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  1. Avatar von Wiesenblume
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    Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Guten Morgen,

    ich verfolge mit großer Sorge die Entwicklungen in Hongkong. Angesichts der politisch-militärischen Übermacht der Festland-Regierung und der zu erwartenden Strafen und Gefahren bewundere ich die Demonstranten für ihren Mut , "dennoch" auf die Straßen zu gehen. Gleichzeitig halte ich Gewalt gegen Dinge und Menschen nicht für das probate Mittel, auf seine Position aufmerksam zu machen.

    Davon ab frage ich mich: kann ich die Demonstranten, die für ihre Freiheiten einstehen, in Hongkong unterstützen? Ein Signal setzen?

    Ich habe nun schon etliche Seite im Netz durchsucht: will man die Seenotretter im Mittelmeer unterstützen, gibt es etliche Möglichkeiten, dies zu tun (Spendenseiten,...). Ich habe nichts dergleichen finden können, um hier die Demokratiebewegung in Hongkong zu stärken. Selbst auf den Seiten von Amnestie konnte ich nicht mal eine Petition o.ä. hierzu finden.

    Frage an Euch: ist Euch eine Möglichkeit bekannt, die Demonstranten zu stärken und zu unterstützen?

    Mir erscheint das Schweigen der internationalen Politik hier fast als dröhnend... ich möchte so gerne ein Signal setzen.

  2. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Oh schade - bislang keine Antworten - na, ich warte mal und hoffe das Beste, dass vielleicht noch jemandem eine Unterstützungsmöglichkeit einfällt.
    Wir hatten das gestern im heimischen Wohnzimmer diskutiert, und da ist mir aufgefallen, wie absurd es doch ist oder werden könnte: meine erste Idee war, dass hier finanzielle Unterstützung wichtig ist. Ich gehe davon aus, dass vielen Demonstranten der Prozess gemacht werden wird. Also dachte ich in die Richtung "Geld sammeln, damit die besten Strafverteidiger angeheuert werden können."

    Woraufhin Herr Wiesenblume bitter auflachte und meinte "Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass das ein Prozess nach westlichen Standards werden würde, wo ein "scharfer Hund" als Strafverteidiger das Ruder rumreißen würde? Das würden die Chinesen nicht zulassen. Wenn es zu Verhaftungen, Anklagen und Prozessen kommen sollte, dann wird das ein Schauprozess werden, in dessen Verlauf sich die Angeklagten in Tränen aufgelöst maximal tief verbeugen und ihre Schuld vor laufenden Kameras gestehen werden. Da ist nix mit Strafverteidigung und Rechtsstaatlichkeit."

    Mist... ich befürchte, da hat Herr Wiesenblume Recht...

    Wie kann man denn sonst noch helfen?

    Das karge Statement unseres Außenministers, dass er "in Sorge sei", klang ja auch eher rausgepresst...
    Es bezieht einfach niemand Stellung

  3. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    China ist leider super schwierig. Ich weiß da leider nichts.
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
    Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher, als du denkst.
    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" und...Userin

  4. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Super schwierig - das ist vermutlich noch untertrieben.
    Ich verbeuge mich innerlich vor diesen Menschen, die so viel riskieren und die absehbar auch so viel zu verlieren haben. Und die Welt schaut zu, ergeht sich in Aktionismus wie "allen Bürgern von Hongkong den britischen Pass!" oder in kargen Einzeilern wie "wir sind besorgt".

    Die Partnerin meines Vaters ist Festlandchinesin: die schaut mich immer mit großen Augen an und versteht tatschlich nicht, warum ich so wütend bin "natürlich müssen wir hart durchgreifen: Tibet, Uiguren, Hongkong - die wollen China zerstören. Kann doch nicht jeder machen, was er will. Sonst fällt China auseinander, was nicht passieren darf." - zuckte mit den Schultern und wandte sich wieder dem Tagesgeschäft zu...

    Ich hoffe, dass ich doch noch eine Möglichkeit finde, zu helfen und zu unterstützen.


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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Mich interessiert das Thema auch, Wiesenblume

    Ich habe da auch (noch) keine Meinung, wenn ich ehrlich bin.
    Vor allem, was ist das Ziel der Demonstranten? Unabhängigkeit? Oder zurück zum Großbritannien und mit denen aus der EU austreten ()

    Ich glaube, das hat sich irgendwie verselbständigt. Denn dass HK Teil Chinas ist mit einer pro forma Sonderregelung bis 2090 oder so (?)

    nun ja. Auf dem Papier halt.

    Wenn China HK aufgäbe, ginge es dahin.

    Wobei willst du "die" eigentlich unterstützen? Beim Kampf um die Unabhängigkeit?

    Rein theoretisch könnte man es auch so sehen:
    Hongkong ist immer Teil Chinas gewesen, dann kamen die Briten und haben es besetzt. Als Kolonie. Irgendwann zerfiel das koloniale Empire. Letzte Reste waren bis in die 90er Jahre 20. Jhd. noch über. Auf einmal erschienen die früheren Kolonialherren und Besatzer als kleineres Übel. Weil: Mutterland inzwischen Kommunisten mit allen Nachteilen.
    HK hingeben Westen. Im 18. Jhd. war es dem chin.Bauern egal, welchem Kaiser er Untertan war, schätze ich.

    Macao war portugiesische Kolonie - was ist eigentlich damit?

    Ich sehe das nicht so schwarz-weiß. Hongkong wurde nicht von China okkupiert. HK war immer China. Bis die Engländer kamen.

    Das ist wenn dann ein Bürgerkrieg und da finde ich, sollte man sich nicht einmischen.


  6. Registriert seit
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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Mich bewegt das auch sehr.

    Vor allem, weil ich große Angst vor einem System wie China habe, und einer Gesellschaft, die so zu leben bereit ist ohne Aufzumucken, für mich eine Horrorvision.

    Ich hoffe sehr, dass das ein Anfang ist für eine Bürgerbewegung, und die Leute anfangen sich gegen einen derart repressiven Staat zur Wehr zu setzen.


  7. Registriert seit
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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Mich bewegt das auch sehr.

    Vor allem, weil ich große Angst vor einem System wie China habe, und einer Gesellschaft, die so zu leben bereit ist ohne Aufzumucken, für mich eine Horrorvision.
    Das ist aber doch kein Hongkonger Thema? Also alleine

    Die Hongkonger wollen doch nicht "erst HK, dann die ganze Welt" , sondern NUR Hongkong befreien. Oder?

    ich kenne Hongkonger und die fühlen sich nicht so chinesisch. Sondern "Hongkongerisch" - denen ist China egal.
    Und das sehe ich als Geschichtsklitterung. Irgendwie.

    Dass man lieber frei und demokratisch lebt verstehe ich auch.


  8. Registriert seit
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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Es ist ein Anfang, denk ich, mich lässt das hoffen dass es doch auch weitere Kreise zieht.

    Es ist sicher richtig, dass Hongkong nicht China ist, aber die Mentalität ist China doch ähnlicher als jetzt die unsere.

  9. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Ich finde es auch schwierig, dennoch gibt es Petitionen bei Change.org oder auch beim weißen Haus über "we the people".
    Die subtilste Form des Terrors ist die Betreuung. Man hat für ihn auch noch dankbar zu sein.
    G. Haack

  10. Avatar von Wiesenblume
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    AW: Proteste in Hongkong - ist Unterstützung hilfreich und wenn ja, wie?

    Hallo,

    ich denke, dass das Spannungsfeld zwischen dem Selbstverständnis der Bewohner Hongkongs und dem Selbstverständnis des chinesischen Festlandes zu suchen ist.

    Meine Wahrnehmung (kein Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit!!):

    -die Bewohner Hongkongs nehmen sich als freie, denkende und handelnde Individuen wahr, eingebunden in eine -wenn man so möchte- freiheitlich-bürgerliche Gesellschaft, welche auf einem weitesgehend demokratischen Grundverständnis fußt.
    -auf dem Festland sieht man sich tendenziell als Kollektiv, als Teil eines großen Ganzen: die Regierung lenkt und denkt, belohnt Wohlverhalten und straft Ausscheren aus der Masse ab. Freiheit des Einzelnen oder das Ausleben der Individualität wird tendenziell eher als nicht-wohlfeil empfunden. Mit der Kombination aus strengster Überwachung, Reglementierung einerseits und der Befriedigung/Ruhigstellung weiter Teile des Volkes durch Konsum andererseits stellt sich ein Friede, vielleicht auch eine Zufriedenheit des Einzelnen ein, die eventuelle Tendenzen, sich zu "vereinzeln" betäubt oder in den Hintergrund drängt.

    Hier wird es zu einem "Kampf der Kulturen" kommen. Das Gefälle zwischen dem "System Hongkong" und dem "System Festland China" ist einfach derart hoch, dass es mit der Aussage "im Grunde war Hongkong doch immer China" nicht getan ist.

    Ist jedenfalls meine Einschätzung

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