zeugen Jehova und die Amish People in den USA zu. Auch manche christlichen Freikirchen, altkatholische Gemeinden, sind in ihrer Auslegung was z. B. auch Züchtigung angeht sehr pragmatisch.
Woher weißt du das, dass ein Täter nicht sozial ausgegrenzt wird?Weiterhin ist die Gewalt gegen Frauen (und Kinder) in patriachalischen Gesellschaften stark ausgeprägt, gesellschaftlich recht akzeptiert und führt nicht zu einer sozialen Ausgrenzung und Abwertung des Täters, wie es bei "uns" der Fall wäre.
Das stimmt in seiner Absolutheit (keiner meldet das) nicht. Es gibt Meldungen dieser Art, jedoch ist das Jugendamt nicht die Macht, mit der es von diversen Menschen gesehen wird.Da misshandeln die Brüder im Auftrag Eltern die aufmüpfige Tochter und keiner meldet das dem Jugendamt oder wem auch immer.
Auch das ist so in seiner Absolutheit nicht richtig. Das Jugendamt wird bei vielen deutschen Familien aktiv, u. a. weil Gewalt gemeldet wurde.Da muss in einer deutschen Familie schon sehr viel schief laufen, von so einem Fall habe ich persönlich noch nichts gehört.
Interessant ist, dass die Meldungen gering sind, wenn der gesellschaftliche Statut hoch ist. Auch Gewalt an Schulen oder in Einrichtungen durch Fachkräfte wird wenig thematisiert und dem wird noch weniger nachgegangen.
Ja, so sollte das sein und ich hatte schon verlinkt, wer sich engagiert und wen man unterstützen kann.Und ich finde durchaus, dass das ein Grundproblem ist und die betroffenen Frauen ein Recht auf die Hilfe der Mehrheitsgesellschaft haben. In der Form, dass das Problem als solches klar ist und versucht wird, ein Umdenken zu erreichen. Es gibt genügend Frauenrechtlerinnen aus dem angesprochenen Kulturkreis, die für die Sichtbarkeit der Problematik kämpfen.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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05.09.2019, 12:32
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Irgendwie machen Beiträge wie Xanidaes immer einen relativierenden EIndruck auf mich, treu nach dem Motto: hier gibt es auch Gewalt gegen Frauen, also was solls, wenn noch etwas dazu kommt.
Xanidae hat das sicher nicht so gemeint, aber dennoch. Ähnliches las man auch nach Silvester 2015 oder nach Kandel usw.
Sicher gibt es Gewalt gegen Frauen und viel zu viel, aber ist das ein Grund wegzusehen?
Außerdem geht es nicht nur um Gewalt, sondern um die Stellung der Frau. Und da wage ich leise Zweifel anzumelden, ob eine Frau in einer muslimischen Community immer ähnliche Chancen zur Entfaltung hat wie westliche Frauen. Das ist gelebtes Patriarchat.
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05.09.2019, 12:35
AW: Stellung der Frau in muslimischen Communities - und was geht uns das an?
Wo schreibe ich was von Wegsehen?
Ich schreibe nur, dass man die Gründe für Gewalt nicht ausschließlich in der Herkunft, der Kultur oder in der Religion sehen sollte, sondern das viele Faktoren einfließen, die zu Gewalt und Unterdrückung führen.
Aber gut, ich habe ja auch keine Ahnung und bin ab jetzt still, wenn nicht erwünscht ist, dass man objektiver auf das gesamte System schaut und anders mit den Frauen in Kontakt tritt, als sie ausschließlich als unterdrückt und wenig frei wahrzunehmen.
Wie soll man sich von dem was man kennt abwenden, wenn einem nicht unbedingt Freundlichkeit, Vertrauen und Wertschätzung entgegen gebracht wird? Da bleibe ich doch lieber bei dem Grauen das ich kenne, als mich etwas Unbekanntem zuzuwenden.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte



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